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	<title>leviten &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/leviten/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "leviten"</description>
	<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 04:48:57 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Spon: Der Papst-Besuch beim hässlichen Bush]]></title>
<link>http://letterofintent.wordpress.com/?p=166</link>
<pubDate>Wed, 16 Apr 2008 21:58:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wullenwever</dc:creator>
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<description><![CDATA[Spiegel Online, 16. April, Autor: Alexander Schwabe, Titel: &#8221;Benedikt liest Bush die Leviten]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Spiegel Online, 16. April, Autor: Alexander Schwabe, Titel: "<a title="Benedikt liest Bush die Leviten" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,547884,00.html" target="_blank">Benedikt liest Bush die Leviten</a>"</p>
<blockquote>
<p class="spIntrotext">Er wurde nie konkret, doch in seiner Rede vor dem Weißen Haus hat Papst Benedikt XVI. dem US-Präsidenten trotzdem deutlich ins Gewissen gesprochen: Demokratie könne nur aufblühen, wenn sich die politischen Führer von der Wahrheit leiten lassen - eine Ohrfeige für Kriegsherr Bush.</p>
</blockquote>
<p class="spIntrotext">Gleich in der Einführung zeigt Alexander Schwabe, wo die Reise hingehen soll: In sein Kleinhirn nämlich, in die imaginären Welten eines Spon-Reporters, der sich entscheiden musste: Stelle ich Bush und Benedikt gleichermaßen an den Pranger, als sturkonservative Reaktionäre, Lügner und Massenmörder, so wie Hagen Rether das immer tut oder ich, Schwabe, (in Spiegel-angepasstem Ton) gerade <a title="Hirte trifft Cowboy" href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,547652,00.html" target="_blank">einen Tag zuvor</a>? Oder kehre ich zurück zu den alten Gassenhauern und zeichne das Bild vom kultivierten, beseelten Europäer gegen den wütenden, dummen Ami?</p>
<p>Letzteres ist es geworden. Schwabe hat zwar "nichts konkretes" gehört, aber es sei dennoch ganz deutlich geworden, sagt er: Eine Ohrfeige für Bush.</p>
<p>Dann mal weiter, zunächst noch ein wenig Atmosphäre schaffen:</p>
<blockquote><p>Ein Spielmannszug in historischen Kostümen aus der amerikanischen Kolonialzeit marschiert vorüber unter Querflötenklängen und Paukenschlägen. Bush wippt mit seinem linken Fuß im Takt. Der Papst bleibt ruhig. Sein Herz geht erst auf - das verrät seine Miene - als er danach die sphärischen Klänge einer Harfe und dazu eine wunderschöne Frauenstimme geboten bekommt.</p></blockquote>
<p>Alles klar? Bush wippt zu Militaria, der Deutsche mag es dagegen klassisch. Keine Überraschung.</p>
<blockquote><p>Bush begrüßt das Oberhaupt von einer Milliarde Katholiken auf der Welt offiziell in Amerika. In seiner Ansprache preist er die Vorzüge seiner Nation, <em>wie er sie sieht</em>,...</p></blockquote>
<p>- nun, natürlich: Die Einschränkung muss sein, sonst wär's kein kritischer Journalismus.</p>
<blockquote><p>...all das Gute, das seine Nation für den Globus tut. Den Irak-Krieg zählt er inzwischen wohl selbst nicht mehr dazu - jedenfalls erwähnt er ihn nicht.</p></blockquote>
<p>Es wäre schön, wenn in Deutschland auch mal "all das Gute" erwähnt würde, das selbst aus pazifistisch-tugendhafter Sicht die USA und Bush für die Welt leisten. Ein beispielloses Engagement in Afrika zum Beispiel oder der Kampf gegen Malaria (von dem man hierzulande noch gar nichts gehört hat).</p>
<p>Aber der Irak-Krieg wäre natürlich erwähnt worden. Und wahrscheinlich wäre es richtig gewesen, wenn Bush an dieser Stelle gewünscht hätte, Saddam wäre noch im Amt, bedrohte weiterhin Israel, die eigenen schiitischen und kurdischen Minderheiten, führte die eine oder andere Vergasung durch und verbrächte nebenbei noch seine Freizeit mit dem Hinrichten von unliebsamen Oppositionellen. Hauptsache Diktatur.</p>
