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	<title>lyrikneu &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/lyrikneu/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "lyrikneu"</description>
	<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 05:09:26 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Kurzstrecke Berlin]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=18</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:14:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das beste Gitarrensolo aller Zeiten, das Taxi leuchtete von Weitem
Der russische Fahrer wollte dazu ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Das beste Gitarrensolo aller Zeiten, das Taxi leuchtete von Weitem<br />
Der russische Fahrer wollte dazu singen, bitte nur fortbringen</p>
<p>Seine Stimme war voller Wodka, träumte ich zumindest, komm Kalottka<br />
Meine Seele gefüllt mit Gin, das wusste ich bestimmt</p>
<p>Das Leder war nicht echt, der Tachostand auch nicht, schon recht<br />
Wen interessiert das zwischen Himmel und Erde, ich werde</p>
<p>Vorbei an Honeckers Palast, am Tor der Sieger, Geschichte mit Ballast<br />
Zwei Kilometer, Speers Boulevard inklusive Putten, Sehnsucht mit Nutten</p>
<p>Und im Auto zwei Herren Murx, gemessen an ihrem Börsenkurs<br />
Nicht kalkuliert das Tier in mir, meine Kinder, die Träume, wo sind wir?</p>
<p>Aussteigen, jetzt, Bezahlung ohne Sorgen, weiter bitte Richtung Morgen<br />
Den Moment der Abrechnung, noch mal hinausschieben, nein kein Stunk</p>
<p>Captain, laß mich nicht allein in der Not, Scotty, beam me up, Gagarin tot<br />
Die Erde vom Weltraum magisch, von hier unten tragisch</p>
<p>Aha, Doktor der Philosophie, ich Master of Idiotie, Geld kommt nie<br />
Termingerecht  sind nur die Mahnsachen, laß uns lachen</p>
<p>Der Russe kann nicht nur Saxofon, auch Oboe und Klavier, so alone<br />
Oh ja, englisch, schärfer als Goethe, schneller als Schiller, alles menschlich</p>
<p>Die Kollegen in der Fußgängerzone, singen so schwermütig, bitte ohne<br />
billige Klischees, der Mann am Lenkrad macht klar, was ist wahr</p>
<p>Tief in der Nacht, grenzwertig Ost und West, alle Damönen hellwach<br />
Wer von uns ist der Despot, wer der glückliche Verlierer, wer killt ohne Not?</p>
<p>Sich selbst, sein Leben, seine Familie, morgen kommt ein neues Seebeben<br />
Die Zeitungen voll mit Heuchelei, wir auch, die Zukunft einerlei</p>
<p>Als Zocker setzen wir alles, gleich rechts abbiegen, die Begierde des Mannes<br />
Der Kreisverkehr dreht sich um sich selbst, wenn du keine Fragen stellst</p>
<p>Bist Du mein bester Freund, jetzt gar nichts mehr sagen, nicht versagen<br />
Die Fahrt ist beendet, Schuld und Sühne bleiben, die Sonne blendet</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Macht, nichts]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=17</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:13:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
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<description><![CDATA[Da stehste nun
Am Ende deines Lebens
Lutsch am Lauf
Meiner Wut
Spür den Schlag
Meiner Ohnmacht
Wo s]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Da stehste nun<br />
Am Ende deines Lebens</p>
<p>Lutsch am Lauf<br />
Meiner Wut</p>
<p>Spür den Schlag<br />
Meiner Ohnmacht</p>
<p>Wo sind die Millionen?<br />
Ach, du weißt es nicht</p>
<p>Was soll das jetzt?<br />
Hast in die Hose gepisst</p>
<p>Wisch es auf<br />
Mit nem Stapel Hunderter</p>
