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	<title>karlsruhe-hinterland &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "karlsruhe-hinterland"</description>
	<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 02:24:18 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Vegetarische Musik zum Erntedank]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=168</link>
<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 20:25:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.com/2008/09/27/vegetarische-musik-zum-erntedank/</guid>
<description><![CDATA[
Sonntag, 05. Oktober 2008 um 10:00 Uhr in der Ev. Kirche Hohenwettersbach.
Flyer &#8220;Vegetarisch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="size-full wp-image-99 aligncenter" title="Songs of Praise" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/songsofpraise_titel_untertitel_web450.png" alt="Momente der Musik im Gottesdienst" width="450" height="274" /></p>
<p><strong>Sonntag, 05. Oktober 2008</strong> um <strong>10:00 Uhr</strong> in der Ev. Kirche Hohenwettersbach.</p>
<p><a href="http://theiresiasweb.files.wordpress.com/2008/09/sop2_joplinrags_final.pdf">Flyer "Vegetarische Musik zum Erntedank" (PDF)</a></p>
<p><strong>Was heißt denn eigentlich vegetarische Musik? - Oder: Wie erklären sich die Titel der beiden Ragtimes?</strong></p>
<p>Um es kurz zu machen: Auf diese Fragen gibt es keine Antworten, aber wunderschöne Mythen umkreisen sie. So soll an einem heißen Sommernachmittag der Musikalienhändler John Stark auf der Suche nach einer Erfrischung in den stickigen <em>Maple Leaf Club</em> in Sedalia eingekehrt sein. Hier servierte man ihm nicht nur ein kühles Getränk, sondern erfrischte auch sein Gemüt mit einem Stück Klaviermusik. Begeistert redete Stark auf den jungen farbigen Pianisten ein, diese Musik müsse bekannter, also gedruckt, werden.</p>
<table border="0" width="300" align="right" bgcolor="#ffffc8">
<tbody>
<tr>
<td><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/box_info.png" alt="" width="50" height="50" align="right" /><strong>Kleine Wörter- und Stadtkunde</strong></p>
<ul>
<li>maple (engl.) - Ahorn</li>
<li><em>leaf (engl.)</em> - Blatt</li>
<li><em>pineapple (engl.)</em> – Ananas</li>
<li><em>root beer (engl.)</em> Wurzelbier, alkoholfreies Erfrischungsgetränk</li>
<li><em>Sedalia</em>, Stadt in Missouri, USA</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Doch sind die äußeren Umstände dieser Legende höchst fragwürdig. Existierte der Maple Leaf Club überhaupt schon und wenn ja, warum hatte er Nachmittags geöffnet? Gesichert ist nur, dass Stark 1998 oder 99 den <em>Maple Leaf Rag</em> veröffentlichte und an dessen Komponisten, Scott Joplin, 1 Cent pro Kopie und Extratantiemen für jede neue Auflage zahlte. Gesichert ist auch, dass Joplin über Jahre im <em>Maple Leaf Club</em> Klavier spielte. Ob der Club damit aber auch zum Namensgeber für das berühmteste Stück der amerikanischen Klavierliteratur wurde, ist zu bezweifeln.</p>
<p>Und weil sei so schön ist, sei in der Webedition dieses Textes noch eine zweite Legende um die Publikation des berühmten Ragtimes genannt. Diesmal begegnen sich Joplin und Stark nicht im <em>Maple Leaf Club</em>. Ort der Handlung ist diesmal Starks Büro. Anwesend Starks Sohn, der sich folgendermaßen zu erinnern vorgibt:</p>
<blockquote><p>Als Scott das erste Mal den Maple Leaf für Herrn Stark spielte, schüttelte dieser den Kopf und sagte: "Zu schwierig. Keiner wird das Stück spielen können." Joplin antwortete: "Wenn ich jetzt sofort auf der Straße vor ihrer Haustür jemanden finde, der ihn spielen kann, würden sie ihn dann veröffentlichen?" Das würde er, entgegnete Stark. Scott lief raus und kam mit einem kleinen Negerjungen, der vielleicht 14 Jahre alt war oder so, zurück. Der Kleine setzte sich ans Klavier und spielte den Maple Leaf, gerad vom Blatt, ohne jeden Makel. Stark haute sich auf die Schenkel und rief: "Ich werde das Stück herausbringen." Was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Der Junge konnte nicht einmal Noten lesen. Scott hatte ihn aus Kansas City mitgebracht und in Monate lang unterrichtet und in die Komplexität des Stückes eingewiesen.</p></blockquote>
<p>(Zitiert nach Edward A. Berlin: The King of Ragtime. Scott Joplin and His Era, New York und Oxford 1994.)</p>
<p>Auch diese humoreske Episode hat gewaltige Schönheitsfehler. Was motivierte Joplin dazu, einen Jungen Monate Lang zu unterrichten, in von Kansas nach Sedalia zu bringen, um ihn dann ein neues Stück bei einem ihm gänzlich unbekannten Mann vorspielen zu lassen, der Musikalienhändler, aber bis dato kein Verleger war.<br />
Abschließend wird sich die Frage, wie Komponist und Verleger zusammenkamen, wohl nicht klären lassen.</p>
<p>Doch zurück zum Titel. Woher kommt dieser denn nun?</p>
<p>Vermutlich verdanken sowohl der Club wie auch das Musikstück ihren Namen dem gleichen Umstand: In Sedalia waren zu dieser Zeit Ahornbäume allgegenwärtig. Warum nicht einen Nachtclub und eine Komposition nach ihren Blättern benennen?</p>
