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	<title>deaktionen &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "deaktionen"</description>
	<pubDate>Sun, 20 Jul 2008 06:43:58 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Demonstration am zweiten Jahrestages des Todes von Oury Jalloh in Dessau]]></title>
<link>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/01/07/demonstration-am-zweiten-jahrestages-des-todes-von-oury-jalloh-in-dessau/</link>
<pubDate>Sat, 06 Jan 2007 23:00:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>initiativeouryjalloh</dc:creator>
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<description><![CDATA[7. Januar 2007

]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<h3>7. Januar 2007</h3>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/8M_oqoi-nvg'></param><param name='wmode' value='transparent'></param><embed src='http://www.youtube.com/v/8M_oqoi-nvg&rel=0' type='application/x-shockwave-flash' wmode='transparent' width='425' height='350'></embed></object></span></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[DEMO IN GEDENKEN AN OURY JALLOH – BERICHT VON REGINA KIWANUKA]]></title>
<link>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/07/07/demo-in-gedenken-an-oury-jalloh-%e2%80%93-bericht-von-regina-kiwanuka/</link>
<pubDate>Sat, 07 Jul 2007 17:11:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>initiativeouryjalloh</dc:creator>
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<description><![CDATA[
Dessau am 23. Juni 2007
Foto und Video
Die Stadt Dessau wurde bewegt von einer Demonstration gegen ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/files/2007/07/1325r.jpg' alt='1325r.jpg' /><br />
<strong>Dessau am 23. Juni 2007</strong></p>
<p><a href="http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/230607oury_jalloh.html">Foto und Video</a></p>
<p>Die Stadt Dessau wurde bewegt von einer Demonstration gegen das Unrecht, unter dem afrikanische Menschen seit Jahrhunderten leiden. Die Tränen von über 150 Menschen wurden am 23. Juni 2007 in Dessau über den fürchterlichen Tod von Oury Jalloh vergossen. Regen und Donner stimmten in den Kampf um Gerechtigkeit für schwarze Menschen ein.</p>
<p>Um 14.00 Uhr versammelten sich Menschen vieler Nationalitäten aus verschiedenen Städten Deutschlands vor dem Hauptbahnhof in Dessau, um erneut gegen die Umstände von Oury Jallohs vorzeitigem und schrecklichem Tod zu protestieren. <!--more--></p>
<p>Oury Jalloh, ein junger Mann (23 Jahre alt) aus Sierra Leone, starb am 7. Januar 2005 in einer Polizeizelle im Keller in Dessau. Das war die Folge einer unnötig brutalen Verhaftung durch zwei Polizisten, Herrn Scheibe und Herrn März. Der Grund seiner Verhaftung? Eine Identitätsüberprüfung. Obwohl die Polizei wusste, dass Jalloh eine gültige Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland hatte, wurde er vom Polizeibeamten Scheibe ins Polizeiauto hinein gezwungen. Scheibe schilderte in der Woche vom 27. März 2007 die Ereignisse dieser schicksalhaften Verhaftung vor Gericht. Es war für Jalloh der letzte Kontakt und die letzte Interaktion mit der Außenwelt. Aller Menschenrechte und Würde beraubt, wurde Jalloh in Handschellen in die tödliche Polizeistation geführt und dem Dienstgruppenleiter Schubert übergeben.</p>
<p>Am Telefon mit Dr. Blodau verspottete und beanstandete Herr Schubert den Zustand von Oury Jalloh, nachdem sich Dr. Blodau beschwerte, bei schwarzer Haut sei es schwierig, die Venen zu treffen. Dr. Blodau war von der Polizei beauftragt, Jalloh medizinisch zu untersuchen. Herrn Schuberts spöttischer Ratschlag für Dr. Blodau, eine Spezialkanüle mitzubringen, wurde von höhnischem Gelächter über den so genannten „Schwarzafrikaner“ begleitet.</p>
<p>In der Auftaktrede, die die Demonstrant_innen sehr bewegte, ging Yufanyi Mbolo auf die Qualen ein, die Jalloh in seiner Lage erleiden musste. Er erinnerte daran, dass Oury Jalloh auf Anordnung von Dr. Blodau mit Händen und Füßen an eine feuerfeste Matratze auf dem Boden gekettet und dann von den Polizisten herzlos im Gewahrsam verbrannt wurde.</p>
<p>Weiter führte er aus, wie die tödliche Prozedur von den zwei Polizeibeamten März und Scheibe, die für die Verhaftung von Oury Jalloh verantwortlich waren, vor Gericht in der Woche von 27. März 2007 wiedergegeben wurde. Diese brachten ihn in eine jämmerliche Zwangslage, fügten ihm schwere Körperverletzungen zu und ließen ihn im Untergeschoss, als wäre er tot.</p>
<p>Herr Yufanyi betonte, wie abscheulich die Lügen der Polizei sind, die der Welt weismachen will, Oury Jalloh habe Selbstmord begangen, Oury Jalloh, der nicht mehr selbst sprechen kann. Das wird von der afrikanischen Community, von Menschenrechtsaktivist_innen und allen, denen die Menschheit am Herzen liegt, entschieden zurückgewiesen. Und es ist der einzige Grund für die heutige Demonstration.</p>