<p>Ich hol gleich ein paar Straßenkinder<br />
Die hauen dir das Grinsen ausm Gesicht</p>
<p>Mußte es zu lange ertragen<br />
16 Jahre in den Nachrichten</p>
<p>Dein fetter Körper<br />
Wohl genährt von der Korruption</p>
<p>Hier ist ein Telefon<br />
Ruf deinen Anwalt an</p>
<p>Er ist dein größter Fan</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kleines Krebsmädchen]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=16</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:02:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
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<description><![CDATA[Liebe Mama, ich hab es genau gehört
Du bist ja so verdammt froh
dass der kleine kahle Klotz am Bein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Mama, ich hab es genau gehört<br />
Du bist ja so verdammt froh<br />
dass der kleine kahle Klotz am Bein weg ist</p>
<p>Weißte Mama, das war nicht schön<br />
als alles so schwarz wurde<br />
Immer mehr Erde fiel auf mich herab</p>
<p>Sonne dich nur im Licht des Lebens<br />
Ich werde zurückkehren<br />
dir die Früchte meines Zorns bringen</p>
<p>Sie werden sehr bitter schmecken<br />
Wirst den scheißteuren Tofuwürfel ausspucken<br />
der plumpst wie ein Geschwür aufs edle Porzellan</p>
<p>Ich setze dann mein anissüßes Kinderlächeln auf<br />
Meine Schnute formt sich zauberhaft<br />
und flüstert ausm Krebsmädchenhimmel Mama Ego ins Ohr:</p>
<p>Wie cool!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tanz der wilden Hure in meinem Kopf]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=15</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:00:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
<guid>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=15</guid>
<description><![CDATA[Herzlich willkommen, da biste endlich wieder, schon vermisst
Die verdammte Vernunft wird langsam ung]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlich willkommen, da biste endlich wieder, schon vermisst<br />
Die verdammte Vernunft wird langsam ungeduldig<br />
Blökt wie ein braves Schaf nach Futter für den Verstand, kennen wir<br />
Hast doch nen wunderbaren Hebel zur Hand<br />
Leg ihn einfach um, sind wir wieder unter uns<br />
Im Privatclub, wo die Vernunft am Türsteher scheitert</p>
<p>Geht los, die Party, schwingst die Hüften wie der junge Elvis<br />
hast spitze Titten, kirschrote Lippen, Zehnzentimeterhacken<br />
schwarze Nylons, Spitzenhandschuhe, turmhohe Perücke<br />
deine Spinnenhände greifen nach mir, laden mich ein<br />
auf nen Tänzchen, so ganz unter uns, egal, wer führt<br />
stehen wir im Scheinwerferlicht des Theaters meines Lebens</p>
<p>Beide besoffen vom billigen Rausch, wollen doch Goldglitter<br />
Hängt leider schon in den weihnachtlichen Schaufenstern der Handy-Läden<br />
Worüber sprechen wir? Zu welchem Tarif? Centgenaues Geflüster<br />
Über unser Geschäft, kleiner Tauschhandel, mein bürgerliches Ich<br />
für ein Lächeln am Tresen der ganz großen Gefühle<br />
Sitzen ne Menge Typen dran und rufen nach dir, ja nach dir</p>
<p>An der Bar kriegen sie alle das Heulen, winseln nach Freiheit<br />
Hol mich raus aus der blöden Hamstermühle, dem ewig ratternden Rad<br />
meiner Frau, den beiden Kindern, liebe sie alle, hasse das Ganze<br />
So viele Münder, Schläfen, Herzen, alles Zielscheiben für meine Pistole<br />
Kommt ihr noch mit euren Huren und Versen<br />
Nach nem Tag, an dem ich wieder und wieder Staub gefressen hab</p>
