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	<title>so-momente-halt &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "so-momente-halt"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 09:36:49 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Ein Liebeslied für Dshamilja]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/?p=404</link>
<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 03:38:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8230;und einem alten Kirgisen zum Abschied

ennt eigentlich noch jemand diese unsäglichen Fortset]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>...und einem alten Kirgisen zum Abschied</strong><br />
</em></p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-405" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/06/buchstabe-k.gif?w=40" alt="" width="40" height="41" align="left" />ennt eigentlich noch jemand diese unsäglichen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fortsetzungsroman">Fortsetzungsromane</a>, die dereinst in jeder regionalen Tageszeitung geradezu obligatorisch waren? Und gibts die eigentlich heute noch, nun ja, außer bei der <a href="http://www.tvspielfilm.de/multimedia/news/g/grimmeonlineaward?object_id=6228">FAZ</a> vielleicht? Ich hab sie immer gehasst, diese häppchenweisen Verabreichungen von - durchaus auch guter - Literatur mit deren willkürlicher Interruptio nach knallhart festgetackertem Spaltenvolumen. Die meinem angeborenen Lesehunger und meinen Lesegewohnheiten total zuwider liefen. Und hab sie trotzdem immer wieder gelesen, weil man nicht immer gleich und so einfach an die Bücher kam.</p>
<p><a href="http://www.welt.de/kultur/article2088313/Perestroikadichter__Tschingis_Aitmatow_tot.html"><img class="alignleft size-medium wp-image-406" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/06/aitmatow-portrat.jpg?w=150" alt="Tschingis Aitmatow" hspace="8" width="150" height="220" /></a>Wieso mir das jetzt einfällt?<br />
Eine <a href="http://www.mdr.de/mdr-aktuell/5574728.html">aktuelle Meldung</a> vor drei Tagen erinnerte mich wieder an die avantgardistische Veröffentlichung des <a href="http://www.amazon.de/wei%C3%9Fe-Dampfer-Tschingis-Aitmatow/dp/3518456105/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1213241975&#38;sr=1-2">“Weißen Dampfers”</a> von Tschingis Aitmatow in unserer familienpräferierten Haus- und Hofzeitung, den ich mir seinerzeit auf diese Weise angetan und erst als gebundene Ausgabe innig und tränengetauft ins Herz geschlossen habe.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tschynggys_Aitmatow">Aitmatow</a>. Geboren 1928 unter Nomaden in den Weiten der kirgisischen Steppe. Sein Name erinnert an einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dschingis_Khan">blutrünstigen Mongolenkhan</a>, der lange vor seiner Zeit die halbe Welt erobert, Bibliotheken verbrannt und ganze Völker mitsamt ihrer jahrhundertealten Kultur verheert und vernichtet hat. Doch er selbst war einer, der die Märchen und Mythen seiner Heimat in seine Geschichten wob, die er über und unter uns brachte. Und ein ewiger (real)poetischer Streiter gegen die Zerstörung der Natur und des Menschen.</p>
<p>Ein real<em>politischer</em> war er auch zeit seines Lebens – in bereits ehrwürdigem Alter wurde er zum Vertreter der Perestroika, vor allem der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Glasnost">Glasnost</a> in ihr. Obwohl er das irgendwie schon immer war. International ist er auch als Initiator des <a href="http://www.centralasia-southcaucasus.com/index.php?Itemid=5&#38;id=4&#38;option=com_content&#38;task=view">Issyk-Kul-Forums</a> bekannt geworden und bis vor kurzem war er gar noch Botschafter von Kirgistan in Frankreich und den Benelux-Staaten.</p>
<p><a href="http://www.h-k-kuehn.de/aita.htm"><img class="alignleft size-medium wp-image-408" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/06/dshamlja-bei-amazon2.jpg?w=173" alt="Dshamilja" hspace="8" width="230" height="420" /></a>Aitmatow gehörte noch zur Kriegsgeneration. Und der Krieg, der ihn und seine Zeitgenossen tief geprägt hat, geistert durch viele seiner frühen Erzählungen – so durch die anrührende Geschichte vom Schicksal und Verlust einer Mutter in <a href="http://www.amazon.de/Weg-Schnitters-Tschingis-Aitmatow/dp/3888970164">“Der Weg des Schnitters”</a>, bekannt auch unter dem Titel “Goldspur der Garben” (eine Schande btw, zu welchen Preisen heutzutag große Literatur bei amazon verhökert wird, nicht?). Seine späten Werke haben, obwohl sie wie alle seiner Schöpfungen das uns exotische Kirgistan als Ort der Handlung nie verlassen, zunehmend die großen Fragen des Mensch-Seins, unserer Welt und Umwelt (<a href="http://www.sehzeichen.net/Kramkiste/aitmatow.htm">"Der Tag zieht den Jahrhundertweg"</a>, <a href="http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20070321">”Der Schneeleopard”</a>), ja auch die Suche nach neuen Propheten (<a href="http://www.amazon.de/Die-Richtstatt-Tschingis-Aitmatow/dp/3353002618/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1213137705&#38;sr=8-1">“Die Richtstatt”</a>) zum Thema. <em>[Anmerkung: Unser Ulrich Plenzdorf, jaja, der Vater von "Paul und Paula" und Edgar Wibeau, hat nach letzterem unter dem Titel <a href="http://www.berliner-schauspielschule.de/woelfe.htm">"Zeit der Wölfe"</a> und nach "Der Tag zieht den Jahrhundertweg" ("Ein Tag, länger als ein Leben") zwei Theaterstücke geschrieben, veröffentlicht bei <a href="http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=11638">Suhrkamp</a>.]</em></p>
<p>Doch berühmt geworden ist Tschingis Aitmatow schon mit seiner ersten Erzählung <a href="http://www.amazon.de/UT-Nr-1-Dshamilja-Tschingis-Aitmatow/dp/329320001X">“Dshamilja”</a>, später auch verfilmt, einer in ihrer Poesie und Emotionalität bezaubernden Liebesgeschichte. Sein französischer Schreiberkollege <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Aragon">Louis Aragon</a> nannte sie “die schönste Liebesgeschichte der Welt”. Und sie braucht es nicht, dass Hinz und Kunz darauf herumbeten, dass sie an DDR-Schulen Pflichtlektüre war...</p>
<p>Anlässlich seines diesjährigen runden Geburtstags haben seine Landsleute ihm zu Ehren 2008 zum Aitmatow-Jahr ausgerufen - im kommenden Dezember wäre Tschingis Aitmatow 80 Jahre alt geworden. Und noch im Mai war er bei Dreharbeiten zu einem Film im Wolgagebiet. Dort erkrankte er – und nun ist er am Dienstag in einer Nürnberger Klinik gestorben.</p>
<p>Ich liebe den Zauber, die große Poesie und Menschlichkeit und die lebendige Kraft, die aus seinen Geschichten atmen. Sie werden uns bleiben.</p>
<p>Der deutsche Barde Hannes Wader hat <a href="http://de.youtube.com/watch?v=S1-mvfkcoYY">ein Lied über Dshamiljas Liebe</a> geschrieben – und gesungen:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/S1-mvfkcoYY'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/S1-mvfkcoYY&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>Sei es ein Abschiedslied für Tschingis Aitmatow...</p>
<p><a href="http://www.chris-on-the-bike.de/kashi_g"><img class="aligncenter size-medium wp-image-409" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/06/aitmatow.jpg?w=300" alt="Er zog den Jahrhundertweg" vspace="8" width="550" height="180" /></a></p>
<p><em>Bild- und sonstige Verwendungen: "Dshamilja" - amazon; Hannes Wader "Am Fluss" - <a href="http://de.youtube.com/watch?v=S1-mvfkcoYY">youtube</a>; der Rest - creative commons Lizenz.</em></p>
<p><strong><em>Edit 1. Juli 2008:</em></strong><br />
<em>Übrigens bin ich mit Herrn <a href="http://www.kurdmania.com/Forum-top-Cengiz-Aytmatov-Tschingis-Aitmatow-12-12-1928-10-06-2008--2942-start-msg21161.html#msg21161">Amos</a> vom <a href="http://www.kurdmania.com/">Kurdistan-Portal</a> (btw ein Dankeschön an dieser Stelle) vollkommen einer Meinung, dass das Video zum Wader-Lied mit seinen bayerischen Landschaften einen schmerzlichen Stilbruch zum musikalisch-thematischen Inhalt darstellt. Stimmt, vielleicht hätte ich das explizit erwähnen sollen. Ich konnte im Net nur leider keine andere Aufnahme auftreiben. Der wohlwollende Aitmatow- und Kirgistan-Freund schließe also die Augen und stelle sich dazu <a href="http://digeda.gs/kg01/de/galerie.shtml?songkol2bishkek">kirgisische Weiten</a> vor.... </em>:)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Karbid und Sauerampfer]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/?p=372</link>
<pubDate>Fri, 14 Mar 2008 04:17:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
<guid>http://hegewald.wordpress.com/?p=372</guid>
