<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><!-- generator="wordpress.com" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>magnet-club &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/magnet-club/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "magnet-club"</description>
	<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 22:27:11 +0000</pubDate>

	<generator>http://wordpress.com/tags/</generator>
	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Vor dem Auszug aus dem Jahre 2007]]></title>
<link>http://ulisailor.wordpress.com/2007/12/25/vor-dem-auszug-aus-dem-jahre-2007/</link>
<pubDate>Tue, 25 Dec 2007 17:36:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>ulisailor</dc:creator>
<guid>http://ulisailor.wordpress.com/2007/12/25/vor-dem-auszug-aus-dem-jahre-2007/</guid>
<description><![CDATA[Bevor ich mich auf den indischen Subkontinent verkrümel hier noch ein kurzes Update der letzten Ta]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><a href="http://ulisailor.wordpress.com/files/2007/12/atombomb_klein.jpg" title="atombomb_klein.jpg"></a>Bevor ich mich auf den indischen Subkontinent verkrümel hier noch ein kurzes Update der letzten Tage. Freitag haben DJ Superhelikopter feat. The Human Atombomb im King Kong Club aufgelegt. Samstags war schön Bottrops-Konzert im Magnet-Club und Sonntag gabs die Riesenhomecoming-Party im KuBa-Jülich. Ja! Wir hatten Spaß.</p>
<p align="center">Kommt gut raus, kommt gut rein...</p>
<p align="center"> <img src="http://ulisailor.wordpress.com/files/2007/12/atombomb_klein.jpg" alt="atombomb_klein.jpg" /></p>
<p align="center"> Danke King Kong Club Berlin Mitte!</p>
<p align="center"><img src="http://ulisailor.wordpress.com/files/2007/12/bottrops_klein.jpg" alt="bottrops_klein.jpg" /></p>
<p align="center">Danke The Bottrops, danke Kollege!</p>
<p align="center"> <img src="http://ulisailor.wordpress.com/files/2007/12/kuba_klein.jpg" alt="kuba_klein.jpg" /></p>
<p align="center">Danke Simon und Graf Mokkus</p>
<p>Frohes Fest euch allen. Hat Spaß gemacht dieses Jahr, hoffe man liest sich bald mal wieder...</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Aus dem Tagebuch eines Popredakteurs]]></title>
<link>http://messitschbyburns.wordpress.com/2007/12/21/aus-dem-tagebuch-eines-popredakteurs/</link>
<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 00:26:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>messitschbyburns</dc:creator>
<guid>http://messitschbyburns.wordpress.com/2007/12/21/aus-dem-tagebuch-eines-popredakteurs/</guid>
<description><![CDATA[Eintrag vom 08.11.2007, in ganz tiefer Nacht geschrieben.
Liebes Tagebuch,
manchmal habe ich mein Le]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><b>Eintrag vom 08.11.2007, in ganz tiefer Nacht geschrieben.</b></p>
<p><b><i>Liebes Tagebuch,</i></b></p>
<p>manchmal habe ich mein Leben richtig satt. Kennst du dieses miese Gefühl, wenn jemand kommt und dir dein schönstes Spielzeug wegnimmt? Das ist verdammt hart. Aber denk nur, liebes Tagebuch: <b>Heute kam es noch viel dicker.</b> Das glaubst du nicht? <i>*seufz*</i> Ich kann es auch kaum glauben. <i>*ganztraurigseufz* </i>:-(</p>
<p>Weißt du, mein heiß geliebtes Tagebuch, ich bin doch hier derjenige, der checkt, wo vorn ist. Der jeden Trend als Erster wittert oder auch mal  <strike>erfindet</strike> als Zweiter. Ohne mich wüßten unsere depperten Leser bis heute nicht, daß  <b>Visual Kei</b> kein Eyeliner für Bill Kaulitz, sondern die hammerhärteste J-Rock-Sensation ist, die man sich denken kann. Okay, eigentlich ist Visual Kei die sterbenslangweiligste <b>Kinderkacke</b> wo gibt, aber he!, das bleibt unser süßes Geheimnis!!! <i>*smile*</i> :-)))</p>