<p>Er sagte weiter, dass viele von uns den Oury-Jalloh-Prozess im Landgericht Dessau verfolgt haben. Hier konnten wir erleben, wie Oury Jalloh kriminalisiert wurde – er passe nicht in die Gesellschaft -, und das alles unter den Augen der Presse, der verschiedenen Organisationen, die den Prozess beobachten, seiner Freund_innen und Sympathisant_innen und besonders seiner Mutter und seines Bruders, die extra aus Guinea gekommen waren, um die schrecklichen Umstände zu erfahren, die ihnen einen geliebten Menschen und geborenen Afrikaner raubte. </p>
<p>Die Tatsache, dass die Polizeibeamten im Gerichtssaal die Wahrheitsfindung behindern, indem sie Umstände, Zeiten und entscheidende Details verleugnen, dass sie sich untereinander absprechen, um alles zu vertuschen, dass das Gericht den Lügen, Verdrehungen und Behinderungen der Polizisten zu folgen scheint, das alles ist ein Zeichen dafür, dass die Justiz nicht unabhängig ist. Wenn wir es nicht schaffen, gegenüber der Welt den Mord an einem von uns als solchen darzustellen, kann es passieren, dass die ganze Angelegenheit unter unseren Augen in einen Familienstreit verdreht wird. Dann wird es geschehen, dass wir als Schwarze in der Diaspora und zu Hause in Zukunft mit noch schlimmeren Dingen konfrontiert werden.</p>
<p>Yufanyi wiederholte, dass wir alle Oury Jalloh sind. Wir sollten nicht den Fehler begehen und glauben, wir wären in den Augen von diesen Leuten Individuen. Für sie sind wir wie Fliegen, sie machen keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Welchem Land unseres geliebten afrikanischen Kontinents wir auch angehören, hier sind wir alle dasselbe.</p>
<p>Oury Jalloh sind wir alle, wir alle sind Oury Jalloh.</p>
<p>In diesem Sinne forderte Yufanyi uns auf, dass wir es nicht nur bei einer Demonstration in Dessau belassen sollten. Überall, wo wir leben, sollten wir die schrecklichen Todesumstände von Oury Jalloh und die Richtung, die das Gericht eingeschlagen hat, öffentlich machen. Es geht darum, sich für die Freiheit unserer Leute einzusetzen, während wir immer umgebracht, kriminalisiert oder schwer bestraft werden, gleich wie geringfügig das Delikt. Dr. Blodau darf nicht davon kommen. Jemand, der jahrelang Medizin praktiziert hat und der einen Eid geleistet hat, Leben zu retten, gab in dieser Situation die Anordnung für die Fixierung und Gewahrsamsnahme von Oury Jalloh. Auch wenn es eine Verschwörung mit der Polizei war, muss Dr. Blodau vor Gericht gestellt werden. Wenn das nicht geschieht, sollten wir dafür kämpfen, dass er eine gerechte Strafe erhält.</p>
<p>Mit diesen Worten setzte sich die Demo durch die heute berüchtigte Stadt Dessau in Bewegung. Leute aus Bochum, Jena, Frankfurt, Göttingen, Berlin, Bielefeld, Nürnberg, Düsseldorf, Dortmund und anderen Städten kamen hinzu. Kaum begann die Demo, fing ein schwerer Regen an, fing ein heftiger Sturm an, als ob die mit Unrecht verpestete Luft in Dessau weggeblasen werden sollte.</p>
<p>Tränen des Leids und der Folter an Afrikaner_innen flossen, die Demonstrant_innen jedoch widerstanden dem schweren Regen und schrieen immer wieder „Oury Jalloh – das war Mord“, ohne die tiefen Pfützen zu beachten, die überall auf den Straßen waren, das Wasser in den Schuhen, ohne sich beeindrucken zu lassen von der Kälte, der Nässe und den Wassermassen, die in einem fort vom Himmel fielen. Als ob ein Wasserhahn vor Wut und Entschlossenheit voll aufgedreht worden wäre, um gegen das Unrecht zu protestieren, das seit dem Einfall in Afrika vor vielen Hundert Jahren über die Schwarzen gekommen ist.</p>
<p>Die Demo ging weiter zum Ort, wo Alberto Adriano getötet wurde, von rassistischen Extremisten mitten in Dessau erschlagen. Hier hielten die Demonstrant_innen eine Schweigeminute ab und sangen in Gedenken an einen weiteren unschuldigen Bruder, dessen einziges Verbrechen seine Hautfarbe war.</p>
<p>Trotz des Regens blieb das Mikrofon nicht still; die Behinderung der Justiz und die Verschwörung um die Todesfälle von Afrikaner_innen in Deutschland wurden immer wieder angeprangert. Wie bösartig und anhaltend der moderne Sklavenhandel und der modernisierte Kolonialismus der entschlossenen Aggressoren auch sein mögen, die afrikanische Community schwört, dass sie ebenso entschlossen ist, für ihre Existenz und für die Freiheit des Mutterkontinents Afrika zu kämpfen.</p>
<p>Wir lehnen es ab, unter der als Entwicklungshilfe getarnten Lüge der organisierten internationalen Gemeinschaft zu leben. Damit werden afrikanische Diktatoren finanziert, die ihre Völker überall zu Flüchtlingen machen – die dann bei lebendigem Leibe in einer Polizeizelle in Dessau verbrannt werden, die wie Dominique Kouamadio in Dortmund auf offener Straße von Polizisten erschossen werden, die diskriminiert werden, sodass sie auf unterschiedliche Weise von denen umgebracht werden, die angeblich Entwicklungshilfe leisten, was in Wahrheit ein modernisierter Kolonialismus ist.</p>
