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	<title>a-wie-transatlantisches &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "a-wie-transatlantisches"</description>
	<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 14:56:21 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[ Experten streiten über das Ende von al-Qaida (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=126</link>
<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 18:28:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann

Die Welt online, 11.06.2008

Wie steht es um Osama bin Ladens Terrornetz? Einige]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann<br />
<a href="http://www.welt.de/politik/article2090038/Experten_streiten_ueber_das_Ende_von_al-Qaida.html"><br />
Die Welt online, 11.06.2008</a></p>
<p><strong><br />
Wie steht es um Osama bin Ladens Terrornetz? Einige Experten glauben, dass al-Qaida schlagkräftig und gut organisiert ist. Möglicherweise sei die Organisation zuletzt sogar stärker geworden. Andere sind sich sicher: Al-Qaida ist so gut wie tot. Tragischerweise könnte ein weiterer großer Anschlag den Streit klären.</strong></p>
<p>Während die CIA vor nicht einmal einem Jahr vor einer erstarkten al-Qaida warnte, verkündete ihr Direktor Michael Hayden vor wenigen Tagen, Osama bin Ladens Terrorgruppe sei im Wesentlichen besiegt. Im Irak und in Saudi Arabien stünden strategische Niederlagen kurz bevor und auch weltweit sei al-Qaida in der Defensive, inklusive der pakistanisch-afghanischen Grenzregion.<!--more--></p>
<p>Über genau diese Frage, nämlich ob al-Qaida denn nun besiegt sei oder nicht, ist zwischen zwei der renommiertesten Terrorismusexperten, Dr. Bruce Hoffman und Dr. Marc Sageman, ein heftiger Streit ausgebrochen.</p>
<p>Hoffman, Hochschullehrer an der George Washington Universität in Washington D.C., hat mit seinem 1998 veröffentlichten Buch "Inside Terrorism" ein Standardwerk verfasst und ist ein gefragter Berater von Regierungen weltweit. Er sagt, al-Qaida als Organisation sei wohlauf und sogar noch gefährlicher als vor einigen Jahren.</p>
<p>Sageman, Psychiater, ehemaliger CIA-Analyst und gegenwärtig beim New York Police Department beschäftigt, argumentiert in seinem neuen Buch „Leaderless Jihad“ hingegen, dass die Hauptbedrohung durch den Terrorismus der al-Qaida nicht länger von der Organisation selbst ausgehe. Vielmehr seien deren Ideologie und sich selbst radikalisierende Gruppen oder Einzeltäter die große Bedrohung.</p>
<p>Für die These der Niederlage spricht, dass al-Qaidas Strukturen in Saudi-Arabien weitgehend zerschlagen sind und der Versuch, ein Kalifat im Irak zu etablieren, gescheitert ist. Den USA ist es im Irak gelungen, ehemalige Verbündete der al-Qaida gegen diese in Stellung zu bringen. Neben finanziellen Anreizen war entscheidend, dass al-Qaida dort einfach zu viel Unheil unter Muslimen angerichtet hat. Zudem werden im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet mittlerweile wöchentlich gezielte Militärschläge durchgeführt, die al-Qaidas Führungspersonal erheblich dezimieren.</p>
<p>Außerdem wird bin Laden von ehemaligen Mitstreitern heftig kritisiert. Diese beschweren sich hauptsächlich über ausbleibende Erfolge und Schäden in der islamischen Welt, die al-Qaida zu verantworten hat.</p>
<p>Andererseits wurden al-Qaidas Totenglocken, ähnlich wie die der Taliban, schon zu häufig geläutet. Die Anpassungs- und Überlebensfähigkeit der Organisation hat viele Experten überrascht und es spricht Bände, dass bin Laden und sein Vize Aiman al-Sawahiri noch nicht gefasst sind.</p>
<p>Mindestens genau so wichtig wie über militärische Niederlagen zu diskutieren ist die Frage, ob al-Qaidas Ideologie an Attraktivität verliert. Denn elementarer Bestandteil von bin Ladens Strategie ist es, Muslime weltweit und in Massen zum Kampf gegen die „Kreuzritter, Juden und deren Agenten“ aufzuwiegeln, die dem Islam angeblich den Krieg erklärt hätten. Auch hierzu herrscht keine Einigkeit zwischen den Experten.</p>