<p>Ist ja auch gemein, jede Woche die Entdeckung eines neuen Pop-Wunders von mir zu verlangen. Apropos: Wer verlangt das eigentlich von mir? Weißt du es, kleines Tagebuch? :-0</p>
<p>Egal. Manchmal tue ich ja nicht nur so, als würde ich meine Nase in den Wind halten. Dann höre ich wirklich einen dicken fetten Brocken im Anflug und spüre, daß er mit voller Wucht einschlagen wird. <b>The next big thing</b>, wie wir Fachleute sagen. <i>*ROFL*</i></p>
<p>Ach, ich will nicht lügen. In Wahrheit habe ich den Rumms nur einmal gehört. Bei den anderen dicken fetten Brocken mußte ich ein bißchen flunkern. Nein, gestrenges Tagebuch, ich habe nicht gelogen! Ich habe nur geflunkert! Unsere Leser sind simpel gestrickt. Die können sich kaum den Wetterbericht von Gestern merken. Die schnallen doch gar nicht, wenn ich ihnen eine angebliche <b>Next-Big-Thing-Pop-Granate</b> unterschiebe, die eher eine Knallerbse ist. <i>*hihihihi*</i> :-D</p>
<p>Ist aber nicht so schlimm, weil das nennen wir Borderline-Journalismus. Puh, jetzt ist es raus. Das behältst du doch für dich, liebstes Tagebuch, gell???<i> *gggggg*</i></p>
<p>Ich habe den Rumms also nur einmal gehört. Das geschah im Jahr 2005, hier in Berlin. Ich ging in den  <b>Magnet Club</b>. Du weißt schon, dieser winzig kleine Schwitzkasten mit den irren Eintrittspreisen. Wer dort seine Tickets selbst bezahlt, muß ganz schön blöd sein. Ich als Popredakteur stehe Gott sei Dank auf der Gästeliste. Man gönnt sich ja sonst nichts. <i>*kicher*</i></p>
<p><i>(Memo an mich: "Man gönnt sich ja sonst nichts" notieren und im nächsten Halbseiter über J-Rock unterbringen.)</i></p>
<p>Ich stand also im Magnet Club, und was soll ich dir sagen, mein allerliebstes Tagebuch? Ich war hin und weg. Ich glaubte, zu träumen. Ich war Zeuge eines Urknalls. Ich taumelte wie in Trance.</p>
<p>Ich hatte die<b> Zukunft der Rockmusik</b> gesehen, und ihr Name war: <b>Arcade Fire</b>.</p>
<p>Damals, in der guten alten Zeit des Jahres 2005, kannte kein Schwein diese Band. Nur ich und ein paar Leser der <b>Spex</b>. Eine ganz kleine Minderheit. <b>Die Elite sozusagen.</b></p>
<p>Wir waren unter uns. Wir schlossen<b> </b>Arcade Fire in unser Herz und warfen den Schlüssel weg. Wir hüteten unser Geheimnis. Ich schrieb ein paar dürre Zeilen für meine Zeitung, in dem Bewußtsein, daß ich eh' nur Perlen vor die Säue werfe und meine Leser lieber eine CD mit den schönsten <b><a HREF="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0416/feuilleton/0003/index.html">Gitarrensoli von Rick Wakeman</a></b> denn die Schallplatte <b>"Funeral"</b> von Arcade Fire kaufen würden.</p>
<p><i>(Memo an mich: Das Wort  "Schallplatte" notieren und ab jetzt konsequent verwenden. Das zeugt von Traditionsbewußtsein, </i><i>Eigensinn</i><i> und der Ablehnung technologischen Tands.)</i></p>
<p>So verging die Zeit, und ich war rundum glücklich. Bekam ich Besuch, legte ich verschwörerisch "Funeral" auf und wartete scheinbar gelangweilt auf die Frage:<b> "Is'n dit?"</b> Dann nuschelte ich im originalen Montréal-Slang die Worte "Arcade Fire". Das hatte ich lange vor dem Spiegel geübt, mein liebes Tagebuch. Ich kann bis heute prima montréalisch nuscheln.</p>
<p>Prompt erstarrten die Gäste erfurchtsvoll und lauschten den unbekannten Klängen des Ensembles. Das heißt, sie wären ganz bestimmt erstarrt und hätten gelauscht, wenn ich Gäste empfangen würde. <b>Aber mich besucht ja keiner.</b> Ich weiß nicht, warum, mein herzallerliebstes Tagebuch. Weißt du es? <i>*ratlosbin*</i> :-0</p>