<p>Die Demo verlief ohne bedrohliche Zwischenfälle von Seiten der Dessauer Bevölkerung oder der Polizei. Allerdings schlossen ein paar Einwohner_innen die Fenster, andere schwenkten als Reaktion deutsche Fahnen vom Fenster und gaben so ein Beispiel an Ignoranz und Mangel an Bildung, so typisch für die Aggressoren, die in Afrika einfielen und die Vertreibung der Afrikaner_innen von ihrem friedlichen Mutterkontinent auslösten.</p>
<p>Die Zahl der Polizisten war auf dieser Demo größer, die Polizeiwagen nicht zu zählen, überall in der Stadt konnte man dunkelgrüne Uniformen sehen. Ein paar Polizisten auf Motorrädern waren durchnässt wie andere Menschen auch, die meisten Polizisten jedoch versteckten sich in ihren Wagen. Es war, als ob das Wasser vom Himmel dem Höllenfeuer im Keller der Polizeiwache von Dessau am 7. Januar 2005 gleich kommen wollte, oder irgendeiner anderer Grausamkeit an Afrikaner_innen auf der Erde. Schließlich kam die Sonne zurück, die die durchnässten Körper trocknete. Eine Stunde blieb man auf den schicksalhaften Stufen, auf denen Oury Jalloh zu seinem Inferno in die Polizeiwache gebracht wurde. </p>
<p>Hier wurden Blumen als Zeichen der Trauer, des Gedenkens und des Friedens für seine Seele niedergelegt. Eine weitere Schweigeminute wurde für Mario Bichtemann gehalten, der in derselben Zelle im November 2002 starb.</p>
<p>Dominique Kouamadio, 23 Jahre, aus Kongo, der am 14. April 2006 in Dortmund auf der Straße von der Polizei erschossen wurde; Layé Kondé, der in Bremen am selben Tag wie Oury Jalloh durch Polizeibrutalität umgebracht wurde; John Achidi (Nigeria/Kamerun), der in Hamburg umgebracht wurde; Osamuyi aus Nigeria, unser letzter Schock, der von der spanischen Polizei bei einem Abschiebeversuch getötet wurde, ein Beispiel für die Verschwörung der Weißen zur Vernichtung der Afrikaner_innen. Ihrer aller Seelen wurde gedacht und um sie getrauert.</p>
<p>Dieses Mal nahmen die Bewohner_innen Dessaus die Demo stärker wahr, viele Zuschauer_innen standen mit offenem Mund am Rande. Die Presse ließ sich von den Regenfällen nicht verschrecken, Kameras filmten während des ganzen Gusses.</p>
<p>Die Demo kam um genau 17 Uhr an ihrem Ausgangspunkt, dem Dessauer Hauptbahnhof, an, wo sie mit lauten Solidaritätsrufen für die Rettung des afrikanischen Kontinents vor dem Untergang ihren Abschluss fand.</p>
<p>SOLIDARITÄT IST UNSERE WAFFE.</p>
<p>von Regina Kiwanuka (Uganda), mit Stolz, Afrikanerin zu sein.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fotos &amp; Video: Oury Jalloh Demo am 23.6.]]></title>
<link>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/06/29/fotos-video-oury-jalloh-demo-am-236/</link>
<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 22:33:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>initiativeouryjalloh</dc:creator>
<guid>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/06/29/fotos-video-oury-jalloh-demo-am-236/</guid>
<description><![CDATA[
Foto: (cc) Marco del Pra&#8217;/Umbruch-Bildarchiv
Am 23. Juni 2007 demonstrierten in Dessau rund 2]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/files/2007/06/1325e.jpg' alt='Dessau 23.6.07'><br />
<strong>Foto: (cc) Marco del Pra'/Umbruch-Bildarchiv</strong><br />
Am 23. Juni 2007 demonstrierten in Dessau rund 200 Menschen in Gedenken an Oury Jalloh und Dominique Koumadio, der in Dortmund von einem Polizisten erschossen wurde. Anlass für die erneute Demonstration war die Entwicklung des Prozesses um den Tod des Flüchtlings Oury Jalloh aus Sierra Leone/Guinea sowie Angriffe auf Aktivisten der Gedenkinitiative.</p>
<p><a href="http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/230607oury_jalloh.html">Fotos &#38; ein Video von der Demo hier</a></p>
<p>Der Prozess gegen die Polizeibeamten Andreas S. und Hans-Ulrich M begann am 27. März 2007, mehr als zwei Jahre nach Oury Jallohs Tod, vor dem Landgericht Dessau. Den Beamten wird "Körperverletzung mit Todesfolge" bzw. die "fahrlässige Tötung" Oury Jallohs vorgeworfen. Eine Aufklärung, wie Oury Jalloh ums Leben kam ist immer noch nicht in Sicht. Obwohl mittlerweile die Befragung der Polizeizeugen sogar durch den Vorsitzenden Richter an Schärfe zugenommen hat, weil Widersprüche in ihren Aussagen offensichtlich wurden, werden bisher in der Verhandlung grundsätzliche Fragen nicht oder nur am Rande behandelt. Nach wie vor ist z. B. völlig ungeklärt, wie es zum Nasenbeinbruch Oury Jallohs kam, wie das Feuerzeug in die Zelle gelangte und wie der an Füßen und Händen gefesselte Gefangene die schwer entflammbare Matratze angezündet haben soll. Die "Initiative in Gedenken an Oury Jalloh" stellt berechtigterweise in ihrem Aufruf zur Demonstration die Grundannahme des Verfahrens in Frage, das von einem Selbstmord Oury Jallohs ausgeht: "Alle Ermittlungen sind darauf beschränkt, die These zu beweisen, dass Oury Jalloh sich selbst angezündet hat."</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[BUNDESWEITE DEMO IN DESSAU IN GEDENKEN AN OURY JALLOH UND DOMINIQUE KOUMADIO]]></title>