<description><![CDATA[&#8230; ist nicht, wie Uneingeweihte vielleicht glauben mögen,eine neue Belagskomposition für Vege]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/Karbid-Sauerampfer-Erwin-Geschonneck/dp/B00006RYO1/ref=pd_bbs_sr_1?ie=UTF8&#38;s=dvd&#38;qid=1205466714&#38;sr=1-1"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/03/karbid-und-sauerampfer-cover-sw.jpg" alt="karbid und sauerampfer cover" align="left" vspace="8" width="200" /></a>... ist nicht, wie Uneingeweihte vielleicht glauben mögen,eine neue Belagskomposition für Vegetarierpizza, sondern der Titel eines <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karbid_und_Sauerampfer">DEFA-Films von 1963</a>. In dem fand die späte Entdeckung eines der fürderhin charismatischsten und erfolgreichsten Mimen des (ost)deutschen Films als Charakterkomiker statt – <a href="http://www.defa-stiftung.de/index.html?http://www.defa-stiftung.de/05.veroeffentlichungen/biografien/ines_walk/veroeff_biogr_Geschonneck.html">Erwin Geschonneck</a>.</p>
<p>Die Umklammerung des kleinen <i><b>ost-</b></i> ist in diesem Falle völlig korrekt, denn wir sprechen hier von einer über sechzigjährigen Schauspielerkarriere des Mannes. Die 1932 mit einer Statistenrolle in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kuhle_Wampe">"Kuhle Wampe"</a> begann, einem Film aus dem Proletariermilieu, an dessen Drehbuch <a href="http://www.exil-archiv.de/html/biografien/brecht.htm">Bertolt Brecht</a> höchstpersönlich mitgestrickt und in dem der große Brecht- und Arbeitersänger <a href="http://www.ernst-busch.de/">Ernst Busch</a> eine Hauptrolle gespielt hat. Die 1995 zu Ende ging mit einem Regiewerk des <a href="http://www.prisma.de/person.html?pid=matti_geschonneck&#38;page=2">Geschonneck-Sohnes Matti</a>, der seinen Vater zu seiner letzten Rolle überredete und ihm den alten Querkopf auf den Leib schrieb (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matulla_und_Busch">"Matulla und Busch"</a>).</p>
<p>Dazwischen liegen mehrere Jahre Theaterarbeit unter Brecht am <a href="http://www.rbb-online.de/_/karte/beitrag_jsp/key=4571109.html">Berliner Ensemble</a>, eine Unzahl von DEFA-Produktionen, das Leben eines antifaschistischen und stets offen kritischen Geistes, eine enorme Popularität als Künstler und als Mensch in der DDR.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Das-kalte-Herz-%2B-Audio-CD/dp/B000SLTLBA/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#38;s=dvd&#38;qid=1205467902&#38;sr=1-2"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/03/k-kalteherz-04.jpg" alt="Huuu… Holländer-Michel" align="right" hspace="8" width="280" /></a>Das Repertoire seiner Rollen ist gigantisch:<br />
Er begeisterte sein Publikum auf der Bühne und auf der Leinwand. Gab den Chauffeur des besoffenen Herrn Puntila oder den von seinen Verfehlungen gebeutelten Dorfrichter Adam genauso überzeugend wie den Kommandeur der Internationalen Brigaden im Spanienkrieg, den Opa Meschka oder den Wehrmachtsoffizier. Die Zahl der Minderjährigen, die sich auch heute noch – wie Anfang der Fünfziger schon ihre Großeltern – vor dem Holländer-Michel-Geschonneck der Hauff-Märchen-Verfilmung  <a href="http://www.rbb-online.de/_/karte/beitrag_jsp/key=4571109.html">"Das kalte Herz"</a> gruseln, ist Legion. Sein Lagerältester und KZ-Häftling Walter Krämer in <a href="http://www.defa-sternstunden.de/filme/nacktwoelfe.htm">"Nackt unter Wölfen"</a> nach dem berühmten <a href="http://www.amazon.de/Nackt-unter-W%C3%B6lfen-Bruno-Apitz/dp/3746614201">Apitz-Roman</a> hat irgendwo mit Geschonnecks eigenem Leben und Überleben zu tun: er selbst war mehrere Jahre als politischer Häftling in Neuengamme und gehörte zu den wenigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cap_Arcona#Versenkung_der_Cap_Arcona">Überlebenden der "Cap Arkona"</a>. Und der Frank-Beyer-Film <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_der_L%C3%BCgner_%281974%29">"Jakob der Lügner"</a> nach der <a href="http://www.amazon.de/Jakob-L%C3%BCgner-Jurek-Becker/dp/3518372742/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1205463245&#38;sr=1-1">Jurek-Becker-Vorlage</a>, in dem er den jüdischen <a href="http://youtube.com/watch?v=ixYqScprbTw">Friseur Kowalski</a> spielt, brachte es sogar zu einer Oscar-Nominierung.</p>
<p>Einige Jahre lang hatte ich die Vermutung, dass seine <a href="http://www.dra.de/online/dokument/2006/dezember.html">Strittmatter-Lesungen</a> auf sein Äußeres abfärbten, damals lief ich dauernd Gefahr, die zwei auf Bildern zu verwechseln. Und seit letzten Mittwoch hege ich die stille Hoffnung, dass irgendwer sich sich mal erbarmt, die <a href="http://www.amazon.de/Meiner-Welt-Musikkassette-Erwin-Geschonneck/dp/B00005ASWM">hoffnungslos vergriffene Edition</a> seiner mit Berliner Schnauze im Bänkelsänger-Sound gesungenen <a href="http://www.ddr-hoerspiele.net/lp/aus-meiner-welt.html">Lieder</a> endlich wieder herauszubringen.</p>
<p>Die 'Schnauze' war aus der Ackerstraße – dort ist er aufgewachsen, der Arbeiterjunge Erwin. So sprachen ihn die Leute an: Erwin. "Was allerdings nicht verhindern wird, dass bei der großen Feier zu seinem 90. Geburtstag - am 27. Dezember 1996 im Fernsehturm am Alexanderplatz - ein überforderter Moderator mit ganz falscher Assoziation dem eintreffenden Jubilar ein 'Willkommen, Erich!' entgegenschmettert." (<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/seite_3/732576.html">Zitat Berliner Zeitung</a>)</p>
<p>Er wurde für seine Kunst mit Preisen zuhauf – und zu Recht – bekränzt, der letzte große war der Deutsche Filmpreis 1993.</p>
<p><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/03/100ster-geburtstag-mopo-foto-ddp.jpg" alt="erwins 100_geburtstag" align="left" hspace="8" vspace="8" width="240" />In dem von mir geklauten Titel<strike>-Song</strike>-Film ist Held Kalle <strike>Geschonneck</strike> mit neun Fässern Sauerampfer ,  Quatsch, Karbid per Anhalter durch die... nachkriegsdeutschen Lande unterwegs. Das Zeugs - lebenswichtig für Wiederaufbauarbeiten der zerbombten Dresdner Zigarettenfabrik, so man das Wort <i>lebenswichtig</i> beim Erfolg derartiger Arbeiten auch nur annähernd passend finden kann. Ob und wieviel Geschonneck selber im richtigen Leben geraucht hat, ist aus den Quellen nicht ersichtlich. Auf manchen Bildern sieht man ihn mit Tabakspfeife, auf einem Foto seines 100. Geburtstages mit einer Riesenzigarre in der Hand. Falls er hat, dann hat <i>i h m</i> jedenfalls solches nicht übermäßig geschadet. Er ist 101 Jahre alt geworden.(Und man unterstelle mir damit nur ja keine Respektlosigkeit.) Ein stolzes Alter – und ein erfülltes Leben. In seinem Berufsstand schlägt ihn damit wohl nur der <a href="http://www.n-tv.de/888795.html">Jopi Heesters</a>.</p>
<p>Am Mittwoch ist <a href="http://www.morgenpost.de/appl/bildershow/index.php?id=http%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fberlin%2Farticle1791012.xmli&#38;action=view">Erwin Geschonneck</a>  friedlich in Berlin gestorben.</p>
<p>Er war einer von den ganz Großen...</p>
<p>P.S. Dem geneigten Leser lege ich mit Wärme den gut geschriebenen <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/seite_3/732576.html">Nachruf in der Berliner Zeitung</a> ans Herze, ebenso die <a href="http://www.amazon.de/Erwin-Geschonneck-Die-DEFA-Film-DVDs/dp/B000KF0FDM/ref=pd_bbs_sr_1?ie=UTF8&#38;s=dvd&#38;qid=1205366826&#38;sr=8-1">Geschonneck DEFA-Edition</a>, die zumindest schon mal zum Kennenlernen für die <strike>Wessis</strike> bisher Unbedarften geeignet ist.<br />
<a href="http://www.amazon.de/Erwin-Geschonneck-Bei-keine-Stars/dp/B000NDJMGM/ref=sr_1_7?ie=UTF8&#38;s=music&#38;qid=1205366826&#38;sr=8-7">&#60;  <img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/03/astameinengelchen-filmmuseum-potsdam.jpg" alt="e_geschonneck in asta mein engelchen" vspace="10" width="500" /></a></p>
<p><i>Bilder: Karbid und Sauerampfer-Cover: via <a href="http://www.amazon.de/ref=bd_d/028-4250431-7471739">amazon.de</a>; Holländer-Michel: <a href="http://www.progress-film.de/de/index.php">Progress Film-Verleih</a>; 100. Geburtstag: Foto ddp via <a href="http://www.morgenpost.de/content/2006/12/29/feuilleton/873904.html">Berliner Morgenpost</a>; 42 - der ganze Rest: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/deed.de">Creative commons</a>.</i></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Still alive - und wie!]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/?p=351</link>
<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 13:10:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
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<description><![CDATA[Oder: (K)ein Märchen vom Großwerden
Am Abend mancher Tage schleicht sich so eine kleine Wehmut in ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><font size="+0"><i><b>Oder: (K)ein Märchen vom Großwerden</b></i></font></p>