<p><i>(Memo an mich: Das Wort “Ensemble” notieren und in Zukunft  an Stelle von "Band" verwenden. Das vergrößert meine intellektuelle Aura.   Nach zehn Artikeln mit "Ensemble"  unsere Sekretärin fragen, ob ich ihr meine Schallplattensammlung zeigen darf.)</i></p>
<p>Zwei Jahre später ... Oh Gott, ich möchte nicht darüber sprechen, mein wundervolles Tagebuch. <b>Aber es muß raus! raus!</b> Sonst ersticke ich! Noch einmal in mein Taschentuch schneuzen ... Danke der Nachfrage, mein gutes Tagebuch, es geht schon wieder.</p>
<p>Zwei Jahre später also spielten Arcade Fire wieder in Berlin. Doch der Ort! <b>Dieser verfluchte Ort!</b> Die Verräter -- ich kann und will es nicht anders nennen, mein grundgütiges Tagebuch -- die Verräter der sogenannten "Band" Arcade Fire konzertierten in der Columbia-Halle! <b>Vor 3.500 Menschen</b>! <i>*vorzornmitdemfußaufstampf*</i> &#62;:-(</p>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_06.jpg" ALT="arcade_fire_06.jpg" /></div>
<p>Ich hätte erwartet, daß die unwissende Meute verständnislos zur Bühne glotzen würde. Wer außer einem Popredakteur sollte schon Arcade Fire kennen, geschweige denn goutieren? Aber ach!</p>
<p><b>Das Publikum sang und tanzte zur Musik — von Beginn an! Es war nicht nur fröhlich, sondern beflügelt, enthusiasmiert! Es feuerte Win Butler an, huldigte Régine Chassagne und feierte tosend jeden einzelnen der zehn Musiker! <b>Die Zuschauer hüpften und sprangen oder hielten einander an den Händen und wiegten sich beseelt im Takt und schmetterten aus tausenden Kehlen wie mit einer einzigen, majestätischen Stimme die heiligen Refrains von Arcade Fire! Sie lachten und scherzten, ihre Augen strahlten, ein jeder war des anderen Freund, der Weltfrieden lag nie näher, und ein Pärchen küßte sich engumschlungen auf den Mund — kurz, es war widerlich!</b></b></p>
<p>Gutes altes Tagebuch, ich bin erledigt. Mein Insiderwissen ist dahin. Der Gedanke an diese Schmach treibt mir die Tränen in die Augen. Wenn ich doch nur sterben könnte! <i>*tränenausdenaugenwisch*</i>  :'-(</p>
<p>Was bleibt mir noch, mein heißgeliebtes Tagebuch? Eine Abrechnung mit dem Pöbel, als <b><a HREF="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/1110/feuilleton/0058/index.html">Rezension</a></b> getarnt. Das kann mir keiner nehmen:</p>
<blockquote><p>"Zu eingekästelt war die Band in ihrem pompösen Bühnenaufbau, zu wenig spontan die Darbietung."</p></blockquote>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_05.jpg" ALT="arcade_fire_05.jpg" /></div>
<p>Ha! Das saß! Noch ein Tritt ins Gemächt:</p>
<blockquote><p>"Immer noch schlug Richard Parry auf seinem Motorradhelm herum; doch wirkten solche Aktionen inzwischen ebenso routiniert wie die Musik."</p></blockquote>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_02.jpg" ALT="arcade_fire_02.jpg" /></div>
<p>Sehr gut! Und jetzt nimm das, du Luder!</p>
<blockquote><p>"Originalgetreu boten Arcade Fire ihre Studio-Songs dar, schichteten Instrument um Instrument aufeinander."</p></blockquote>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_04.jpg" ALT="arcade_fire_04.jpg" /></div>
<p>Originalgetreu -- das klingt wie<b> "Pink Floyd in Concert."</b> Toll gemacht! <i>*hämischlach*</i> Das ist der größtmögliche Schlag gegen Arcade Fire! <i>*ganzfinsterlach*</i>  &#62;-)</p>
<p>Nun der Todesstoß:</p>
<blockquote><p>"Bei weitem nicht alles, man sah, war auch zu hören; was man hörte, war das, was man immer hört, wenn große Ensembles ihre Spontaneität verlieren: Bombast."</p></blockquote>