<p>Läuft gerade aus dem Ruder, das Gedicht, Steuermann und Kapitänshure<br />
Lenken rechtzeitig ein in den Hafen tätowierter Matrosen, tragen Flugzeuge<br />
Taufen neue Tötungsmaschinen, durchschneiden feierlich das Band<br />
zwischen euch und uns, Sex und Liebe, Zuhause und Heimat<br />
Sitzen zwischen den Stühlen, fingern zwischen den Matratzen, lecken ins Leere<br />
und haben als Waffe nen Dildo im Anschlag, dem wir richtig Strom geben</p>
<p>Da steh ich nun, unter tausend Volt, der Tanz wird härter, schneller, bizarrst<br />
Meine Hure verkleidet sich als Papst, setzt mir ein Kardinalskrönchen aufs Haupt<br />
Gerade hat sie mich ernannt, fordert sie per Dekret den perfekten Raub<br />
am Körper, am Geld, an allem, was ich habe, plus Geheimzahl obendrauf<br />
Hockt auf meinen Skrupeln, schwarz wie ein Rabe, krakeelt sie siegessicher<br />
das Lied der manischen Lebenslust, mit Pfandschein auf meine Reue</p>
<p>Die doch nie von langer Dauer ist, weiß sie ganz genau, die großartige Hure<br />
Wie sie da so souverän in ihrem Spinnennetz lauert, hängen alle Vorsätze drin<br />
Fliege Drogen, Mücke Drinks und Käfer Nikotin zappeln wie blöd<br />
und ahnen – wie die gefeselten Nachbarn – doch nur eins:<br />
Gleichgewicht verloren, Seiltanz total sinnlos, Salto höchstens für die Galerie</p>
<p>Ich bin ich, ihr auch am Ende, zusammen insolvent auf dem Strich der Träume</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tränen hinter der videoüberwachten Tür]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=14</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:47:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
<guid>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=14</guid>
<description><![CDATA[In Nerz und Nike
Stammeln sie Müll, der nicht entsorgt wird
Zwei Sitze, brandneuer Sportwagen
Wo so]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>In Nerz und Nike<br />
Stammeln sie Müll, der nicht entsorgt wird</p>
<p>Zwei Sitze, brandneuer Sportwagen<br />
Wo soll da noch Platz für die Wirklichkeit sein?</p>
<p>Das Geld beschleunigt sich auf 250 km/h<br />
Meine Klimaanlage und ich</p>
<p>Die Fassade hat der Architekt verchromt<br />
Drunter gammelt eine mumifizierte Moral</p>
<p>Wohlfühlen in der Pflicht des DAX<br />
Im Schweiße des ängstlichen Angesichts</p>
<p>Arbeit und Zukunft verpflichten<br />
Man ist scheiße, aber gut bezahlt</p>
<p>Aufgeblendete Augen<br />
Überholen bei Bedarf rechts von der Mitte</p>
<p>Das Kreuz mit Montblanc<br />
Für das Versprechen der Steuerfreiheit</p>
<p>Aber die Sicherheit muß ne Bank sein<br />
Beschützt doch bitte die Elite, jetzt!</p>
<p>Hier hat jeder seine Chance, nur zugreifen<br />
Klar, dass ein wenig Opportunismus hilft</p>
<p>Die Welt schon längst ein Dorf<br />
Treffpunkt Internet, wir mailen uns!</p>
<p>Du triffst sie auf allen Ebenen<br />
Sind zu allem fähig, nur nicht zum Blick</p>
<p>In die Gosse Ihres eigenen Ichs</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Meisterprüfung]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=13</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:45:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
<guid>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=13</guid>
<description><![CDATA[Meine liebe Rasierklinge, heute Nacht kannst du mich ohne Schaum treffen
will dich richtig scharf ma]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Meine liebe Rasierklinge, heute Nacht kannst du mich ohne Schaum treffen<br />