<p><a href="http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=203794"><img vspace="8" align="left" width="190" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/02/barfushex-ga.jpg" hspace="8" alt="Barfußhexreläx" /></a>Am Abend mancher Tage schleicht sich so eine kleine Wehmut in die Gedanken. Und gemeinerweise hilft nicht mal, dass es Freudentage sind. Wie der Geburtstag des Hexensohnes vor drei Tagen. Da beugt sich der Lulatsch beim Beglückwünscht-Werden zu Mama herunter, nimmt sie liebevoll und ein bisschen gönnerhaft, wie's die Gören halt heutzutage tun, in die Arme, und plötzlich weißt du: das geliebte und behütete Kind, zu Hexens Stolz mit all seinen Macken und Fehlern doch recht wohlgeraten, ist ein Mann geworden. Der sich in den Kopf gesetzt hat, zunehmend und mit Sicherheit auf sich selbst aufpassen zu können. Und auch wenn dus noch nicht so recht glauben magst, musst du wohl langsam zugeben, dass er Recht hat. ;) Dabei hast du ihm doch grad erst noch die Rotznase geputzt, die Tränen seines kindlichen Weltschmerzes getrocknet und das aufgeschlagene Knie zugepflastert. Oder?</p>
<p>Am Abend solcher Tage ertappst du dich beim Kramen in Erinnerungen an die Glücksmomente und Katastrophen des Kinder-Großziehns und staunst, wo die Zeit geblieben ist. Fragst dich: werd ich jetzt alt? Quittierst in deinem erwachenden Altersstarrsinn die aufgefischte Suchanfrage eines forschen(den) Surfers nach "<a href="http://www.amazon.de/Ursprung-Wirklichkeit-Hexen-Witchcraft-Today/dp/393767408X">Hexen, die noch leben</a>", neben spontanem Grinsen mit einem energischen Kopfnicken: Na klar, na hier! Und wie! Und rettest zu guter Letzt auch noch eine irgendwann geschriebene Geschichte vom Selber-Kindsein aus den verwobenen Maschen des Internet in deinen aktuellen Blog, bevor die ganz und gar im www versinkt.<br />
<i>[Bei denen, die sie schon kennen, hoffe ich mal auf Vergebung für eventuelle Langeweile von wegen der Zweitverwendung. Denn erzählen werde ich sie nun trotzdem - tja, <strike>der verflixte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Starrsinn">Altersstarrsinn</a></strike> <strike>meine spätkindliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trotz#Trotz_in_der_Kindesentwicklung">Trotzphase</a></strike> meine Märchentantenmentalität - ach, ihr wisst schon... ;) ]</i></p>
<p><b>Es war einmal...<br />
...und die Hexe war eine Fee<br />
</b><br />
<a href="http://www.amazon.de/sp%C3%A4t-eine-gl%C3%BCckliche-Kindheit-haben/dp/3861451735"><img vspace="8" align="left" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/02/gluckliche-kindheit-1.jpg" hspace="8" alt="Glückliche Kindheit…" /></a>Meine Kindheit verbrachte ich im Hause meiner Großeltern. Die Eltern hatten einen harten Arbeitstag und Großmutter erzog uns, mich und meine Schwester, in bester Absicht mit Strenge. Ja, auch Schläge gab es, Maßregelungen und viel Arbeit in Haus und Garten. Schließlich sollte wenigstens aus den Kindern der jüngsten Tochter etwas Ordentliches werden, wenn schon die älteste Enkelin kein Aushängeschild für die Familie geworden war.</p>
<p>Doch unser Kleinmädchensein trug einen Namen, warm und zärtlich wie eine Umarmung...</p>
<p>SIE war schon immer da, solange ich denken kann. Und schon immer alt. In der Mansarde unter dem Dach lebte sie - allein. Groß und hager, stark wie ein Kerl und sanft zu uns Kindern. Ihre Familie, den Mann, Sohn und Tochter hatte sie an den letzten Krieg verloren. Ein Bruder lebte weit weg, hinter einer Grenze, die eine Mauer war und die Entfernung nebensächlich werden ließ. Doch hatte ihr Schicksal sie nicht bitter gemacht. Sie war mit ihm und sich selbst im reinen, trug eine stille und natürlichen Würde in sich. Alle nannten sie nur die Marie.</p>
<p><img align="right" width="240" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/02/die-marie.jpg" hspace="8" alt="Die Marie" />Wir waren gern bei ihr oben, in ihrer heimeligen und geheimnisvollen Kammer, wo ein großer Regulator die Viertelstunden schlug, winters Bratäpfel hinter der eisernen Klappe im Kachelofen sangen und sommers Kräuterbündel unter dem Dachbalken trockneten.</p>
<p>Großmutter mochte es nicht, wenn wir sie besuchten. Als sie sah, dass Verbote nicht halfen, nannte sie sie manchmal eine Hexe, die mit ihren Kräutern und mit Sprüchen aus einem Buch Flüche und anderes Unheil über die Nachbarn bringe. Heute glaube ich, dass ihr vor allem die ungebändigte Freiheit, die wir bei Marie genossen, ein Dorn im Auge war. Es gab keine Tabus, kein "Das darfst du nicht!" für uns - und dafür liebten und verehrten wir sie.</p>
<p>Wir räumten ihr das Geschirr aus dem Schrank, deckten damit festliche Tafeln und kochten für unsichtbare Gäste imaginäre Gerichte. Marie musste sie dann 'essen' und sagen, wie gut es ihr schmeckte. Wir stritten uns darum, wer zuerst den kleinen Schubkasten aus dem großen, samtbezogenen Tisch ziehen durfte, in dem die Bilder ihres Lebens lagen. Alte, vergilbte Fotos ihrer Jugend, ihrer Lieben und ihrer wenigen kurzen Reisen, zu denen wir unzählige und immer wieder dieselben Fragen fragten, die sie mit unendlicher Geduld jedes Mal aufs neue beantwortete.</p>
<p><a href="http://www.golyr.de/kurt-demmler/songtext-maerchenzeit-352411.html%20title="><img vspace="8" align="left" width="250" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/02/dore_ridinghood.jpg" hspace="8" alt="Doré: Rotkäppchen &#38; Wolf" /></a>Sie erzählte uns selbst erdachte Geschichten, denen wir andächtig und gebannt lauschten, in die wir uns als unerschrockene Helden hineinträumten. Und bevor wir Grimms Märchen selbst lasen, kannten wir dort oben unter dem Dach das Schicksal von Brüderchen und Schwesterchen, wussten um Rotkäppchens verhängnisvolle Begegnung mit dem Wolf und atmeten erleichtert auf, als Schneewittchen wieder erwachte. Wir lösten Marie das schüttere, graue Haar, das mit Nadeln zu einem Knoten gesteckt war, kämmten sie stundenlang, und aus den dünnen Flechten wurde der wunderschöne Rapunzelzopf oder Dornröschens blonde Lockenpracht, bevor wir sie mit Topfdeckelschild und Schürhakenschwert aus dem Turm retteten.</p>
<p>Marie lehrte uns den Wald lieben und nahm uns die Furcht vor dem finsteren Märchentatort. Wir sammelten mit ihr die harzig-roten Kiefernknorren, die die Forstarbeiter liegen gelassen hatten, und sie spaltete sie auf dem Hackklotz zu Hause in winzige Kienspäne zum Feueranfachen. Sie zeigte uns Pilze und Wiesenpflanzen, von deren heilender Wirkung sie wusste - und wozu sie sonst noch gut waren. Sie legte vorsichtig ihre Hand in einen Ameisenhaufen und erklärte uns in die ängstlichen Gesichter, dass die Bisse der Tierchen gegen Gicht helfen.</p>
<p><a href="http://de.youtube.com/watch?v=PKzNdJAuBzI&#38;feature=related"><img align="right" width="250" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/02/im-bach-barfuseln.jpg" hspace="8" alt="Bachfüßeln" height="250" /></a>Wenn beim Heidelbeerensammeln der Eimer nicht voll werden wollte und wir die Lust verloren, sang sie mit uns. Viele dieser Lieder kenne ich noch heute. Im Winter stapften wir mit ihr über verschneite Lichtungen, im Sommer durch den tiefen Heidesand. Oder wir schlitterten und glitschten barfüßig tastend über die Kiesel am Bach. „Fühlt die Erde atmen“, beschwor sie uns so manches Mal flüsternd.</p>
<p>Als wir älter wurden, kamen wir kaum noch zu Marie. Wir teilten unsere neuen Geheimnisse mit Freundinnen und trafen uns mit Jungs, gingen tanzen und ins Kino. Sie nahm es ruhig hin – die Küken wurden flügge. Aber sie war immer noch da, half uns, heimlich den Saum der Röcke kürzer zu machen, tröstete bei Liebeskummer und handelte bei unseren Eltern die Zeit des Heimkommens von der Disco nach oben.</p>
<p>Als ich zum Studium in eine ferne Stadt ging und nur noch selten nach Haus kam, vergaß ich Marie immer mehr. Doch jedesmal, wenn ich wieder daheim war, klopfte ich an ihrer Tür, um nach ihr zu sehen und ihr das Neueste zu erzählen.</p>
<p>Sie starb im zweiten Jahr nach meinem Auszug von zu Hause. Still und sanft, wie sie gelebt hatte – und allein. Dass ich es erst bei meinem nächsten Besuch nach Wochen erfuhr, habe ich meiner Familie lange nicht verziehen.</p>
<p>An Tagen wie heute denk ich manchmal an Marie.</p>
<p>Sie gehört zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Und sie war einer der wunderbarsten und prägenden Menschen in meinem Leben.</p>
<p><a href="http://de.youtube.com/watch?v=OMTztoNbtXQ"><img width="500" src="http://hegewald.wordpress.com/files/2008/02/hexentanz-uber-die-wiesen.jpg" alt="Hexentanz" height="280" /></a></p>