<link>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/06/12/bundesweite-demo-in-dessau-in-gedenken-an-oury-jalloh-und-dominique-koumadio/</link>
<pubDate>Sat, 16 Jun 2007 17:43:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>initiativeouryjalloh</dc:creator>
<guid>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/06/12/bundesweite-demo-in-dessau-in-gedenken-an-oury-jalloh-und-dominique-koumadio/</guid>
<description><![CDATA[download Aufruf deutsch (pdf)
Samstag 23. JUNI, 14:00 UHR - Hauptbahnhof DESSAU
DIE VERFOLGUNG EINES]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://thecaravan.org/files/caravan/AUFRUF_PERSECUTION_OF_A_WORD_DE.pdf"><strong>download Aufruf deutsch (pdf)</strong></a></p>
<p><strong>Samstag 23. JUNI, 14:00 UHR - Hauptbahnhof DESSAU</strong></p>
<p><strong>DIE VERFOLGUNG EINES WORTES UND EIN AUFRUF ZUR AKTION</strong></p>
<blockquote><p>Ich wusste nicht, dass uns sogar das Recht abgesprochen wird, die gigantischste Deportation in der Geschichte der Menschheit bei ihrem Namen zu nennen. Und das nur deshalb, weil die Sklavenhändler, ihre Nachkommen und deren Historiker weder zum damaligen Zeitpunkt noch später das Wort Deportation zur Bezeichnung ihrer Praktiken verwendet oder autorisiert haben.</p>
<p>Rosa Amelia Plumelle-Uribe</p></blockquote>
<p><strong>Die Verfolgung eines Wortes</strong></p>
<p>Diejenigen, denen die Brutalität des Apartheidregimes bewusst ist, können sich diese Situation nur allzu gut vorstellen: ein schwarzer Menschen ist auf eine Pritsche mit feuerfester Matratze an Händen und Füßen gefesselt. Stunden später ist dieser Mensch tot, sein Leichnam völlig karbonisiert, die oberen Teile seiner Finger komplett weggebrannt. Die offizielle These: Selbstmord.</p>
<p>Am 7. Januar 2005, ist Oury Jalloh unter genau diesen Umständen in Dessau gestorben. Am selben Tag wurde das Leben eines zweiten Afrikaners von der Polizei ausgelöscht: Layé Konde, der zehn Tage zuvor auf Grund eines gewalttätigen Brechmitteleinsatzes ins Koma gefallen war, verlor sein Leben ebenfalls am 7. Januar 2005. Keiner der verantwortlichen Polizeibeamten ist bisher verurteilt worden.</p>
<p>Seit diesem Tag sind eine Vielzahl von Flüchtlings-, MigrantInnen- und antirassistischen Initiativen zusammengekommen, um für Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung zu kämpfen. Unter dem Motto: BREAK THE SILENCE: OURY JALLOH DAS WAR MORD! organisierten wir uns in der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ um unseren Zielen Nachdruck zu verleihen.<br />
Jedoch unsere Parole verursachte Angst und es folgte die Kriminalisierung unseres Kampfes seitens des Staates. Nach dieser Logik, ohne zu wissen was genau am 7. Januar in der Dessauer Polizeizelle geschehen war, ist es keine Straftat den Tod Oury Jallohs als Selbstmord zu bezeichnen, aber wer sagt, dass war Mord, soll verfolgt und bestraft werden.</p>
<p>Die Macht der Sprache, die Macht, Begriffe mit Bedeutung zu füllen, ist zugleich ein entscheidender und grundlegender Pfeiler der totalitären —und kolonialen— Macht. Diese wird ausgeübt, um Widerstand zum Schweigen zu bringen und um die Hegemonie über Wörter und Gedanken zu beherrschen.</p>
<p>Wir dürfen nicht vergessen, was die Geschichte uns lehrt. Wie oft und rücksichtslos wurde Genozid begangen, um die komplette Wahrheit zusammen mit den Opfern zu eliminieren, sowie es z.B. in Europa während der Nazizeit und bei der Sklaverei mit der Trennung von Mutter und Kind geschehen ist.</p>
<p>Aber wie die Henker, ihre Nachkommen und deren Historiker immer und immer wieder erkennen mussten: ganz gleich wie viele Menschen zu Tode gebracht wurden, egal inwieweit die Mächtigen bereit waren, ihre Ziele durchzusetzen – es blieb unmöglich eine kollektive Erinnerung auszulöschen und keine Unterdrückung blieb auf ewig.</p>
<p><strong>Selektive Erinnerungen und die Nicht-Verfolgung der Wahrheit</strong></p>
<p>„Man muss doch nicht alles sehen“ so Hans-Christoph Glombitza Leitender Polizeidirektor Dessaus, über die Bekämpfung rechtsextremistischer Straftaten.</p>
<blockquote><p>Das die Justiz eine blinde Göttin ist<br />
ist etwas worüber wir Schwarzen im Klaren sind.<br />
Ihre Binden verstecken zwei verfaulte Wunden<br />
die vielleicht einmal Augen waren</p>
