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	<title>kibbutz-kinder-katzen &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/kibbutz-kinder-katzen/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "kibbutz-kinder-katzen"</description>
	<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 02:14:20 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Nicht übertrieben]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=1136</link>
<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 05:17:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Meine Sammlung von BBC-Literaturverfilmungen habe ich neulich wiederum vergrößert: Bleak House. Di]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Sammlung von BBC-Literaturverfilmungen habe ich neulich wiederum vergrößert: <a href="http://www.amazon.com/Bleak-House-Gillian-Anderson/dp/B000CEXG0U/ref=cm_cr_pr_pb_t">Bleak House</a>. Die exzellenten Kritiken auf Amazon nehmen den Mund nicht zu voll. Die Serie ist lang (acht Stunden, die im Nu vergehen) und sehr, sehr gut. In Schnitt und Sound sind zwar ein paar postmoderne Manierismen a la <em>Prison Break</em>, whoosch-whoosh!, auf die man gut hätte verzichten können, aber angesichts der atemberaubend guten Schauspieler und der dichten Atmosphäre ist es kleinlich, das zu bemängeln. </p>
<p>Noch dazu, wo es vermutlich solche Spirenzchen sind, die meine Söhne davon überzeugten, daß es trotz Krinolinen ein sehenswerter und spannender Film ist. Tatsächlich. Ich sehe die ganze lange Serie jetzt zum zweiten Mal - und diesmal mit Mann und Söhnen. </p>
<p>Ich habe Bleak House nicht gelesen, ein Dickens, der mir entgangen ist - aber ich kann mir denken, daß das Buch noch ausladender ist. Die acht Stunden der Serie bringen ein Universum von schrägen, skurrilen, bedrohlichen, faszinierenden und alllzunoblen Charakteren, und ich werde mir das Buch wohl heute mal ausleihen. Die Schauspieler in Bleak House sind natürlich alle erstklassig, und wer BBC pur in die Venen nimmt, der erkennt auch sofort ein paar Stimmen oder Gesichter. </p>
<p>Ich würde Andrew Davies ja zu gern mal Wilkie Collins´ <em>Woman in White </em>in die Hand drücken und gucken, was dabei rauskommt. Oder <em>Villette</em>. Da würde er das Äußerste an Spannung und Grusel rausholen, ohne Zweifel. </p>
<p>Ich habe mehrere <em>Copperfield</em>-Verfilmungen gesehen (ich liebe das Buch seit meiner Kindheit so, daß keine Verfilmung meine inneren Bilder zerstören kann - denn meine erste Ausgabe war sogar Phiz-frei), den obligatorischen <em>Oliver Twist</em> (ich mochte das Buch noch nie und darum auch keine Verfilmung), <em>Our Mutual Friend</em> (mit einem absolut phantastischen David Morrissey als Headstone, und einer traumhaften Jenny Wren) und <em>Martin Chuzzlewit</em> (mit ein paar sehr guten und ein paar sehr schwachen Schauspielern). </p>
<p>Die BBC-Verfilmungen von Dickens sind alle sehr, sehr gut, aber <em>Bleak House</em> kommt den Sehgewohnheiten des heutigen Fernsehkonsumenten wohl am weitesten entgegen, mit der subjektivsten Kameraführung und großzügigem Einsatz von Farbfiltern, die einen von der Wärme unvermittelt in die Kälte stoßen. Puristen tadeln das, ich bin nicht so pingelig. Ich mag nicht an Andrew Davies herumzergeln, auch wenn er die literarischen Vorlagen seriengerecht zuspitzt und auf Cliffhanger dressiert... Untergang des Abendlands!.... denn seine Adaptationen tragen dazu bei, daß die Zuschauer hinterher das Buch lesen. Und das kann ich nicht beklagen. Wenn schon Untergang des Abendlands, dann bitte mit einem Buch in der Hand. </p>
<p>Niemand verliert etwas bei Bleak House, Dickens bestimmt nicht: auch wenn der Zuschauer dann doch nicht zum Buch greift. Immerhin weiß er hinterher, wer Mr. Guppy ist. Und wie leer wäre das Leben ohne Mr. Guppy... und Mrs. Guppy erst. </p>
<p>Heute abend geht es weiter. Ich hab es Primus versprochen. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Geschwisterliebe]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=1117</link>
<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 15:08:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
<guid>http://rungholt.wordpress.com/?p=1117</guid>
<description><![CDATA[16:00 nachmittags
Secundus schnappt sich mein neues Mobiltelefon (der ganze Kibbuz wechselte Modelle]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>16:00 nachmittags</p>
<p>Secundus schnappt sich mein neues Mobiltelefon (der ganze Kibbuz wechselte Modelle und ich konnte diesmal nicht entgehen). Obwohl es das einfachste Modell ist, hat es natürlich einen schraddligen Photoapparat. Secundus macht ein Bild seines eigenen Gesichts, wie es mit jungmännlicher Nonchalance nachsichtig auf dieses simple Modell niederblickt. Dann stellt er dieses Bild als Hintergrundbild in das Handy. "So, jetzt siehst du mich immer, wenn du das Handy aufklappst. Was ja sowieso selten genug ist." </p>
<p>18:00 abends</p>
<p>Secundus zeigt das Handy seinen Geschwistern. Klappt es auf und hält ihnen triumphierend das Bild unter die indignierten Nasen. "Da, seht ihr? Ich bin ihr Lieblingskind. Das ist der Beweis!"</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sprachlähmung]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=1078</link>
<pubDate>Sat, 19 Jul 2008 10:42:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
<guid>http://rungholt.wordpress.com/?p=1078</guid>
<description><![CDATA[Es ist wie verhext. Normalerweise habe ich mit dem Hebräischen keine Probleme. Im Laufe der Jahre h]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wie verhext. Normalerweise habe ich mit dem Hebräischen keine Probleme. Im Laufe der Jahre habe ich mir einen ganz ordentlichen Wortschatz zurechtgelegt, was gar nicht so einfach ist, denn das Hebräische ist sehr sparsam mit Adjektiven, und wo andere Sprachen ein ganzes Arsenal auffahren, um Schönheit zu beschreiben, beschränkt sich das Hebräische auf ein knappes "yafe". </p>
<p>Außerdem schnitze ich ja bekanntlich dauernd an meiner Sprache, höre besonders gut zu, wenn jemand redet, und beschließe, mir besonders elegante Redewendungen, Zitate und Überleitungen anzueignen. Dazu noch mein aussichtsloser Kampf gegen den bleifüßigen germanischen Akzent, der die falschen Silben betont, die falschen Vokale dehnt oder öffnet und die Konsonanten vorn im Mund plattmacht, statt sie hübsch in den Rachen fallen zu lassen. Ich sehe es schon als eindeutiges Kompliment an, wenn man mich nach dem Vortrag fragt, "woher kommst du eigentlich, bestimmt aus Europa?", statt sofort Deutsch mit mir zu sprechen. </p>
<p>Doch nie fühle ich mich der Härte dieser Sprache hilfloser ausgeliefert als beim Spiel "eretz ir", mir als "Stadt Land Fluß" bekannt. Da ich das Glück hatte, in einer spielverrückten Familie aufzuwachsen, habe ich mir immer was auf meine Fähigkeiten bei Stadt Land Fluß und Wortzerlegen zugutegetan - wir haben nächtelang Wörter zerlegt, daß es nur so eine Art hatte, und die kreativen Berufe, die besonders mein Stiefvater beim Stadt Land Fluß zu Papier brachte, waren legendär. Ich bewahre ein paar der alten Blätter auf, die seine Brillanz beweisen, und wir waren seine würdigen Mitstreiter. </p>
<p>Aber was nützt vergangener Ruhm? </p>
<p>Hier und heute wird das Blatt eingeteilt in "eretz, ir, chai, zomeach, domem, yeled, yalda, mikzoa" - also Land, Stadt, Tier, Pflanze, Gegenstand, Junge, Mädchen, Beruf. Gut. Ich nehme mir jedesmal eisern vor, nur hebräische Begriffe aufzuführen, doch sobald die Kinder den Buchstaben rufen, um den es in dieser Runde geht, tritt bei mir akute Sprachlähmung auf. </p>
<p>He???? Ich zermartere mir das Hirn, bis ich Hungaria hinschreibe. Eine Stadt mit he? Mir fällt nur Hamburg ein. Tier? Hobbit. Pflanze? Hibiskus. Junge? Hugo. Mädchen? Hildegard. Ja verflixt noch mal, gibt es sowas nicht auf Hebräisch? Die Kinder lassen es durchgehen, lachen über Hugo und gehen in die nächste Runde. "Mama, jetzt aber auf Hebräisch!" Ja ja schon gut. </p>
<p>Lamed! Ein einfacher Buchstabe. Latvia, Los Angeles. ("Mama, in Stadt und Land bist du gut") Pflanze? Louisa, eine Art Zitronenmelisse. Tier? Löwin, oh, levia, das klingt so ähnlich. Und schon ist es aus. Ein Mädchenname mit lamed? Louisa. Geht Louisa auch als Beruf?</p>
<p>Chet? Keine Chance. Wer bitte ist schon so entartet, ein Land mit chet anfangen zu lassen? Mir fällt gar nichts mehr ein. </p>
<p>Mem! Das sollte doch einfach sein. Mem, mem... Mexiko. Marburg. Murmeltier. Mimi. Michael, oh gut, das gibts auch auf Ivrit. ("Mama, in allem anderen bist du aber gar nicht so gut!") Murmeltier geht nicht? Maus vielleicht? Beruf Meckerfritze? Maurermeister? Me-me-mechaniker, oh - mechonai! Mechonai geht. </p>
<p>Shin! Kinder, das ist die letzte Runde, Mama kann nicht mehr. Shin, shin, oh Gott. Shvedia, gut. Shtrasburg, okay. Und nun? Gilt Shishlik als Pflanze? "Mama! Das ist doch was zu essen!" Gut, dann als Tier? Bitte? Auch ein Shishlik hat mal gelebt? Nichts da, zwei Punkte für Mama, nicht viel. </p>
<p>Die Kinder ziehen im Triumph ab, sie haben mich haushoch besiegt. Ich bleibe zurück und zermartere mein Gedächtnis nachträglich auf der Suche nach einem Gegenstand mit Vav. Oh, der vav selbst, das heißt nämlich Haken. Mensch, bin ich blöd, aber ich kann das Spiel einfach nicht auf Hebräisch spielen. </p>
<p>Mein einziger Trost: der EinzigWahre neben mir. Er hat sich in sein Sprachwerk von Berlitz vertieft, "Germanit für ewige Anfänger". Er nimmt die Kopfhörer ab und sieht mich verzweifelt an. Warum die Deutschen immer nur an S*x denken, denn ohne den kann man kein Deutsch lernen, alles muß männlich, weiblich, sächlich sein, und warum? Warum der Auto, aber das Wagen? Er zerbricht sich die Zähne daran, "hier steht: klassisches Musik, klassisches Katze, sag du das doch mal, wie kann man sowas aussprechen?" Ich sage ganz lässig, "spätklassizistisches Kunsthandwerk", er vergräbt wimmernd den Kopf im Sofakissen. </p>
<p>Das Shishlik ist gerächt! </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Grenzen des Edelmuts]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=1075</link>
<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 19:57:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
<guid>http://rungholt.wordpress.com/?p=1075</guid>
<description><![CDATA[Freitagabendnachrichten. Alles voll mit Reportagen über Familie Regev, Familie Goldwasser, Trauer, ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Freitagabendnachrichten. Alles voll mit Reportagen über Familie Regev, Familie Goldwasser, Trauer, Tod, ehemaligen Schulkameraden, die Journalisten holen auch den letzten Zentimeter Material heraus und quetschen jeden Zufall des Schicksals gründlichst aus. So die Tatsache, daß Goldwasser praktisch neben dem Haus, wo die Familie Haran gewohnt hat, zur Schule gegangen ist. </p>
<p>Y. und ich sehen uns an. Es sind vor zwei Jahren außer den beiden, diesen sehr tragischen Fällen, 119 Soldaten ums Leben gekommen. Kann keiner denn mal auch an die erinnern, die mit Regev und Goldwasser beim selben Überfall ums Leben gekommen sind, ganz zu schweigen die vielen anderen? Und was ist mit den Zivilisten, die gestorben sind in dem Krieg, von dem wir alle reden, sind die keine Erinnerung wert? Es ist zwei Jahre her, sollten wir nicht mal an alle Opfer denken? Vielleicht auch mal die von der anderen Seite, mal analysieren, wie Entscheidungen zustande kamen, ob man rückblickend nicht vielleicht Lehren zieht fürs nächste Mal und so weiter? Ob und wie man Zivilisten in Zukunft wirksamer schonen kann? Zwei Jahre Libanonkrieg II, das ist mehr als Regev und Goldwasser, so sehr ich mir  ihr Schicksal zu Herzen nehme. </p>
<p>Nun, am Ende dieser Trauerorgie nimmt Y. meine Hand und meint mit komischem Ernst: ich danke dir, daß du aus dem ruhigen, schönen Deutschland (er liebt D.) in dieses schwierige Land gekommen bist, und alles nur wegen mir <em>ahabal </em>(unübersetzbares Wort, ähnlich wie Tembel, aber noch tembeliger). Und ich, mit grenzenlosem Edelmut: ach, für dich hätte ich gern noch viel schwierigere Sachen gemacht, ich bin doch gern hier und fühle mich als Israelin. Und er küßt mir die Hand und verschwindet, geht unter die Dusche. </p>
<p>Schön? Schön. </p>
<p>Drei Minuten später brummt ein fetter, brauner, geflügelter, wipphörniger, unendlich ekliger Kakerlak durch die Luft -  direkt auf mich zu. Ich springe auf, er knallt direkt auf meinen Laptop und zappelt auf den Tasten. Ich hole die mörderische Dose Spray und meine Rufe holen den heroischen Gatten aus der Dusche. Im Laufe der Jahre habe ich sterbende Schlangen eigenhändig von der Straße getragen, Skorpione unter der Schmutzwäsche erschlagen, Heere von Läusen von Kinderköpfen (und unter Grausen von meinem eigenen) gekämmt und Generationen von Kakerlaken ausgelöscht. Doch wenn sie die Luftwaffe gegen mich einsetzen, das ist zuviel. </p>
<p>Während Y. mir zuruft, überlaß ihn mir!, und schaumbedeckt die Gefahr von Weib und Kind abwendet, bricht es aus mir heraus: mir reicht´s! Nasrallah und Haniya, meinetwegen, aber bei fliegenden Djukim hörts bei mir auf! Warum hab ich bloß einen Israeli geheiratet???!!! </p>
<p>Ehrenwort, genauso wars. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Auf dem Nestrand]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=1064</link>