[caption id="attachment_178" align="alignleft" width="350" caption="Titelblatt der Erstausgabe des Pine Apple Rags"]<a href="http://ucblibraries.colorado.edu/cgi-bin/sheetmusic.pl?RagPineApple&#38;Rag&#38;1"><img class="size-full wp-image-178" title="Titelblatt der Erstausgabe des Pine Apple Rags" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/ragpineapple_web01.png" alt="Titelblatt der Erstausgabe des Pine Apple Rags" width="350" height="459" /></a>[/caption]
<p><strong>Pine Apple Rag</strong></p>
<p>Im Falle des <em>Pine Apple Rags</em> ist die Titelfrage nicht so kompliziert. Das Deckblatt der Erstausgabe lässt keinen Zweifel offen: Dieses Stück ist eine Hommage an die Frucht. Immer wieder neigen Komponisten dazu, ihren Werken Titel zu geben, die eine erfrischende Frucht oder gar ein Erfrischungsgetränk beinhalten. Letztes Jahr spielte ich zum Erntedank auf dem Klavier den <em>Root Beer Rag</em> von Billy Joel. Und auch dieses Werk weist sich explizit als Ragtime aus. Wodurch wirken Ragtimes aber so erfrischend oder aufheiternd?</p>
<table border="0" width="300" align="left" bgcolor="#ffffc8">
<tbody>
<tr>
<td><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/box_info.png" alt="" width="50" height="50" align="right" /><strong>"The King of Ragtime Writers"</strong></p>
<p>Solche Titel werden einem Komponisten oft durch Freunde oder Verehrer(innen) gegeben. Darauf wartete Joplin nicht. Ganz bescheiden nannte er sich selbst "König der Ragtime-Komponisten" und druckte dies auf die Titelblätter seiner Kompositionen (s.o.).</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Der Ragtime</strong></p>
<p>Eine Melodie „raggen“ bedeutet, ihren Rhythmus zu verändern. Aus einem Viervierteltakt wird ein Walzer oder umgekehrt. Dies ist aber nur die einfachste Variante. Viel interessanter ist es, die musikalischen Schwerpunkte zu verschieben. In jeder Taktart werden bestimmte Zählzeiten betont. So klatscht die/der Durchschnittsdeutsche zu einer Melodie im Viervierteltakt immer auf die erste und die dritte Zählzeit. Hier liegen die mitteleuropäisch traditionellen Schwerpunkte dieses Taktes. Und genau an dieser Schraube drehten die Erfinder des Ragtimes. Auf einmal kam die Betonung knapp zu spät oder sogar knapp zu früh. Um diese Abweichung von der Norm hervorzuheben, legten die Komponisten jedoch Wert darauf, dass jedem Werk ein ganz einfacher – also den Zuhörerinnen und Zuhörern bekannter – Rhythmus zugrunde liegt. Somit trat vor dem Hintergrund der alten europäischen Musiktradition der damals neue und fremde Rhythmus besonders hervor. In der Musik vereinten sich am Ende des 19. Jahrhunderts damit zwei Kulturkreise, die sich manchmal auch im heutigen Amerika noch mit Misstrauen und Abscheu beäugen. Diese Kulturleistung war zweifelsohne das Verdienst der afroamerikanischen Ragtime-Musiker. Das ist nicht ganz unbedeutend wenn man berücksichtigt, dass der Ragtime von den Amerikanern als erste <em>eigene</em> Musikgattung betrachtet wurde. Bis dahin erklang in der "Neuen Welt" nur Musik aus dem "alten Europa". Was sollte auch anderes an einem Ort erklingen an dem sich lauter europäische Auswanderer tummelten. Das Kulturell Neue entstand aus der Unterdrückung. Ohne die afrikanischen Rhythmen ist der Ragtime der ganze Jazz, Rock und Pop etc. etc. nicht denkbar.</p>
<p><strong>Ragtime mit Hand und Fuß</strong></p>
<p>Heute halten viele sicherlich das Klavier für „das klassische Ragtimeinstrument“. Dies liegt schlicht und ergreifend daran, dass diese Musik inzwischen fast ausschließlich auf dem Klavier gespielt wird. In den Anfangszeiten wurde sie aber vor allem durch Bands und kleinere Orchester vorgetragen, da sie vorwiegend in Tanzlokalen o. ä. erklang.<br />
Getreu dem Motto „Meine Orgel sie ist ein Orchester“ des französischen Romantikers Charles Marie Widor (1844 – 1937) bewegen wir uns also sogar ein wenig back to the roots, wenn zum Erntedank zwei der bedeutendsten Ragtimes auf der Orgel erklingen.</p>
<table border="0" width="300" align="right" bgcolor="#ffffc8">
<tbody>
<tr>
<td><img src="http://theiresiasweb.files.wordpress.com/2008/09/box_tontraeger.png" alt="" width="50" height="50" align="right" /><strong>Tonträgerempfehlung</strong></p>
<p>Wer die beiden Ragtimes einmal im Original auf dem Klavier hören und weitere kennen lernen möchte, dem empfehle ich folgende charmante und mitreißende Interpretation:</p>
<p><em>Scott Joplin: Piano Rags<br />
Alexander Peskanov, Klavier<br />
erschienen bei NAXOS</em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Außerdem bietet die Orgel den Vortragenden einen entscheidenden Vorteil: Die Basstöne können mit den Füßen gespielt werden. Dem Pianisten ist solches Glück nicht vergönnt. Er muss die waghalsigsten Sprünge in teilweise rasanten Tempi mit der linken Hand vollführen. Nicht zu vergessen, dass die rechte Hand dabei. rhythmisch gewissermaßen gegen den Strom schwimmt. Dieses Problem bleibt dem Organisten erhalten. Daher ist es tatsächlich wichtig, dass sich meine rechte Hand nicht darum kümmert, was die linke Hand und die Füße machen.</p>
<table border="0" width="300" align="center" bgcolor="#ffffc8">
<tbody>
<tr>
<td><img src="http://theiresiasweb.files.wordpress.com/2008/09/box_internet.png" alt="" width="50" height="50" align="right" /><strong>Weitere Materialien zum Ragtime und Joplin im Netz</strong></p>
<ul>