<p>Aimé Césaire</p></blockquote>
<p>Am 27. März 2007, wurde ein Gerichtsverfahren gegen zwei Polizeibeamte, die möglicherweise für den Tod Oury Jallohs verantwortlich sind, in Dessau begonnen. Andreas Schubert und Hans-Ulrich Merz sind von der Staatsanwaltschaft Dessau jeweils angeklagt wegen Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässiger Tötung. Bei der Anklage der Staatsanwaltschaft – die einzige Instanz, die in Deutschland in so einem Fall klagen darf - spielt weder Rassismus noch irgendein anderer möglicher Hintergrund der Tat eine Rolle. Die Anklage geht ausschließlich von einer These aus: Selbstmord. Ein gebrochenes Nasenbein und ein verletztes Mittelohr, Verletzungen, die bei der zweiten, von der Nebenklage finanzierten Obduktion entdeckt worden waren, gelten dabei nicht als Teil der gerichtlichen Beweislage.</p>
<p>Der bisherige Verlauf des Prozesses ist nicht mehr als die Bestätigung unseres tiefsten Misstrauens. Über zwei Jahre verurteilten wir ständig die Vertuschung und Verschleppung der Wahrheit in der Öffentlichkeit. Wie zu erwarten war, ähneln sich die Aussagen der vorgeladenen Polizisten auffallend: Alle können sich perfekt erinnern - außer an das was den Tod Oury Jallohs betrifft. Allerdings gibt es doch eine Ausnahme: alle können sich klar und deutlich daran erinnern, wie schnell Andreas Schubert, der auf der Anklagebank sitzt, weil die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, nicht zügig genug reagiert zu haben, in den Todestrakt gerannt ist, dort wo Oury Jalloh an Hände und Füße gefesselt, auf einer feuerfesten Matratze lag.</p>
<p>Jedoch ist das Thema Rassismus genauso abwesend wie die Wahrheit in den Worten der Angeklagten und der als Zeugen vorgeladenen Polizisten. Nur zwei Mal ist Rassismus als Thema überhaupt in den bisher zehn Verhandlungstagen angesprochen worden: Einmal, als ein Afrikaner aus dem Gerichtssaal rausgeworfen wurde, weil er –als der rassistische Dialog zwischen Arzt und angeklagtem Andreas Schubert vorgelesen wurde– „Was haben wir Euch jemals getan, das Ihr uns so behandelt!“ schrie, und ein zweites Mal als ein Aktivist der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ auf die Anklagebank gesetzt wurde, weil er angeblich ein anwesenden NPD-Kader beleidigt hatte.</p>
<p>Zu alldem kommt noch ein Skandal in den Medien: Hans-Christoph Glombitza, leitender Polizeidirektor Dessaus, sagte bei einem Treffen mit drei Staatsschützern über die Bekämpfung rechtsextremistischer Straftaten, „man muss doch nicht alles sehen“. Ergänzend erklärte er, dass Regierungsprogramme wie die Aktion „Hingucken!“ sowieso nur für die Galerien seien. Volker Bittermann, leitender Staatsanwalt Dessaus, hat seinerseits die Ermittlungen diesbezüglich schon eingestellt.</p>
<p>Ihrerseits sieht die Dessauer Polizei den Prozess als Gelegenheit, Aktivisten der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ zu kriminalisieren und zu verfolgen. Etwa hundert Polizisten mit Hunden bewaffnet schützen das Gerichtsgebäude innen und außen. Nicht nur die Prozessbeobachter sind schweren Sicherheitsvorkehrungen ausgesetzt, auch Aktivisten der Initiative werden durch gezielten Personalienkontrollen versucht einzuschüchtern.</p>
<blockquote><p>Warum wir kämpfen müssen – nicht nur protestieren oder hinterfragen<br />
Meine Zunge soll diejenigen in Ihrer Misere dienen, die keine Zunge haben, meine Stimme der Freiheit derer, die sich in dem Kerker der Verzweiflung befinden.</p>
<p>Aimé Césaire</p></blockquote>
<p>Wir haben weder unseren Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit, noch unsere Entschlossenheit, unsere Meinungen selbst zu wählen, aufgegeben. Der Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit für Oury Jalloh – sowie für Dominique Koumadio, der am 14. April, 2006 von der Dortmunder Polizei erschossen– ist für uns eine Frage des Überlebens. Die Arroganz und das fehlende menschliche Verständnis - vor allem gegenüber Menschen nicht-europäischer Herkunft - innerhalb der Polizei und in der Gesellschaft im Allgemeinen ist das was es erlaubt, dass Menschen wie Oury Jalloh, solche grauenhaften Tode sterben müssen. Das diese Tatsache sowohl systematisch als auch historisch begründet ist, ist einer der vielen Gründe warum wir den Tod Oury Jallohs als Mord bezeichnen.</p>
<p>Das bedeutet aber, dass wir viel mehr tun müssen, als einfach zu protestieren oder die offiziellen Versionen der Morde an Oury, Dominique und Laye in Frage zu stellen. Vor allem geht es uns um unsere Selbstbestimmung und um unsere Wut gegen die unaufhörliche Barbarei.</p>
<p>Wir können und werden nicht zulassen, dass wir im Rahmen dieser verbrecherischen Normalität einfach weiterhin funktionieren, als Komplizen für Verfolgung und unseren eigenen Tod. Wenn wir das Schweigen nicht durchbrechen, wenn wir unsere eigene Meinung unterdrücken, leisten wir einen Beitrag zum Weiterbestehen unseres gemeinsamen Leidens.</p>