will dich richtig scharf machen<br />
mein Hals ist bereit, aufgeschlitzt zu werden</p>
<p>Von links nach rechts, von rechts nach links, such es dir aus, ich bin so weit<br />
will nen Schnitt machen<br />
noch mal neu anfangen, du verstehst</p>
<p>Muß ich bluten für, keine Frage, also, komm meine kleine geile Klinge<br />
schneid mir jetzt das Geschwür der Probleme ab<br />
trenn das gesunde Fleisch von den Wunden</p>
<p>Ich verlange eine Blutwäsche, mindestens, bin ein Rockstar ohne Hits<br />
singe selbstverständlich jeden Gassenhauer mit<br />
hit me with your razor blade</p>
<p>Sex´n´n drugs ´n´rock´n roll, alte Nummer, sei mein Groupie, reiß mich auf<br />
und trenn die ollen Zöpfe ab<br />
du hast ja schon seit der neuesten Mode keine mehr</p>
<p>Der Cut geht diese Saison in Stufen, meine letzten Haare fallen wie Urwaldbäume<br />
sind genauso alt wie ich, Jahresringe beachten!<br />
und die Umwelt setzt mir genauso heftig zu</p>
<p>Hast du sie gut geschliffen, die Klinge? Eine neue Frisur ist mir zu wenig<br />
ein neuer Kopf vielleicht zu viel<br />
zweigeteilter Körper wäre wünschenswert</p>
<p>Oben der Gute, unten der Böse, vertikal der gute Mensch von Sezuan<br />
horizontal der Tiger von Eschnapur<br />
und in der Mitte mit Reißverschluß</p>
<p>Teile mich genau dort und bau mir nen Wiederverschließbaren ein<br />
man kann ja nie wissen<br />
ob der aktuelle Schnitt am Ende wirklich sitzt</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Annas Wut]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=12</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:42:03 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
<guid>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=12</guid>
<description><![CDATA[Habe sie gefragt
warum sie keine Zukunft sieht
Was soll das denn sein?
Ich weiß es auch nicht genau]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Habe sie gefragt<br />
warum sie keine Zukunft sieht<br />
Was soll das denn sein?<br />
Ich weiß es auch nicht genau<br />
Aber was ist mit Vergangenheit?<br />
Oh, reichlich, Heim und Schläge satt</p>
<p>Dein Gang ist so herrlich aufrecht<br />
Habe ein Hohlkreuz<br />
Mit den neuesten Modehits drüber gezogen<br />
Ich arbeite hinter der Bar<br />
Reicht doch zum Leben, erstmal<br />
Fünf Euro die Stunde, genug zum Überleben</p>
<p>Deine Augen strahlen<br />
Nehme Drogen<br />
Wo soll das hinführen?<br />
Bis weit in den nächsten Tag hinein<br />
Ein teures Vergnügen<br />
Klotze sechs Schichten die Woche</p>
<p>Du gehst mit nem Meerschweinchen spazieren<br />
Ist ´n Hund, noch klein<br />
Der braucht auch was zum Fressen<br />
Wir teilen alles<br />
Wenigstens etwas, das du liebst<br />
Ich könnte alles kurz und klein schlagen</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Neues Deutschland]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=11</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:40:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
<guid>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=11</guid>
<description><![CDATA[Hier im Osten stehen Kelche voller Wut zum Ausschlürfen bereit
Süchtig nuckeln sie an den billigen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hier im Osten stehen Kelche voller Wut zum Ausschlürfen bereit<br />
Süchtig nuckeln sie an den billigen Versprechen aus Plastik und Glas<br />
nachmittags in schrille Autos eingeladen, vorn orange, hinten pink<br />