<p><i>Bilder: Gustave Doré: Little Red Riding-Hood; Bormann Verlag: Cover zu Ben Furman: Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben (Ausschnitt); der Rest hofft auf freundliche <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/deed.de">creative commons</a>-Lizenz - eventuelle Urheber bei Bedarf bitte melden.</i></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Haus Vater, Heine und – Heino?]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/2007/12/13/haus-vater-heine-und-%e2%80%93-heino/</link>
<pubDate>Thu, 13 Dec 2007 04:04:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
<guid>http://hegewald.wordpress.com/2007/12/13/haus-vater-heine-und-%e2%80%93-heino/</guid>
<description><![CDATA[Oder: So Tage zum KinderDichterkriegen
Heute vor zehn Jahren, am letzten runden Geburtstag, den er e]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><b>Oder: So Tage zum <strike>Kinder</strike>Dichterkriegen</b></p>
<p><a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20060702104526"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/12/gernhardt_christian-schmidt_riesenmaschine.jpg" alt="Robert Gernhardt in der Riesenmaschine" align="left" hspace="8" width="210" /></a>Heute vor zehn Jahren, am letzten runden Geburtstag, den er erleben durfte,<br />
führte er ein Gespräch mit seinem Schöpfer:</p>
<blockquote><p>"Schier sechzig Jahr auf deiner Welt -<br />
bekomme ich jetzt Schmerzensgeld?“<br />
„Mein Kind, mir geht dein Wunsch zu Herzen:<br />
Geld hab ich keines. Doch kriegst du Schmerzen!“</p></blockquote>
<p>Mussten ausgerechnet diesmal dessen Versprechungen in Erfüllung gehen – wo ER es sonst nicht immer gerad' so genau damit nimmt?</p>
<p><a href="http://www.wdr.de/themen/kultur/literatur/gernhardt/060111.jhtml?rubrikenstyle=heine"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/12/gernhardts-heine-zeichnung-form.jpg" alt="Heine? Das weiß Gott alleine" align="right" hspace="8" width="240" /></a>Doch ein Geburtstag soll kein Tag zum Trauern sein, das hätt' er nicht gewollt, der Robert Gernhardt, nicht er. Wenigstens auf einem lachenden Auge hätte er bestanden. Und er war stolz, dass er diesen Tag mit einem teilte, der auch für seine Kunst nicht ohne Folgen blieb. Und einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-Heine-Preis_%28Stadt_D%C3%BCsseldorf%29">Preis</a> seinen Namen lieh, mit dem er im Jahre 2004 bekränzt wurde - <a href="http://www.heinrich-heine.net/haupt.htm">Heinrich Heine</a> hätte heute auf seinen höchstpersönlichen 210. bechern können.</p>
<p>Obwohl... Heines Geburtsdatum ist ja immer noch umstritten. Nicht so für Robert Gernhardt. Auf eine diesbezügliche Frage in einem <a href="http://www.wdr.de/themen/kultur/literatur/heine_heinrich/gernhardt_interview.jhtml">Interview mit dem WDR</a> über seinen großen Kollegen anlässlich dessen 150. Todestages 2006 antwortete er:</p>
<blockquote><p>Da habe ich mich drauf eingestellt, und daran gewöhnt, dass wir am selben Tag Geburtstag haben. Mein Geburtsdatum ist klar, das ist der 13.12. Wäre Heines nicht klar, wär's sehr schade, denn Heino hat auch am 13.12. Geburtstag. Und wenn Heine und Heino nicht am selben Tag Geburtstag haben, dann geht ein Treppenwitz der deutschen Kulturgeschichte den Bach runter und das wäre nicht zu wünschen...</p></blockquote>
<p><a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E3F9DD94E0D0D4C87A4C5343A9FD7FE4D~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/12/spater-spagat-kl.jpg" alt="Spagat zwischen Leben und Tod" align="left" hspace="8" width="220" /></a>Er hat bis zuletzt dafür gesorgt, dass wir ihn nicht vergessen - was wir eh nicht hätten können. Hinterließ noch schnell neben allem anderen zwei Bücher: sein „Später Spagat“ (wird im Juni 2008 neu aufgelegt) - in Versen und dem auf Gernhardtsche Art verbrämten Wissen um das, was kommt - wird uns 'Hinterbliebenen' von <a href="http://www.einseitig.info/html/content.php?txtid=556">einseitig.info</a> eindringlich ans Herz gelegt, das letzte Stückchen Prosa nicht weniger innig von <a href="http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article774537/Das_letzte_Buch_von_Robert_Gernhardt.html">Uwe Wittstock auf Welt Online</a>. Die Kurzbeschreibung zu <a href="http://www.amazon.de/Denken-wir-uns-Robert-Gernhardt/dp/3100255100/ref=pd_bxgy_b_img_b">„Denken wir uns“</a> bei amazon beglückt Gernhardt-Fans nochmal anrührend damit, wie sehr er bei ihnen war. Er</p>
<blockquote><p>...lädt den Leser noch einmal in die von ihm ver- und bedichtete Welt ein: in den verschatteten Lesesaal einer toskanischen Abtei nahe Montaio, ans Weltgericht, vor dem Norbert Gamsbart Rede und Antwort stehen muss, in Jan Vermeers Atelier nach Delft und immer wieder in die Mainmetropole, in die Runde dreier Freunde, die sich mit "Geschichtsrosinen aus dem Lebenskuchen" zu überbieten versuchen. Vor allem aber ist dieser Band eine letzte Hommage des Dichters an seine Leser: "Denken wir uns euch, das Salz der Erde nicht nur, sondern den Dünger jedweder Kunst. An wen wollten wir uns denn wenden, wenn es euch nicht gäbe?"</p></blockquote>
<p><a href="http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&#38;xid=2264&#38;kapitel=6&#38;cHash=e1a9ad652b2#gb_found"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/12/gernhardt-erkaltete-negerinnegerin.jpg" alt="Ringelnatz’s Erkältete Negerin" align="right" hspace="8" width="200" /></a>Und ich, ich würde sonstwas darum geben, wenn sich mir die Gelegenheit zum „Tod-Lachen“ böte. Nana, keine Panik – so titelt die FR-online zur <a href="http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?sid=48fcc5ef50e15087678a8b84460ba35c&#38;em_cnt=1257572">Ausstellung</a>  "Robert Gernhardt - die letzten Bilder", die heute passend zu diesem Tag im Historischen Museum in Frankfurt eröffnet wird und dort bis zum 2. März 2008 zu sehen ist. Dieses Date mit seinen Zeichnungen und Versen – ich bin sicher, es wird für viele ein Lachen unter Tränen sein:</p>
<blockquote><p>Im Schatten der von mir gepflanzten Pinien<br />
will ich den letzten Gast, den Tod, erwarten:<br />
"Komm, tritt getrost in den besagten Garten<br />
ich kann es nur begrüßen, daß die Linien<br />
sich unser beider Wege endlich scheiden.<br />
Das Leben spielte mit gezinkten Karten.<br />
Ein solcher Gegner lehrte selbst die Harten:<br />
Erleben, das meint eigentlich Erleiden."</p>
<p>Da sprach der Tod: "Ich wollt' mich grad entfernen.<br />
Du schienst so glücklich unter deinen Bäumen,<br />
daß ich mir dachte: Laß ihn weiterleben.<br />
Sonst nehm ich nur. Dem will ich etwas geben.<br />
Dein Jammer riß mich jäh aus meinen Träumen.<br />
Nun sollst du das Ersterben kennenlernen."</p></blockquote>
<p>Heute wäre Robert Gernhardt 70 Jahre alt geworden...</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Die-Wahrheit-%C3%BCber-Arnold-Hau/dp/3596132304"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/12/gernhardt-sw-wide.jpg" alt="Hau’s Vater" vspace="8" width="520" /></a></p>
<p><i>Bilder: Robert Gernhardt: Selbstporträt via <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20060702104526">Christian Y. Schmidt, Riesenmaschine</a>; R. Gernhardt: Heine? - Das weiß Gott alleine! via <a href="http://www.wdr.de/themen/kultur/literatur/heine_heinrich/gernhardt_interview.jhtml">wdr.de</a>; R. Gernhardt: Grafik zu J. Ringelnatz' Abendgebet einer erkälteten Negerin, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/deed.de">Creative Commons</a>.</i></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kalenderblatt: Marina Zwetajewa]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/2007/09/02/kalenderblatt/</link>
<pubDate>Sun, 02 Sep 2007 21:58:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
<guid>http://hegewald.wordpress.com/2007/09/02/kalenderblatt/</guid>
<description><![CDATA[„Wenn ich nicht liebe, bin ich nicht ich selbst&#8230; Ich bin so wenig ich selbst&#8230;“
Ihr v]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/Liebesgedichte-Marina-Zwetajewa/dp/325030008X"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/09/lockiges-hexenmadchen.jpg" alt="Hexenpoesie" hspace="8" width="140" align="left" /></a><strong><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">„Wenn ich nicht liebe, bin ich nicht ich selbst... Ich bin so wenig ich selbst...“</span></strong></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:small;"><em><span style="font-family:Arial;">Ihr verzeiht mir doch, wenn die alte Slawistin mit ihrem verkramten Hang zur russischen Poesie sich in mir regt – <a href="http://www.aktuell.ru/russland/lexikon/kalenderblatt/russland_geschichte_zwetajewa_begeht_selbstmord_233.html">an einem Tag</a> wie diesem...? Die Hex' gibt sich auch Mühe, nicht allzu missionarisch rüberzukommen.</span></em></span></p>