<p>Wir verweigern uns. Wir verweigern uns zu schweigen und wir verweigern uns, weiterhin Teil unserer eigenen Unterdrückung zu bleiben. Wir werden weder schweigen, noch zulassen, dass wir zum Schweigen gebracht werden. Diese Zeit ist vorbei.<br />
<strong><br />
MOBILISIERT EUCH! KOMMT NACH DESSAU AM 23. JUNI!</strong></p>
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<p><a href="http://thecaravan.org/files/caravan/OURY+DEMO.pdf"><strong>download Plakat/Poster (pdf)</strong></a></p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kommt zum Prozess!]]></title>
<link>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/05/03/kommt-zum-prozess/</link>
<pubDate>Thu, 03 May 2007 17:43:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>initiativeouryjalloh</dc:creator>
<guid>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/05/03/kommt-zum-prozess/</guid>
<description><![CDATA[Nächste Prozesstermine:
Dienstag, 8. Mai, bis Freitag, 11. Mai
Immer 9.00 Uhr im Landgericht Dessau]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nächste Prozesstermine:</strong></p>
<p>Dienstag, 8. Mai, bis Freitag, 11. Mai<br />
Immer 9.00 Uhr im Landgericht Dessau<br />
Willy-Lohmann-Str. 29</p>
<p><strong>Gehört werden folgende Zeugen:</strong></p>
<p>Dienstag: Dr. Andreas Blodau (der Arzt)<br />
Mittwoch: Gerhard Möbes (Polizeibeamter, war bei dem Feuer als erster im Keller)<br />
Mittwoch: Heiko Köhler (Leiter des Reviereinsatzdienstes)<br />
Donnerstag: Michlik (Verwaltungsleiter)<br />
Freitag: Gerald Kohl (Revierleiter)</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kommt zum Prozess nach Dessau!]]></title>
<link>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/03/07/19/</link>
<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 22:08:03 +0000</pubDate>
<dc:creator>initiativeouryjalloh</dc:creator>
<guid>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/03/07/19/</guid>
<description><![CDATA[AUFKLÄRUNG  GERECHTIGKEIT ENTSCHÄDIGUNG
27.-30.03.07 und 19.-20.04.07
Landgericht Dessau, ab 9:00h]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<h2>AUFKLÄRUNG  GERECHTIGKEIT ENTSCHÄDIGUNG<br />
27.-30.03.07 und 19.-20.04.07<br />
Landgericht Dessau, ab 9:00h</h2>
<p><a href="http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/03/07/19/break-the-silence/" rel="attachment wp-att-20"><img src='/files/2007/03/1296g.thumbnail.jpg' alt='Break the Silence!' align="left" vspace="10" hspace="20"></a></p>
<p>Am 7. 1. 2005 verbrannte Oury Jalloh qualvoll – gefesselt an Händen und Füßen – in der Polizeizelle 5 in Dessau. Er war ein 21-jähriger Flüchtling aus Sierra Leone. Der Rauchmelder sowie ein Feueralarm wurden vom Dienstleiter der Polizei einfach ignoriert, die direkt mit der Zelle verbundene Sprechanlage leise gestellt – angeblich weil sich die Beamten von „plätschernden Geräuschen“ beim Telefonieren gestört fühlten. Seitdem vertritt die für eine Untersuchung zuständige Staatsanwaltschaft die These vom Selbstmord des Getöteten.<br />
Diese These hat viele Widersprüche in sich: Warum taucht plötzlich ein Feuerzeug in einer zweiter Asservatenliste auf? Wie landete dieses in der Zelle, wenn Oury Jalloh vorher von zwei Beamten gründlich durchsucht wurden? Wie erklärt man den Nasenbeinbruch und die Verletzungen des Mittelohrs bei Oury Jalloh, die eine zweite, von der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ in Auftrag gegebene Obduktion feststellte? Welche Rolle für den Ablauf spielte eine rassistische Grundhaltung bei der Dessauer Polizei, wie sie sich aus den Tonbandmitschnitten ergibt, die vor und während des Brandes aufgezeichnet wurden?<br />
Aufgrund der festgestellten Umstände des Todes gehen wir von der Ermordung Oury Jallohs aus solange eine Aufklärung keinen anderen Tathergang ergibt.</p>
<p>Dass alle diese Widersprüche ans Licht gekommen sind und dass der Tod von Oury Jalloh nicht in Vergessenheit geriet, ist der Mobilisierung von FreundInnen und Bekannten sowie zahlreichen MigrantInnen- und Flüchtlings- und antirassistischen Organisationen zu verdanken, die trotz Kriminalisierungsversuchen und der Verfolgung einiger Aktivisten nie aufgehört haben, eine vollständige Aufklärung der Todesumstände und Gerechtigkeit zu fordern. Diese haben sich in der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ zusammengeschlossen.</p>
