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	<title>gelowter-leopard &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/gelowter-leopard/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "gelowter-leopard"</description>
	<pubDate>Sat, 26 Jul 2008 05:51:43 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Bizarre Grüße aus der Heraldik]]></title>
<link>http://unwort.wordpress.com/?p=192</link>
<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 13:36:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Basti</dc:creator>
<guid>http://unwort.wordpress.com/?p=192</guid>
<description><![CDATA[Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Überhaupt entwickelt jede Berufsgruppe, die etwas auf sich hält,]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Überhaupt entwickelt jede Berufsgruppe, die etwas auf sich hält, seien es Maurer oder Buchhalter, mit der Zeit eine eigene Sprache, die mit möglichst vielen unverständlichen Fachbegriffen durchtränkt wird, damit auch ja niemand Fremdes etwas versteht.</p>
<p>Heute am sehr frühen Morgen wurde ich in der Universität mit dem Phänomen der Heraldik konfrontiert. Heraldik, für die 99%, die es nicht wissen: Das ist die Wissenschaft, die sich mit Wappen beschäftigt. Wohlgemerkt mit Wappen und nicht mit Fahnen oder gar Flaggen.</p>
<p>Die Heraldik ist genauso pervers und verkehrt herum wie die Mathematik. Ich erinnere mich noch an den Matheunterricht, in dem eigentlich immer gegen den Uhrzeigersinn gezählt und nummeriert wurde, weil das ja mathematisch so üblich sei (man möge mir widersprechen, falls nötig - die Mathematik ist nicht mein bevorzugter Lebensraum).<!--more--></p>
<p>Genauso tun's die Heraldiker: Wenn man ein Wappenschild betrachtet, so ist nicht etwa links links und rechts rechts, oh nein! Hier ist links rechts und rechts links. Dies hat nichts mit dem Geschlecht oder der Intelligenz der Heraldiker zu tun, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass man den Schild aus der Perspektive des Trägers betrachte. Sagen die Heraldiker.</p>
<p>Es gibt ja Milliarden von verschiedenen Dingen, die man sich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Schild schreiben kann. Jungfrauen, Hirschgeweihe, den Christus, Türmchen, Herzchen, Hasen, Eichhörnchen - es gibt nichts, was es nicht gibt. Auf dem offiziellen Wappen der Demokratischen Volksrepublik Korea prangt denn auch nebst anderen hochtrabenden technischen Errungenschaften stolz ein Strommast.</p>
<p>Das ist ja aber auch alles nicht so einfach. Die Wissenschaft oder auch die Kunst, ein Wappen richtig zu beschreiben, nennt man - aus welchem Grund auch immer, und es hat zumindest im heraldischen Sinne nichts Anzügliches  - die <em>Blasonierung</em>. Die bringt so lustige Formulierungen hervor wie "<em>vorn in rot ein linksgewendeter goldener Löwe</em>" oder "<em>vorne geschacht in Grün und Weiß, hinten in Silber ein aufgerichteter roter Panther.</em>" Heraldiker klingen also eigentlich immer ein bisschen so, als ob sie gerade auf LSD wären.</p>
<p>Wenn man nichts Anderes zu tun hat, möge man sich damit beschäftigen, habe ich mir heute Morgen gedacht. Es gibt ja Leute, die haben Freude daran. Bittesehr.</p>
<p>Was ich dann erfuhr, gab mir allerdings den Rest:</p>
<p>Heraldisch gesehen ist ein Löwe, der ja ziemlich oft auf Wappen auftaucht, ein Katzenvieh mit Mähne, das auf zwei Tatzen steht und zur Seite schaut. Also sowas wie der Löwe im Landeswappen von Thüringen:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.wordpress.com/files/2008/04/wap1.png"><img class="size-medium wp-image-193" src="http://unwort.wordpress.com/files/2008/04/wap1.png?w=259" alt="Wappen Thüringen" width="192" height="223" /></a></p>
<p>Das ist heraldisch gesehen ein normaler Löwe.</p>
<p>Dann gibt es noch den Leoparden. Der unterscheidet sich vom Löwen nur dadurch, Biologen müssen jetzt ganz stark sein, dass er nicht steht, sondern geht und außerdem noch nach vorne schaut. Eine Mähne hat er trotzdem, der Leopard. Zum Beispiel diese Viecher hier:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap2.png"><img class="size-medium wp-image-194" src="http://unwort.wordpress.com/files/2008/04/wap2.png?w=272" alt="Wappen England" width="215" height="237" /></a></p>
<p>Das ist das englische Wappen. Keine Ahnung, was die Engländer mit Leoparden zu tun haben, aber das ist ja ihre Sache.</p>
<p>Nun gibt es in der Heraldik noch zwei Dinge, die ich mir - versprochen! - nicht ausgedacht habe, nämlich den <em>gelöwten Leoparden</em> und den <em>leopardierenden Löwen</em>.</p>
<p>Der gelöwte Leopard ist ein Leopard, der zwar nach vorne schaut wie ein Leopard, jedoch steht wie in Löwe. Das gibt es zum Beispiel in der schönen thüringischen Stadt Remda. Genauer: Das gab es dort. Man hat das nicht etwa deshalb geändert, weil man herausfand, dass es weder in der Realität noch in gottverlassenen Käffern wie Remda gelöwte Leoparden gibt. Schuld am Tode dieses Wappens ist ein Anfall von Sparsamkeit. 1997 wurde Remda nämlich mit der Nachbargemeinde Teichel zusammengeschlossen. Und da gab's dann natürlich auch ein neues Wappen, ist klar.</p>
<p>Hier also, in memoriam, nochmal der remdaische gelöwte Leopard:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wapremda.png"><img class="size-full wp-image-196" src="http://unwort.wordpress.com/files/2008/04/wapremda.png" alt="Wappen Remda" width="198" height="237" /></a></p>
<p>Leopardierte Löwen dagegen sind Löwen, die zwar löwentypisch zur Seite schauen, jedoch leopardentypisch laufen. Die gibt es zum Beispiel in Dänemark:</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://unwort.files.wordpress.com/2008/04/wap3.png"><img class="size-medium wp-image-195" src="http://unwort.wordpress.com/files/2008/04/wap3.png?w=171" alt="Wappen Dänemark" width="171" height="300" /></a></p>
<p>Sie sehen, liebe Leser: Es gibt mehr Raubkatzen auf der Welt als sie denken. Einige schauen, andere stehen, und wieder andere haben ab- und eigenartige Farbkombinationen. Aber den Heraldiker stört das alles nicht. Hauptsache, man findet einen interessanten Namen dafür.</p>
<p>Unwort des Tages: Gelöwter Leopard.</p>
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