<li>Im <a href="http://cnx.org" target="_blank">Connexions-Projekt</a>, einem freien Internetportal für Lehrmaterialien finden sich zwei knappe doch prägnante Kurse zum Thema <a href="http://cnx.org/content/m10878/latest/" target="_self">Ragtime</a> und <a href="http://cnx.org/content/m10878/latest/" target="_blank">zur Person Joplins</a>, deren Lektüre ich nur empfehlen kann. Leider liegen sie nur in englischer Sprache vor. Vielleicht fühlt sich ja jemand zur Übersetzung berufen.</li>
<li>Für diejenigen, die Klavier spielen und denen es jetzt in den Fingern juckt: Einige der Ragtimes Joplins, auf deren Erstausgaben inzwischen kein Copyright mehr liegt, können in hervorragender Edition aus dem <a href="http://www.mutopiaproject.org/" target="_blank">Mutopia-Projekt</a> geladen werden. Der Pine Apple Rag ist momentan leider noch nicht verfügbar.</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Supermarkt des Grauens]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=138</link>
<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 08:01:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.com/2008/09/24/supermarkt-des-grauens/</guid>
<description><![CDATA[Als ökologisch und ökonomisch und überhaupt bewusster Konsument kauft Theiresias nicht nur in ein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Als ökologisch und ökonomisch und überhaupt bewusster Konsument kauft Theiresias nicht nur in einem Supermarkt, sondern nimmt bestimmte Produkte in ganz bestimmten Häusern ab. Äpfel, Kartoffeln, Zwiebeln, Eier Wein und jungen Wein kauft Theiresias derzeit beim Pfälzer seines Vertrauens Nr. 2. Der Pfälzer seines Vertrauens Nr. 1 ist Wirt und Koch der Gaststätte Giebelstuben, in der Theiresias gerne nach getaner Arbeit und einem kleinen Abendspatziergang so gegen 10 auf ein Gläschen neuen Wein oder einen Giebelsalat einkehrt.<br />
Gestern brauchte Theiresias u. a. Cornflakes, Klopapier, Ketchup und Müllbeutel, was ihn dazu bewog, den REWE-Markt an der Neuen Messe in Rheinstetten aufzusuchen. Die Warenkette wird hier bewusst genannt und sehr bald wird sich herausstellen, dass dies keine Werbung wird.<br />
Den Beileidsprügel teilte Theiresias wie immer in der Mitte und hängte ihn lässig über den Griff des Einkaufswagens. Alsdann schob er schwungvoll in die Konsumhalle und bog wie gewohnt rechts ab. Nach einigen Momenten begriff er, dass irgend etwas falsch war. Ihm gegenüber stand eine Schlange von Leuten und als er den Blick scharf nach rechts wandte erspähte das linke Auge das verdutzte Gesicht einer Kassiererin. Offensichtlich hatte man den kompletten Markt umorganisiert.<br />
Theiresias zog rückwärts ab, wendete ob des großen Publikums gekonnt über Backbord und landete nun in der Gemüseabteilung. Also alles wie früher. Ein Trugschluss. Denn was hätte es auch für einen Sinn, einen Supermarkt komplett zu spiegeln, es sei denn irgendwelche hirnverbrannten Feng-Shui-BeraterInnen hätten ihre esoterischen Schmutzfinger im Spiel.<br />
Wo steht das Toastbrot? Wieso liegt das Toilettenpapier vor dem Wein? Warum liegen die Cornflakes und Müsliprodukte in zwei Regalen, die durch einen quer verlaufenden Gang getrennt werden?<br />
Diese Fragen kamen Theiresias nicht leicht ins Hirn. Um sie zu stellen, bedurfte es weitreichender Recherche- und Erkundungstätigkeiten. Erschwert wurde das Ganze dann immer durch dieses unangenehme Supermarkt-Werbegequatsche. Und so fragte sich Theiresias nun auch noch die ganze Zeit, ob die Dame, die da jetzt den REWE-Slogan spricht tatsächlich Kathrin Bauerfeind, Ex-Ehrensenfmoderatorin und ARD-Vertretungsmoderatorin, ist. Irgendwann ging sie mir, wie schon damals bei Ehrensenf, mit ihrem dusseligen Gequatsche auf die Nerven und ich beschloss, sie sei es, nur um ein Feindbild zu haben. Denn den Verantwortlichen für die Neuorganisation des Supermarktes hatte ich schon lauthals des Landes, nein der EU verwiesen. Dies wiederum führte dazu, dass ich mich fragte, was denn nun sei, wenn er gar nicht aus der EU wäre. Und warum überhaupt er? Traute ich Frauen ein solch geplantes Chaos nicht zu? Und ist solch eine Annahme frauenfeindlich oder freundlich. Nachdem ich das Areal ungefähr sieben mal durchkreuzt hatte, begab ich mich laut "Bloß raus hier!" rufend zur Kasse. Nahm noch zur Kenntnis, das die Gefriertruhen jetzt kurz vor der Kasse stehen und zahlte nun noch die mühsam erworbenen Konsumgüter. Und dann auch noch das: Den Platz zum Einpacken haben sie verkleinert, um so einen dusseligen Pfandflaschenautomaten aufzustellen.<br />
Und da kam mir eine Folge des Podcasts <a href="http://www.merkst.de/podcast.htm" target="_blank">Stefans Welt</a> ins Hirn gekrochen in der über einen barrierefreien REWE-Supermarkt berichtet wurde.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Momente der Musik im Gottesdienst]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=104</link>
<pubDate>Tue, 16 Sep 2008 18:45:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.com/2008/09/16/momente-der-musik-im-gottesdienst/</guid>