<p>Nach zwei Jahren Mobilisierung und Öffentlichkeitsarbeit der Initiative wird im März ein Prozess gegen zwei beteiligte Polizisten in Dessau stattfinden. Obwohl dies ein wichtiger Schritt in Richtung Aufklärung ist, haben wir Zweifel, dass es zu einem gerechten Urteil und einer vollständigen Aufklärung der Todesumstände kommen wird. Seit dem Tod von Oury Jalloh hat die Staatsanwaltschaft Dessau kein wirkliches Interesse gezeigt die Todesumstände aufzuklären. Vielmehr ist ihre Tätigkeit von einer inzwischen jahrelangen Verschleppung des Falles geprägt, wie auch einer mangelnden Kooperation mit den Anwältinnen der Familie Oury Jallohs. Für die Zulassung der Nebenklagen der Mutter und des Vater brauchte das Gericht 17 bzw. 15 Monate. Eine Röntgenuntersuchung der Leiche Oury Jallohs wurde mit der Begründung abgelehnt, es gebe keinen Anlass dazu. Die zweite, unabhängige Obduktion ergab dann die schweren Verletzungen Jallohs, noch bevor er verbrannte.</p>
<p>Oury Jalloh ist nicht der Einzige. Dominique Koumadio z.B. wurde von der Polizei am 14. April 2006 erschossen. Die Staatsanwaltschaft hat die Polizei schon von jedem Vergehen freigesprochen. Die Begründung? Selbstverteidigung. Tatsächlich genießen die Verbrechen der Polizei fast immer völlige Straffreiheit, insbesondere wenn sie an Flüchtlingen und MigrantInnen verübt werden. Tatsächlich werden täglich Flüchtlinge und MigrantInnen von der Polizei schlecht behandelt und körperliche Misshandlungen sind weit verbreitet, während Verurteilungen selten sind – wenn es je überhaupt zu einem Gerichtsverfahren kommt. Generell kann man sagen, dass die Polizei wie auch die Gesamtgesellschaft von einem rassistischen, unmenschlichen Konsens regiert wird, der Flüchtlinge und MigrantInnen als Untermenschen sieht.</p>
<p>Europa hat die Tatsache verbreitet und auch in die Realität umgesetzt, dass Flüchtlinge und MigrantInnen - insbesondere Schwarze - hier nicht willkommen sind. Allein im Jahr 2006 wurden mehr als 7.000 Menschen von einem System in den Tod gezwungen, dass sie systematisch und auf Ewigkeit ihrer fundamentalen Menschenrechte beraubt hat: des Rechtes auf Leben. Wer wird den Preis für diese Morde zahlen? Wer kann den Familien und Freunden dieser Toten ihre geliebten Angehörigen und Freunde zurückgeben?</p>
<p>Dies sind einige der Tatsachen, die unser Misstrauen in das deutsche Justizsystem begründen.</p>
<p>Es ist unsere Verantwortung gegenüber Oury Jalloh, seiner Familie und allen Opfern und Überlebenden der rassistischen Polizeigewalt zusammenzukommen und gegenüber dem Gericht, der Gesellschaft und der Welt zu demonstrieren, dass wir nicht still zuschauen werden, während sie mit ihren Verbrechen fortfahren, ohne dafür bestraft zu werden. Wenn wir uns nicht zusammenschließen, um dem ein Ende zu setzen, wie viele werden noch sterben müssen? Wer wird der/die Nächste sein?</p>
<p>Deshalb bleibt eine breite öffentliche und politische Arbeit für die Begleitung und Beobachtung des Prozesses wichtig. Beteiligt euch an der Mobilisierung zum Prozess!</p>
<p>Kommt alle am 27. – 30. März und am 19. – 20. April nach Dessau, beobachtet den Prozess und beteiligt euch an den ständigen Aktionen, Veranstaltungen und Kundgebungen. Bleibt informiert unter: <a href="http://oury-jalloh.so36.net/">http://oury-jalloh.so36.net/</a> oder unter der Telefonnummer: 0176-65977644</p>
<p><strong>Spenden an: </strong></p>
<blockquote><p><strong>Antirassistische Initiative<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto-Nr.: 3039600<br />
BLZ: 100 205 00<br />
Stichwort: Dessau.</strong></p></blockquote>
<h1>KOMMT NACH DESSAU!</h1>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Demonstrationen in Gedenken an Oury Jalloh]]></title>
<link>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/01/01/demonstrationen-in-gedenken-an-oury-jalloh/</link>
<pubDate>Sun, 31 Dec 2006 23:00:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>initiativeouryjalloh</dc:creator>
<guid>http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2007/01/01/demonstrationen-in-gedenken-an-oury-jalloh/</guid>
<description><![CDATA[Sonntag, 07. Januar 2007
Berlin:13 Uhr    Hackescher Markt
Dessau:    13 Uhr    Hauptbahnhof
Am 7. J]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Sonntag, 07. Januar 2007<br />
Berlin:13 Uhr    Hackescher Markt<br />
Dessau:    13 Uhr    Hauptbahnhof</strong></p></blockquote>
<p>Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau. Zwei Jahre sind seither vergangen. Zwei Jahre, in denen das Gericht in Dessau einen Prozess gegen die verantwortlichen Polizisten blockiert. Dies zeigt deutlich genug, dass die Hintergründe des Todes nach dem Willen * von Polizei und Justiz nicht zur Sprache kommen sollen.</p>
<ul>
<li>Dominique Kouamadio wurde vor einem halben Jahr in Dortmund von einem Polizisten erschossen.</li>
<li>Laye-Alama Condé und John Achidi starben vor zwei Jahren bzw. fünf Jahren bei einem Brechmitteleinsatz</li>
<li>Amir Ageeb und Kola Bankole wurden bei ihrer Abschiebung umgebracht.</li>