<blockquote><p><span style="font-family:Arial;font-size:small;">Ты меня никогда не прогонишь:<br />
Не отталкивают весну!<br />
Ты меня и перстом не тронешь:<br />
Слишком нежно пою ко сну!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:small;">Ты меня никогда не ославишь:<br />
Мое имя – вода для уст!<br />
Ты меня никогда не оставишь:<br />
Дверь открыта, и дом твой – пуст!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:small;"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/09/cvetaeva.gif" alt="Marina Zwetajewa" hspace="8" width="150" align="left" /></span></p>
<p align="right"><span style="font-family:Arial;font-size:small;">Du wirst es nicht schaffen, mich zu verjagen:<br />
Den Frühling zu bannen, hat keiner geschafft!<br />
Mich anzufassen, wirst du nicht wagen:<br />
Viel zu zärtlich sing ich im Schlaf!</span></p>
<p align="right"><span style="font-family:Arial;font-size:small;">Du schaffst es auch nicht, mich in Worte zu fassen:<br />
Mein Name ist Wasser den Lippen - und aus!<br />
Du wirst es nicht schaffen, mich zu verlassen:<br />
Die Tür ist geöffnet - und leer ist dein Haus!</span></p>
<p align="right"><span style="font-family:Arial;font-size:small;"><em>(Marina Zwetajewa)</em></span></p>
</blockquote>
<p><span style="font-family:Arial;">Wenn es hier bei uns um die Kenntnis russischer schöner Literatur geht, fallen schnell die Namen Tschechow, Puschkin und Tolstoi. Einer schindet Eindruck mit der vollendeten Lektüre von Dostojewskis "Schuld und Sühne", ein anderer damit, dass er ein paar von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Alexandrowitsch_Blok">Alexander Bloks</a> <a href="http://home.arcor.de/berick/illeguan/blok1.htm">"Versen an die schöne Dame"</a> deklamieren kann.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:small;"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/09/marina-portrat-ov.jpg" alt="Schönheit und Leidenschaft" hspace="8" width="220" align="right" /></span><span style="font-family:Arial;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marina_Zwetajewa">Marina Zwetajewa (1892-1941)</a> dagegen ist in Deutschland wohl immer noch eher Insidern bekannt, obwohl sie getrost zu den größten Dichterinnen des zwanzigsten Jahrhunderts gezählt werden darf. In ihrer Heimat, der sie jahrzehntelang im Exil fernbleiben musste, wird sie von Millionen gelesen, verehrt und geliebt. Sie haben ihre <a href="http://www.museum.ru/N31646">Gedichte vertont</a>, haben Straßen nach ihr benannt, ihr <a href="http://cvetaeva.ru/">Museen</a> eingerichtet, haben ihr <a href="http://www.svobodanews.ru/Article/2006/10/13/20061013143252037.html">Denkmäler</a> gebaut, <a href="http://www.epochtimes.ru/content/view/9002/6/">Bilder</a> von ihr gemalt und <a href="http://tvzone.city.tomsk.net/vdv.htm">Filme</a> über sie gedreht...</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.moskau.ru/moskau/sehenswert/museum/marina_zwetajewa_museum_radikal_bis_in_den_tod_19.html">Marina</a> wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Sie wurde ein wildes Mädchen, eine exzentrische und leidenschaftliche Frau, eine liebende Mutter. Und sie trug ein schweres Schicksal, geprägt von Emigration, von Ächtung ihrer Kunst und Person durch die Stalindiktatur, in Verfolgung, Armut und Isolation.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Die Poesie der Dichter des russischen Symbolismus, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Bely">Andrej Bely</a> und Alexander Blok, faszinierte sie und beeinflusste ihre eigenen frühen Werke. Aus Liebe heiratete sie 1912 sehr jung den noch jüngeren Offizierskadetten und späteren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Armee">Weißen</a> Offizier Sergej Efron, dem sie nach den Wirren der Oktoberrevolution 1922 ins Exil folgte, zuerst nach Berlin, dann nach Prag und Paris. In Berlin veröffentlichte sie ihre Gedichtsammlungen, so die "Trennung" (Разлука) und "Gedichte an Blok" (Стихи к Блоку).</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Die Liebe zu ihrem Mann hielt dieses lebenshungrige, extrovertierte Wesen nicht von stürmischen Affären mit anderen Männern ab. <a href="http://home.arcor.de/berick/illeguan/mandel3.htm">Einer</a> von ihnen war der <a href="http://home.arcor.de/berick/illeguan/mandel1.htm">Vollblutpoet</a> <a href="http://www.zeit.de/2003/40/SM-Mandelstam">Ossip Mandelstam</a>; die Begegnung mit Rainer Maria Rilke, dem sie sehr nahe stand, fand nicht mehr statt, da er kurz vorher starb. Und die heftige Romanze in Prag mit einem Freund ihres ansonsten sehr nachsichtigen Gatten beendete sie, um ihre Ehe zu retten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:small;"><a href="http://a88.narod.ru/ars01.htm"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/09/a-tarkowskij.jpg" alt="Marinas letzte Liebe" hspace="8" width="180" align="left" /></a></span><span style="font-family:Arial;">Ihre <a href="http://gazeta.aif.ru/online/superstar/41/07_01">'letzte Liebe'</a> (so nannte es der Drehbuchautor eines Dokumentarfilms über sie) war der Dichter Arsenij Tarkowskij, Vater des späteren bekannten Filmregisseurs <a href="http://www.tag.wtal.de/Programm/Namen/AndrejTarkowskij.htm">Andrej Tarkowskij</a>. In der für Marina so schweren Zeit, in der Mann und Tochter in Stalins Kerkern saßen, sie um beider Leben bangte und sich mit ihrem Sohn mühsam allein durchs Leben schlug, wuchs eine innige Freundschaft zwischen ihr und diesem um Jahre jüngeren talentierten Poeten. Sie zerbrach... an ein paar Versen des Freundes, die ungewollt die emotionale und sensible Zwetajewa tief in ihrem Stolz verletzten. Darüber schrieb sie ihr letztes Gedicht:</span><br />
<img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/09/eines-der-letzten-von-m.jpg" alt="Marina auf einem der letzten Fotos" hspace="8" width="170" align="right" /></p>
<blockquote><p><span style="font-family:Arial;">* * *<br />
"Ich hab den Tisch gedeckt für sechs..."</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Dein Vers, ich wiederhol ihn, – stets<br />
Muss ich ein Wort darin berichtgen:<br />
– »Ich hab den Tisch gedeckt für sechs«...<br />
Du hast einen vergessen – den Siebten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Zu sechst kennt ihr die Freude nicht.<br />
Regen strömt über Gesichter...<br />
Wie konntest du an solchem Tisch<br />
Den Siebten vergessen – die Siebte...</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Deine Gäste sind nicht froh,<br />
Und die Kristallkaraffe kreist nicht.<br />
Traurig sind sie, du – sowieso,<br />
Die man nicht einlud ist's – am meisten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Nicht froh, und es wird auch nicht heller.<br />
Ach! lasst das Trinken und das Essen.<br />
– Wie konntest du so sorglos zählen?<br />
Wie konntest du die Zahl nicht treffen?</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Wie kannst, wie wagst du's nicht zu sehn,<br />
Dass sechs (zwei Brüder, und du selbst –<br />
Der Dritte – mit Vater, Mutter, Frau daneben)<br />
Macht sieben – solang ich auf der Welt!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Du hast den Tisch gedeckt für sechs,<br />
Doch gibt's auf dieser Welt noch eine.<br />
Wie auf dem Feld der Vogelschreck,<br />
Will ich's Gespenst sein – mit den deinen,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">(Mit meinen)...<br />
Schüchtern wie ein Dieb,<br />
– Nicht eine Seele zu betrüben! –<br />
Am Plätzchen, das man mir nicht ließ,<br />
Sitz ich, die man nicht rief, die Siebte!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Hopp! – hab ein Glas verschüttet! und<br />
Was ich vergießen gewollt, das viele: –<br />
Das Salz der Augen, das Blut der Wunden –<br />
Läuft vom Tischtuch auf die Dielen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Kein Abschied – nein! kein Sarg im Saal!<br />
Den Tisch zu entzaubern, das Haus zu wecken.<br />
Wie der Tod – zum Hochzeitsmahl,<br />
Bin ich das Leben, und komme zum Essen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:small;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=E1oruiCR_Rs"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/09/birken-aufm-gleis.jpg" alt="“Nie war sie hilflos,doch immer - wehrlos…”" hspace="8" width="260" align="right" /></a></span><span style="font-family:Arial;">... Bist mir nicht Bruder, Sohn, nicht Mann,<br />
Kein Freund – und doch werf ich dir vor:<br />
– Die Sechs bei Tisch sind Seelen nur,<br />