Sind am Abend immer noch gefräßige Löcher offen, riesenmaulgroß<br />
Bereit, die Leere zu schlucken, die einfach nicht zu stopfen ist</p>
<p>Auf dem Marktplatz verbündet sich ein Pubertierender prügelnd mit anderen Postpunks, denen die Revolte abhanden gekommen ist, aber nicht das Bier<br />
Auf der Nase hat er einen funkelnden Fujijama-Pickel, die weißgelbe Haube<br />
glänzt wie eine polierte Glatze in entzündeten Landschaften rechts der Elbe<br />
Immer auf der Hut vor einem faschistischen Furunkel, das jederzeit platzen kann</p>
<p>Dabei hat er gestern noch nen netten Nazi getroffen, der war einfach da, wo er war<br />
In der Bar am Ende der Straße, wo jeden Abend eine broilerbraune Frau sitzt<br />
Ihr Herz ist sehnsüchtig und käuflich, ein geiles Schnäppchen ist die!<br />
20% auf alles heute Abend, nochmal 50%, wenn du mit ihr nach Hause gehst<br />
Rabattschlachten, Jahrzehnte nach dem Krieg rollt die rote Sonderangebots-Armee</p>
<p>Walzt Häuser, Bäume und Träume nieder, ebnet weite Felder, keine Rücksicht!<br />
Da gedeihen 1a Neurosen, vor Jahren ausgesäät, jetzt saftig und erntereif<br />
In der Kanone nur Platzpatronen, aus Rücksicht auf die unvermeidlichen Opfer<br />
Natürlich explodieren hier keine Bomben mehr, nur Existenzen pulverisieren sich<br />
zu Fußnoten im Feinstaub der Statistik, werden zu Menschenmüll entsorgt</p>
<p>Aber die echten Granaten, na, die stehen stramm da und machen sich gerade fertig<br />
die Ohnmacht der einfachen, traumakapitalisierten Soldaten zu mindern<br />
Das Wochenende ruft seit Mittwoch nach der ganz großen Liebe<br />
mit freiem Eintritt, Sondersauftarifen für das hübsche Bombengeschwader<br />
Auf das es in den rudernden Armen der lallenden Kriegsversehrten landet</p>
<p>Die Sowjetunion hat euch entlassen, ihr seid frei!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Oben ohne Zweifel]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=10</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:26:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
<guid>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=10</guid>
<description><![CDATA[Ein Mädchen sitzt in der U-Bahn
wie hundert andere Verurteilte
Aber nur sie hat ihren elektrischen ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Mädchen sitzt in der U-Bahn<br />
wie hundert andere Verurteilte<br />
Aber nur sie hat ihren elektrischen Stuhl mitgebracht</p>
<p>Aus ihrem Sommerkleid ragen Arme und Beine heraus<br />
wie bei vielen hippen Frauen im Juli<br />
Ihre Glieder spielen verrücktes Großstadt-Theater</p>
<p>Sie verliert immer wieder die Kontrolle<br />
wie viele da draußen<br />
Über Hände, die aus Fingern Teufelshörnchen bauen</p>
<p>Die Füße schlagen nach allen Seiten aus<br />
wie bei uns, wenn wir tanzen<br />
Ihr Kopf ist ein wildes Pendel, Süd, Ost, West, Nord</p>
<p>Das Mädchen hat einen Führer dabei<br />
wünschen sich viele Orientierungslose trotz Demokratie<br />
Sie besitzt kein gesundes Volksempfinden</p>
<p>Die blauen Augen irrlichten von links nach rechts<br />
wie bei jedem Ecstasymädchen<br />
Bei ihr ist alle Tage Samstagnacht</p>
<p>Den Kontrolleur sieht sie nicht kommen<br />
wie alle Schwarzfahrer, die genau das vermeiden möchten<br />
Aber ihr hat die Gesellschaft eine Monatskarte spendiert</p>
<p>Geblümtes Kleidchen im Reflex übers Knie gezogen<br />
nur wir denken jetzt an Sex<br />