<description><![CDATA[Unter dem Titel Songs of Praise. Momente der Musik im Gottesdienst werde ich künftig in der Ev. Kir]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem <em>Titel Songs of Praise. Momente der Musik im Gottesdienst</em> werde ich künftig in der <a href="http://www.kirchennetz.info/hoberg/home/index.php?rubric=Aktuelles" target="_blank">Ev. Kirchengemeinde Hohenwettersbach/Bergwald</a> in unregelmäßigen Abständen „besondere Musikhäppchen“ anbieten.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="size-full wp-image-99 aligncenter" title="Songs of Praise" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/songsofpraise_titel_untertitel_web450.png" alt="Momente der Musik im gottesdienst" width="450" height="274" /></p>
<p><strong>Was macht nun aber Musik besonders?</strong><br />
Dies kann sowohl ihr Bekanntheits- wie auch Unbekanntheitsgrad sein. Ferner wird Anfang Oktober Musik erklingen, die man vielleicht nicht in einem Gottesdienst erwartet. Unter dem Titel <em>Vegetarische Musik zum Erntedank</em> werden Ragtimes von Scott Joplin zu Gehör kommen, die auf der Orgel eigentlich überhaupt nichts zu suchen haben.<br />
Dabei soll die Musik den üblichen liturgischen Raum einnehmen: Vorspiel und Nachspiel oder Einleitungen zu Chorälen. Nur sehr selten wird eine Ausnahme diese Regel bestätigen, wenn beispielsweise am 15. Februar 2009 Schülerinnen und Schüler des <a href="http://www.karlsruhe.de/kultur/musiktheater/musik/konservatorium" target="_blank">Badischen Konservatoriums</a> die Telemann-Kantate <em>Was ist mir doch das Rühmen nütze?</em> musizieren werden.</p>
<p>Mit kleinen Faltblättern und den Ausführungen auf meiner Internetseite möchte ich gewissermaßen etwas Salz in die musikalische Suppe streuen, um so dem Gehörten die letzte Würze zu geben und den Appetit anzuregen.</p>
<p>Der Titel <em>Songs of Praise</em> (Lieder des Lobes) ist keineswegs mein Lieblingsanglizismus. Er verweist auf eine äußerst populäre <a href="http://www.bbc.co.uk/religion/programmes/songsofpraise/features/history/" target="_blank">Musikreihe im britischen Fernsehen</a>. Seit den 1960er Jahren treten hier wöchentlich Leihenmusikerinnen und -musiker wie auch Profis auf, die ihre liebsten geistlichen Werke zu Gehör bringen. Wie jede erfolgreiche Fernsehserie brauchten auch die <em>Songs of Praise eine</em> charakteristische Titelmusik. Sie wurde vom britischen Komponisten Robert Prizeman (*1952) verfasst und wurde wiederum so berühmt, dass Prizeman ausgehend von dem Orchesterstück eine Toccata for Organ erarbeitete. Diese wird während der Gottesdienstes in Hohenwettersbach nie erklingen, da sie of der kleinen Oberlinger-Orgel nicht gespielt werden kann. Sie wäre aber eine prima Titelmusik für ein Abschlusskonzert – quasi der ersten Staffel – in einem der umliegenden Bergdörfer, in deren Kirchen gar wunderschöne moderne und historische Orgeln zu hören sind.</p>
<p>Die jeweils nächste Ausgabe wird spätestens eine Woche vor Beginn im Gottesdienst abgekündigt. Zu diesem Zeitpunkt liegen auch die Faltblätter aus, die nebst zusätzlichen Informationen auch über diese Seite abgerufen werden können. Die Gottesdienste in Hohenwettersbach beginnen jeweils um 10:00 Uhr. Eine abweichende Zeit wird hier ggf. bekannt gegeben.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wahrnehmungsprobleme?]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=56</link>
<pubDate>Sat, 05 Apr 2008 15:44:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.com/2008/04/05/56/</guid>
<description><![CDATA[
Solch ein Schild findet Theiresias angesichts der momentanen Untriebe in der Welt der Banken mutig ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><a href="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/04/lbank.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-55" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/04/lbank_klein.jpg" alt="" width="450" height="338" /></a></p>
<p>Solch ein Schild findet Theiresias angesichts der momentanen Untriebe in der Welt der Banken mutig und realitätsfern.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Große romantische Fantasie und Fuge über „Das schönste Land in Deutschlands Gauen“]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=48</link>
<pubDate>Tue, 11 Mar 2008 01:15:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.com/2008/03/11/grose-romantische-fantasie-und-fuge-uber-%e2%80%9edas-schonste-land-in-deutschlands-gauen%e2%80%9c/</guid>
<description><![CDATA[Wo auch immer dies liegen mag. Wie angekündigt, reichte ich Wolfgang Seifen das Badener Lied zur Im]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Wo auch immer dies liegen mag. Wie angekündigt, reichte ich Wolfgang Seifen das <i>Badener Lied</i> zur Improvisation während seines Konzertes am 08. März in der Stadtkirche Durlach ein. Erst im Zuge dieser Besprechung stellte ich während der Lektüre im <a TARGET="blank" HREF="http://www.liederlexikon.de">Historisch kritischen Liederlexikon</a> fest, dass meine Einreichung keinesfalls korrekt war, denn das <a HREF="http://www.liederlexikon.de/lieder/das_schoenste_land_in_deutschlands_gauen/">Badener Lied ist nicht nur ein Badener Lied</a>. Es ist auch ein Sachsen, Bayern, Pfälzer, Schwaben Lied. Aktuell findet  es allerdings nur noch in Baden Verwendung. Was zu bedauern ist, denn der poetisch am schönsten gearbeitet Text ist die sächsische Urversion. Bayern und Baden brachten dann nur noch diverse Verschlimmbesserungen. Denn abartigsten literarischen Hirnerguss leisteten sich 1951 ein oder einige Badener, der oder die sehr wohl wissen, warum sie anonym bleiben. Lieferten sie doch eine reaktionäre, demokratiefeindliche und antisemitische Textvariante ab. „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das Kroch.“ (Bertolt Brecht).<br />