<pubDate>Thu, 17 Jul 2008 17:51:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[hockt mein Großer, schlägt aufgeregt mit den Flügeln. So ist das im Kibbuz, man hilft den Kindern]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>hockt mein Großer, schlägt aufgeregt mit den Flügeln. So ist das im Kibbuz, man hilft den Kindern, selbständig zu werden.</p>
<p>Ich habe ja schon öfter erwähnt, daß der Kibbuz als Gemeinschaft den Kibbuzkindern an wichtigen Stellen des Lebens begegnet. Natürlich wird jede Geburt am Schwarzen Brett angezeigt. Das erste Shavuot-Fest nach der Geburt: die Eltern tragen die Babies auf die Bühne, mit Blumenkränzchen geschmückt, die Baby-Metapelet hält eine schöne Rede und der Sekretär des Kibbuz begrüßt die Kinder offiziell als bnei und bnot kibbutz. Im Eingang zum Dining Room hängen Bilder aller Eltern und Kinder aus.</p>
<p>Der Übergang vom Kindergarten in die Schule: im Dining Room hängt ein großes Plakat der zukünftigen Schulkinder. Früher war es so, daß jede Mutter ein Stück Stoff ausgehändigt bekam, um darauf ein Motiv und den Namen des Kindes zu sticken, und das wurde im Kindergarten aufgehängt, eine bunte Wand mit Namen. Ich mochte dieses Ritual gern und habe mir immer gern die Stickbilder angeguckt, die viele Jahre zurückgingen. Als der Kindergarten von der Aufsichtsbehörde übernommen wurde, hat die "Schulrätin" der Umgebung gesagt, sie findet die Dinger häßlich und sie gehören abgehängt. Das hat viele Kibbuzeltern vergrätzt, diese Städterin soll uns was zu sagen haben? Sie hat sich dann durchgesetzt, leider.</p>
<p>Traditionell haben die Kinder bei den Festen besondere Aufgaben: die Kindergärten feiern mit den Alten im Altersheim, die Erstkläßler singen jedes Jahr Ma nishtana beim großen Seder im Dining Room, und die Sechstkläßler suchen jedes Jahr den Afikoman, der mit einem Rätsel verbunden wird.</p>
<p>Dann der Übergang von der sechsten Klasse, der letzten Grundschulklasse, auf die höhere Schule. Ein großes Fest jedes Jahr, der Sekretär des Kibbuz kommt, hält wieder eine Rede und schenkt jedem Kind einen Schulranzen. Als nächstes Bar bzw Bat Mitzva, das bis vor kurzem auch in der Gruppe gefeiert wurde. Inzwischen hat man die Familienfeiern und die Gruppenfeier getrennt, es wurde einfach zu riesig. Aber auch zu dieser Gelegenheit stehen die Kinder wieder auf der Bühne und werden herzlich und persönlich vom Sekretär beglückwünscht, und wieder ein Poster im Dining Room. (All diese Poster, Plakate und Bilder werden im Archiv aufbewahrt.)</p>
<p>Zur Abschlußfahrt nach Polen und zum Führerschein tut der Kibbuz Geld dazu, fast die volle Summe, wenn die Jugendlichen eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden ableisten.</p>
<p>Und dann mit 18. Diesmal keine Rede und kein Handschlag. Der Kibbuz lädt die volljährig Gewordenen zu einem Treffen ein, bei dem sie über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt werden. Sie bekommen ihr eigenes Budget, das Geld, das sie verdienen, und das Budget, das der Kibbuz jedem Kind einräumt, kommen ihm jetzt direkt zugute. Jeder bekommt in der "jugendlichen Gegend" des Kibbuz eine eigene kleine Einzimmerwohnung (Bilder werden folgen, versprochen) mit eigenem Telefonanschluß und für Leute, die noch die Wäscherei nutzen, eigener Wäschenummer und eigenem Fach. Sie bekommen eine eigene Magnetkarte zum Einkaufen, ein eigenes Bankkonto (das wir noch über den Kibbuz führen, wir sind bestimmt die letzten Kibbuzniks ohne Konto) und, wenn sie den Führerschein haben, eine eigene Auto-Magnetkarte.</p>
<p>Und so ist mein Primus also zum Geburtstag von uns ausgestattet worden. Er hat seine Wohnung übernommen, saubergemacht, eingerichtet. Er kocht in der letzten Zeit oft, hilft freiwillig im Haus mit, fragt mich, wie man dies oder jenes macht, und überlegt, welche Bücher er mitnimmt. Zwischendurch kommt er immer wieder zu mir, gibt mir einen Kuß und sagt, "die kleine deutsche Mama mag das nicht".</p>
<p>Nein, ehrlich, die kleine deutsche Mama mag das nicht wirklich, sie würde ihn gern wieder in den himmelblauen Schlafanzug mit den Füßchen stecken, und mit dem Reißverschluß vom Nacken bis an den dicken Zeh. Neee, er sah so süß darin aus. Aber er wird erwachsen, er wird den Rest des Sommers arbeiten und im November eingezogen (gius kravi), und kein Weg führt mehr in den Schlafanzug zurück. Das ist ja auch gut so. Und er wohnt weiterhin im Kibbuz, der Kibbuz ist unser Zuhause und seines auch. Der Auszug ist eine Tradition, die nicht von Machtkämpfen, Diskussionen oder Unsicherheiten begleitet wird, weil er bei ihm und seinen Freunden gleichzeitig stattfindet. Seine Freunde seit dem Babyhaus sind auch seine Nachbarn, sie kennen sich, sie verstehen sich größtenteils ganz gut. Er wird das Doppelhaus mit dem Mädchen teilen, mit dem er schon im Babyhaus in einem Zimmer war - er am Fenster, sie an der Tür.</p>
<p>Warum also mag ich das nicht? Ach, ich mag es ja, ich bin ja stolz auf ihn und auf sein problemloses Reinwachsen in die erwachsene Welt von Verantwortung und Selbständigkeit. Aber ich mag es nicht, daß die Zeit so schnell vergeht und ein Meilenstein nach dem anderen hinter uns liegt, mit unserem Ältesten. Ich sage jeden Tag zum Augenblick, verweile doch, du bist so schön! Es hilft leider nicht.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fast vorbei]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=1021</link>
<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 11:37:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Am Sonntag ist die letzte Stunde mit dieser netten Gruppe, einerseits ist es schade, weil ich sie to]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag ist die letzte Stunde mit dieser netten Gruppe, einerseits ist es schade, weil ich sie total ins Herz geschlossen habe und sie mich auch - heute brachte mir eine Studentin eine Sonnenblume mit (wir haben ja über van Goghs Sonnenblumen gesprochen und so). Sie meinte, ich bin der Sonnenstrahl ihres Stundenplans. Ich habe das Kompliment gern zurückgegeben.</p>
<p>Ich habe meinen Plan so umgestellt, daß tatsächlich was dabei rauskam. Wir haben innerhalb weniger Tage ganze Jahrhunderte durchschritten, und die Studenten, die zu Anfang jede Art Kunst als überflüssigen Luxus ansahen, haben jetzt viel mehr Verständnis. Die Stunde über Kunst als Protest hat ihnen gut gefallen. Ich bin rasant zu Jackson Pollock übergegangen und hoffe, sie werden auch diese alles andere als einfachen Werke besser verstehen. Eigentlich ist es ja vermessen und irrsinnig, so eine Gruppe von der Renaissance bis Jackson Pollock zu führen, und das auf einem Fundament von "gurnischt mit e bissele gurnischt". Aber es geht.</p>
<p>Aber ich bin kaputt, es ist unheimlich intensiv, die Vor- und Nacharbeit allein schon, und die Stunden selbst. Dazu kommt, daß jetzt im Tammuz die Hitze und Helligkeit und der grau-grelle, staubige Himmel ihren Höhpunkt erreichen. Juli, August - kaum auszuhalten. September ist auch furchtbar heiß, aber das sind wenigstens Herbst-Windstürme. Oktober geht schon, November wartet man sehr auf Regen, und Dezember.. oh Mann, nicht dran denken. Was gäb ich nicht um so ein nettes Gewitterchen. Ich schlepp mich so rum.</p>
<p>Was jenseits vom Sonntag liegt, der ferne Berg an neuen Aufgaben, weiß ich nur theoretisch. Keine Ahnung, wie ich alles auf die Reihe kriege. Secundus murrt schon: immer arbeitet ihr nur, ihr seid die langweiligsten Eltern, die es überhaupt gibt! Der Junge hat Recht, leider. Mir müssen mal wieder was unternehmen.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Habent sua fata]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=1010</link>
<pubDate>Sat, 05 Jul 2008 20:40:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Manchmal tut es mir leid, daß keines meiner Kinder eins der Bücher lesen wird, die das ganze Haus ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal tut es mir leid, daß keines meiner Kinder eins der Bücher lesen wird, die das ganze Haus verstopfen. Dabei ist doch das die wahre Freude des Bibliomanen, andere in seinen Wahn mit hineinzuziehen. Nun, zu 50% ist die jugendliche Bevölkerung dieses Hauses von der Bibliomanie befallen, und auch Quarta liest sich langsam durch das Kleine Haus auf der Prärie, das ich ihr mitgebracht habe. Nur Secundus winkt ab. Er hat Harry Potter gelesen, was will ich noch?</p>
<p>Meine deutschen Bücher stehen unberührt. Es sind nicht mal mehr meine Freunde unter den <em>Vatikim </em>am Leben, die sich bei mir immer Bücher ausgeliehen haben - die vermisse ich sehr, es war immer so schön, hinterher über die Bücher zu sprechen, und ich habe mir auch bei ihnen immer welche ausgeliehen.</p>
<p>Aber die Leseratten, also Primus und Tertia, haben ein beliebtes Spiel, das sie mit mir spielen, wenn es Abend wird und wir im Wohnzimmer sitzen.</p>
<p><a href="http://rungholt.files.wordpress.com/2008/07/tertia-mini-primus.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1014" src="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/07/tertia-mini-primus.jpg?w=300" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p><em>Tertia, Mini, Primus</em></p>
<p>Sie zeigen auf ein Buch, und ich muß sagen, was drin steht. Das hat als Prüfung angefangen ("hat unsere Mutter diese Bücher wirklich alle gelesen?"), ist dann aber zu einer Gelegenheit geworden, Geschichten zu hören. Denn besonders die alten Bücher faszinieren sie, sie können sich nicht vorstellen, daß man so alte Bücher lesen kann, noch dazu in deutscher Schrift!</p>
<p>Jedes der alten Bücher hat natürlich eine Geschichte, die meisten davon eine Familiengeschichte. Die alte Ausgabe von David Copperfield, die mein Großvater seinen Kindern früher vorgelesen hat. Er hat Literatur und Kunst geliebt. Ich habe eine ganze Anzahl seiner Bücher von meiner Oma geschenkt bekommen: eine Stuttgarert Ausgabe aus der Kriegszeit, weil er und meine Oma Hölderlin sehr liebten (und ich ja auch), Bücher über Kunst, in denen ich alte Briefumschläge von seiner Hand gefunden habe. Dieser Großvater ist gestorben, bevor ich geboren wurde, aber meine Oma hat sein Angedenken lebendig gehalten, indem sie mir immer gesagt hat, daß ich ihm in meinen Interessen ähnele, und wie schade es ist, daß sich unsere Lebenswege nicht gekreuzt haben.</p>
<p>Dieser David Copperfield mit dem verschnörkelt-schwungvollen Namenszug meines Großvaters ist mir besonders lieb. Meine Oma hat mir erzählt, wie er sich abends aufs Sofa gesetzt hat, unter die Stehlampe, die er spöttisch die "Gemütsbirne" nannte, weil sie birnenförmig war und sehr gemütliches LIcht gab, und seine Kinder zu sich rief. "Vater liest vor". Die jüngste Tochter war von Uriah Heep so beeindruckt, daß sie unsympathische Menschen so nannte - natürlich deutsch ausgesprochen.</p>
<p>Meine Oma hat sich gefreut, daß ich den Copperfield in dieser Ausgabe kennengelernt habe, und hat ihn mir nach einem längeren Besuch bei ihr geschenkt. Meine Kinder lesen Dickens auf Hebräisch, das ist auch gut -  die deutsche Schrift können sie nicht lesen. Können deutsche Kinder das noch?</p>
<p>Dann die uralte, bereits zerfallende Ausgabe von Dahns Kampf um Rom, diesem Historienschinken, durch den mehr Edelmenschen edeln und mehr Tückmenschen tücken als durch jedes andere Werk, das ich kenne. Wie spannend finde ich das Buch immer noch... Ich leide nach wie vor mit den Goten mit und wünsche mir heftig bei jedem Lesen, daß es diesmal vielleicht doch anders ausgeht, und Goten und Römer ein neues Volk gründen. Oh, diese Griechlein, oh, dieser Narses!</p>
<p>(Übergehen wir mit diskretem Schweigen, daß mein detailliertes Wissen zur Endzeit Roms, das während meines Studiums eine Dozentin tonnenschwer beeindruckte, sich aus keiner anderen Quelle speiste als Felix Dahn - den ich cum grano salis sehr nützlich finde, um sich Daten und Abfolgen von Kaisern und Königen zu merken!)</p>
<p>Das Buch ist mit einer Widmung versehen, für einen anderen Großvater. Er hat es 1922 zu seiner Konfirmation geschenkt bekommen. Die Papierqualität war damals nicht glänzend. Im Buch liegt noch eine alte Postkarte aus den 50er Jahren, an eine Tochter dieses Großvaters gerichtet, die jung gestorben ist. Diese alte Pathosformelsammlung bedeutet also die einzig greifbare Erinnerung an Menschen, die meine Kinder nie kennengelernt haben, und die so im Umweg über ihre Bücher Gestalt annehmen. Zur Ehre meiner Kinder sei gesagt, daß sie atemlos zuhören, das Buch und die Postkarte in die Hand nehmen, sich alles genau angucken und viele Fragen stellen.</p>
<p>Und die vielen dunkelblauen Bände, was sind das für Bücher? Hast du die wirklich alle gelesen? Ja, das ist eine Goethe-Gesamtausgabe, die habe ich hier in Israel geschenkt bekommen, aus dem Nachlaß eines Menschen, den ich nur über Umwege kannte. Und die habe ich alle gelesen, ein paar kannte ich schon, ein paar andere, wie die Farbenlehre, habe ich in dieser Ausgabe zum ersten Mal kennengelernt. Mit leisem Schrecken wird mir klar, daß der Name Gätä den Kindern nichts sagt. Gut, was haben mir die Namen Agnon und Bialik gesagt, als ich 15 war?</p>