<p>Und warum lehnt sich die CIA mit ihren Aussagen so aus dem Fenster? Dahinter könnte der Versuch stehen, Bin Ladens Truppe ein Verliererimage anzuhängen. Denn solange al-Qaida zur größten Bedrohung der USA hochstilisiert wurde, bewirkte dies – so eine Studie der CIA – vor allem einen immensen Zufluss an Geldern und Unterstützern an die Terrorgruppe.</p>
<p>Über eines sind sich die zerstrittenen Experten Sageman und Hoffman immerhin einig: Beide sind überzeugt, dass bin Laden weiter versuchen wird, massive Anschlage zu verüben - allein schon um zu zeigen, dass al-Qaida noch handlungsfähig ist. Ob wie am 11. September 2001 al-Qaida selbst agieren wird oder ob wie bei den Anschlägen in Madrid und London mehr oder weniger unabhängige Gruppierungen versuchen werden zuzuschlagen, wird auf dramatische Weise zeigen, welcher Experte näher an der Wahrheit liegt.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Wie Terroristen Behinderte missbrauchen (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=125</link>
<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 18:24:03 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=125</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann

Die Welt online, 04.06.2008

In den vergangenen Wochen häufen sich die Fälle v]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann<br />
<a href="http://www.welt.de/politik/article2064205/Wie_Terroristen_Behinderte_missbrauchen.html"><br />
Die Welt online, 04.06.2008</a><br />
<strong><br />
In den vergangenen Wochen häufen sich die Fälle von psychisch kranken Selbstmordattentätern, die Anschläge verüben. Behörden fürchten jetzt, dass Terroristen gezielt versuchen, behinderte Menschen zu rekrutieren. Ihre Hilfslosigkeit lasse sich leicht für politisch-religiöse Ziele missbrauchen.</strong></p>
<p>Vor zwei Wochen im englischen Exeter: Der 22jährige zum Islam konvertierte Nicky Reilly machte sich mit in einem Rucksack verstauten Sprengsätzen in das Restaurant „Giraffe“ auf. Dieses gehört britischen Juden und war, wie zur Mittagszeit üblich, voll besetzt. Als Reilly sich auf die Toilette zurückzog, um einen der aus Chemikalien und Nägeln bestehenden Sprengsätze scharf zu machen, explodierte dieser und verletzte ihn schwer. Freunde und Nachbarn des unter Autismus leidenden Reilly sind auch deshalb über die Tat entsetzt, weil der als „großer, freundlicher Riese“ beschriebene Mann den Verstand eines Zehnjährigen besitzen soll und ihm niemand die Tat zugetraut hat. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen war er von einem al-Qaida Rekrutierer radikalisiert worden.<!--more--></p>
<p>Der britische Inlandsnachrichtendienst MI5 befürchtet nun, al-Qaida und andere Terroristen würden versuchen, gezielt Menschen mit psychischen Störungen zu rekrutieren, um eine neue „Brigade“ von Selbstmordattentätern aufzubauen.</p>
<p>Nachdem in der Vergangenheit hauptsächlich überdurchschnittlich gebildete Männer Selbstmordanschläge verübt hatten, nutzen Gruppen wie die palästinensische Hamas oder der Palästinensische Islamische Dschihad seit einigen Jahren auch Frauen und Kinder als lebende „smart bombs“. Grund dafür ist, dass diese weniger intensiv kontrolliert werden und somit größeren Schaden anrichten können.</p>
<p>Die Rekrutierung des Autisten Nicky Reilly basiert auf dieser Strategie und ist kein Einzelfall.</p>
<p>So verübten der irakischen Armee zufolge im Februar dieses Jahres zwei an Depression und Schizophrenie leidende Frauen im Auftrag al-Qaidas Selbstmordanschläge auf Straßenmärkten in Bagdad, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden. Es ist unklar, ob die Frauen wirklich wussten, was sie taten, oder ob die Sprengsätze mit Fernzündern zur Explosion gebracht wurden.</p>
<p>Und am vergangenen Samstag dann wurde ein Mann in der Nähe des im Libanon gelegenen palästinensischen Flüchtlingslagers Ain al-Hilweh von Soldaten erschossen. Nach Angaben der libanesischen Armee trug er einen Sprengstoffgürtel und hatte eine Granate in der Hand. Die Tatsache, dass der Selbstmordattentäter durch das offensichtliche Tragen einer Granate die Soldaten auf sich aufmerksam gemacht hat, kann wohl damit erklärt wurden, dass er Zeugen zufolge unter einer psychischen Störung litt.</p>