Wie gut, dass angesichts dieses Negativbefundes, das Lied und auch die Melodie eine soweite über die Grenzen der damaligen Kleinstaaten hinweggehende Tradition hat.</p>
<p>Dieser ewig anonymen Melodie setzte Seifen in seinem Konzert mit einer großen Fantasie im romantischen Stil und einer ebenfalls romantischen Fuge ein Denkmal. Spannend und mitreißend, die harmonischen Grenzen des Volksliedsatzes befolgend, doch häufiger sprengend, entrang der „Tastenhengst“ (Heinz Erhard) der gering versammelten Zuhörerschaft ein erstauntes Raunen nach dem anderen. Dabei forderte er die Zuhörer heraus, indem er ihnen das ganze Thema erst mal rund fünf Minuten vorenthielt und immer nur den Liedanfang bearbeitete. Wie eine Erlösung dann das erste Trio mit der Melodie vom Anfang bis zum Schluss. Danach kein Halten mehr: Akustisch, harmonisch, dynamisch, spieltechnisch ... trieb der Organist dieses Thema durch alle Stimmen und viele Register in vielfältigen Variationen an die diversen musikalischen Grenzen. Widmete er sich zu beginn der Fantasie ausgiebig der ersten Zeile der Melodie, wurde der Schluss der Melodie in Form des Anfang des Refrains in der Fuge gewürdigt. Allerdings nicht ganz im Original. Aus Dur wurde Moll und das Thema der Fuge war geboren.</p>
<p>Auch wenn die Fantasie einen Großteil des Konzertes beanspruchte, erklangen natürlich noch andere Stile und Themen. Seifen eröffnete seine Darbietungen mit einer barocken französischen Suite über den Choral <i>Wir danken dir Herr Jesu Christ</i> und bearbeitete hiernach verschiedene Choräle in filigranen und graziösen Barockimprovisationen.<br />
Zum Schluss intonierte er eine große romantische Orgelsymphonie französischer Bauart über Themen wie Bachs <i>Toccata und Fuge d-Moll</i>, Mozarts <i>Kleine Nachtmusik</i> und <i>Der Mond ist aufgegangen</i>. Dieses Thema griff er auch in seiner Zugabe auf, umspielte es mit zwei kunstvoll gearbeiteten Stimmen, behielt diesen Stil bei und entließ sein begeistertes Publikum mit dem Abendlied <i>Ade nun zur guten Nacht</i>.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Drauflos gespielt]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=45</link>
<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 22:03:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.com/2008/03/06/drauflos-gespielt/</guid>
<description><![CDATA[Wolfgang Seifen improvisiert an der Stumm/Goll-Orgel der Stadtkirche Durlach
 Die Improvisation ist ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wolfgang Seifen improvisiert an der Stumm/Goll-Orgel der Stadtkirche Durlach</b></p>
<p style="margin-bottom:0;"> Die Improvisation ist eine musikalische Tugend. Doch wer ist heute schon tugendhaft? Zumal das freie Fantasieren über ein vorgegebenes Thema nicht gerade trivial ist. Je sicherer eine Musikerin bzw. ein Musiker das Instrument beherrscht, je vertrauter sie oder er mit Stilen und Formen der Musik ist, desto erfolgversprechender ist das ganze Unternehmen.<br />
Doch technische und stilistische Brillanz sind keine Garanten für meisterhafte Improvisation. Das Ausschließliche Spiel notierter Musik kann letztendlich sogar dazu führen, dass Musikerinnen und Musiker fantasielos werden. Musikpedaginnen und -pedagogen beklagen daher auch die Herangehensweise des heutigen Instrumentalunterrichts. Hier gewöhne man vor allem Kindern etwas ab, worüber sie eigentlich verfügen: Die Gabe der Fantasie und des „Drauflosspielens“. Später müsse der erwachsene diese Fertigkeit mühsam wiedererwerben.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Seit jeher ist die Orgel ein Instrument, das zum Improvisieren gerade zu einläd. Dank der vielen Klangfarben und großer dynamischer Spektren – vor allem der mittleren bis großen Instrumente – sind dem Musiker hier sehr weite Grenzen gesetzt. Dazu muss die Organistin bzw. der Organist sehr genau wissen, was für ein Instrument sie oder er unter den Fingern hat.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="center"><a href="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/03/seifen_gewandhaus_leipzig.jpg" target="_blank"><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/03/seifen_gewandhaus_leipzig_vorschau.jpg" alt="Wolfgang Seifen an der Schuke-Orgel des Gewandhauses Leipzig" height="338" width="450" /></a></p>
<p style="margin-bottom:0;">Davon kann man bei Wolfgang Seifen sicherlich ausgehen. Er ist nicht nur langjähriger Organist, der weltweit konzertierte, zudem unterrichtet er die Kunst der Improvisation auch noch an der Universität der Künste in Berlin. Über sein weiteres Schaffen informiere sich die geneigte Leserin im <a href="http://www.wolfgangseifen.de/cv.htm">Lebenslauf</a> des Organ-Allrounders.<br />