<p>Sie fragen, ob das was Lesbares dabei ist. Ich habe gesagt, ja, und daß ich in ihrem Alter gern die Wahlverwandtschaften gelesen habe, und streckenweise auch den Werther, und auch den Wilhelm Meister. Ich erinnere mich mal schnell, in welcher Welt ich mich bewegt habe, als ich so alt war wie die Kinder, und schließe den Gedanken ganz schnell wieder weg. Ich habe junge Israelis erzogen, allerhöchstens auf dem Umweg über Amos Elon kann ich ihnen das 19. Jahrhundert näherbringen, das ich mit 15 für mich entdeckt habe.</p>
<p>Tertia meint, wenn es eine gute Übersetzung gibt, würde sie das mal versuchen mit dem Gätä. Leider sind ja viele Übersetzungen sprachlich so verstaubt, daß sie kaum lesbar sind. Das Ivrit hat sich rasant verändert, und zwischen dem Ivrit der 30er Jahre und dem heutigen liegt mehr Abstand als zwischen uns und Gäta.</p>
<p><a href="http://rungholt.files.wordpress.com/2008/07/boys-and-books.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1016" src="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/07/boys-and-books.jpg?w=300" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p><em>Lesende Jungen (wer entdeckt den dritten?) </em></p>
<p>Und das Buch mit den Pfeilen? Oh, das. Ich hole es vom Regal und auch ein altes Photoalbum. Ich zeige ihnen ein uraltes Bild, Weihnachten 1964, ein Kind in einem Kinderstühlchen mit einem Ball in der Hand, den es einer jungen Frau reicht. Im Hintergrund: ein arg gewölbter kleiner Fernseher auf Spinnenbeinen, ein Gummibaum, eine Cezanne-Reproduktion und ein Bücherregal. Darin steht das Buch mit den Pfeilen.</p>
<p>Tatsächlich ist dieses Buch das fast einzige Stück Strandgut, das ich aus meiner frühen Kindheit gerettet habe. Alles andere ist im Scheidungskrieg meiner Eltern untergegangen, beide haben ein neues Leben angefangen, und ich habe nur ein paar Puppen und Puppenkleider gerettet. Auch meine alten Bilderbücher, an die ich mich noch erinnere, vom Schlaufuchs und von Mama Ente, die sind verschollen, und Herr Bozzi, der Hund auf Rädern, der vor Hobelspänen knisterte.</p>
<p>Dieses alte Buch mit den Pfeilen ist eine Ausgabe der Deutschen Heldensagen. Als Primus den Film Beowulf gesehen hatte, habe ich ihn schwer beeindruckt, als ich das Buch rauszog und ihm zeigte, daß das eine alte Geschichte ist, und daß ich sie kenne, seitdem ich lesen kann. Siegfried und die Nibelunge kennt er ebenfalls aus dem Film (den ich den Kindern sogar geschenkt habe, weil ich wußte, daß sie sonst nicht mal einen Begriff davon haben, wer Siegfried überhaupt war). Ich bin mit der griechischen Mythologie und den germanischen Heldensagen aufgewachsen, und ich bin schon zufrieden, daß meine Kinder sich wenigstens bei Zeus und Hera ganz gut auskennen.</p>
<p>Das soll nicht wie eine Beschwerde klingen. Primus liest Etgar Keret (und empfiehlt ihn sehr), David Grossman, Kafka, außerdem Thriller und alles, was ihm in die Hände fällt. Tertia fängt an, sich wie ich in dem Alter für historische Romane und Biographien zu interessieren, außerdem lesen beide gern Science Fiction (wo ich nun gar nicht mitreden kann). Um ihre Zukunft als Leser ist mir nicht bange.</p>
<p>Was aber aus meinen Büchern mal werden soll?</p>
<p>Die Arbeitsbibliothek, eine stattliche Sammlung, die unser Schlafzimmer ziert und schmückt, spende ich der Uni, sollen sie damit machen, was sie wollen. Sind ein paar gute Stücke dabei, und das meiste davon gibt es in der UB nicht (sonst hätte ich es ja nicht aus allen Antiquariaten des Alten und Neuen Kontinent zusammengetragen).</p>
<p>Und die Bücher im Wohnzimmer, die schöne Literatur? Keine Ahnung. Ich habe Y. schon vorgeschlagen, mein Ableben mit einem Lagerfeuer auf der Wiese zu begehen (wäre ich Griechin, würde ich mich darauf natürlich einäschern lassen, mit einer Garderobenmarke der UB im Mund, für den Fährmann) (pardon für die makabre Idee, aber die drängt sich mir einfach schon seit Jahr und Tag auf).</p>
<p>Und was ist mit den endlosen Reihen deutscher Kinderliteratur, die ich abends immer vorgelesen habe, als die Kinder noch klein waren? Keiner will Deutsch lesen, das ist ihnen viel zu anstrengend, sie meinen, Lesen muß Spaß machen und nicht in Arbeit ausarten. Tertia meint streng, "Mama, hättet ihr nicht so seltsame Pünktchen und dieses ß, <em>nicha</em>, würde ich mir das ja noch mal überlegen... aber SO!" Keines meiner Kinder wird vermutlich den alten David Copperfield aus Leseneugier in die Hand nehmen. Das tut mir manchmal leid. Für die Bücher, nicht für die Kinder.</p>
<p><a href="http://rungholt.files.wordpress.com/2008/07/mama-quarta.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1015" src="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/07/mama-quarta.jpg?w=225" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p><em>mit Quarta</em></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der viele arabische Kaffee... ]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=992</link>
<pubDate>Sun, 29 Jun 2008 08:06:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8230;.kreist noch immer in den Adern und verscheucht den Schlaf von meinen Lidern, doch statt die ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>....kreist noch immer in den Adern und verscheucht den Schlaf von meinen Lidern, doch statt die Stunden zu produktiver Arbeit zu verwenden, polstere ich lieber mein in letzter Zeit etwas gerupft aussehendes Blögchen auf.</p>
<p>HIer ein paar Meldungen, die etwas weniger grimmig sind als mein letzter Eintrag. Alle haben mit Musik zu tun. (Vielleicht sollte ich den Rest der Nacht darauf verwenden, endlich eine neue Kategorie aufzumachen und alle Beiträge mit Musik zu taggen????)</p>
<p>1. Das ist im Moment <a href="http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1214492517628&#38;pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull">der große Hit im Libanon</a>:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/iQGFkrc1tO4'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/iQGFkrc1tO4&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>Ja, mir gefällt <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SZSfvlzNbvA&#38;feature=related">Fayrouz </a>auch besser, aber ist es nicht verrückt, daß eine israelische Transsexuelle im Libanon die Hitparaden stürmt? Na gut, nicht die Hitparaden, aber immerhin die Liste der meistgespielten Nummern eines Radiosenders.</p>
<blockquote><p><span class="lead">"Say No More," a pulsating trance music track by up-and-coming Israeli female singer Aderet and DJ Dvir Halevi, has been at the top of the playlist this month on the "Beirut Nights" Internet radio station devoted to dance music (www.beirutnights.com). </span></p>
<p><span class="lead">When contacted by <em>The Jerusalem Post</em> a representative of Beirut Nights named Sami responded in an e-mail that Israeli music was regularly featured on the station.</span></p>
<p>"We grew up in Beirut listening to Ofra Haza and Ishtar Alabina," Sami said. "We play Aderet, but also Dana International, Sarit Hadad, and DJs Yahel and Ofer Nissim. It's not a policy because there is no policy, it is just music. You shouldn't make a big deal about it, because it might hurt us since we are surrounded by fanatics who ultimately have no place in Lebanon.</p>
<p>"<strong>If you ask 70% of the Lebanese population, they would tell you that Iran is more of an enemy than Israel.</strong> If the government needs to implement laws, they should start with laws against terrorists like Hizbullah rather than implement old outdated rules," he said.</p></blockquote>
<p>Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - dieser Mann meint, daß schätzungsweise 70% der LIbanesen wissen, daß der Feind im Iran und nicht in Israel sitzt. Hut ab, liebe Nachbarn, damit habt Ihr vor Deutschland die Nase vorn in realistischer Einschätzung der Lage im Nahen Osten. Kein Wunder, Ihr lebt ja auch hier.</p>
<p>(Eines verspreche ich hiermit feierlich: wenn die Grenzen endlich offen sind, gehen Y. und ich uns eine Nacht in Beirut um die Ohren schlagen, tanzen und Taboule essen und wieder tanzen und dann noch etwas Taboule.)</p>
<p><a href="http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3561022,00.html">2. Idan Raichel auf Al Jazeera</a></p>
<blockquote><p><span class="text14"><span>Idan Raichel, one of the most successful modern <span class="bluelink">Israeli</span> musicians, recently starred on the Arabic television network al-Jazeera.</span></span></p>
<p>“It was very exciting and surprising to have been given the opportunity to reveal a side of Israel other than the conflict, to the Arab public,” said Raichel following a one-hour long interview broadcast from the Persian Gulf’s Qatari capital of Doha.</p>
<p><span class="text14"><span>Khan praised Raichel and presented him as one of Israel’s most successful artists, “Triumphant in unifying cultures in a region of dispute.” </span></span></p>
<p>“Raichel utilizes Israel’s different ethnicities in order to promote tolerance and understanding. He blends sounds from an array of cultures and creates unique musical fusion,” said Khan.</p>
<p>“In a country with such an ethnic mix and cross-cultural tensions, the eclectic and innovative sounds that Raichel creates, are a breath of fresh air. His music is influenced by Ethiopian, Yemenite and Zulu music,” he said.</p></blockquote>
<p>Hier eines der beliebtesten Lieder von Idan Raichels Projekt:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/S0EKUMbTJ30'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/S0EKUMbTJ30&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>(eine andere Version gibt es <a href="http://www.youtube.com/watch?v=mSHX7so63fo&#38;feature=related">hier</a> und ein anderes Lied <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qnGHZM-Yclw&#38;feature=related">hier</a>)</p>
<p><a href="http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3560647,00.html">3. Boaz Ma´uda tourt durch Europa.</a> Was dabei rauskommt, weiß ich nicht genau - es ist wohl ein ziemliches Spektakel mehr oder weniger abgehalfterter Eurovisions-Teilnehmer aus Mittelmeerländern, aber vielleicht kommt er ja auch mal in nördlichere Gefilde. Obwohl Ma´uda bekanntlich unser Nachbar ist, bin ich kein großer Fan. Darum verzichte ich auf ein Musikvideo, hören wir ihn lieber sprechen.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/M-tqXUM5WA8'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/M-tqXUM5WA8&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>Ja, er spricht mit den Händen, und ja, das machen wir alle hier, und ja, ich auch. Okay???? *<em>spiralförmiger Wirbel mit rechter Hand nach oben</em>* You chave ha-problem wid zat? *<em>drehende Bewegung mit rechter Hand</em>*</p>
<p>Immerhin können er und seine Band als Beweis dafür dienen, wie viele orientalische Juden es in Israel gibt, d.h., wie viele Juden aus arabischen Ländern fliehen mußten. Und wie wild gemischt junge Israelis inzwischen sind. Man sollte meinen, so ein Bild reicht, um den ewigen Rassismusvorwurf ad absurdum zu führen...</p>
<p><img class="alignnone" src="http://www.ynetnews.com/PicServer2/02012008/1488133/DIM026_afp_wa.jpg" alt="" /></p>
<p>4. Noch eine private, sentimentale Erinnerung. Im Restaurant lief heute ein Lied, das hier vor ein paar Jahren der große Hit war, während der Terrorwelle. Es ist eigentlich ein Liebeslied, schien aber damals sehr zur Situation zu passen (Unser Weg ist nicht leicht...etc) und wurde pausenlos überall gedudelt. Es war die erste CD, die sich meine Jungens von ihrem eigenen Geld kauften, und war eigentlich ihr Übergang von Rolfs Zuckowskis Liederbüchermaus und dem Hasen, der unter dem Kohl ein Haus hat, zu eigenständigem Musikgeschmack.</p>
<p>Es kam wohl in einer Fernsehserie vor, <em>Ha-Burganim</em>, Die Bürgerlichen, die haben wir aber nie gesehen. Trotzdem konnte man dem Lied damals nirgends entfliehen. (Text wieder mal <a href="http://www.hebrewsongs.com/song-darkeinu.htm">hier</a>, für alle, die damit Ivrit lernen wollen :D )</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/3QRn29PKuo8'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/3QRn29PKuo8&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein echter Fan]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=982</link>
<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 19:01:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es rührt mich, wie treu meine Kinder immer für Deutschland halten, besonders Secundus. Wir sitzen ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Es rührt mich, wie treu meine Kinder immer für Deutschland halten, besonders Secundus. Wir sitzen zusammen und gucken Türkei-Deutschland, Secundus hat die Beine hochgelegt, trinkt ein Bier (kaufen wir extra für solche Gelegenheiten) und freut sich, daß wir zusammen gucken. Alle anderen schlafen, es war so ein langer, heißer Tag.</p>
<p>Er wartet auf Shvaynshtaigers erstes Tor. "Mama, ich sage schon seit Jahren, das ist der beste Spieler der Welt", sagt er mit strahlenden Augen. Dann erzählt er mir, wie er und seine fußballverrückten Freunde vor Beginn der EM gewettet haben. Jeder Junge setzt 10 Shekel auf seine Mannschaft. Der, dessen Mannschaft am weitesten kommt, streicht das Geld ein.</p>