<p><b>Bombast!</b> Oh mein großer Gott, für dieses eine Wort müßte ich mich küssen, wenn ich könnte! Was für ein gnadenloser Hieb! Bombast ist <b>Phil Spector</b>, ist<b> Jeff Lynn</b>, ist <b>Vergangenheit</b>! Ich bin grandios!</p>
<p>Einen Moment, mein zuckersüßes Tagebuch, ich will mir rasch die Hände abwischen ... So, geht wieder.</p>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_03.jpg" ALT="arcade_fire_03.jpg" /></div>
<p>Egal, ob ich der einzige bin, der nach dem Konzert mit schrumpligem Gesicht nach Hause schlurft. Egal, ob 3.500, 35.000 oder meinetwegen 350.000 Leute glauben, sich bei Arcade Fire amüsieren zu müssen. Arcade Fire ist meine Entdeckung! Die nimmt mir keiner weg! Keiner!</p>
<p>So, jetzt fühle ich mich viiiiiel besser. Gute Nacht und schlaf recht schön, mein kleines knuti-goodie-knuffel-wuffel-Tagebuch!</p>
<p>Dein Mauseschwänzchen</p>
<p>P.S.: Hab dich lieb!</p>
<p>Fotos (c) by <b><a HREF="http://roeglin.eu/thumbnails.php?album=7">Norbert Roeglin</a></b></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Aus dem Tagebuch eines Popredakteurs]]></title>
<link>http://messitschbyburns.wordpress.com/2007/12/21/aus-dem-tagebuch-eines-popredakteurs/</link>
<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 00:26:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>messitschbyburns</dc:creator>
<guid>http://messitschbyburns.wordpress.com/2007/12/21/aus-dem-tagebuch-eines-popredakteurs/</guid>
<description><![CDATA[Eintrag vom 08.11.2007, in ganz tiefer Nacht geschrieben.
Liebes Tagebuch,
manchmal habe ich mein Le]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><b>Eintrag vom 08.11.2007, in ganz tiefer Nacht geschrieben.</b></p>
<p><b><i>Liebes Tagebuch,</i></b></p>
<p>manchmal habe ich mein Leben richtig satt. Kennst du dieses miese Gefühl, wenn jemand kommt und dir dein schönstes Spielzeug wegnimmt? Das ist verdammt hart. Aber denk nur, liebes Tagebuch: <b>Heute kam es noch viel dicker.</b> Das glaubst du nicht? <i>*seufz*</i> Ich kann es auch kaum glauben. <i>*ganztraurigseufz* </i>:-(</p>
<p>Weißt du, mein heiß geliebtes Tagebuch, ich bin doch hier derjenige, der checkt, wo vorn ist. Der jeden Trend als Erster wittert oder auch mal  <strike>erfindet</strike> als Zweiter. Ohne mich wüßten unsere depperten Leser bis heute nicht, daß  <b>Visual Kei</b> kein Eyeliner für Bill Kaulitz, sondern die hammerhärteste J-Rock-Sensation ist, die man sich denken kann. Okay, eigentlich ist Visual Kei die sterbenslangweiligste <b>Kinderkacke</b> wo gibt, aber he!, das bleibt unser süßes Geheimnis!!! <i>*smile*</i> :-)))</p>
<p>Ist ja auch gemein, jede Woche die Entdeckung eines neuen Pop-Wunders von mir zu verlangen. Apropos: Wer verlangt das eigentlich von mir? Weißt du es, kleines Tagebuch? :-0</p>
<p>Egal. Manchmal tue ich ja nicht nur so, als würde ich meine Nase in den Wind halten. Dann höre ich wirklich einen dicken fetten Brocken im Anflug und spüre, daß er mit voller Wucht einschlagen wird. <b>The next big thing</b>, wie wir Fachleute sagen. <i>*ROFL*</i></p>
<p>Ach, ich will nicht lügen. In Wahrheit habe ich den Rumms nur einmal gehört. Bei den anderen dicken fetten Brocken mußte ich ein bißchen flunkern. Nein, gestrenges Tagebuch, ich habe nicht gelogen! Ich habe nur geflunkert! Unsere Leser sind simpel gestrickt. Die können sich kaum den Wetterbericht von Gestern merken. Die schnallen doch gar nicht, wenn ich ihnen eine angebliche <b>Next-Big-Thing-Pop-Granate</b> unterschiebe, die eher eine Knallerbse ist. <i>*hihihihi*</i> :-D</p>