Am kommenden Samstag hat Seifen die <a href="http://www.durlacher-kantorei.de/orgel.html" target="_blank">Stumm/Goll-Orgel</a> der Durlacher Stadtkirche unter den Fingern, ein für seine Verhältnisse sicherlich sehr kleines Instrument, aber weiterhin mein Lieblingsinstrument im Kirchenkreis Karlsruhe. Wie bei solchen Konzerten üblich, liegt die Programmgestaltung beim Publikum. Alle Besucherinnen und Besucher können vor dem Konzert Vorschläge einreichen, mit denen sich Seifen improvisatorisch auseinandersetzen soll.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Hier mein Vorschlag: Das „Bad'ner-Lied“, Stil: Marsch und Fuge</p>
<p style="margin-bottom:0;">Konzerttermin: <b>Samstag, 08. März um 20:00 Uhr</b><br />
Ort: <b>Stadtkirche Durlach</b></p>
<p style="margin-bottom:0;">&#160;</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Streik]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=37</link>
<pubDate>Wed, 05 Mar 2008 18:19:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.com/2008/03/05/streik/</guid>
<description><![CDATA[Morgen kann ich endlich mal wieder ausschlafen. Denn meine täglichen Geschäfte, die mich derzeit i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;">Morgen kann ich endlich mal wieder ausschlafen. Denn meine täglichen Geschäfte, die mich derzeit in die Bibliothek führen, müssen ruhen. Auch die diversen Orgelbänke sind für mich unerreichbar. Man bestreikt in Karlsruhe und Umgebung das Straßenbahnnetz. Nicht etwa fünf Stunden oder so. Nein, was die Badener machen, das machen sie richtig: 24 Stunden läuft gar nichts mehr.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Für Ortsansässige gibt es <a href="http://www.kvv.de/kvv/aktuelles/426_2008_03_05.php?navid=2" target="_blank">hier</a> weitere Informationen.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Schönen Urlaub wünscht</p>
<p style="margin-bottom:0;">Theiresias</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Einladung]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=32</link>
<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 01:39:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
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<description><![CDATA[Happy Birthday, werte Prinzessin, heißt es morgen in der Kirche „Zum Guten Hirten“ in Karlsruhe]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;">Happy Birthday, werte Prinzessin, heißt es morgen in der Kirche „Zum Guten Hirten“ in Karlsruhe Rintheim. Keine Angst ich lebe hier jetzt keine reaktionären Wirrungen aller Martin Mosebach aus und fordere die Rückkehr zu alten liturgischen Formen und die Wiederauferstehung des Adels. Ich rede von keinem politischen, sondern von musikalischem Adel. Die Königin der Instrumente ist die Orgel, weil sie mit ihren vielen Registern und Spielmöglichkeiten ein Klangspektrum erstrahlen lässt, dass kaum ein anderes Instrument in dieser Vielfalt bietet.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Doch wieso schreibe ich von einer Prinzessin? Ja darf man denn angesichts eines zweiten Geburtstag überhaupt schon von einer Königin reden?</p>
<p style="margin-bottom:0;">Und überhaupt, das von der Firma <a href="http://www.orgelbau-vier.de" target="_blank">Vier</a> im Jahr 2006 erbaute Instrument in Rintheim ist eher klein und bescheiden, erzielt in diesem Kirchenraum aber eine große Wirkung.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Das behaupte ich nicht nur, sondern möchte zusammen mit zwei Kolleginnen und einem Kollegen <b>morgen (02. März 2008) um 18:00 Uhr</b> den Beweis antreten.</p>
<p style="margin-bottom:0;">In einer kleinen Abendmusik stellen wir die Möglichkeiten des Instrumentes vor. Dabei wird es sowohl solistisch mit barocker und romantischer Orgelmusik, als auch als Begleitinstrument für Flöte und Singkreis zu hören sein.</p>
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<div style="text-align:center;"><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/03/orgrinth1_klein.jpg" alt="Vier-Orgel in Rintheim" /></div>
<p style="margin-bottom:0;">Ich werde kleine romantische Kompositionen von Edward Elgar spielen, die in der Bundesrepublik nahezu unbekannt sein dürften. Unter dem Titel „Vesper Voluntaries“ legte Elgar neun kleine Musiken für die Abendmesse vor, von denen ich sieben spielen werde. Im Stil sind sie höchst unterschiedlich. Eine große breite romantische Introduktion, kleine Humoresken, leicht dahin säuselnde Motive und ruppige Bässe, nicht zu vergessen die im Sechsachteltakt dahin schwelgende Schlussnummer. Das interessante an den Stücken ist, dass sie<i> u.a auch</i> für kleinere Instrumente geschrieben wurden. Elgar machte gewissermaßen aus der Not eine Tugend. Er selber verfügte über ein relativ kleines Instrument, was ihn letztendlich dazu brachte, das Orgelspiel aufzugeben. Die Vesper Voluntaries schrieb er daher so, dass sie sowohl auf kleinen Instrumenten (sogar mit einem Manual und ohne Pedal!), als auch auf großen Instrumenten vorgetragen werden können. Bis heute ist mir keine derart raffinierte Notation unter die Augen gekommen (was in diesem Fall nicht an meinen Augen liegen dürfte). Für den Organisten bieten die Stücke aber auch viele Freiräume. Welche der „Vorschläge“ Elgars übernehme ich? Welche Motive arbeite ich an welcher Stelle durch Verlagerung auf das zweite Manual besonders heraus? Das sind nur einige der Fragen, die die Komposition mit sich bringt. Mein erster Vorschlag am Sonntagabend. <i>Zu dieser Abendmusik möchte ich Sie, werte Leserinnen und Leser, die Sie in Karlsruhe oder Umgebung wohnen, recht herzlich einladen. Der Eintritt ist übrigens frei. Die Kirche „Zum Guten Hirten“ finden Sie in der Rintheimer Hauptstraße.</i></p>