<p>Bardugo hat auf Kroatien gesetzt, Ferber auf Frankreich, Yoram auf Holland, Ori auf Portugal und Rafi auf Italien. Er aber, Secundus "ha gever", der Mann, war und ist immer für Deutschland. Als einziger in der Stufe, aber nicht in der Schule, wie er meint. "Nö, ich bin nicht der einzige", meint er, "in der Sechs gibt es noch einen Deutschlandfan, der hat sogar ein Trikot gekauft, so eins, wie ich es auch habe". Er geht zu Parties in seinem Schweinsteiger-Trikot, der Junge. Es ist ihm ganz egal, was andere dazu sagen - sein Status als Alphatier ist sicher genug (wie wir auch auf der Abschlußfeier im Internat gesehen haben, die er als Regisseur geleitet hat). Und dann ist er stolz auf die Deutschen, wenn sie gut spielen.</p>
<p>Im Moment läuft es nicht so gut, ich weiß nicht, ob die Deutschen nicht können oder nicht wollen, aber die Türken spielen fast allein. Na ja, solange wir noch Bier haben, ist Secundus zufrieden. Ich hänge mein Herz sowieso nicht an einen Sieg für Deutschland.  Und Secundus hat seine 50 Shekel schon sicher.</p>
<p>Updates:</p>
<p>- verdientes Tor für die Türkei. Was ist mit Lehmann los? Wenn die Türken durchhalten, gewinnen sie verdient. Das wäre eine Sensation.</p>
<p>- Secundus ist zufrieden, sein Lieblingsspieler gleicht aus. Selbst die israelischen Reporter sind begeistert.</p>
<p>- Yoram Arbels Versuch, den Namen Itziksbärgär auszusprechen, ist noch schöner als Märtäsäcker und Mätzäldär. Nur Lamm ("wunderbar, der Junge") geht leicht über die Zunge. Und Ballack, aber der ist ja kaum zu sehen heute. Oh, und aus Secundus´Lieblingsspieler wird schon mal Shvanshtayner. Oh, ich wünschte, ich würde die israelische Übertragung auf Youtube finden... jetzt sagt er einfach Itzles-mashu. Das bedeutet Itzles-something.</p>
]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Juli kommt]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=969</link>
<pubDate>Wed, 18 Jun 2008 05:20:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Juli Tamir nämlich, die MInisterin für Bildung und Erziehung, besucht heute die Schulen meiner Kin]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Juli Tamir nämlich, die MInisterin für Bildung und Erziehung, besucht heute die Schulen meiner Kinder. Sie tingelt anscheinend gerade durch die Schulen des Landes, um die Lehrer von ihrer Version der "Erziehungsreform" zu überzeugen, die in verschiedenen Versionen das Land aufwühlt, seit ich mich erinnern kann. Juli Tamir ist eine Intellektuelle und machte auf mich immer einen sympathischen Eindruck, und ich hatte gehofft, daß sie diesem Ministerium ihren Stempel aufdrückt und den Schaden wieder gutmacht, den ihre Vorgängerin angerichtet hat - die hat nämlich wie wild gekürzt, teilweise die Lehrerausbildung so verstümmelt, daß wir die Auswirkungen noch lange spüren werden. Eine ganze Generation inkompetenter Lehrer wird auf die Kinder losgelassen, ein erschreckender Gedanke.</p>
<p>Jedenfalls muß auch Juli zwischen der Kürzlust ihrer ministerialen Kollegen und den berechtigten Ansprüchen der Lehrerschaft und Hochschulen und Eltern, und den unberechtigten Ansprüchen all dieser balancieren, und sie macht das leider eher schlecht als recht. Man bemerkt sie kaum. Andere bestimmen den Diskurs über die Rolle der Bildung und Erziehung in Israel - als ob wir munter sprudelnde Ölquellen hätten und das Land mit anderen Rohstoffen als Hirnschmiere am Laufen halten könnten. Jeder weiß es, daß wir exzellente Lehrer, Schulen, Kindergärten und Hochschulen  zum Überleben brauchen, und doch sinkt das Niveau im internationalen Vergleich beständig. Leider sehe ich nicht, wie Juli Tamir das aufhalten, geschweige denn wieder umkehren kann.</p>
<p>Ich habe sie mal bei einer Podiumsdiskussion erlebt, vor einem Jahr, und finde nach wie vor, sie macht einen klugen, nachdenklichen Eindruck und spricht interessant, kompetent und ohne Phrasen. Heute wird sie den Zoo an der Schule der Großen besuchen, geführt von Secundus, der der Liste der berühmten Leute, die er getroffen hat, ihren Namen stolz hinzufügt. Sie wird auch mit den Schülern eine Art Fragestunde abhalten, aber Tertia meint, sie hat nichts zu fragen, und Primus schläft lieber - er hatte gestern Englisch-Abiprüfung und hat nun bis zur nächsten Prüfung frei.</p>
<p>Immerhin nett, daß die Ministerin unsere kleine Ecke am Ende der Welt besucht - oder ein Zeichen dafür, daß ihr Einfluß soweit erodiert ist, daß sie persönlich die Lehrerschaft zu überzeugen versucht, daß sie die Lösungen für die gesammelten und angesammelten Probleme der Erziehung in Israel hat. (Wenn es ein Bild gibt, wird es selbstverständlich hier zu sehen sein.)</p>
<p>Später:</p>
<p>I. Bericht von Tertia:</p>
<p><em>Also, Mama, die kam mit einem ganzen Autobus voller Leute! Mit ganzen vielen Photographen und so. Die sind tatsächlich genau in das Lernzentrum gekommen, wo ich gerade war. Da bin ich ganz schnell zur Seite gegangen, damit sie mich nicht filmen. Aber sie ist viel kleiner, als ich gedacht hatte.<br />
</em></p>
<p>II: Bericht von Secundus:</p>
<p><em>Boah, Mama, die hatte viele Leute dabei! Die Schule hatte ein Buffet aufgebaut, da waren ganz leckere Sachen dabei. Da hat die Juli sich ganz viel zu essen mitgenommen, die hat die ganze Zeit gegessen. Das Buffet war aber auch echt gut. Sie war bei uns im Zoo, ich habe die Führung gemacht, und sie hat mich auch ein paar Sachen gefragt (zufriedenes Grinsen). Dann mußte sie weg, aber ein paar Leute aus ihrer Begleitung sind noch eine ganze Weile dageblieben und haben sich von unserem Projekt mit geistig Behinderten erzählen lassen und ganz viel gefragt. Na ja, die waren aber nicht so wichtig wie die Juli. </em></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bibliomania]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=966</link>
<pubDate>Tue, 17 Jun 2008 18:58:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Für seine enormen Verdienste um die Fabrik bedachte Der Chef meinen lieben Y. mit einem Bonus: ein ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Für seine enormen Verdienste um die Fabrik bedachte Der Chef meinen lieben Y. mit einem Bonus: ein langes Wochenende in Eilat, mit Frau. Im Gegensatz zu ähnlich ausgezeichneten Kollegen strahlte Y. nicht vor Glück, weil er gleich wußte, daß seine Frau sich  bei der Aussicht, in Eilat an einem Hotel-Swimmingpool zu fläzen, sich eher gruselt als freut. Zwei Nächte ohne die Kinder! Ein fremdes Bett!</p>
<p>Y. ließ sich das also eine Weile durch den Kopf gehen. Dann fragte er Den Chef, ob er statt dessen nicht lieber zu Steimatzky gehen kann (das ist die große Bücherkette in Israel, leider gibt es bei uns in der Provinz kaum unabhängige Buchläden, doch diese Tränen weine ich ein andermal). Der Chef guckte groß, dann sagte Er, "na klar, für 2000 Shekel kannst du bei Steimatzky einkaufen, reich Mir die Rechnung hinterher rein".</p>
<p>Als Y. diese frohe Nachricht beim Abendessen Weib und Kindern überbrachte, sah er in lauter glückliche Gesichter. Denn von unseren vier Kindern sind zwei ausgemachte Leseratten, die schon recht nette Sammlungen an Büchern aufgebaut haben. (Auch die traurige Tatsache, daß sie meine vielen guten deutschen Bücher nicht lesen können oder wollen, obwohl sich viele von ihnen gut für sie eigenen würden, beweine ich demnächst mal, aber nicht heute).</p>
<p>Primus und Tertia fingen sofort an, mit leuchtenden Augen, die Schwelgerei zu planen, legten Listen an und fragten Freunde nach Buchtips. Ich hatte <em>naches </em>an den Kindern.</p>
<p>Secundus meinte, hm, er wünscht sich ein Kochbuch, und Quarta meinte, sie würde lieber allein mit Mama nach Eilat fahren. Die beiden sind weitaus weniger biblioman veranlagt als ihre Geschwister. Sie wollten auch nicht mitkommen, es reichte ihnen, daß wir ihnen was mitbringen. Aber gefreut haben sie sich auch.</p>
<p>Es war gleich klar, daß wir nach <a href="http://wikimapia.org/5903519/he/M_%D7%94%D7%93%D7%A8%D7%9A">Em-ha-derech fahren</a>, da ist die beste <a href="http://www.m-haderech.co.il/Shops-stimatski.html">Steimatzky</a>-Filiale der Gegend, auf dem Weg nach Tel Aviv. Sie sind gut sortiert in Kunstbüchern und englischen Büchern und Jugendbüchern. Und doch nicht zu weit weg, nur 40 Minuten.</p>
<p>Und so fuhren wir heute nach Em-ha-Derech. Ich hatte wieder <em>nachat </em>an meinen Kindern, wirklich, es war einfach wunderbar. Die beiden Verkäuferinnen (von denen die eine Ahnung hatte, die andere sehr nett aber ahnungslos war) waren schwer beeindruckt. Die eine, ältere, wanderte mit Tertia die Bücherreihen ab und schlug ihr alles mögliche vor. Ich hörte nur Tertias artiges Stimmchen, "oh ja, das habe ich gelesen, es ist sehr schön - hm, das kenne ich  - oh ja, die Serie sammle ich - ja, hm, kenne ich auch - ja, ha ich auch gelesen...", und am Ende fand sie selbst die Bücher, die sie interessierten.</p>
<p>Dann suchten wir für Quarta Bücher aus, die sie vielleicht doch interessieren werden, bis Y. sich den Kochbüchern für Secundus widmete und ich den Kopf in die Kunstabteilung steckte.</p>
<p>Primus unterhielt sich inzwischen mit der jungen Verkäuferin über Bücher, und sie strahlte ihn geradezu an und sagte hinterher zu mir, "mein kleiner Sohn heißt auch Primus, und ich hoffe, er wird mal so ein kluger, belesener junger Mann! den habt ihr aber gut erzogen!" Ich steckte das Lob bescheiden ein, obwohl es mir nicht zukommt, denn je älter ich werde, desto weniger glaube ich an Erziehung... eher schon an Gene und Glückssache.</p>
<p>Wir haben uns richtig schön Zeit gelassen, und wir hatten auch Glück. Sie hatten lauter Bücher, die wir unbedingt haben wollten. Mit Quarta berieten wir uns telefonisch, gut, daß sie nicht dabei war, das hätte ihr zu lange gedauert. Ich höre so gerne, wenn Primus und Tertia sich über Bücher unterhalten und Tips tauschen und sich beraten.</p>
<p>An der Kasse meinten dann beide Verkäuferinnen, so einen großen Privatkauf hatten sie noch nie. "Sonst kaufen nur Büchereien so ein..." "Na ja, wir sind ja auch fast eine Bücherei", meinte Y. Und weil sie neugierig waren, erzählte Y. ihnen von seinem Tausch, Bücher für 2000 NIS statt zweieinhalb Tage in einem Hotel in Eilat. Weil man davon länger was hat und die ganze Familie und weil wir Bücher lieben. Das fanden die Verkäuferinnen natürlich toll.</p>
<p>Die ältere fragte mich, ob ich was mit Kunst mache, und setzte mich auf die Liste von Kunden, die sie über Sonderaktionen bei Kunstbüchern informiert. Sie erzählte mir von ihrer letzten Fahrt nach London und der Ausstelllung, die sie da gesehen hat. Hätte es Kaffee bei ihnen gegeben, dann hätten sie uns dazu eingeladen. Es war richtig nett.</p>
<p>Als wir die Beute zum Auto geschleppt hatten, meinte Tertia trocken, "die vergessen uns nicht so schnell". Primus wollte sich noch Sportschuhe kaufen, Tertia und ich verzogen uns mit einem Buch ins Auto.</p>
<p>Wirklich, ich bin gegen jede Idealisierung des Elterndaseins, denn letztendlich ist Eltern- wie Kindschaft nichts weiter als eine menschliche Beziehung zwischen Menschen, die einander nicht gewählt haben und sich gegenseitig sehr wehtun können. Aber heute war ein schöner Tag.</p>
<p><a href="http://rungholt.files.wordpress.com/2008/06/books.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-967" src="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/06/books.jpg?w=300" alt="" width="351" height="263" /></a></p>
<p>Und jetzt wollen wir nur hoffen, Der Chef hält Sein Wort.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gedrängte Übersicht]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=950</link>
<pubDate>Sun, 08 Jun 2008 18:32:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Gestern nachmittag: zur Feier von Primus´Geburtstag in einen Film gegangen, den wir alle zusammen s]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern nachmittag: zur Feier von Primus´Geburtstag in einen Film gegangen, den wir alle zusammen sehen können, Narnia II. Eher enttäuschend - für Quarta zu gruselig und zu traurig, für die Jungen zu unblutig (Secundus: "hm, dey kitschy", ziemlich kitschig), für Y. zu einschläfernd. Tertia und ich hatten vermutlich den meisten Spaß, ich an der Landschaft und den Kostümen, Tertia an der kämpfenden Maus.</p>
<p>Dann sind wir essen gegangen, in unser Stamm-Restaurant in Usfiya, die Kinder wählen immer drusisches Essen, wenn sie können. (Ich hatte sie eigentlich in ein Restaurant am Strand schleppen wollen, es ging gerade die Sonne am Mittelmeer unter, als wir aus dem Kino kamen, aber da war nichts zu wollen - sie wollten drusisch-libanesisch essen.)  Im Restaurant trafen wir einen der Unternehmer, dessen Firma für Y. ziemlich viele Aufträge übernommen hat und von dem er mir schon erzählt hat. Große Begrüßung, die Familie hat auch vier Kinder (aber Jungens - zwischen sieben und zwei Jahren alt), wir haben uns an nebeneinanderliegende Tische gesetzt und die ganze Mahlzeit über gequatscht. War richtig nett, wir sind für übernächste Woche in ihr Dorf eingeladen. Ich werde Bilder machen. Sie wohnen im christlichen Viertel, neben einem alten Kloster. Sehr interessant.</p>