<p>Tatsächlich aber hat er es nicht getan, sondern <a title="President Bush Welcomes His Holiness Pope Benedict XVI." href="http://www.whitehouse.gov/news/releases/2008/04/20080416.html" target="_blank">von der Aufgabe Amerikas gesprochen</a>,</p>
<blockquote><p>(to) bring the light of hope to places still mired in the darkness of tyranny and despair.</p></blockquote>
<p>Tja, und damit war der Irak-Krieg gemeint, Herr Schwabe.</p>
<blockquote><p>Stattdessen verweist er auf die humanitären US-Hilfen weltweit. Man gebe Hungernden, bekämpfe Krankheiten, mildere Armut. Bush gibt den Barmherzigen Samariter.</p></blockquote>
<p>Denn Hunger, Krankheit und Armut bekämpfen, das dürfen wir als Samaritertum bezeichnen - da ist es dann gedanklich auch nicht mehr weit zum Pharisäer.</p>
<blockquote><p>Er weiß, was der Papst hören will und führt aus, was der Papst an Amerika schätzt: "Wir sind eine Nation, die den Glauben öffentlich lebt", sagt er. Die Vereinigten Staaten seien "fully modern", vollkommen modern, und zugleich geleitet von "althergebrachter und ewiger Wahrheit".</p></blockquote>
<p>Das hört sich natürlich super an, das mit der <em>althergebrachten und ewigen Wahrheit</em>, solange man es zumindest nicht mit der Wahrheit zusammenbringt, von der Bush gesprochen hat - nämlich dass jeder Mensch ein Recht auf Freiheit und Religionsfreiheit habe.</p>
<p>Aber wahrscheinlich wäre es nicht das gewesen, von dem Alexander Schwabe weiß, dass George W. Bush weiß, was der Papst hören will.</p>
<p>Nun geht es aber endlich los mit den Leviten:</p>
<blockquote><p>Zunächst zitiert Benedikt seinen Vorgänger Johannes Paul II., der die USA fünf Mal besucht hatte: "In einer Welt ohne Wahrheit verliert die Freiheit ihren Grund." Eine Demokratie ohne Werte könne ihre Seele verlieren, mahnt Benedikt. Diese "prophetischen Worte" seines Vorgängers spiegelten eine Überzeugung George Washingtons wider: "dass Religion und Moral eine 'unabkömmliche Grundlage' für politisches Gedeihen sind".</p></blockquote>
<p>Zwischenbemerkung: Wie bei Youtube zu hören ist, spricht Benedikt ein grausames, völlig deutschklischeehaftes Englisch. Das musste mal gesagt werden. Bisher war ja offenbar noch keine Ohrfeige dabei.</p>
<blockquote><p>Benedikt wird in seiner Rede nie direkt - und dennoch ist vollkommen klar, was er sagen will. Immer wenn er einen Satz beginnt mit "Ich bin zuversichtlich, dass…", "Ich bin überzeugt, dass…", "Die Kirche vertraut darauf, dass…" - und er tut dies drei Mal in seiner Rede - sagt er diplomatisch und pädagogisch geschickt, was er von Bush erwartet. Gleichzeitig liest er ihm so die Leviten.</p></blockquote>
<p>Schwabe ist das klar. Uns allen ist das klar. Es <em>muss einfach</em> jedem gerecht denkenden, anständigen Europäer klar sein, dass das so ist. Etwas anderes ist nicht vorstellbar.</p>
<blockquote><p>Es sind Sätze, die viel Spielraum für Interpretation lassen. Doch wer hören will, der höre: "Ich bin zuversichtlich, dass das amerikanische Volk in seinem religiösen Glauben eine wertvolle Quelle der Einsicht finden wird und Inspiration, einen vernünftigen, verantwortungs- und respektvollen Dialog anzustreben im Bemühen, eine humanere und freiere Gesellschaft zu erbauen." Offenbar meint der Papst hier einen Mangel festzustellen.</p></blockquote>
<p>Offenbar meint der Papst hier einen Mangel festzustellen?!? Meine Güte, Schwabe, billiger geht es echt nicht!</p>
<blockquote><p>"Die Kirche ist überzeugt,… , dass Demokratie nur blühen kann, wenn die politischen Führer sich von der Wahrheit leiten lassen und ihre Weisheit auf moralische Grundsätze aufbauen." Die verlogene Begründung des Irak-Kriegs - Vizepräsident Dick Cheney und Außenministerin Condoleezza Rice sitzen unter den Ehrengästen in der ersten Reihe - kann damit nicht gemeint sein.</p></blockquote>