<p style="margin-bottom:0;">Wer die Vesper Voluntaries gerne in Gänze hören möchte, der sei auf den Gründonnerstag verwiesen. An diesem werde ich alle neun Stücke während des Gottesdienstes an „meiner“ Orgel in Hohenwettersbach spielen. Dieses Instrument ist einmanualig, ich habe mir aber schon einiges überlegt, um Elgars Kompositionen interessant klingen zu lassen. Denn wozu hat der Mensch zwei Füße. Weiteres zu diesem Abendgottesdienst folgt in der Karwoche ...</p>
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]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[„Heiter bis Rauschend“]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.com/?p=29</link>
<pubDate>Wed, 06 Feb 2008 15:36:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
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<description><![CDATA[Erwachsenenorgelpe[ä]dagogik vom Feinsten in der Stadtkirche Durlach
&nbsp;
In einem kleinen Schauk]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><b>Erwachsenenorgelpe[ä]dagogik vom Feinsten in der Stadtkirche Durlach</b></p>
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<p style="margin-bottom:0;"><i>In einem kleinen Schaukasten nahe der Kirchentür steht gut lesbar das Thema der Predigt des kommenden Sonntags angeschlagen: „Was ist die Hölle?“ Mit Kreide hat ein Unbekannter darunter geschrieben: „Komm und höre unseren Organisten!“</i></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Die Wahrnehmung der Kunst des Orgelspielens ist wahrlich nicht gerade die beste. Der regelmäßige Kirchgänger hadert ebenso regelmäßig mit der emsigen nebenamtlichen Organistin bzw. dem Organisten, weil sie zu laut, zu leise, zu schnell zu langsam und überhaupt falsch spielt, die Konfis finden Choräle generell zum Abgewöhnen, und berücksichtigt man den schlechten Zustand mancher Instrumente, möchte man sogar zustimmen. Wie kam Mozart dazu von der „Königin der Instrumente“ in einem Brief an seinen Vater zu schreiben?</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Orgelmusik kann auch pure Freude, gar Schabernack, sein. Sie bietet mehr als dahinkriechende Fugen oder schrille, weil falsch registrierte, Choralbegleitungen. Eine Toccata kann ganz humoresk, quasi zum Schmunzeln sein und der Tango ist der Orgel so wenig fremd, wie die Musik Bachs dem Akkordeon. All dies und vieles mehr bewies am 02. Februar <a href="http://www.durlacher-kantorei.de/kantor.html" target="_blank" title="Lebenslauf Johannes Blomenkamp">Johannes Blomenkamp</a>, Kantor an der Stadtkirche Durlach und Bezirkskantor in der Region Karlsruhe.</p>
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<div style="text-align:center;"><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/02/orgel_durlach_feuerwerk.jpg" alt="Orgel der Stadtkirche Durlach mit Feuerwerk (Montage)" /></div>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><span style="font-style:normal;">Die meisten der dargebotenen Stücke waren dem Kenner nicht unbekannt. Aber war denn der Kenner der Hauptadressat? Sicherlich musste er nicht vor der Tür bleiben und auf das Köstlichste unterhalten wurde er durch die lebendigen Interpretationen Blomenkamps allemal. </span>Doch bei Lichte betrachtet war dies kein Konzert für den Orgelliebhaber an sich, sondern für den Interessierten Zuhörer, dem es ziemlich egal ist, ob Widor Bach richtig interpretierte oder seine Ansichten im Lichte der historischen Aufführungspraxis Kokolores sind. Hauptsache es gefällt. Und es gefiel, daran liess das Publikum keinen Zweifel, das dem Organisten mit Standing Ovation dankte und ihm begeisterten Beifall entgegenfliegen ließ.</p>
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<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><b>Eine gelungene Auswahl</b></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Und worin lag die Begeisterung? Zunächst einmal wäre die Auswahl der Stücke zu nennen, die Blomenkamp darbot.  Den Auftakt bildeten zwei filigrane und graziöse Stücke von Robert Jones. Eine Toccatina – also eine kleine bzw. zierliche Toccata – als Exposition für das Ganze: Gewagte Tempi, dabei keinen noch so schnellen Lauf scheuend mit dem Hang zum Unerwarteten, z.B. ein ganz leiser feiner Schluss, und immer ein Stück weit neben der Spur, die man auch Erwartungshaltung nennen könnte.