<p>Heute hatte ich wieder einen Vortrag, puh, ich komme schon nicht mehr hinterher mit dem Rechnungen-in-die-Buchhaltung-einreichen. Jedesmal ein anderes Thema, jedesmal stürze ich mich rein, als ginge es ums Ganze. Eingeladen hatte mich ein Nachbarkibbuz, die haben alle Kulturclubs für ältere Mitglieder, und alle Leute kannten Y. von Kindsbeinen an. Das war schön, wie seine alten Lehrer, Eltern seiner Freunde, Freunde seiner Eltern und Großeltern sich freuten, ihn zu sehen.</p>
<p>Und jetzt häkle ich wie eine Welt-, nein, Europameisterin dem Spiel Deutschland-Polen entgegen. Y. hat massenhaft Sonnenblumenkerne und Bier gekauft, für Quarta Malzbier. Wir halten alle feste für Deutschland. Ich häkle mehr, als ich gucke, muß eine weitere Babydecke fertigkriegen.  Secundus ist richtiger Fan, er hat Shvayshtaigers Bild über dem Bett und deutsche Trikothemden, mit denen er rumläuft, wann es nur geht.</p>
<p>Hoffentlich geht es so aus, wie er hofft. Obwohl einem dann die Polen schon geradezu leidtun könnten.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kleinigkeiten]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=948</link>
<pubDate>Fri, 06 Jun 2008 20:47:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich war heute wieder mal Wahlleiterin, und seit längerer Zeit gemeinsam mit der netten Britin, die ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war heute wieder mal Wahlleiterin, und seit längerer Zeit gemeinsam mit der netten Britin, die auch mal Volunteer war. (Es ist ja immer spaßig, wenn wir die Stimmen auszählen, ich auf Deutsch, sie auf Englisch, und wir hatten auch schon öfter einen Brasilianer und einen Russen im Team, so daß beim Auszählen babylonische Sprachverwirrung herrschte - was aber nützlich war, denn gemurmelte Zahlen in einer Fremdsprache stören einen nicht beim Zählen).</p>
<p>Ich hatte sie eine Weile nicht gesehen, und so fragte ich, was ihre großen Töchter machen. "Ja", meinte sie, "Debbie ist ja nun wieder zurück". Ich, etwas verwirrt, "wo war sie denn?" Debbies Mutter: "Ach, das hast du gar nicht mitgekriegt. Sie hat ja angefangen zu studieren, unten in Sderot, am Sapir College..." "Was studiert sie denn?"</p>
<p>Die Mutter, in etwas zweifelndem Ton: "Sie will Erzieherin und Kindergärtnerin werden, sie studiert also Frühpädagogik, sie ist ja nicht sehr ehrgeizig... " "Ach, das ist ein schöner Beruf, und interessant! Da kann sie sich im Laufe der Jahre immer weiterentwickeln, unterschätz das nicht. Die Bezahlung ist mies, aber der Beruf selbst ist eine Herausforderung." Debbies Mutter seufzt. Sie arbeitet in einer ganz anderen Branche. Aber es ist nicht nur das.</p>
<p>Sie: "Ja aber es ist ja gar nicht dazu gekommen. Sie ist ja mit Absicht runter gegangen nach Sderot, aber irgendwann hat sie es nicht mehr ausgehalten. Immer der Beschuß, und ihre Wohnungskameradin hat sich nicht mehr wohgefühlt und ist zurück nach Tel Aviv, und Debbie hat mehrere Raketen fallen gesehen... und dann fielen die Raketen auch auf dem Campus... und da habe ich ihr gesagt, komm wieder hoch in den Norden. Dabei wurde sie gerade so schön selbständig!"</p>
<p>Ich: "Oh, das ist aber schade. Na, sie kann ja an einer anderen FH weitermachen, es gibt doch auch hier in der Gegend ein paar." "Das ist leider nicht so einfach, sie hat sich schon erkundigt. Weil sie mittendrin abgebrochen hat, muß sie ganz neu anfangen. Das wirft sie ein Jahr zurück. Sie jobbt jetzt hier in der Fabrik."</p>
<p>Ein Jahr ist nichts, wir verlieren hier und da im Lebenslauf viel mehr. Debbies Mutter hat auch nicht weiter geklagt. Was ist das schon, wenn eine junge Frau, die gerade zwei Jahre Wehrdienst hinter sich hat, nun fast ein Jahr in der Fabrik arbeitet, weil sie ein akademisches Jahr verpaßt hat? Das ist doch eine Kleinigkeit, ein Nichts.</p>
<p>Aber eigentlich ist es schon ein ziemliches Ding, wenn ich darüber nachdenke. So viele Lebensläufe werden unterbrochen, gestört, so viele Kleinigkeiten, die man nicht einmal erwähnt im Vergleich zu den großen Unglücksfällen des Lebens. Und doch: wir alle kennen Studenten, die ihre Zukunft planen und daran arbeiten. Daß diese Pläne wegen Raketenbeschuß aufgegeben und geändert werden müssen, ist in Deutschland eher selten. Hier ist es einfach Thema eines mütterlichen Informationsaustauschs. Ja, ist eben so, Debbie sucht jetzt was anderes. Ihre Mutter hofft, daß Debbie nicht nach England geht., wo sie selbst herkommt und noch viel Familie hat.</p>
<p>Ach ja: wenn sie nach England geht, wird sie bestimmt nichts anerkannt bekommen von dem, was sie hier macht. Vergessen wir den britischen Boykott nicht! Auch wenn er nicht beschlossen ist - die Atmosphäre ist eisig für Israelis, Studenten und Dozenten. Ganz schön absurd. Vermutlich müßte sie sich noch gegen bittere Angriffe verteidigen, wegen der unmenschlichen israelischen Politik... Verkehrte Welt.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Heiter]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=916</link>
<pubDate>Mon, 26 May 2008 14:37:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Heute hatten wir eine kurze Unterredung mit einem Rentenfritzen, denn seit der Kibbuz kein richtiger]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hatten wir eine kurze Unterredung mit einem Rentenfritzen, denn seit der Kibbuz kein richtiger Kibbuz mehr ist, ändern sich solche Abmachungen ein bißchen, und der Mann sollte uns auseinandersetzen, wie unsere Zukunft als Rentner aussieht. Wie also die Beschlüsse des Kibbuz sich konkret bei uns auswirken. Er ist vom Kibbuz als Berater angeheuert worden.</p>
<p>Solche Gespräche gehen natürlich glatt über meinen Verstand, ich sage nichts und lasse Y. die Fragen stellen. Der Mann war so wieselflinker Zahlenjongleur, der uns in Windeseile Diagramme auf die Tafel malte und mit Prozenten um sich warf. Mein Gehirn schaltete auf Mathestunden-Modus um, sprich: ich guckte mir die Bilder an den Wänden an und hängte sie in Gedanken um.</p>
<p>Nachdem er mit Y. gefachsimpelt hatte, wandte er seine Aufmerksamkeit mir zu und vesuchte zu ergründen, was ich eigentlich beruflich mache. Er war für einen Moment wie vor den Kopf geschlagen, dann sagte er: "Kunstgeschichte? ist das interessant?" Ich war sehr höflich und verkniff mir die ehrliche Antwort, "interessanter als Rentenberechnungen", sagte nur, "oh ja". Und dann lehnte er sich plötzlich im Stuhl zurück und fing an zu feixen. "Also, wenn ich höre, Kunstgeschichte, dann denke ich immer an den da Vinci-Code. Das war ein tolles Buch! der Film war ja ne Enttäuschung, aber das Buch!"</p>
<p>Und dann fixierte er mich und fragte: "du verstehst also was von dem, was die in dem Buch erzählen?" Ich, verzweifelt versuchend, ernst zu bleiben, "ja ja". Er: "Und ist da was dran an der Geschichte?" Ich: "Leider ist die ganze schöne Verschwörungsgeschichte nur heiße Luft, diese Theorien waren auch schon lange bekannt". Er: "Aber einen da Vinci gab es doch wirklich, oder? war der denn wirklich so gut und wichtig?" Ich kämpfte sehr mit einem unerklärlichen Hustenreiz, und dann empfahl mir der Rentenfritze, den neuen Indiana-Joe-Film zu sehen. Er meint, der war viel besser als der da Vinci-Code, und er würde mich bestimmt interessieren.</p>
<p>So endete diese Unterredung auf einer heiteren Note.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Volljährig]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=913</link>
<pubDate>Sun, 25 May 2008 10:53:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich habe das Gefühl, ich werde heute zum zweiten Mal volljährig. Nein nein, so schlecht ist meine ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe das Gefühl, ich werde heute zum zweiten Mal volljährig. Nein nein, so schlecht ist meine Mathematik auch wieder nicht, mir ist schon klar, daß ich älter als 36 bin... aber mein Ältester wird heute 18. Er hat heute nachmittag eine Abiprüfung, deswegen ist er noch zuhause, und erzählt mir gerade, wie viele Mädchen ihn schon angerufen, -gesimst und -gemailt haben. Eine erkleckliche Anzahl.</p>
<p><img src="http://farm1.static.flickr.com/28/37297562_e3ea1a0739.jpg?v=0" alt="" width="320" height="480" /></p>
<p><em>Primus als Baby, Sommer 1990, im blauweißen Strampelhöschen</em></p>
<p>Ist das wirklich schon so viele Jahre her, daß ich etwas verdattert in der Klinik des Kibbuz stand, bereit, ins Krankenhaus zu fahren, und die Krankenschwester freundlich sagte, "bald bist du Mutter, was sagst du dazu?" Ich sagte gar nichts, denn nach überlanger Schwangerschaft mit enorm schwerem Baby fühlte ich mich schon keineswegs kinderlos, auch wenn er noch nicht geboren war.</p>
<p><img src="http://farm1.static.flickr.com/27/37297659_093f9323fe.jpg?v=0" alt="" width="320" height="480" /></p>
<p><em>Primus als Ältester von Dreien, mit Tertia im Herbst 1993</em></p>
<p>Wir verstehen uns gut, Primus und ich, ich habe nichts an ihm auszusetzen und es war bisher lächerlich einfach, seine Mutter zu sein. Er war sehr empfindsam als kleiner Junge, aber irgendwann hat er das überwunden, vielleicht hat ihm seine Körpergröße dabei geholfen, die ihm überall automatisch Respekt verschafft und Witze über seine Brille gar nicht erst aufkommen läßt.</p>
<p><img src="http://farm1.static.flickr.com/21/37297588_f456a5e52d.jpg?v=0" alt="" width="320" height="480" /></p>
<p><em>kurz vor der Einschulung, 1996</em></p>
<p>Er ist hilfsbereit, verantwortungsbewußt, erzählt seiner Mutter alle seine Abenteuer, liest gern gute Bücher, hat nette Freunde, die wie er sind und wenig jungmännliche Allüren zeigen. Wenn die Nachbarin Hilfe braucht, schiebt er den Nachbarn im Rollstuhl den Hügel rauf und gibt ihr seine Handynummer, damit sie ihn immer rufen kann, wenn sie möchte. Er trägt seiner kleinen Schwester den rosa Ranzen und lädt ihr den MP-Player mit Musik voll, nach ihren detailliereten Wünschen. Er fegt für Mama die Treppe und geht mit Abba einkaufen. Hm, mir fällt gerade nichts ein, was schwierig wäre mit Primus.</p>
<p><img src="http://farm1.static.flickr.com/32/37297625_cef07c48a7.jpg?v=0" alt="" width="500" height="320" /></p>
<p><em>Secundus, Primus, Tertia, 2001</em></p>
<p>Er war ein Schreibaby, das stimmt, aber das waren Y. und ich auch. Es war ja lustig, wenn ich mit Primus durch den Kibbuz zog und mich alte Frauen beim Klang seines Weinens versonnen ansahen. "Tatsächlich, so hat der Y. auch immer geweint. Wir haben im Babyhaus eine Zinkwanne unter den Wasserhahn gestellt, und beim Lärm des einlaufenden Wassers hat er sich beruhigt. Oh, und der Opa (Y.s Vater) hat auch viel geschrien, das weiß ich noch. Der war aber auch so oft krank als Kind". Das war nett und beruhigend, daß es da Präzendenzfälle gab. Denn ich hatte ja eigentlich mir vorgenommen, ein so glückliches Kind grosszuziehen, das NIE weinen muß.</p>
<p>Allerdings war ich die ersten zwei, drei Jahre mit Primus todmüde, weil er nachts sehr unruhig war. Ich bin sogar mal zur Kinderpsychologin gegangen, die hier regelmäßig zu Besuch kam und durch die Kinderhäuser ging. Sie sagte mir die weisen Worte, die auch wahrwurden: "je älter Primus wird, desto weniger Probleme wirst du mit ihm haben", und so war es auch. Seit das nächtliche Weinen aufgehört hat und die Anpassung mit der Brille, hat er keine Probleme mehr gemacht.</p>
<p><img src="http://farm1.static.flickr.com/63/194742839_eb8b0f379d.jpg?v=0" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p><em>Sommer 2006, während ich meinen Kriegsfimmel in Aufräumfimmel umwandelte, mit einem alten blauweißen Strampelhöschen</em></p>
<p>Übrigens war die Erste, die ihn angerufen hat, seine geliebte Cousine, die am gleichen Tag geboren ist. Nur ein paar Stunden vor ihm. Sie ist auch so ein braves Mädchen, ich weiß nicht, woran es liegt. Die beiden stehen sich sehr nahe.</p>
<p><a href="http://rungholt.files.wordpress.com/2008/05/aba-primus-tertia.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-914" src="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/05/aba-primus-tertia.jpg?w=300" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p><em>November 2007, mit Vater und Tertia</em></p>
<p>Mazal tov, mein Großer.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Neulich, beim Elternsprechtag]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=852</link>
<pubDate>Sat, 24 May 2008 09:14:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[an der High school. Das ist immer ein Kraftakt! Wir haben Primus und Tertia mitgenommen, Secundus ha]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>an der High school. Das ist immer ein Kraftakt! Wir haben Primus und Tertia mitgenommen, Secundus hat mir eine lange Liste seiner Lehrer vorbereitet. Als wir ankamen, strömten schon Scharen von Eltern und Jugendlichen herbei. Wir trennten Streitkräfte: Y. und Primus in Richtung Naturwissenschaft, Tertia und ich ins Gebäude Geisteswissenschaften. In jedem Gebäude liegen Pläne aus mit einem Grundriß, auf dem eingezeichnet ist wo welcher Lehrer sitzt. Und dann heißt es eben, warten, bis man dran ist.</p>