<p>Ist aber nicht so schlimm, weil das nennen wir Borderline-Journalismus. Puh, jetzt ist es raus. Das behältst du doch für dich, liebstes Tagebuch, gell???<i> *gggggg*</i></p>
<p>Ich habe den Rumms also nur einmal gehört. Das geschah im Jahr 2005, hier in Berlin. Ich ging in den  <b>Magnet Club</b>. Du weißt schon, dieser winzig kleine Schwitzkasten mit den irren Eintrittspreisen. Wer dort seine Tickets selbst bezahlt, muß ganz schön blöd sein. Ich als Popredakteur stehe Gott sei Dank auf der Gästeliste. Man gönnt sich ja sonst nichts. <i>*kicher*</i></p>
<p><i>(Memo an mich: "Man gönnt sich ja sonst nichts" notieren und im nächsten Halbseiter über J-Rock unterbringen.)</i></p>
<p>Ich stand also im Magnet Club, und was soll ich dir sagen, mein allerliebstes Tagebuch? Ich war hin und weg. Ich glaubte, zu träumen. Ich war Zeuge eines Urknalls. Ich taumelte wie in Trance.</p>
<p>Ich hatte die<b> Zukunft der Rockmusik</b> gesehen, und ihr Name war: <b>Arcade Fire</b>.</p>
<p>Damals, in der guten alten Zeit des Jahres 2005, kannte kein Schwein diese Band. Nur ich und ein paar Leser der <b>Spex</b>. Eine ganz kleine Minderheit. <b>Die Elite sozusagen.</b></p>
<p>Wir waren unter uns. Wir schlossen<b> </b>Arcade Fire in unser Herz und warfen den Schlüssel weg. Wir hüteten unser Geheimnis. Ich schrieb ein paar dürre Zeilen für meine Zeitung, in dem Bewußtsein, daß ich eh' nur Perlen vor die Säue werfe und meine Leser lieber eine CD mit den schönsten <b><a HREF="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0416/feuilleton/0003/index.html">Gitarrensoli von Rick Wakeman</a></b> denn die Schallplatte <b>"Funeral"</b> von Arcade Fire kaufen würden.</p>
<p><i>(Memo an mich: Das Wort  "Schallplatte" notieren und ab jetzt konsequent verwenden. Das zeugt von Traditionsbewußtsein, </i><i>Eigensinn</i><i> und der Ablehnung technologischen Tands.)</i></p>
<p>So verging die Zeit, und ich war rundum glücklich. Bekam ich Besuch, legte ich verschwörerisch "Funeral" auf und wartete scheinbar gelangweilt auf die Frage:<b> "Is'n dit?"</b> Dann nuschelte ich im originalen Montréal-Slang die Worte "Arcade Fire". Das hatte ich lange vor dem Spiegel geübt, mein liebes Tagebuch. Ich kann bis heute prima montréalisch nuscheln.</p>
<p>Prompt erstarrten die Gäste erfurchtsvoll und lauschten den unbekannten Klängen des Ensembles. Das heißt, sie wären ganz bestimmt erstarrt und hätten gelauscht, wenn ich Gäste empfangen würde. <b>Aber mich besucht ja keiner.</b> Ich weiß nicht, warum, mein herzallerliebstes Tagebuch. Weißt du es? <i>*ratlosbin*</i> :-0</p>
<p><i>(Memo an mich: Das Wort “Ensemble” notieren und in Zukunft  an Stelle von "Band" verwenden. Das vergrößert meine intellektuelle Aura.   Nach zehn Artikeln mit "Ensemble"  unsere Sekretärin fragen, ob ich ihr meine Schallplattensammlung zeigen darf.)</i></p>
<p>Zwei Jahre später ... Oh Gott, ich möchte nicht darüber sprechen, mein wundervolles Tagebuch. <b>Aber es muß raus! raus!</b> Sonst ersticke ich! Noch einmal in mein Taschentuch schneuzen ... Danke der Nachfrage, mein gutes Tagebuch, es geht schon wieder.</p>
<p>Zwei Jahre später also spielten Arcade Fire wieder in Berlin. Doch der Ort! <b>Dieser verfluchte Ort!</b> Die Verräter -- ich kann und will es nicht anders nennen, mein grundgütiges Tagebuch -- die Verräter der sogenannten "Band" Arcade Fire konzertierten in der Columbia-Halle! <b>Vor 3.500 Menschen</b>! <i>*vorzornmitdemfußaufstampf*</i> &#62;:-(</p>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_06.jpg" ALT="arcade_fire_06.jpg" /></div>