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">So ganz aus dem Rahmen fiel auf den ersten Blick das dritte Stück auf dem Programmzettel. Stand auf den Plakaten und Handzetteln noch „Variationen über die britische Nationalhymne“, scheute sich Blomenkamp nicht den eigentlichen Titel der Variationen über „Heil Dir im Siegerkranz“ von Johann Christian Heinrich Rinck auf den Programmzettel zu drucken. Bereits im Vorfeld des Konzertes rief dies einiges verwirrtes und empörtes Murren hervor, dessen Verursacher beschämt schweigen mussten, nachdem Blomenkamp einen kleinen Abriss zu Text, Melodie und deren Kontext geliefert hatte. „Heil Dir im Siegerkranz“ wählte der der Deutsche Kaiser von 1871 bis 1918 als Kaiserhymne, von einer Nationalhymne kann nicht im entferntesten die Rede sein. Insbesondere süddeutsche Kreise begegneten dem Lied skeptisch. Andere wiederum störte es, das der Text auf die Melodie der britischen Nationalhymne geschrieben worden war, sie versuchten vergeblich, eine andere Melodie zu etablieren. Lange bevor das Lied quasi offiziellen Status erlangte schrieb Rinck seine Variationen darüber. Weit über die Grenzen Europas hinaus, fand die Melodie Freunde, sogar in einem afrikanischen Land wurde sie zeitweilig als Hymne intoniert. Es muss also die Melodie, keinesfalls der deutsche Text, gewesen sein, die die Menschen begeisterten und nichts anderes behandeln ja auch die Variationen für Orgel. Und sie hätten ja auch „etwas Erhebendes“, so Blomenkamp. Bleibt zu notieren, dass der deutsche Text und dessen kaiserliche Verwendung zumindest im Durlach Konzert, wenn nicht überhaupt, lediglich eine winzige historische Posse blieb.</p>
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<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><b>Pes, Pedis, Pädagogik</b></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Soviel zum ersten „pädagogischen“ Höhepunkt des Tages. Ein zweiter und gleich im doppelten Wortsinn folgte wenige Augenblicke später. Pes ist lateinisch und heißt zu deutsch Fuß. Von diesem Wort leitet sich auch das Fremdwort Pedal ab, das beim Orgelspiel eine entscheidende Rolle spielt und dem Johannes Matthias Michel seine „Variationen über ein Thema von Paganini für Pedal solo“ widmete. Bis zu vier Töne gleichzeitig muss der Organist hier nur mit den Füßen anschlagen. Die Hände müssen in den Schoß oder sonst wohin gelegt werden. Oft verstecken sich die mit dem Pedal gespielten Töne in der jeweiligen Komposition, hier wurde gezeigt, was sich mit zwei Füßen alles veranstalten lässt und das geht über das alberne Rumgehampel in der ja irgendwie allen bekannten Toccata und Fuge d-moll Johann Sebastians weit hinaus. Es sollte daher nicht verwundern, wenn irgendeine Kirchenmusikergewerkschaft demnächst Kilometergeld verlangt.</p>
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<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><b>Musik für Spießer?</b></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Neben dem Großen, Graziösen fand auch das Kleine, mancher mag behaupten Spießige, der Musik seine Beachtung in diesem karnevalistischen Rundumschlag. Zu Haydns Zeiten begann man damit sogenannte Musikautomaten zu bauen. Kleine Orgeln mit wenigen Pfeifen, die automatisch gespielt wurden. Die zu spielenden Töne waren auf eine Rollwalze gestanzt oder in eine Lochkarte geritzt. Töne gab es wenige, man musste Platz, also Pfeifen (vielleicht auch Geld) sparen und so lag die Herausforderung für den Komponisten darin, mit wenig Material große Wirkung zu erzielen. Blomenkamp beschränkte das Material ebenfalls auf ein Sanftes 8-Fuß-Register der großen <a href="http://www.durlacher-kantorei.de/orgel.html" target="_blank" title="Orgel der Stadtkirche Durlach">Stumm/Goll-Orgel</a> und spielte „Fünf kleine Stücke für eine Flötenuhr“ von Josef Haydn.</p>
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<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><b>Aus dem Takt</b></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Leider sind zwei musikalische Ausreißer zu beklagen. Vermutlich durch einige Fehlgriffe am Anfang irritiert, geriet der Organist beim Spiel des Maple-Leaf-Rag von Scott Joplin in der Bearbeitung für Orgel von Gabriel Dessauer im wahrsten Sinne des Wortes völlig aus dem Takt, so dass fast alle rhythmischen Pointen unbemerkt vorbeirauschten. Ich muss jedoch bemerken, dass ich, wäre ich überhaupt in der Lage solche Literatur zu spielen, dieses Stück mit absoluter Sicherheit auch verrissen hätte, angesichts der Tatsache, das die Pedal-Paganini-Variationen folgten, aus purem Lampenfieber sozusagen. Ich will dem Durlacher Kantor hier aber keinesfalls irgendwas unterstellen. Außerdem muss die geneigte Konzertbesucherin ein Misslingen schon mal in Kauf nehmen. Niemand ist ein Perfektionist im eigentlichen, sondern stets nur im anstrebenden Sinne. Übergehen wir daher einfach den Tanz aus der Nussknackersuite, bei dem es letztlich auf das präzise schnell hintereinander Anvisieren der zu spielenden Akkorde ankommt. Wie viele Jäger kamen schon ohne Sonntagsbraten nach Hause, dabei hätten sie nur einen einzigen Schuss präzise abgeben müssen.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Letztendlich konnte man sich doch wieder bequem zurück lehnen und der „Suite gothique“ lauschen, den tragenden Linien des Chorals nachhängen, zum Menuett vergnügt mit der Wimpern zucken, die Augen schließen und im dritten Satz nach Notre Dame verführen lassen, um dann bei der Toccata zu dem Schluss zu kommen: „Tempo gewagt, aber großartig.“ Und damit erfüllt sich im Schluss, was in der Exposition angelegt war. Ein geschlossenes Drama im besten Sinne, mit komödiantischem Schluss, der zwar keine Hochzeit, aber eine musikalische Hoch-Zeit war. Als Zugabe Tango mit den Füßen.</p>
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