<p>Die Leute sehen anders aus als in Deutschland, kein Zweifel, was daran liegt, daß es fast alles Kibbuzniks sind. Nach wie vor erkennt man Kibbuzniks. Die Erwachsenen kleiden sich wie die Jugendlichen, niemand ist schick oder teuer gekleidet. Väter tragen Jeans und irgendwelche Hemden und Schluppen, nur die die drusischen Väter in ihren Offiziersuniformen fallen auf. Die Mütter kleiden sich genau wie ihre Töchter, Jeans und irgendein Top und wilde Haare. Oh, und die Lehrerinnen und Lehrer sehen auch nicht anders aus. Wenn man einen ausgewachsenen Mann in karierten <a href="http://blog.tapuz.co.il/akevim/images/1677789_9.jpg">Pantoffeln </a>rumlaufen sieht, ist es entweder <a href="http://www.apk-chronik.de/data/images_f/1976jim2.jpg">Alfons der viertel-vor-Zwölfte</a> oder ein Kibbuznik oder ein Lehrer für Geographie an unserer Schule.</p>
<p>In einer Warteschlange stand ich zwischen zwei niederländischen Müttern, die unbekümmert über ihre Umgebung lästerten. "Typisch israelisch" war nicht das einzige, was ich verstand. Ein Elternpaar sprach  Portugiesisch. Die Niederländerinnen und die vermutlich aus Brasilien stammenden Eltern fingen an, sich zu unterhalten und zu vergleichen, wie viele zweisprachige Kinder ihre Kinder in der Klasse haben. Tertia brachte mir Tee, und ich konnte nicht anders als sagen, "danke Schatz". Daraufhin die Niederländerinnen, etwas dismayed, "oh weh, eine Deutsche! die hat uns verstanden!" Und ich dachte, ich kenn fast alle Eltern an der Schule!</p>
<p>Mit Tertia zum Lehrersprechtag gehen ähnelt übrigens einem altrömischen Triumphzug. Wo das Kind eintritt, entspannen sich die Gesichtszüge der Lehrer, und sie rufen, "ach, das liebe Mädchen! so klug, und dabei so still! immer nett! hat immer ihre Hausaufgaben! und ihr Heft ist so ordentlich!" Der Lehrer für Bibel, ein religiöser Freak mit Kippa und Birkenstocksandalen, meinte, ihre Arbeiten zeigen, daß sie wirklich Interesse am Fach hat und sich eigene Gedanken macht. Was Tertia abstreitet. Ihre Kunstlehrerin (die mal meine Studentin war) möchte, daß Tertia Kunst als Leistungskurs ("chamesh yechidot") nimmt. Tertia will das nicht, die Begeisterung der Lehrerin ist ihr peinlich.</p>
<p>Die Lehrer auf Secundus´ Liste waren deutlich weniger enthusiastisch. Ihnen ist klar, daß sie im Leben meines Sohnes eine eher untergeordnete Rolle spielen. Mich interessieren weniger die Noten, mehr das Sozial- und Lernverhalten. Immerhin macht keines meiner Kinder in der Richtung Probleme, sie sind nicht frech und stören nicht, das ist immerhin schon etwas. Und die Noten, tja. Y. meint, er sieht in Noten weder einen Liebesbeweis der Kinder noch einen Garant für ihre Zukunft. Das ist Sache der Kinder, sie lernen für sich selbst und nicht für uns oder die Lehrer.</p>
<p>Wenn ich mich erinnere, wie wichtig bei uns früher Noten waren, und wie ich von Mathe- zu Lateinarbeit gelebt habe, bin ich wieder froh, daß das Schulsystem hier entspannter ist.</p>
<p>Primus, fast durch sein Abi, hat sich eigentlich von seinen Lehrern verabschiedet. Er versteht sich mit seinen Lehrern sehr gut, sie loben ihn auch alle. Interessanterweise sind Primus und Tertia Leseratten, und das schlägt sich auf die Schulleistungen nieder. Ich erkenne auch bei meinen jugendlichen Schülern sofort, wer liest und wer nicht.</p>
<p>Er und seine Freunde haben Kuchen verkauft, wie das auch in Deutschland an manchen Schulen üblich ist. Ich habe aus nichts einen Quark-Ölteig gemacht, mit Äpfeln gefüllt und hübsch geflochten, wurde sehr hübsch. Als Primus mit den vier Zöpfen ankam, war er stolz, daß alle dachten, die sind gekauft. Sie haben auch gut verdient, die Kinder, das Geld wird für die Abschlußfeier gebraucht.</p>
<p>Und ich war wieder mal beeindruckt, mit welcher Nettigkeit und Hingabe die Lehrer meiner Kinder arbeiten, für so wenig Geld und so wenig soziale Anerkennung. Die ich ihnen hiermit von ganzem Herzen ausspreche!</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tertia]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=897</link>
<pubDate>Mon, 19 May 2008 12:54:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[meint, sie will auch mal Musik vorstellen, wie ihre Brüder.

Eviatar Banai, einer der großartig be]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>meint, sie will auch mal Musik vorstellen, wie ihre <a href="http://rungholt.wordpress.com/2008/03/06/musikabend-ausgesucht-von-den-jungen/">Brüder</a>.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/8_AKnFFT5aE'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/8_AKnFFT5aE&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>Eviatar Banai, einer der großartig begabten Banai-Familie, von denen ich ja schon einiges hier reingestellt habe. Das <a href="http://www.hebrewsongs.com/?song=yeshlisikui">Lied </a>heißt "Chance auf Rettung", großzügig übersetzt, <em>sikui le-hinazel</em>. (Na, Hebräisch-Studenten, was ist das für ein Binyan, le-hinazel?)</p>
<p>Ebenso wie wir hört sie gern <a href="http://www.berry.co.il/">Berry Sacharoff</a>, Nizozot, Funken. "Klassika". Zwar keine ideale Fassung, ein etwas verwischter Konzertmitschnitt, aber vielleicht stellt ja mal eine bessere Aufnahme ein? Den Text finde ich auch nicht.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/z5flHwVEpMs'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/z5flHwVEpMs&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>Meir Banai (ja ja, dieselbe Familie wie Yossi, Yuval, Eviatar, Orna, Ehud, Boaz...Banai), Shaar ha rachamim, Tor der Barmherzigkeit. Diesen Clip hat wohl ein Schüler nach seiner Abschlußfahrt nach Polen gemacht, das Lied ist das Original von Meir Banai, aber der <a href="http://www.hebrewsongs.com/?song=shaarharachamim">Text </a>hat mit dem Holcaust nichts zu tun, sondern mit dem <a href="http://www.hebrewsongs.com/?song=shaarharachamim">Goldenen Tor</a> in Jerusalem.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/RfLAiXXU13M'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/RfLAiXXU13M&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>Wenn ihr noch was einfällt, poste ich es, versprochen.</p>
<p>Primus kommt gerade angetigert und meint, er hat dieses Lied:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/FiNGrSNZ1UY'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/FiNGrSNZ1UY&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>gerade auf Quartas Wunsch auf ihren wunderbaren neuen MP3-Player geladen. (Ihren ersten MP3 hatte sie in die Wäsche geworfen, den zweiten hat sie von ihren Ersparnissen selbst gekauft...)</p>
<p>Die Band heißt <em>Eyfo ha-yeled,</em> wo ist das Kind, weiß auch nicht wieso. Und das Stück <em>Lavan be chalom shachor,</em> Weiß in einem schwarzen Traum. Jede Erklärung muß ich schuldig bleiben... Primus meint zufrieden, daß er großen Einfluß auf den Musikgeschmack seiner jüngsten Schwester hat. Ach nee, wäre mir nie aufgefallen. (Immerhin, meint Y., sind die Autofahrten mit der Fuhre ruhiger geworden. Jeder hat seine Stöpsel und wummert still vor sich hin. Ja, die Dekadenz, die Dekadenz.)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bagrut]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=869</link>
<pubDate>Mon, 19 May 2008 11:40:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Neulich stand ich auf einer Party neben einer Gruppe von Lehrern, die sich unterhielten. Dabei fiel ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich stand ich auf einer Party neben einer Gruppe von Lehrern, die sich unterhielten. Dabei fiel mir auf, daß Lehrer eine Abiturklasse als Statussymbol betrachten. Wer seine Schüler bis zur "bagrut", der Refeprüfung, bringt, der läßt das mit großem Stolz einfließen. Ich finde ja so ein Statuspoker immer amüsant, wenn ich es als Zaungast mitkriege, und außerdem freut es mich, wie ernst Lehrer die Sache nehmen und dafür auch Anerkennung von anderen Lehrern bekommen. Es ist ja auch wirklich viel Arbeit und eine große Verantwortung.</p>
<p>Aber eigentlich segelt mein Sohn mit solcher Nonchalance durchs Abi, daß ich kein bißchen Streß davon habe. Das liegt teilweise daran, daß die Schule so locker ist und keinen Druck auf die Kinder ausübt, teilweise daran, daß mein Primus auch ohne Lernen halbwegs gute Noten hat und ohne Mühe seine Prüfungen besteht, und daß weniger gute Noten ihn nicht stören. Das Zentralabitur fällt bestimmt nicht allen so leicht wie Primus, und vermutlich sind nicht alle Eltern so nonchalant wie wir. Denn um eine schlechte Note haben wir noch nie Trara gemacht.</p>
<p>Y. sind Noten nicht wichtig, weil er sagt, die Kinder lernen für sich selbst, nicht für ihn. Wenn sie finden, eine miese Note ist gut genug für sie, dann bitte sehr. Er hilft gern, wenn sie Hilfe brauchen, aber nicht um eine Note zu verbessern. Ich frage bei Elternsprechstunden immer zuerst nach Sozialverhalten, Interesse und ähnlich "weichen" Dingen. Und da es an der Schule kein Sitzenbleiben und Runterfliegen gibt, bleiben keine Druckmittel. Meine Kinder wissen nicht mal, was für Druck Schule machen kann und wie gut sie es haben.</p>
<p>Das liegt auch daran, daß man in Israel das Abi leicht nachmachen oder auch verbessern kann. Ich kenne mehrere Leute in Deutschland, die sich mit dem zweiten Bildungsweg schwertaten - wer über längere Zeit hinweg nichts tut, weder eine Ausbildung macht noch arbeitslos gemeldet ist, dessen Optionen schmelzen ziemlich zusammen. Der einfachste Weg ist wirklich der normale, also gymnasiale Oberstufe. Hier ist das nicht so.</p>
<p>Kibbuzschulen haben erst vor etwa 15 Jahren Abiturprüfungen eingeführt. Vorher waren sie grundsätzlich dagegen, dem Lernen ein anderes Ziel zu geben als den Wissenserwerb selbst. Und tatsächlich ist es ja absurd, wenn für das Abi gelernt wird und nicht für die Erweiterung des eigenen Wissens. Die Kibbuzschulen haben also den Schülern dasselbe beigebracht wie staatliche Schulen und die Schüler dieselben Arbeiten schreiben lassen wie Schüler an anderen Schulen, um sicherzugehen, daß sie nicht weniger wissen. Aber sie haben ihnen dafür weder Noten noch Abizeugnis gegeben.</p>
<p>Für Kibbuzschüler und andere Leute ohne Abitur war es aber kein Problem, an einer Uni zu studieren. Ein Einführungskurs, den auch viele Leute von normalen Schulen absolvieren, bringt alle innerhalb von einem Jahr auf einen Stand. Dieser Kurs heißt Mechina, Vorbereitung, und ich wünschte für mehrere verzweifelte Schulabbrecher, sowas gäbe es in Deutschland auch. Jede Uni bietet solche Kurse an, egal was das Vorwissen ist, was man in der Zwischenzeit gemacht hat und von wie vielen Schulen man abgegangen ist. Manche Schüler haben nur in bestimmten Fächern Bagrut gemacht, andere fehlen ihnen. Sie können das nachholen, wenn sie wollen.</p>
<p>Oft ist das ziemlich mühsam. Einer unserer Neffen hatte nie Lust auf Bibel und hat darin auch kein Abi gemacht. Für die Uni fehlte ihm dann diese Note, und er konnte die Prüfung als Externer an seiner alten Schule nachholen. Er fühlte sich schon ein bißchen blöd dabei, nach Wehrdienst, einem Jahr Trampen und Jobben in Australien und zwei Jahren Arbeit in Tel Aviv wieder seiner alten Bibel-Lehrerin gegenüberzusitzen. Aber er hatte gut nachgearbeitet und bestand. Mühsam und ärgerlich, aber keine biographische Katastrophe.</p>
<p>Mir gefäll es, daß das Abitur hier nichts Unerreichbares ist, das man, wenn man es einmal verpaßt oder vergeigt hat, nur unter bestimmten Auflagen neu machen kann. Denn eigentlich wird es doch überschätzt.</p>
<p>Meine kleine Schwester meinte neulich, jede Hausarbeit oder Klausur in ihrem Studium ist schwieriger als das ganze Abi zusammen, und sie lächelt heute über die Reden der Lehrer, die das Abi als so eine schwierige Hürde hinstellten. Ich erinnere mich auch, daß es nichts weiter war als ein paar etwas längere Klausuren, und die mündlichen Prüfungen waren auch nicht die Welt. (Ich habe mündliche Prüfungen eigentlich immer ganz gern gemocht, man ist flexibler als bei schriftlichen Prüfungen und wenn das Gegenüber ein souveräner, geübter Prüfer ist, dann kann es sogar Spaß machen.)</p>
<p>Dabei hat sich den in den Mädchenbüchern, die ich als Kind gelesen habe, das Abitur als etwas sehr Schwieriges und Anstrengendes dargestellt. Vielleicht, weil es zu der Zeit, als die Bücher geschrieben wurden, Abitur für Mädchen wirklich schwer zu erreichen war. Als ich alt genug fürs Abi war, hatte ich diese Bücher schon hinter mir gelassen, aber ich war trotzdem überrascht, daß das Abi nicht schwer war. Ich hatte aber auch Glück mit meinen Lehrern (hatte ich eigentlich immer).</p>
<p>Also, insgesamt ist dieses Abi eine ziemliche Antiklimax für uns Eltern, wie es das auch vor einem Vierteljahrhundert war. Mal gucken, wie das bei den jüngeren Kindern wird...</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Schöne am Bloggen ist, ...]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=895</link>
<pubDate>Sun, 18 May 2008 14:52:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
<guid>http://rungholt.wordpress.com/?p=895</guid>
<description><![CDATA[&#8230;daß man Dampf ablassen kaunn, auch wenn der heiße Dampfstrahl nicht den erwischen wird, der]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>...daß man Dampf ablassen kaunn, auch wenn der heiße Dampfstrahl nicht den erwischen wird, der ihn verdient hätte.</p>
<p>In diesem Fall hat ihn der Mann verdient, den wir zum "Ökonom", ausgesprochen Äkonom, gewählt haben. Das Amt des Ökonom ist wichtig, denn der Ökonom leitet den Lebensmittelladen, die Küche und den Dining room. Er gestaltet die Feste kulinarisch, leitet die Köche an und entscheidet, welchen Joghurt es im Laden gibt und wie viel die Kohlräbchen kosten. Ein wichtiger Job also.</p>