<p>1. Wer von der Wahrheit spricht und Wahrheit anmahnt, spricht über ein universal gültiges Prinzip. 2. Wer jemanden einer Lüge bezichtigt, muss das beweisen können. 3. Wer meinetwegen von Tölpelei oder Dummheiten oder Indiziengläubigkeit spricht, darf das nicht mit Lüge gleichsetzen. 4. Wer ohnehin Bush als Lügner ansieht, wird jeden, der ihm gegenüber das Wort "Wahrheit" ausspricht, als einen ansehen, der Ohrfeigen austeilt. Dies war weder eine Ohrfeige, noch Leviten, noch irgend etwas ähnlich Populäres. Das war höchstens ein kleiner Schwabe, der so was gerne mal machen würde.</p>
<blockquote><p>Und noch eine Ohrfeige für die Bush-Krieger: Benedikt spricht sich für eine Stärkung der Uno aus, die den von den USA angeführten Irak-Krieg nie abgesegnet hat. Er hoffe, die Bemühungen zu unterstützen, dass die Vereinten Nationen zu einer immer wirkmächtigeren Stimme für die legitimen Bedürfnisse der ganzen Weltbevölkerung werden, sagt der Papst. Die Notwendigkeit weltweiter Solidarität habe keinesfalls abgenommen.</p></blockquote>
<p>Nun noch einmal zu dem Begriff "Ohrfeige" - der ja in unserer offenbar immer noch hierarchiegläubigen Gesellschaft gedanklich mit der Tat einer Autorität, erzieherischer oder moralischer Art, verbunden ist: Wer die Vereinten Nationen mit all ihrem Antisemitismus, dem dikaturfreundlichen Völkerrecht, der überbordenden Bürokratie und Korruption und nicht zuletzt der Unterlassungsschuld an den Massenmorden in Ruanda und Sudan, tatsächlich als sinnvolle Einrichtung verteidigen möchte, dem ist nicht mehr zu helfen. Und dem ist auch jede Autorität zumindest moralischer Art abzusprechen.</p>
<p>Dass gleichwohl sowohl Benedikt als auch Bush selbst bei allen möglichen Gelegenheiten derartige Allgemeinplätze über die Bedeutung und den Erhalt der Vereinten Nationen aussprechen, bleibt davon unberührt. Und es zeigt, was von des Papstes Worten hier zu halten ist: Nichts.</p>
<p>Dies gilt insbesondere in Bezug auf den Irak-Krieg, der auch gegenüber der öffentlichen Meinung in den USA auf Grundlage einer UN-Resolution geführt wurde, auch wenn der Sicherheitsrat und hier vor allem die Kumpels aus Frankreich und Deutschland ebendiese Resolution nicht umsetzen wollte.</p>
<blockquote><p>Auch Benedikt würdigt den humanitären Beitrag, den die USA in der Welt leisten - doch umgehend hebt er wieder zu einem Satz an, der als Mahnung an Amerika verstanden werden muss: "Ich bin zuversichtlich, dass dieses Bemühen um die umfassende menschliche Familie sich fortsetzen wird, um auch in der Unterstützung geduldiger Anstrengungen in der internationalen Diplomatie Ausdruck zu finden, damit Konflikte gelöst und Fortschritt erzielt werden können."</p></blockquote>
<p>Ohne schuldhaftes Zögern soll hier also der Papst auf die Mahnung zurückgekommen sein, die auch hier wieder als solche verstanden werden <em>muss</em>. Das Bemühen um internationale Diplomatie und Multilateralismus ist von Seiten der USA ja völlig eingestellt worden und auch nicht täglich im Umgang mit Iran, Nordkorea, China, Sudan, Palästina und vielen mehr mit all ihren Erfolgen zu sehen. Was für eine Ohrfeige.</p>
<p>Das war's. Das waren die Leviten des <span style="text-decoration:line-through;">Herrn Schwabe</span> Benedikt. Da haben wir wieder einmal schön ein paar Minuten verbracht, um uns vom alltäglichen Bush-Hass auf Spiegel Online mitreißen zu lassen.</p>
<p>Der Autor weilt offenbar in Amerika, schließlich berichtet er über den gesamten Papst-Trip. Ich stelle mir vor, wie er in einer amerikanischen Mall einen Kaffee trinkt und dabei die Nase rümpft ob all dieser Unkultur. Es muss ein Bild für die Götter sein.</p>
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