<p>Ich hätte erwartet, daß die unwissende Meute verständnislos zur Bühne glotzen würde. Wer außer einem Popredakteur sollte schon Arcade Fire kennen, geschweige denn goutieren? Aber ach!</p>
<p><b>Das Publikum sang und tanzte zur Musik — von Beginn an! Es war nicht nur fröhlich, sondern beflügelt, enthusiasmiert! Es feuerte Win Butler an, huldigte Régine Chassagne und feierte tosend jeden einzelnen der zehn Musiker! <b>Die Zuschauer hüpften und sprangen oder hielten einander an den Händen und wiegten sich beseelt im Takt und schmetterten aus tausenden Kehlen wie mit einer einzigen, majestätischen Stimme die heiligen Refrains von Arcade Fire! Sie lachten und scherzten, ihre Augen strahlten, ein jeder war des anderen Freund, der Weltfrieden lag nie näher, und ein Pärchen küßte sich engumschlungen auf den Mund — kurz, es war widerlich!</b></b></p>
<p>Gutes altes Tagebuch, ich bin erledigt. Mein Insiderwissen ist dahin. Der Gedanke an diese Schmach treibt mir die Tränen in die Augen. Wenn ich doch nur sterben könnte! <i>*tränenausdenaugenwisch*</i>  :'-(</p>
<p>Was bleibt mir noch, mein heißgeliebtes Tagebuch? Eine Abrechnung mit dem Pöbel, als <b><a HREF="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/1110/feuilleton/0058/index.html">Rezension</a></b> getarnt. Das kann mir keiner nehmen:</p>
<blockquote><p>"Zu eingekästelt war die Band in ihrem pompösen Bühnenaufbau, zu wenig spontan die Darbietung."</p></blockquote>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_05.jpg" ALT="arcade_fire_05.jpg" /></div>
<p>Ha! Das saß! Noch ein Tritt ins Gemächt:</p>
<blockquote><p>"Immer noch schlug Richard Parry auf seinem Motorradhelm herum; doch wirkten solche Aktionen inzwischen ebenso routiniert wie die Musik."</p></blockquote>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_02.jpg" ALT="arcade_fire_02.jpg" /></div>
<p>Sehr gut! Und jetzt nimm das, du Luder!</p>
<blockquote><p>"Originalgetreu boten Arcade Fire ihre Studio-Songs dar, schichteten Instrument um Instrument aufeinander."</p></blockquote>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_04.jpg" ALT="arcade_fire_04.jpg" /></div>
<p>Originalgetreu -- das klingt wie<b> "Pink Floyd in Concert."</b> Toll gemacht! <i>*hämischlach*</i> Das ist der größtmögliche Schlag gegen Arcade Fire! <i>*ganzfinsterlach*</i>  &#62;-)</p>
<p>Nun der Todesstoß:</p>
<blockquote><p>"Bei weitem nicht alles, man sah, war auch zu hören; was man hörte, war das, was man immer hört, wenn große Ensembles ihre Spontaneität verlieren: Bombast."</p></blockquote>
<p><b>Bombast!</b> Oh mein großer Gott, für dieses eine Wort müßte ich mich küssen, wenn ich könnte! Was für ein gnadenloser Hieb! Bombast ist <b>Phil Spector</b>, ist<b> Jeff Lynn</b>, ist <b>Vergangenheit</b>! Ich bin grandios!</p>
<p>Einen Moment, mein zuckersüßes Tagebuch, ich will mir rasch die Hände abwischen ... So, geht wieder.</p>
<div STYLE="text-align: center"><img SRC="http://www.burnsgames.com/messitschbyburns/pics/arcade_fire_03.jpg" ALT="arcade_fire_03.jpg" /></div>
<p>Egal, ob ich der einzige bin, der nach dem Konzert mit schrumpligem Gesicht nach Hause schlurft. Egal, ob 3.500, 35.000 oder meinetwegen 350.000 Leute glauben, sich bei Arcade Fire amüsieren zu müssen. Arcade Fire ist meine Entdeckung! Die nimmt mir keiner weg! Keiner!</p>
<p>So, jetzt fühle ich mich viiiiiel besser. Gute Nacht und schlaf recht schön, mein kleines knuti-goodie-knuffel-wuffel-Tagebuch!</p>
<p>Dein Mauseschwänzchen</p>
<p>P.S.: Hab dich lieb!</p>
<p>Fotos (c) by <b><a HREF="http://roeglin.eu/thumbnails.php?album=7">Norbert Roeglin</a></b></p>
]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