<p>Bisher haben ihn meist Chaverim oder Chaverot erfüllt, die außer einem guten Kopf für Zahlen, einer Neigung zum Kochen und Verständnis für die Vorlieben des Kibbuz vor allem eine dicke Haut hatten. Denn natürlich kommen täglich jede Menge Leute zum Ökonom und meckern. Der Salat ertrank in Sauce, die Kartoffeln zerfielen und die Suppe war versalzen. Und warum schon wieder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lates_niloticus">Nilprinzessin, </a>gibt es keine anderen Fische?</p>
<p>Ich kann also verstehen, daß dieser Job schlaucht und niemand ihn gern machen möchte. Übers Wetter und übers Essen läßt sich immer gut meckern. Also, Nachsicht für den Ökonom.</p>
<p>Vor hm, zwei Jahren?, wurde ein neuer Ökonom gewählt. Zur Wahl standen der vorige Ökonom, ein wohgelittener, friedlicher junger Chaver, der im Kibbuz geboren und aufgewachsen ist, dessen Mutter jahrelang beliebte Ökonomin war, der gern kocht und ein solides, aber zuverlässig langweiliges Programm abspulte (ah, es riecht nach Couscous? ist denn schon Mittwoch?). Und ein von draußen reingeheirateter, ehrgeiziger junger Chefkoch eines Hotels "im Zentrum", also da, wo das Leben brummt und die Leute gern gut essen und überhaupt... kurz, der strahlende Ruf des ehrgeizigen jungen Kochs sicherte ihm den Sieg.</p>
<p>Und nun muß ich ein bißchen Hintergrund dazu geben, was ein <a href="http://www.google.com/images?q=kibbutz+dining+room&#38;sourceid=navclient-ff&#38;ie=UTF-8&#38;rlz=1B2GGGL_enIL207IL207">Dining Room</a> für einen Kibbuz bedeutet (schöne Bilder auch <a href="http://matteasher.wiki.co.il/index.php/%D7%92%D7%A2%D7%AA%D7%95%D7%9F">hier</a>). Die ersten Gebäude, die ein Kibbuz baut, und die sich stets in der Mitte des Kibbuz befinden, sind stets Kinderhäuser und Dining room. Im Dining room wurden früher nicht nur alle Mahlzeiten gegessen, umsonst natürlich!, sondern man konnte sich dort auch zwischendurch bedienen. Es war immer frisches Brot in einem vergitterten Schrank, eine Schneidemaschine, so daß man sich jederzeit Brot holen konnte. Oder nur die Knäppchen, wenn man wollte. Die Kühlschränke waren gefülllt, und man konnte sich Milch rausholen. (Auch im Laden war das meiste umsonst. )</p>
<p>Der Tag begann nur mit einer Tasse Kaffee nach dem Aufstehen, die Arbeit fing um sechs oder sieben an, und Frühstück gab es erst um acht im Dining Room. Da saß dann der ganze Kibbuz und schnibbelte die Gemüse für den Salat, denn das ißt der gemeine Israeli am liebsten zum Frühstück. Einen schönen großen Salat, meist aus Tomaten, Gurken, Avocados und Oliven bestehend, dazu entweder Zitronensaft und Olivenöl oder eine einfache Sauce.</p>
<p>Im Dining Room gab es immer auch Rühreier, Joghurt, alle möglichen Sorten Brot und Corn Flakes und Marmelade und Honig, kurz, man konnte sich ordentlich, gesund und lecker vollfuttern. Je nachdem, wie der Ökonom oder der Koch gerade drauf waren, gab es auch manchmal Apfelstrudel (unvergessen, weil mir eine Freundin mal welchen ins Krankenhaus brachte, als ich mit Tertia dort einen lange Monat festhing) oder andere Leckereien. Im Winter gab es immer Grießbrei.</p>
<p>(Eine vermutlich apokryphe Geschichte besagt, daß nach einem Verkehrsunfall mit Todesopfer die ersten Trauergäste in den Kibbuz strömten, um der Mutter des Toten zu kondolieren. Sie trafen sie an, wie sie, mit dem Alu-Töpfchen in der Hand, zum Dining room tappte, "es soll heute Krapfen geben...")</p>
<p>Meist saßen die Leute vom jeweiligen Arbeits"zweig" zusammen, also ein Tisch für die Elektriker, einer für die Frauen von Nadel und Faden, einer für die Arbeiter der Küche...</p>
<p>Damals hatten auch fast alle noch zur Arbeit Arbeitsklamotten an, also irgendwelche Blaumänner. Ja, das ist noch nicht lange her, aber weit entfernt!</p>
<p>Die meisten Arbeitsplätze hatten übrigens die Sitte, daß um zehn noch mal kurz zusammen Tee oder Kaffee getrunken wird (aruchat esser), und dann gegen 12 ging es zum Mittagessen. Der Kaffee um vier, halb fünf wurde meist zuhause getrunken, denn um vier kamen ja die Kinder nach Hause. Y. meint, in seiner Kindheit wurden Marmeladenbrote im Dining Room ausgeteilt, für die Kaffeepause zuhause.</p>
<p>Das war der Gipfel der Privatheit, zuhause Marmeladenbrote aus dem Dining Room essen, mit Nescafe - das Wasser dafür wurde im <a href="http://farm1.static.flickr.com/222/448120463_2e0209213e.jpg?v=1175864817">Finjan </a>heißgemacht, bevor es elektrische Kessel gab. (Ich war schon hier, als diese Erfindungen den Kibbuz eroberten, ich habe vorher auch im Finjan Wasser gekocht.)</p>
<p>Das Abendessen haben zu Y.s Kinderzeiten die Kinder im Kinderhaus, die Eltern später im Dining Room gegessen. Als Primus klein war (der ja zur ersten Kindergruppe gehört, die von Anfang an zuhause schliefen), sind wir jeden Abend mit ihm in den Dining room gegangen und haben dort mit der Familie gegessen - meiner Schwiegermutter, Y.s Tanten und ihren Familien (alle sehr kinderreich). Oft auch mit Freunden. Die meisten Familien hatten angestammte Plätze.</p>
<p>Das war eigentlich sehr gemütlich und zwanglos. Wir haben erst damit aufgehört, als wir das zweite Kind, eine größere Wohnung und damit eine etwas funktionalere Küche hatten. Aber dann hatten wir oft meine Schwiegermutter abends dabei, das war immer ein schöner Ausklang. (Ich habe nämlich eine ungewöhnlich nette Schwiegermutter, die mir sehr geholfen hat, mich hier einzuleben.)</p>
<p>Irgendwann gingen nur noch die alten Leute abends in den Dining room, die sich allein nichts zu essen machen konnten oder wollten. Sie hatten gern Gesellschaft, und sie wußten sich auch in der Küche nicht allein zu helfen. Y.s Großmutter zum Beispiel hat nie etwas anderes als einen großen, allerdings sehr guten Salat für die ganze Familie gemacht, sie wollte nie Hausfrau sein und hatte kein Talent zum Kochen.</p>
<p>Als der Dining room abends zugemacht wurde, weil es den Arbeitern dort zuviel wurde, abends mehrere Stunden zu arbeiten, für einen einzigen Tisch alter Menschen.... da war das für sie und ihre Freunde ein echter Verlust an Lebensqualität. Dazu muß man wissen, daß es hier ein Sprichwort gibt, "wer allein ißt, stirbt allein". Gemeinsam essen gilt hier sehr viel.</p>
<p>Dann wurde der gesamte Zweig "privatisiert", was in Kibbuz-Begriffen bedeutet: man muß für das Essen bezahlen, bekommt aber einen Aufschlag aufs Budget, der die Kosten abdeckt. Es wurde also errechnet, was ein durchschnittlicher Chaver ausgibt, wenn er im Lebensmittelladen einkauft und im Dining Room ißt (was beides billiger ist, weil subventioniert - oder damals zumindest war es billiger), und was Kinder brauchen, und das wurde den Familien jeweils ausgezahlt. So daß keiner draufzahlen muß, nur weil das Essen jetzt was kostet - aber so wurde der Mißbrauch abgestellt, daß es um zwei Uhr, wenn die Oberschüler kamen, keine Hühnchen mehr gab, weil viele Chaverim die für ihre Katzen und Hunde mitnahmen.</p>
<p>Am langen Band der Spülmaschine konnte man nämlich sehen, wie viel Essen weggeschmissen wurde, weil es umsonst war. "Kartoffeln oder Reis? Nehm ich mal beides, was mir nicht schmeckt tu ich weg". Das gab es tatsächlich. Es war zwar immer nur eine kleine Zahl Leute, die das System mißbrauchten, aber der Kibbuz konnte seine Ausgaben für Lebensmittel nach der Privatisierung drastisch senken, ich hab die genaue Zahl vergessen, aber sie war eindrucksvoll.</p>
<p>Dann war ein paar Jahre lang Ruhe. Mal hatten wir einen guten Koch, dann einen weniger guten. Die Schulkinder hatten extra Tische und wurden extra betreut bei allen Mahlzeiten, mein Mann ging immer hin, Hallo sagen, und meine SChwiegermutter auch. (Ich habe zu der Zeit schon nicht mehr im Dining room gegessen, sondern die Familienmahlzeit abends zu Hause vorgezogen). Viele Kibbuzniks haben auch die Angewohnheit, was ich nie gemacht habe, aus dem Dining Room Essen mit nach Hause zu nehmen und es dort entweder zu "verfeinern" oder so wie es ist zu essen. Salate, Gemüse, Pasteten, das warme Abendessen am Freitagabend. Mir war dieses Großküchen-Essen nur selten lecker genug. Ich esse lieber einen Apfel und einen Joghurt als eine warme Mahlzeit, die mir nicht schmeckt.</p>
<p>Nun, dann wechselte irgendwann die Leitung der Fabrik, vor anderthalb Jahren? Und den Arbeitern dort wurde verboten, zum Frühstück in den Dining room zu gehen, das würde zu viel Zeit kosten - mit Arbeitern meine ich ALLE; auch Abteilungsleiter und Laboranten und Sekretärinnen und die Chefetage. In der Fabrik wurden Sandwich-Automaten aufgestellt, und das sollte reichen.</p>
<p>Für meinen Mann war das eine Katastrophe. Ohne seinen morgendlichen Salat ist er überhaupt nicht zu gebrauchen. Er hat sich oft das Mittagessen gespart, weil sein Salat ihn bis abends fit hielt. Er und seine Kollegen haben protestiert, aber geholfen hat es nichts. Inzwischen nimmt er sich entweder Salat mit, wie es auch viele andere machen, oder er kommt schnell nach Hause und schnibbelt seine Gurken und Tomaten.</p>
<p>Für diese Maßnahme konnte der Ökonom natürlich nichts. Aber er sah, daß sich sein Dining room leerte. Und der neue Ökonom, der ehrgeizige junge Koch, sah die Kibbuzniks überhaupt mehr als Störfaktor. Er schloß den Dining room mittags eher, so daß die Oberschüler kein warmes Essen mehr bekamen. (Meine Kinder essen lieber zuhause, ich bin mittags oft zuhause, und Secundus hat die Möglichkeit wahrgenommen, im Dining Room des Nachbarkibbuz, direkt an der Schule, zu essen. Der Dining Room der Schule hat nämlich auch zugemacht.)</p>
<p>Der Ökonom zog nämlich in der Großküche ein Catering-Unternehmen hoch. Und noch dazu ein sehr erfolgreiches.</p>
<p>Während die Kibbuzniks über eine aboslut schematische, minimale Speisekarte klagen, die sich jede Woche penetrant wiederholt, zaubert der Ökonom in de Küche wunderbare Kreationen, die er auf Festen und Feiern serviert. Er nutzt die Fest-Ausrüstung des Kibbuz, schöne Rechauds, Tischdecken und so weiter, seine Angestellten. Er bringt viele Besuchergruppen in den Kibbuz, organisiert alle möglichen festlichen Ereignisse, und er soll dabei sehr gut sein. Wir haben ihn zu Tertias Bat Mitzva bestellt, und er hat uns relativ günstig ein sehr gutes Essen und tadellose Bedienung geliefert. Ich war erstaunt, daß er so gutes Essen machen kann, denn sein Normalfraß ist fade, als würde man die Zunge zum Fenster raushängen. Da ist sein Herz einfach nicht drin.</p>
<p>Und jetzt hat er das Frühstück auch abgeschafft. Vorher konnten die Kinder dort vor dem Schulbus noch mit ihren Freunden frühstücken, was oft sehr praktisch war, denn direkt nach dem Aufstehen hat keines von ihnen Hunger. Der einzige Dienst, den der Ökonom den Kibbuzniks im Dining room noch bietet, ist sein Mittagessen, für das <em>me-tschuk-mak</em> (armselig) noch ein Euphemismus ist.</p>
<p>Zum Ärger der meisten Kibbuzniks hat er jetzt noch die Küche kaschern lassen, natürlich der reinste Witz. Ene Küche, in der seit 70 Jahren unkoscher gekocht wurde, wird durch ein bißchen kochendes Wasser und ein paar Segenssprüche nicht koscher, das ist Hokuspokus. Soll jetzt hier wie in der Mensa ein Mann mit Kippa rumlaufen und Leute verweisen, die nach dem Wurstbrot einen Milchkaffee trinken oder sich mit Käsebrot in die fleischige Abteilung setzen? Kibbuzniks sind säkular und schätzen es nicht, wenn im Herzstück ihres Imperiums auf einmal andere Regeln gelten. Wie der Ökonom all diese Sachen durchdrückt, ist mir schleierhaft, vermutlich reicht es heute, auf wirtschaftliche Gründe hinzuweisen, Gewinn!, Gewinn!, und alles knickt ein.</p>
<p>Dazu paßt auch, daß er verweigert, was jeder Ökonom vorher immer anerkannte: daß für große Feste und Ereignisse der Dining Room geöffnet wird, daß dort Vorführungen und natürlich auch Proben stattfinden. Er macht es dem Kulturausschuss fast unmöglich, in "seinen" Bereich einzudringen. Deswegen hatte er mal einen bösen Zusammenstoß mit meinem Mann, als der noch für die Tontechnik zuständig war und dem Ökonom klargemacht hat, daß der Dining Room ALLEN gehört, nicht etwa nur dem Ökonom. Und daß Kultur nicht weniger wichtig ist als sein Catering-Unternehmen.</p>
<p>Mein Mann sagt, viele Leute sind stocksauer auf den Ökonom, während andere seinen Geschäftssinn bewundern, auch wenn der zu ihren Lasten geht, zumindest was die Qualität des Essens angeht. Für meinen persönlichen Geschmack geht die Tendenz des Kibbuz, Eigeninitiative positiv zu verstärken, in diesem Falle entschieden zu weit. Ich weiß nicht genau, wie sein Abkommen mit der Leitung des Kibbuz aussieht, d.h., wie viel er für die Nutzung von Küche etc zahlt und inwieweit die Kibbuz-Ökonomie und sein Unternehmen säuberlich getrennt sind. Ich denke mal, der Kibbuz verliert dabei wirtschaftlich nichts, dafür kenne ich doch unsere Verwaltung.</p>
<p>Aber es ärgert mich persönlich schon sehr, wenn so ein Reingeschneiter seine Chance wahrnimmt, dabei aber rücksichtslos Einrichtungen kaputtmacht, die zum Herzstück des Kibbuzlebens gehören. Gehörten.</p>
<p>Traurig, traurig. Ich hoffe, wenn seine Amtszeit abgelaufen ist, macht er sich selbständig und nimmt unsere Küche nicht mehr in Anspruch. Und ich hoffe, der nächste Ökonom orientiert sich wieder an den sozialen Bedürfnissen des Kibbuz. Das hält die Menschen nämlich hier, Lebensqualität und soziale Kontakte.</p>