Wenn sich für mich kein Plätzchen fand.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">6. März 1941</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family:Arial;">Marinas Sohn Georgij Efron, der 1944 neunzehnjährig in seinem ersten Fronteinsatz des Vaterländischen Krieges fiel, hat in seinen <a href="http://stabikat.sbb.spk-berlin.de:8080/DB=1/SET=1/TTL=11/SHW?FRST=11">Tagebüchern </a>viel über <a href="http://tvzone.city.tomsk.net/sonya/s_efron.htm">seine Mutter</a> festgehalten. Was von ihnen erhalten geblieben ist, wurde 2004 <a href="http://www.lebed.com/2005/art4033.htm">bei "Vagrius"</a> erstmals in einer Auflage von 3000 Exemplaren herausgegeben – ich fand nur <a href="http://www.ng.ru/saturday/2004-04-16/15_efron.html">diese Vorveröffentlichung</a>, selbstredend auf Russisch...</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Marina Zwetajewa. Sie war eine wilde Rose – und eine starke Frau. Und doch nicht stark genug. Am 31. August 1941 setzte sie ihrem Leben ein Ende. Und heute vor 66 Jahren wurde sie auf dem Friedhof im tatarischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jelabuga">Jelabuga</a> (das ohne sie ein namenloser Ort in Russlands Weiten geblieben wäre) begraben – oder sollte man sagen: verscharrt? - denn ihr Grab ist bis heute unbekannt...</span><br />
<a href="http://www.specmagazin.ru/product_info.php/cPath/28/products_id/53"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/09/gedichtband-zwetajewa.jpg" alt="«И может быть, на мой закат печальный блеснет любовь улыбкою прощальной» (Пушкин)" vspace="10" width="280" align="middle" /></a><br />
<span style="font-family:Arial;"><a href="http://home.arcor.de/berick/illeguan/cvetaeva1.htm">Ihre Poesie</a> aber bewegt <a href="http://russianlegacy.com/russian_culture/poetry/tsvetaeva.htm">nicht nur</a> die <a href="http://www.akniga.ru/Audiobook2483.html?order=-2000000">Russen</a> – bis heute.</span></p>
<p><em><strong>Edit 8. September 2007:</strong> Jetzt erst gelesen: Der kleine <a href="http://www.youtube.com/watch?v=E1oruiCR_Rs">Youtube-Film</a> mit Bildern und Liedern zu den Gedichten von Marina Zwetajewa, den ich unter dem Bild mit den Birken verlinkt habe, stammt von einem jungen Mädchen, Soja. Sie hat ihn im November 2001 als Literaturarbeit für die Schule gemacht, die Verse selbst eingesprochen. Besonders berührt mich daran, dass der Film in seiner Art und Stimmung zu Sojas Vermächtnis geworden ist - denn kurz danach, im Januar 2002, ist sie gestorben...</em></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Uns bleiben „Neue Leiden“ und eine Legende ]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/2007/08/09/uns-bleiben-%e2%80%9eneue-leiden%e2%80%9c-und-eine-legende/</link>
<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 22:10:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
<guid>http://hegewald.wordpress.com/2007/08/09/uns-bleiben-%e2%80%9eneue-leiden%e2%80%9c-und-eine-legende/</guid>
<description><![CDATA[Im Osten müssen noch heute viele seinen Namen nicht googeln noch nachschlagen. Denn wer kannte ihn ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID7262308_REF5,00.html"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/08/u-plenzdorf.jpg" alt="Ulrich Plenzdorf 2004" align="left" hspace="8" width="220" /></a>Im Osten müssen noch heute viele seinen Namen nicht googeln noch nachschlagen. Denn wer kannte ihn nicht: den 'Vater' von Edgar Wibeau, mit dessen <a href="http://www.amazon.de/Die-neuen-Leiden-jungen-W/dp/3518368001">„Neuen Leiden des jungen W.“</a> er auch im Westen berühmt wurde. Den Autor der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Legende_von_Paul_und_Paula">Legende vom Glück ohne Ende</a> - der <a href="http://www.amazon.de/Die-Legende-Paul-Paula-NTSC/dp/B00006FMFK">Film</a> um Paul und Paula ist immer noch und schon wieder bekannt und geliebt. Und als ich ihn vor ein paar Wochen anlässlich eines nach mir geworfenen <a href="http://hegewald.wordpress.com/2007/06/30/am-stoeckchen-ins-kino/">Filmstöckchens</a> besungen habe, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass dies so schnell den Hauch eines Nachrufs bekommen würde...</p>
<p><a href="http://www.welt.de/welt_print/article1094891/Pop-Autor_und_Preusse.html">Ulrich Plenzdorf</a> ist <a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID7262308_REF5,00.html">heute</a> im Alter von 72 Jahren <a href="http://www.tagesschau.de/video/0,1315,OID7265904_RES_BAB,00.html">gestorben</a>.</p>
<p>Lasst uns ihm ein Abschiedslied singen – mit den <a href="http://www.puhdys.com/index.php">Puhdys</a>, der Band, die <a href="http://www.discogs.com/release/400897">zusammen</a> mit <a href="http://de.youtube.com/watch?v=waIfMlKXBf8">Paul und Paula</a> Kult wurde. Den Text dafür hat Plenzdorf (sich) selbst geschrieben: <a href="http://stlyrics.com/songs/p/puhdys7222/wenneinmenschlebt265153.html">„Wenn ein Mensch lebt“</a>.<br />
<a href="http://de.youtube.com/watch?v=gJOmd_0CFM4">Haut rein</a>, Jungs!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein irrer Duft von frischem Heu]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/2007/07/29/ein-irrer-duft-von-frischem-heu/</link>
<pubDate>Sun, 29 Jul 2007 09:20:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
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<description><![CDATA[ &#8230;hangelt sich aus dem üppig sommergrünen Hofkarree an dreißig Metern Betonfassade nach obe]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=3VPHeYKLVfU"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/wiese-im-hof-form.jpg" alt="Wiese vorm Hexenhaus" align="left" hspace="8" vspace="8" width="220" /></a> ...hangelt sich aus dem üppig sommergrünen Hofkarree an dreißig Metern Betonfassade nach oben - die Stadtgärtner haben gemäht. Es ist Zufall, dass ich gerade heute da mitten hinein stolpere; durch den Hinterausgang ist im akuten Fall eine Abkürzung. Ich liebe unseren  stillen, schattigen Innenhof mit seinen rankenüberwucherten Pergolen, unter die sich hier und da ein idyllisches Rentnerbankerl duckt. Auf der großen Wiese liegen bemooste Steine und blankgesessene Baumstämme verstreut – dereinst ein Trick der Gartenarchitekten, um den Rasen vor den Fußballspielern zu retten. Die haben sie dann mit dem Bolzplatz hinter der Hecke versöhnt.</p>
<p>Ich kann nicht widerstehen, streife die Schuhe ab und wate durch die kühlen Grasschwaden auf dem frisch rasierten Grün. Ihr Geruch kitzelt verführerisch in der Nase. Und erinnert mich an die Sommer meiner Kindheit in Großmutters Garten...</p>
<p><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/barfuss_uber-blumenwiese-form-sonn.jpg" alt="Ohne Schuh’ durchs Gras" align="left" hspace="8" width="220" />Dort durfte die Wiese wild wachsen; das Gras war so hoch und verfilzt, dass wir uns darin verstecken konnten. Mein Lieblingsplatz war unter dem knorrigen Apfelbaum, dessen Äste auf der einen Seite bis zum Boden reichten und ein Laubdach abgaben. Die hohen Halme darunter wurden im Halbrund zu einem Nest geflochten. In dem konnte ich ganze Tage lang auf dem Bauch liegen, mit einem Stapel Bücher neben mir und einem Körbchen Kirschen oder Beeren, die einem eh fast in den Mund wuchsen.</p>
<p>Draußen mähten die Bauern das Gras <a href="http://portal.1und1.de/de/themen/lifestyle/leben/aktiv/4025138-Basken-siegen-bei-Meisterschaften-im-Sensenmaehen.html">mit der Sense</a>, man hörte das Zirpen der Grillen und nur ab und zu das Pfeifen des Wetzsteins, wenn die Mäher mit flinken, gleichmäßigen Bewegungen die Schneide schärften. Um dann bedächtigen Fußes weiterzuschreiten ... Manchmal mussten wir mit hinaus zum Heuwenden: mit den großen hölzernen Rechen kehrten wir in langen Bahnen immer wieder das Unterste zu oberst und der weiche Armschwung wurde zur Routine. Und wenn ein Gewitter kam, hieß es alles in Windeseile schobern. Am schönsten war dann die Fahrt hoch oben auf dem beladenen Heuwagen – mitten in einer Wolke irren Dufts von frischem Heu...</p>
<p>Hach, genug geschwelgt. Und was man später noch so im Heu gemacht hat, ist schon wieder 'ne neue Geschichte. ;)</p>
<p align="center"> *</p>
<p> Der Titel ist übrigens <strike>geklaut</strike> geborgt, also entliehen sozusagen – bei <a href="http://www.film-zeit.de/home.php?action=result&#38;sub=person&#38;info=long&#38;person_id=5856">Rudi Strahl</a>, einem der beliebtesten und erfolgreichsten Theater- und Filmautoren des Ostens. Seine Komödie <a href="http://www.herner-netz.de/Duft-140906/duft-140906.html">"Ein irrer Duft von frischem Heu"</a>, 1975 im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maxim-Gorki-Theater">Maxim</a>-Gorki-<a href="http://www.gorki.de/">Theater</a> uraufgeführt und permanent ausverkauft, war wohl das einzige Stück, das auch bei diversen (14) Theatern im Westen lange auf dem Spielplan stand. Sie wurde späterhin auch als Film in DDR-Starbesetzung zum Renner. Man könnte sie beinahe eine Ost-Version von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Don_Camillo_und_Peppone">„Don Camillo und Peppone“</a> nennen. Ei, und wer hätte das gedacht, der Film wird <a href="http://www.kleines-kino.de/Anzeige.php?id=202">dieses Jahr</a> in <a href="http://www.kinowoche.de/filme/506/82f398728d1815595f7e368eff840d87/">verschiedenen 'Sommerkinos'</a> wieder mal gezeigt.</p>