Ist sie vielleicht viel glücklicher ohne?</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Im Plattenbau des Alltags, Abgesang in Vierviertel]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=9</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:23:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
<guid>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=9</guid>
<description><![CDATA[Licht im Treppenhaus funzelt, brennt trotzdem Träume weg
Was ich mir wünsche, ist nebenan billige ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Licht im Treppenhaus funzelt, brennt trotzdem Träume weg<br />
Was ich mir wünsche, ist nebenan billige Realität<br />
In genormten Betten wälzen sich DIN-zertifizierte Opfer<br />
der Friseur im Erdgeschoß schert bei Bedarf ein neues Ich</p>
<p>Ein weiterer Tag winkt seit Sonnenaufgang mit dem Baseballschläger<br />
Türsteher vor allen Fluchtwegen und Notausgängen<br />
Durch die Flure kriecht der Duft von Erinnerungen, Niederlagen<br />
Fußabtreter ausm Baumarkt lügen dreisprachig: Willkommen! </p>
<p>Ein Vorbestrafter von morgen tritt mir ans Schienbein<br />
Seine Mutter blickt aus stumpfen Augen auf den Boden<br />
Die gegerbte Ruine ihres Gesichtes zerfällt ratlos<br />
Sind das meine Kinder? Ist das mein Leben? Oder was?</p>
<p>Der Fahrstuhl versprüht das Parfum von frischem Urin<br />
Die Alternative empfängt mich mit zersprungenen Türen<br />
Vogelsilhouetten drauf, die niemals fliegen werden<br />
Alles verkrüppelt hier, Flügel, Beine, Arme</p>
<p>Im zweiten Stock greift ein Rottweiler frontal an<br />
sein Besitzer ist stolz und erzählt einen relativ neuen Witz<br />
von Nonnen und Fußballspielern, gar nicht mal so übel<br />
Ich kann ihn jetzt nicht wiederholen, die Bestie versteht keinen Spaß</p>
<p>Gellendes Lachen ausm Mund vorm Herrchen begleitet den Biß<br />
Mein Notruf wird digital aufgezeichnet, irgendwie vergessen<br />
und nächsten Morgen zum Frühstück abgespielt<br />
Der Bäcker gegenüber verkauft dir heute Brötchen von gestern</p>
<p>Die explodieren, wenn du ein Messer hineinschneidest<br />
und es wieder rausziehen möchtest, die scharfe Klinge im Blick<br />
um nur ja keine verwertbaren Spuren zu hinterlassen<br />
in der Haut der jungen, nahtlos braunen Sonnenbank-Hühner</p>
<p>Vergeblich schlagen sie mit  krossen Chickenwings um sich<br />
in ihren Plattenbaukäfigen, jeder Quadratmeter kostet was<br />
Zeternd und wimmernd ereifern sie sich über ihr Schicksal<br />
Beten um Erlösung und Erfüllung, wünschen sich in Töpfe</p>
<p>In denen die Gewinnerlose stecken, sie hoffen auf alles,<br />
nur nicht auf die Niete, die sie längst gezogen haben</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Im Plattenbau des Alltags, Fünfer-Takt]]></title>
<link>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=8</link>
<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:12:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
<guid>http://wolfhunger.wordpress.com/?p=8</guid>
<description><![CDATA[Hier wollte ich schon immer hin, einen adrenalingespritzten Alltag finden
In neue Länder, des moder]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hier wollte ich schon immer hin, einen adrenalingespritzten Alltag finden<br />
In neue Länder, des modernden Drecks überdrüssig<br />
Hinein in die Wohnmaschinen  des sozialistischen Vorzeigemenschen<br />
Wo er Kraft sammeln sollte für die Maloche an stampfenden Ungeheuern<br />
an 1000 Grad heißen Hochöfen, Chemie für das Wohl aller</p>
<p>Jeden Tag bereit, kleine Krater im Weltbild älterer Herren zu stopfen<br />