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<title><![CDATA[Nachrichtengucken mit Quarta]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=874</link>
<pubDate>Wed, 14 May 2008 04:21:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich stelle die Morgennachrichten nur an, wenn ich unruhig bin, und heute war so ein Tag. Während ic]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stelle die Morgennachrichten nur an, wenn ich unruhig bin, und heute war so ein Tag. Während ich Quarta Zöpfe mache, jeden Tag auf Bestellung, sehen wir die Morgennachrichten um sieben.</p>
<p>Sie eröffnen mit Olmerts neuem Skandal (ha-parasha ha-chadasha shel Olmert), berichten über die neusten <a href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/982720.html">Ermittlungen</a>. Dann geht es zu <a href="http://presidentconf.haaretz.com/">Peres´ großer Party</a> (Vorsicht, der Link tröötet), wo Olmert eine Rede hält und was von den Palästinensern <a href="http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1210668626294&#38;pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull">tönt </a>und was er alles erreicht hat und erreichen wird. Quarta schnappt nach Luft. "Mama, der ist aber frech!", und dann gedankenvoll, "ich glaube, das ist der schlechteste Premierminister, den wir je hatten".</p>
<p>In den internationalen Items erscheint <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,553113,00.html">Hillary Clinton</a> in einem schreienden lachsrosa Jacket und flirtet mit den Wählern West-Virginias, die ihr soeben einen bedeutungslosen Sieg serviert haben. Quartas Kommentar: "die wird nicht Präsidentin, die macht ja viel zu viele Witze". Sie mag es nicht, wenn Erwachsene Späße machen, außer ihrem Papa.</p>
<p>Es ist wirklich ein Vergnügen, mit ihr Nachrichten zu gucken, sie hat zu allem was zu sagen. Leider kann ich  mir nicht alles merken. Dann nimmt sie ihren Ranzen und zischt ab.</p>
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<title><![CDATA[Mondbedingte Dissonanz]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=855</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 18:14:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alllloooou?????, wie man hier statt Hallo sagt. Allllou????? Wie geht das denn zu? Ostern und Purim ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alllloooou?????, wie man hier statt Hallo sagt. Allllou????? Wie geht das denn zu? Ostern und Purim zugleich? Das hatten wir lange nicht mehr, ich glaube, ich war mit irgendjemand schwanger, als das letzte Mal die Riesen-Purim-Party auf den Karfreitag fiel. Die PurimParty ist die einzige Gelegenheit im Jahr für Y. und mich, eine Nacht durchzumachen, uns mit zwei Gin Tonics ins Koma zu trinken (ja, wir vertragen nichts, also ich bestimmt nicht) und zu tanzen, bis außer uns nur noch ein paar <i>mossadnikim </i>mit glasigen Augen in die Morgendämmerung starren. (<i>Mossad </i>heißt <i>institution</i>, also sowohl der Geheimdienst als auch <i>mental institution</i> und eben auch <i>educational institution</i> heißen so - die High school heißt <i>ha-mossad</i> und seine Schüler <i>mossadnikim</i>.).</p>
<p>Ja, kann ich das denn diesmal machen? zu Karfreitag? Eigentlich wäre es eine festliche Gelegenheit. Die letzte meiner Single-Freundinnen, die seit fünfzehn Jahren zu dieser Party hier einfallen, sich umsonst betrinken (ja, zu Purim wird umsonst ausgeschenkt, wie in der guten alten Zeit) und mit Kibbuzniks tanzen und unser Männerballett beklatschen und sogar die kryptischen Filme, die jedes Jahr gedreht werden - also die letzte, die anspruchsvollste, die liebste dieser Freundinnen hat nun einen Partner gefunden.  Das erste, was sie mir sagte, nachdem die Sache in Gang kam, war: "so, und dieses Jahr komm ich zu Purim nicht mehr allein!"</p>
<p>Also, mir gefällt das nicht. Pessach und Ostern, die passen zusammen. Purim und Karneval ebenfalls. Aber Purim am Karfreitag - das geht einfach nicht.</p>
]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Ideale Bedingungen]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=849</link>
<pubDate>Sat, 15 Mar 2008 17:36:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Lucifer hat ein neues Lieblingsplätzchen. Als wir ihn photographierten, haben wir gar nicht gemerkt]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Lucifer hat ein neues Lieblingsplätzchen. Als wir ihn photographierten, haben wir gar nicht gemerkt, was gerade für ein Werbespot lief (wir stellen bei Werbung ja immer den Ton ab). Und was da geschrieben steht.<br />
<a href="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/03/lucifer-2.jpg" title="lucifer-2.jpg"><img src="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/03/lucifer-2.jpg" alt="lucifer-2.jpg" height="314" width="353" /></a></p>
<p>תנאים אידיאלים</p>
<p>Tna'im idealim - Ideale Bedingungen</p>
<p>Katz kann lesen....</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Von Hifil und Nifal]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=844</link>
<pubDate>Sat, 15 Mar 2008 13:17:37 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Was wie ein verfeindetes oder verbündetes Brüderpaar klingt, das sind die Namen der sogenannten he]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Was wie ein verfeindetes oder verbündetes Brüderpaar klingt, das sind die Namen der sogenannten hebräischen Fälle. Ich habe gestern einen vergnüglichen Nachmittag mit Tertia verbracht, sie bereitet sich nämlich auf eine wichtige Prüfung in hebräischer Grammatik vor. Ich kann den Kindern in Mathe überhaupt nicht helfen (ich ergreife die Flucht beim Anblick von Formeln, außerdem kann ich micht an die hebräischen Ausdrücke für "zum Quadrat" und "Wurzel" und so nicht gewöhnen), in Literatur bis zu einem gewissen Grade, Geschichte sehr gut - und auch, ha ha, in hebräischer Grammatik. Dabei ergreift nämlich Y. die Flucht!</p>
<p>Ich habe noch aus Studienzeiten <a href="http://www.amazon.de/Hebrew-Verb-Tables-Beginner-Hebrew-English-Hebrew/dp/9653760106/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#38;s=books-intl-de&#38;qid=1205586808&#38;sr=1-2">ein ausgezeichnetes Buch</a>, in dem alle Verbformen mit Beispielen durchkonjugiert werden. Es gibt nur sieben sog. Fälle, nach denen sie abegewandelt werden, und native speakers machen das automatisch richtig - aber eine Verbform genau zu bestimmen, das fand Tertia sehr verwirrend. Wie hält man die sieben <i>binyanim</i>, die Fälle, auseinander? Manchmal ist es ganz nützlich, eben nicht native speaker zu sein. Meine in harter Arbeit entdeckten Eselsbrücken und Erklärungen halfen, auf einmal machte es bei Tertia <i>pling </i>im Kopf und alles war ganz einfach.</p>
<p>Zuerst haben wir alle Übungsblätter ausgefüllt, die die Lehrerin ausgeteilt hatte. Dann meinte sie, ich soll ihr Verbformen geben, und sie bestimmt sie - in Form einer Liste: Infinitiv, Wurzel, aktiv oder passiv, Zeit, Person, Fall. Letzteres war ihr eben vorher schwergefallen. Ich gab ihr also eine Liste besonders fieser Verbformen, mit wegfallenden Konsonanten und veränderten Vokalen. Kein Problem, sie konnte sie alle bestimmen. Dann knöpfte sie sich ihre Mutter vor. Mit dem Buch in der Hand prüfte sie mich. Ging recht glatt. Insgesamt ein fröhlicher Nachmittag.</p>
<p>Danach sahen wir zusammen Abendnachrichten. Auf den Inhalt achteten wir kaum, statt dessen riefen wir uns bei jedem Verb zu: hufal! nifal! kal! hitpael! Hat großen Spaß gemacht. Tertia meint, sie wird meine Erklärung an ihre Freundinnen weitergeben.</p>
<p>Für meine hebräisch-geplagten Leser hiermit ein Bild als Eselsbrücke, man kann die Fälle nämlich in Form einer Menora anordnen.</p>
<p><a href="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/03/binyanim1.jpg" title="binyanim1.jpg"><img src="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/03/binyanim1.jpg" alt="binyanim1.jpg" height="242" width="293" /></a></p>
<p>Tertia und ich haben daraus ein schönes Bild gemacht, und ich habe die Ausdrücke in lateinischen Buchstaben dazugeschrieben. Die eine Seite der Menora ist aktiv, also rot, die andere passiv, also blau. Jeder aktive Fall hat einen passiven Gegenspieler: das normale Verb, Kal, den Nifal. Die Intensivform, der Piel, heißt im Passiv Pual. Und kausative Verben stehen im Hifil, im Passiv Hufal. Nur der reflexive Hitpael ist sowohl passiv als auch aktiv, deswegen haben wir ihn lila gemacht.</p>
<p>Wer gern Näheres wissen möchte, der kann mir eine Mail schicken, und ich schick ihm eine ausführlichere Anleitung. Ich habe zwar die tückische Absicht, die besorgniserregend angeschwollenen Zugriffszahlen wieder auf ein überschaubares Maß zu drücken ;-)  (wozu sich hebräische Grammatik trefflich eignet), aber ich will auch nicht ZU grausam sein. Ich hab auch noch eine ausführlichere Fassung der bunten Menora...</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Haus ]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/?p=833</link>
<pubDate>Fri, 07 Mar 2008 18:52:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[ist auf seine Fundamente zurückgekehrt. Der Hausvater ist wieder zurück aus der großen Welt, er w]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>ist auf seine Fundamente zurückgekehrt. Der Hausvater ist wieder zurück aus der großen Welt, er war in Venedig und Prag, hat neue Technologien kennengelernt, die er nun in der Fabrik umsetzen wird, und hat wunderbar ruhige katzenfreie Nächte verbracht (die Katzen wecken einen ja pausenlos auf, Mini will fressen, Lutz nach draußen und Leo spielen). Ich hingegen habe schlafe miserabel ohne ihn, obwohl Quarta so nett war, in Papas Bett zu schlafen, während er weg war. Sie hat sogar versucht, ihm ihr Bett als gemütliche Alternative zu seinem angestammten Platz zu verkaufen - erfolglos.</p>
<p>Aber jetzt ist er wieder da.</p>
<p><a href="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/03/dscf0177.jpg" title="dscf0177.jpg"><img src="http://rungholt.wordpress.com/files/2008/03/dscf0177.jpg" alt="dscf0177.jpg" height="232" width="175" /></a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Und jetzt Secundus.]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/2008/03/06/und-jetzt-secundus/</link>
<pubDate>Wed, 05 Mar 2008 21:50:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
<guid>http://rungholt.wordpress.com/2008/03/06/und-jetzt-secundus/</guid>
<description><![CDATA[Mashina, Tachzor tachzor (Komm zurück, komm zurück)
Das habe ich neulich schon mal reingestellt, a]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><b>Mashina, <i>Tachzor tachzor</i></b> (Komm zurück, komm zurück)</p>
<p>Das habe ich neulich schon mal reingestellt, aber Secundus meint, das kann man auch nochmal vertragen. <a href="http://www.hebrewsongs.com/?song=tachzortachzor">Text hier</a>.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/QkyvyquCtu4'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/QkyvyquCtu4&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p><b>Teapacks, <i>HaTachana heYeshana</i> (der alte Busbahnhof)</b></p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/X_ZTR5_N4Wg'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/X_ZTR5_N4Wg&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p><b>Corinne Allal, <i>K'she ze amok</i></b> (<a href="http://www.hebrewsongs.com/?song=kshezehamok">Wenn es tief geht</a>)</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/lSoizsSScFg'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/lSoizsSScFg&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p><b>HaBanot Nechama, </b><i><b>Lehiot so far</b></i></p>
<p>Ebenfalls ohne Bilder, kannte ich ebenfalls nicht. Das ist wohl was ganz Neues. Wurde neulich auf einem Schulabend gesungen.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/iB-ao_cLGJM'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/iB-ao_cLGJM&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p><b>Shotei haNevua, <i>Kol Galgal </i></b></p>
<p>Und noch eins ohne Bilder, ich kannte ebenfalls weder die Band noch das Lied. Der Text ist <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FptjjQ2QDsA">hier</a>. Und <a href="http://www.hebrewsongs.com/?song=kolgalgal">hier </a>noch eine Version, die seltsamerweise <i>galgal </i>als circle übersetzt. Ist aber ein Rad.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/FptjjQ2QDsA'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/FptjjQ2QDsA&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
<p>Das hört die israelische Jugend in unserem Milieu wohl im Moment, ja ja.</p>
<p>Zum Abschluß etwas <i>klassika israelit,</i> David Broza. Das Lied von den Veilchen. <a href="http://www.hebrewsongs.com/?song=sigaliot">Hier mit Fehlern</a>l übersetzt (von Flaggen ist keine Rede im Lied.... :D ). Das legendäre Konzert in Massada, das sich bis in die Morgendämmerung erstreckte.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/HcYJgNl1Mc8'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/HcYJgNl1Mc8&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
]]></content:encoded>
</item>

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