<p><a href="http://www.ddr-hoerspiele.net/lp/eine-zaertliche-stimme.html"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/rudi-strahl-portrat.jpg" alt="Rudi Strahl" align="left" hspace="8" vspace="8" width="150" /></a><a href="http://www.filmevona-z.de/filmsuche.cfm?sucheNach=personNr&#38;wert=28682">Rudi Strahl</a> galt neben dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hacks">"Salonbolschewisten"</a> <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/492535?_dossierhead=true">Peter Hacks</a> als <strong>der</strong> Komödienautor der DDR. Seine Stücke erlebten damals über 560 Inszenierungen. Dazu kamen die Drehbücher zu mehr als 40 Kino- und Fernsehfilmen. Seine Werke waren etwas für diejenigen, die Satire und Kritik zwischen den Zeilen lesen, respektive hinter die scheinbar reinen Unterhaltungsszenen sehen konnten. Und wenn auch spät, ereilte ihn denn am Ende doch ebenfalls das Aufführungsverbot: seine Militär-Komödie <a href="http://www.freitag.de/2001/21/01211702.php">„Das Blaue vom Himmel“</a> wurde 1985 an der (Ost-) Berliner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volksb%C3%BChne_Berlin">Volksbühne</a> kurz vor der Premiere abgesetzt und im Westen, in Osnabrück, uraufgeführt. Denn dass auf einmal die Himmlischen Heerscharen das Sagen haben, konnte man ihm wohl zu Hause nicht durchgehen lassen.</p>
<p>Sein Stern sank – zumindest teilweise zu Unrecht – nach der Wiedervereinigung. Er arbeitete noch für das gesamtdeutsche Fernsehen (<a href="http://www.filmportal.de/df/a9/Credits,,,,,print,,,EA43D4A710BE5006E03053D50B37753D,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html">"Ein Kerl wie Samt und Seide"</a> 1991) und schrieb das Drehbuch für das Ostsee-Freiluftspektakel <a href="http://www.stoertebeker.de/">"Störtebeker"</a>. 2001 starb er, kurz vor seinem 70. Geburtstag, in Berlin an Krebs.</p>
<p>Ich für meinen Teil mag auch den <a href="http://www.ddr-hoerspiele.net/lp/eine-zaertliche-stimme.html">Dichter Rudi Strahl</a>. Denn seine Verse atmen ach so Menschliches, feingesponnene (Selbst)Ironie und – Reale Poesie. Wie dieses hier:</p>
<blockquote><p><em><strong>Manchmal</strong></em></p>
<p>Manchmal möchte man, auf Brücken stehend,<br />
froh ins Wasser spucken wie als Kind;<br />
doch weil Leute dort zu sehen sind,<br />
schluckt man´s ´runter, mürrisch weitergehend.</p>
<p>Manchmal möchte man zu jemand sagen:<br />
»O mein Engel, du - ich liebe dich!«<br />
Doch man zögert und verkneift es sich<br />
und spricht über kulturelle Fragen.</p>
<p>Manchmal möchte man vor Kummer flennen,<br />
manchmal möchte man vor Freude schrein -<br />
doch dann schämt man sich. Und läßt es sein.<br />
Und besäuft sich höchstens. Und geht pennen.</p></blockquote>
<p>Ach ja... vielleicht braucht man ja deshalb - manchmal! - diesen... irren Duft von frischem Heu...?</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=DeKDswBF88c&#38;mode=related&#38;search="><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/sommerwiese_gras-vor-der-nase.jpg" alt="…und es wird noch heißer…" height="250" vspace="8" width="550" /></a></p>
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</item>
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<title><![CDATA[Mojim Druzjam (Für meine Freunde)]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/2007/07/08/mojim-druzjam-fur-meine-freunde/</link>
<pubDate>Sun, 08 Jul 2007 00:34:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
<guid>http://hegewald.wordpress.com/2007/07/08/mojim-druzjam-fur-meine-freunde/</guid>
<description><![CDATA[Der dritte Sommer: In memoriam Viktor
Am trüben Morgen dieses unendlich grauen Tages im Mai haben s]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Der dritte Sommer: In memoriam Viktor</strong></em></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=43gyJWDjOO4&#38;mode=related&#38;search="><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/am-boden-hockend-einsam-bearb.jpg" alt="Er fehlt" align="left" hspace="8" width="270" /></a>Am trüben Morgen dieses unendlich grauen Tages im Mai haben sie ihn gefunden. Gerade zwanzig geworden. Erlegen, unterlegen dem tückischen Kitzel, sein Leben aufzuspritzen. Ein einziges Mal...</p>
<p align="center">*</p>
<p>Seitdem kriecht dieses unendliche Grau manchmal zwischen sie und macht sie still. Nicht für lange, denn sie sind jung und das Leben ist stärker als die dumpfe Traurigkeit, die nach den Tränen kam - um den Freund, der fehlt. Langsam weichen sie, die lähmende Sprachlosigkeit und der Schmerz des schleppenden Begreifens. Sie tauchen aus ihm herauf, stehen wieder am Ufer, fast wie früher...</p>
<p>Katja ist endlich wiedergekommen, heute, zum ersten Mal ohne ihn, der zu ihr gehörte. Als sie an der offenen Tür des Klubraums vorbei geht, verstummen sie drinnen. Nur ein zaghaftes "Hallo Katinka" weht ihr verloren hinterher. Sie kommt auf mich zu, lehnt wortlos ihren Kopf an meine Wange. Ich bin froh darüber, auch, weil ich so den Blick ihrer großen, dunklen Augen nicht ertragen muss, die immer noch verzweifelt nach dem Warum fragen, mir das quälende Gefühl geben, versagt und etwas wichtiges nicht getan zu haben.</p>
<p>Jede hört den Atem und das Schlucken der anderen, das weh tut im Hals, weh tut, wie das Schweigen. Als ich sie auf meinen Schoß ziehe, ganz nah zu mir, strömen endlich die Worte hervor, herüber und hinüber, unaufhaltsam jetzt, flüsternd, hastig, schluchzend...lächelnd...in der vertrauten Muttersprache - manches geht nur so zu sagen. Über den Jungen mit der russischen Seele. Wie er war, wovon er träumte, was von ihm bleibt.<br />
Es befreit, ist wie das Aufwachen aus einer dunklen Betäubung...</p>
<p><a href="http://www.galerierouge.com/g_nesvadba_bio.html"><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/nesvadba_g_getreidefeld-mit-blumen-und-weg-gemalde.jpg" alt="…und die schweren Wogen der Kornfelder" height="240" vspace="8" width="550" /></a><br />
<em>Bild: G. Nesvadba</em></p>
<p>Viktor – der Sturkopf, der Rebell und Poet. So stark und so verletzlich war er: ein junger Baum, entwurzelt, ungefragt in fremde Erde verpflanzt, gegen die er sich wehrte. Ebenso wie gegen die Hoffnung der Familie, im Land ihrer Vorfahren das Glück zu finden. Wie gegen die Menschen, deren Sprache er nicht verstand und bei denen er sich nicht willkommen fühlte, es bei vielen wohl auch nicht war. Erst hilflos, dann trotzig und stolz kehrte er störrisch den <em>R u s s e n</em> hervor, den sie in ihm sahen, forderte sie heraus, durch jede Geste, durch Flüche von slawischem Klang. Er verweigerte sich ihrem ihm so fremden Leben, zog mit seinen Gefährten durch ihre Straßen und zerschlug ihre kleine enge Welt in klirrende Scherben.</p>
<p><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/russholzfenster-mit-resba-form.jpg" alt="…mit den verwitterten Schnitzereien der Holzrahmen…" align="left" height="160" hspace="8" width="140" />Am schönsten waren die Tage, in denen er jeden Sommer zurück war in der altvertrauten Weite fern im Osten. In dem kleinen Dorf mit der ungepflasterten Straße, die er mit dem Rad und den Freunden entlang jagte, hinein in die stillen Wiesentäler und die schweren Wogen der Kornfelder. Zum morschen Steg am sommerträgen Fluss mit seinen grünen Buchten oder ins nahe Städtchen. Dort kannte er alles: die hingeduckten Häuser mit den verwitterten Schnitzereien der Holzrahmen <img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/hamburg-russische-kirche-farbausschn.jpg" alt="…und den dünnen Ton seiner Glocke" align="right" hspace="8" vspace="8" width="200" />und die bunten Kopftücher der Marktfrauen am Bahnhof, an dem nur ein einziges Gleis vorbeiführt. Er liebte das Zwiebeltürmchen der kleinen weißen Kirche und den dünnen Ton seiner Glocke. Dort war er glücklich. Von dort kehrte er zurück, bis unter die Haarwurzeln angefüllt mit Melodien und Versen, die er und seine Gitarre uns hören ließen, mal schwermütig und traurig, wie die Erinnerung an die Heimat, mal voller Unruhe, Wildheit und Aufbegehren.</p>
<p>Doch seit kurzem waren da andere Töne und Worte, leise noch und fragend, zweifelnd und lauschend, doch immer wacher und klarer. Die Zeit drehte sich um: quälende Tage schrumpften zu dürstend suchenden Stunden, winzige Augenblicke wuchsen dem entgegen, was gelebt werden wollte.</p>