mit Stahl, Beton, wahren Lügen und falschen Wirklichkeiten<br />
Schrippen und Mettwurst am Morgen, mittags harte Währung Fleisch<br />
um am Abend von einer Hässlichkeit in die nächste zurückzukehren<br />
in den offenen Knast, wo die Zitzen von den Decken hängen</p>
<p>Direkt ins Maul spritzen sie die Milch, die wir alle saugen wollen,<br />
Schnauze halten, kommt heutzutage halt nicht mehr umsonst<br />
Zeiten ändern sich, bunte Kuh der Geschichte<br />
hat nen neuen Namen: Freiheit! Freiheit! Statt Sozialismus!!<br />
Oder auch: Kapitalismus. Erlösung, nahrhafte Proteine, wo sind sie?</p>
<p>Habe mich eingemietet in den Resthof aller Hoffnungen<br />
Dieses Jahr neu: Retusche mit bunten Balkonen, schwarz, rot, gold<br />
und ich mache es mir auf einem gemütlich, Bier und Zigarette im Anschlag<br />
Bekomme zügig eine Ahnung davon, warum das Ganze<br />
nicht funktionieren konnte, Geschrei oben und unten</p>
<p>Moskau hatte schon bessere Ideen, Mondflug mit Hund und Mann<br />
Auf der Erde harren sie immer noch besseren Zeiten<br />
Ob die jemals kommen? Die Hofffnung, die ausgelutschte Nutte<br />
Ja, genau die, die wollen wir doch zuletzt sterben sehen<br />
Arm in Arm mit dem Freier des Sonderangebotes, noch so ne Erlösungsnummer</p>
<p>Offene Zimmer strecken mir flehende Hände entgegen, nimm mich!<br />
Bin ja schon vor Ort, genormte Gebäudeteile, Modell 73, 78, 86, 89<br />
Spielen wir Quartett, komplett am Tisch versammelt, keiner schummelt!<br />
Was habt ihr zu bieten, grün und blau geschlagene Frauen<br />
Oder – viel, viel besser – hungernde Kinder, schon im Koma!</p>
<p>RTL ist live dabei, berichtet vor lustigen Diddel-Maus-Tapeten<br />
Macht sich gut mit ahnungslosen Menschenklumpen davor<br />
Vater, Mutter, Onkel, Tante, hab´s schon immer gewusst<br />
Und solange die Fresse gehalten, bis endlich einer kam<br />
Der mir Geld geboten hat, um den Wortsalat auszukotzen</p>
<p>Wo kommen wir denn hin, wenn wir selber das Maul aufmachen?<br />
Hat damals und heute keine Sau interessiert<br />
Wir? Wir können doch nicht den Fluß der Niedertracht aufhalten<br />
Vielleicht unsere Gören, ja die dürfen laufen, rennen, weg, weg, weg<br />
Geradewegs in die Arme der Sozialarbeiter und Seelenklempner</p>
<p>Können sich da richtig einkuscheln, flennen und bitten<br />
Aber der Rettungswagen, der kommt doch nicht, nicht für uns<br />
Ganz genau, ist nur die Seele, in der die Hauptschlagader platzt<br />
Kann vielleicht noch der Verband der Betäubung helfen, den kennen wir schon<br />
Der Weinbrand heißt jetzt anders, aber knallen tut er wie eh und je</p>
<p>Wen soll ich hier befreien? Von was? Multiple Geschwüre wuchern wie Unkraut<br />
Der Hals kratzt, sobald er die Pestizide der Ohnmacht schluckt<br />
Mir kommt´s allemal hoch, wenn ich sehe, dass sie lieber ins Sofa furzen<br />
Genausowenig abbezahlt ist das wie die riesige TV-Kathedrale davor<br />
Aus der es brüllt und blökt, zum Vergnügen der versammelten Schafe</p>
<p>Ich grabe, grabe, auf der Suche nach Verständnis, alte Tante Humanität<br />
Meine Nachbarn grinsen vor lauter Unglück, noch ´n Bier oder nen Kurzen?<br />
Gehe in die Knie, gebe mich geschlagen und saufe mit, was das Zeug hält<br />
Hand in Hand feiern wir unsere Behinderungen, bauen statt Brücken Krücken<br />
Sitze neben ner mausgrauen Jogginghosen und denke mir:</p>
<p>Designer-Jeans sind auch Scheiße</p>
]]></content:encoded>
</item>

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