<li>N'deye Mareame Sarr wurde vor vier Jahren im Haus ihres Ex-Mannes von einem Polizisten erschossen.</li>
</ul>
<p>In allen Fällen wurden die Ermittlungsverfahren eingestellt und jedes Mal wurde niemand für die Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Noch viele dieser Geschichten lassen sich nennen.<br />
Menschen nicht-weisser Hautfarbe und nicht-deutscher Herkunft sind durch deutsche PolizistInnen und VertreterInnen der Institutionen ebenso wie durch RassistInnen auf der Straße täglich mit dem Tode bedroht. Freitag, den 7. Januar 2005. Der 22 jährige Oury Jalloh aus Sierra Leone verbrennt am helllichten Tag um 12 Uhr mittags in einer Polizeizelle. Die Justiz behauptet, dass er sich selbst angezündet hat. Mit einem Feuerzeug, das bei der Kontrolle übersehen worden sein soll. Aber alles spricht dagegen: Oury Jalloh war zu diesem Zeitpunkt an Händen und Füßen gefesselt. Er lag auf einem Betonsockel auf einer schwer entflammbaren Matratze. In einer vom Boden bis zur Decke gekachelten Zelle.</p>
<p>Der wachhabende Polizeibeamte ignoriert den Feueralarm lange Zeit. Oury Jalloh verbrennt. Ein Gutachten bestätigt: Hätte der Polizeibeamte sofort reagiert, hätte Oury Jalloh gerettet werden können. Die Staatsanwaltschaft klagt den Beamten an. Das Gericht sucht seit fast 2 Jahren nach Gründen, den Prozess nicht zu eröffnen. Entgegen einiger Pressemitteilungen ist bis heute nicht entschieden, ob es zum Prozess gegen diesen Beamten kommt. Weitere Untersuchungen sollen jetzt, 2 Jahre später, durchgeführt werden. Gegen einen weiteren Beamten wurde das Verfahren vom Gericht vor kurzem eingestellt.</p>
<p>Es gibt bis heute weder von der Polizei noch von den Behörden irgendeine Entschuldigung. Auch eine Entschädigung für die Familie wurde bisher verweigert. Statt dessen wird ein afrikanischer Freund von Oury, der sich am meisten für die Forderung nach Gerechtigkeit engagiert, harten Repressionen ausgesetzt und nahezu zehn AktivistInnen wurden während der Kampagne gegen den Mord an Oury Jalloh wegen verschiedener "Straftaten" angezeigt und zum Teil schon verurteilt.</p>
<p>Seit fast zwei Jahren haben sich diverse Flüchtlings-, MigrantInnen- und Antiragruppen zusammengeschlossen, um das Schweigen zu brechen und Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung für den Mord an Oury Jalloh zu fordern.<br />
Seit beinahe zwei Jahren besteht die einzige Antwort der deutschen Behörden in Vertuschung und Straflosigkeit für die Täter und Kriminalisierung unseres Protestes.</p>
<p>Wir werden unseren Kampf nicht aufgeben. Keine Repression, Vertuschung oder Straflosigkeit wird uns daran hindern, aufzustehen, unsere Stimme zu erheben und gegen diese systematische Ungerechtigkeit zu kämpfen.<br />
Wenn sie das Recht haben von Selbstmord zu sprechen, obwohl alle Fakten dagegen sprechen, nehmen wir uns das Recht von Mord zu sprechen.</p>
<p><strong>Wir sind alle Oury Jalloh!<br />
MOBILISIERT EUCH!</strong></p>
<p>Am 6. Januar 2007 wird eine Konferenz in der Stadt Dessau stattfinden, um AktivistInnen der Afrikanischen und Schwarzen Community in Deutschland gegen rassistische Polizeigewalt und Kriminalisierung zu versammeln. Die Opfer dieser institutionalisierten Gewalt werden erinnert und geehrt.</p>
<p>Wir rufen alle solidarischen Menschen auf, an der Konferenz am 6. Januar in Dessau und an den Demonstrationen am 7. Januar 2007 in Dessau und Berlin teilzunehmen.<br />
Wir erinnern an diesen Tagen an alle Menschen, die durch Rassismus und Kapitalismus täglich umgebracht werden; innerhalb der EU und an deren Grenzbefestigungen; aber auch derer, die schon seit Jahrhunderten durch Kolonialismus, Waffenlieferungen und Stützung von Diktaturen weltweit  systematisch getötet wurden und werden.<br />
Wenn ihr die Veranstaltungen an einer der genannten Orte nicht erreichen könnt, organisiert ein Protestereignis in eurer Stadt!</p>
<p><strong>Das Schweigen brechen!</strong></p>
<p><strong>Stoppt den Polizeiterror gegen Flüchtlinge und MigrantInnen!</strong></p>
<blockquote><p><a href="http://oury-jalloh.so36.net">Initiative in Gedenken an Oury Jalloh</a><br />
mail: initiative-ouryjalloh@so36.net<br />
Telefon: 0176 / 25433750</p></blockquote>
<p><strong>Unterstützt von:</strong></p>
<p>Antirassistische Initiative e.V (ARI)<br />
Flüchtlingsinitiative Brandenburg (FIB),<br />
Für eine linke Strömung (FELS)<br />
Plataforma der Flüchtlinge und MigrantInnen,<br />
The Voice Refugee Forum<br />
Karawane Network  Germany</ul>
<p><strong>Spendenkonto:</strong></p>
<p>Antirassistische Initiative e.V.<br />
Kontonummer: 3039600<br />
BLZ: 10020500<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Stichwort: Dessau</p>
]]></content:encoded>
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</channel>
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