<p>Da gab es ein Mädchen, dem er zärtliche kleine Gedichte schrieb, das den Trotz und die Härte aus seinem Gesicht wischte und ihm von ihrem Lächeln abgab. Und da waren endlich Freunde, die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0j4ElOq89Ss&#38;mode=related&#38;search=">ihn mochten, wie er war</a>, die seine Träume verstanden und sein Herz tragen halfen.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=ATuzUY2YlbA&#38;mode=related&#38;search="><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/broken_guitar.jpg" alt="Broken Guitar… seine" align="left" hspace="8" vspace="8" width="310" /></a>In diesem Sommer wollte er hier bleiben, wollte endlich anfangen, einen neuen Traum zu leben, wollte seine Leidenschaft, an schnellen Wagen zu schrauben, zum Beruf machen. Der Vertrag war schon unterschrieben. Er machte sich bereit, hier daheim zu sein. Und sein Name begann, ihm recht zu geben: Viktor - der Sieger. Auch über sich selbst... beinahe...</p>
<p align="center">*</p>
<p>Es dämmert schon. Sie stürmen herein: "Katja...Katjuscha, v Sadik... in den Garten, komm!" Sie fassen sie bei den Händen und ziehen sie mit sich. Viel später folge ich ihnen. Da sitzen sie, auf den Steinen am Feuer, die Saiten der Gitarre klingen leise. Es ist eines seiner Lieblingslieder, <a href="http://www.vladimir-vysotsky.de/">Wyssotskijs</a> "Mojim Druzjam". Und ich weiß, er ist dort, unter ihnen...</p>
<p>Und sie wissen es auch.<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=NNQcfXETIVA&#38;mode=related&#38;search="><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/07/tauben-fliegen-auf-header.jpg" alt="Sie fliegen auf - miteinander" height="180" vspace="8" width="550" /></a><br />
<em>P.S. Der Text ist schon etwas älter und auch schon einmal veröffentlicht, woanders. Doch es ist wieder ein Sommer. Der dritte...<br />
P.P.S. Das "Mojim Druzjam"-Lied ließ sich leider nirgends auftreiben. Ich selber habe es auch nur in der vinylenen Version. Aber die vier verlinkten Songs passen zum Teil auch ganz gut. Und für Interessenten könnte ich den einen oder anderen Text auch übersetzen...</em></p>
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</item>
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<title><![CDATA[Meez, meez, meez...]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/2007/05/06/meez-meez-meez/</link>
<pubDate>Sun, 06 May 2007 21:00:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
<guid>http://hegewald.wordpress.com/2007/05/06/meez-meez-meez/</guid>
<description><![CDATA[Hexi mal anders

Und zwar ganz ohne ihre sonstigen Utensilien wie Digicam oder Hexenbesen. Eine Katz]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Hexi mal anders<br />
</strong></em></p>
<p>Und zwar ganz ohne ihre sonstigen Utensilien wie Digicam oder Hexenbesen. Eine Katze hat sie auch nicht... und eigentlich viel zu viele wichtige Dinge zu tun, die allerdings längst nicht so witzig und kurzweilig sind. Außerdem ist Arbeit - zumal am Sonntag - nur das halbe Leben, wenn überhaupt. Deshalb heute die  <a href="http://www.meez.com/">hier</a> selbst gebastelte ultimative und alternative Gegendarstellung zu sämtlichen fotografischen Versuchen an der Hex', dazu so recht sommerbarfüßig:</p>
<p><img src="http://hegewald.files.wordpress.com/2007/05/meezanimatedbodyshot300x400.gif" alt="Hexi malanders" align="left" hspace="10" vspace="10" /> Der extra-romantelige Look ist Absicht und eine Absage an aktuelle Fashion-Trends - man weiß schließlich, was man sich als Hexe schuldig ist: Zeitlosigkeit. ;-) Im Ernstfall könnte man auch noch eine kleine Wochenendmelancholie dafür verantwortlich machen.</p>
<p>Und sogar die Blümelein - selbst gepflückt -  haben einen Grund: <a href="http://www.amazon.de/Red-Roses-Me-Pogues/dp/B0006957RQ">Red Roses for</a>... you, <a href="http://ismaels.wordpress.com/">Wolf</a>. Und alles Liebe zum Geburtstag, Bordkamerad. Blaue Blumen hatten sie leider nicht in dem <a href="http://www.meez.com/">Saftladen</a>. Dafür darfst du dir noch ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0P8Axizjn2k">Ständchen</a> <a href="http://www.oldielyrics.com/lyrics/enya/evening_falls.html">aussuchen</a>, je nach <a href="http://www.youtube.com/watch?v=UwFtp2ybOhw&#38;NR=1">Stimmung</a>. Btw: ich kann auch <a href="http://www.lyricsfreak.com/t/tom+waits/tom+trauberts+blues_20138945.html">Walzer tanzen</a>. :-)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[365 x Valentine's]]></title>
<link>http://hegewald.wordpress.com/2007/02/14/365-x-valentines/</link>
<pubDate>Wed, 14 Feb 2007 01:42:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>hochhaushex</dc:creator>
<guid>http://hegewald.wordpress.com/2007/02/14/365-x-valentines/</guid>
<description><![CDATA[Die Meinungen zum Valentinstag driften ja heftigst auseinander, nicht nur hier. Tag der Liebenden od]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die Meinungen zum Valentinstag driften ja heftigst auseinander, nicht nur <a href="http://volkerstruebing.wordpress.com/2007/02/13/morgen-endlich-valentinstag/%3Cbr%3E%3C/a%3E">hier</a>. Tag der Liebenden oder gefundenes Fressen für Werbung und Kommerz? Hm, importiert in unsere Lande wurde er wohl eher aus letzteren Gründen. Und so mancher kann dann schön sein schlechtes Gewissen beruhigen, dass das Feuer im Alltag nur mehr raucht als brennt - mit dem großen Pralinenkasten oder dem Blumenstrunk von der Tanke.</p>
<p>Ich werde mich hüten, hier einen Streit vom Zaun zu brechen – das wäre ja wohl erst recht absurd.</p>
<p>Mein Senf dazu: Feiert ihn oder lasst den seligen St. Valentin ruhen.</p>
<p>Aber: <strong><em>Liebt! </em></strong>Und zwar<strong><em> j e d e n Tag!</em></strong> Und lasst es einander spüren.<br />
Ohne Liebe sind wir arm. --- Und manchmal... ist sie das Einzige, was hilft.</p>
<p align="center">*</p>
<p>Kennt jemand von euch (noch) <a href="http://www.demmlersong.de/index.php">Kurt Demmler</a>, einen der erfolgreichsten und originellsten ostdeutschen Songtexter? Nicht? Na, dagegen muss man doch aus - *hüstel* - gegebenem Anlass etwas tun. Er hat nämlich auch eine Reihe wunderschöner Liebeslieder geschrieben.</p>
<p>Das hier ist eins davon. Und <a href="http://www.amazon.de/Mein-Herz-Muss-Barfuss-Gehen/dp/B00005ALZF/sr=8-3/qid=1171404500/ref=pd_ka_3/303-1971190-8042667?ie=UTF8&#38;s=music%3Cbr%3E%3C/a%3E">hier</a> kann man wenigstens mal reinhören.</p>
<p><em><strong>Jeder Mensch kann jeden lieben</strong></em></p>
<p>Jeder Mensch kann jeden lieben.<br />
Wenige nur wählt er aus.<br />
Warum den und nicht den andern?<br />
Was hat jener dem voraus?</p>
<p><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/02/halt-mich-ro.jpg" alt="Halt mich!" width="260" /></p>
<p>Warum zeigen unsre Augen<br />
nur so selten diesen Glanz,<br />
zittern wir vor der Berührung,<br />
finden wir den andern ganz?</p>
<p>Sind es unbekannte Sender,<br />
die da strahlen und verstehn?<br />
Warum jener nur von diesen?<br />
Was macht den vor andern schön?</p>
<p><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/02/liebe-ist-ro.jpg" alt="Liebe ist…" width="260" /></p>
<p>Gibt es ganz bestimmte Tage,<br />
wo man 'n ersten besten nimmt?<br />
Warum dann und nur den ersten<br />
und wann ist man so gestimmt?</p>
<p>Jeder böse Mensch kann gut sein,<br />
jeder gute Mensch auch schlecht.<br />
Warum weiß man, wen man möchte,<br />
ist uns der vor andern recht?</p>
<p><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/02/was-mir-notig-ist-und-dir-geb-ich-hin-und-hol-ich-mir-ro.jpg" alt="Was mir nötig ist und dir, geb ich hin und hol ich mir…" width="260" /></p>
<p>Einer schaut uns in die Seele,<br />
jeder andre auf die Haut.<br />
Warum macht uns einer leise,<br />
jeder andre nichts als laut?</p>
<p>Eine unbewohnte Insel<br />
barg zwei Menschen aus der Not.<br />
Warum wuchs aus diesem Zufall<br />
eine Liebe bis zum Tod?</p>
<p><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/02/ich-bin-du-und-du-bist-ich-jeder-sucht-im-andern-sich-scha.jpg" alt="Ich bin du und du bist ich - jeder sucht im andern sich…" width="260" /></p>
<p>Fuhr ein andrer lebenslänglich<br />
ungezählte Häfen an,<br />
warum fand er da nicht einen,<br />
dem zutiefst er zugetan?</p>
<p>Jeder Mensch kann jeden lieben.<br />
Manchmal wählt er einen aus,<br />
lädt sich von Millionen diesen<br />
in sein Herz und in sein Haus...</p>
<p><img src="http://hegewald.wordpress.com/files/2007/02/dich-zu-lieben-brauchst-du-mich-mich-zu-lieben-brauch-ich-dich-go.jpg" alt="Dich zu lieben, brauchst du mich, mich zu lieben brauch ich dich…" width="200" /></p>
]]></content:encoded>
</item>

</channel>
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