<p>Ende Februar diesen Jahres sprengte sich im irakischen Samara ein Rollstuhlfahrer in die Luft, und bei den irakischen Parlamentswahlen 2005 soll ein am Down Syndrom erkranktes Kind in einem Wahllokal einen Selbstmordanschlag verübt haben.</p>
<p>Taliban missbrauchen Hilfslosigkeit<br />
Basierend auf den Autopsien von Selbstmordattentätern in Afghanistan haben gar mehr als 80% der Täter unter psychischen Störungen oder körperlichen Behinderungen gelitten.<br />
Die Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit dieser Menschen wird von den selbsternannten „Widerstandskämpfern“ der Taliban, al-Qaidas oder der Hamas für ihre eigenen politisch-religiösen Ziele missbraucht.<br />
Der dabei praktizierte Todeskult manipuliert Menschen mit dem Versprechen, von allen weltlichen Leiden befreit auf Ewigkeit im Paradies zu leben. Außerdem werden die Hinterbliebenen der „Märtyrer“ finanziell versorgt.</p>
<p>Al-Qaida beispielsweise legt bei seinen öffentlichen Verlautbarungen immer besonderen Wert darauf, dass man Unschuldige, wenn überhaupt, nur unabsichtlich töte. Man sei vielmehr der legitime Fürsprecher der unterdrückten Muslime. Beim Kampf um die „Herzen und Köpfe“ der Muslime muss deshalb stärker als bisher herausgestellt werden, dass Osama Bin Laden eben kein islamischer „Che Guevara“ ist, sondern nichts anderes als der Anführer einer ideologiegetriebenen Mördertruppe. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Inside Hezbollistan]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=122</link>
<pubDate>Sun, 25 May 2008 14:14:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=122</guid>
<description><![CDATA[When I arrived at Beirut airport there was this feeling that I might be on vacation - the weather wa]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>When I arrived at Beirut airport there was this feeling that I might be on vacation - the weather was just too nice for a research trip. But when I drove to my hotel, passing through Beirut’s southern districts, a series of huge posters honoring Imad Mughnia, Hezbollahs recently killed top terrorist, reminded me of where I was. </p>
<p>Beirut appears to me like a mix of Ramallah and Tel Aviv. My hotel is close to the American University in a pretty western looking Muslim dominated neighborhood which has more stores that sell Gucci sunglasses than I have ever seen  - except for in Tel Aviv maybe. Another similarity is the amount of people carrying automatic weapons in public with the difference that the Lebanese army doesn’t use them to defend their country as the world had learned two weeks ago when Hezbollah and its allies conquered all of Beirut. On the surface the situation has improved since the last couple of days as a result of the deal which had been struck between the government and the opposition. Stores and restaurants have opened up again downtown after Hezbollah and others have lifted their sit in blockade which had lasted for 18 months. <!--more--></p>
<p>Yesterday Ahmet, my Shiite taxi driver who is a really nice guy and speaks English like Borat, took me right into the heart of Hezbollah  - their security zone in the southern suburbs of Beirut. It’s the part of town which the Israeli air force pounded hard in the summer war of 2006. The leftovers of Hezbollahs security barracks, its TV station Al Manar and other key Hezbollah infrastructure can still be inspected. There is no army, police or municipality in this area. Instead guys with Hezbollah uniforms have long taken over the functions from controlling the traffic to police work. </p>
<p>Ahmed said there is no way for me to leave the car to take pictures here so we kept moving slowly  and I only received some angry looks. The Iranian funded Hezbollah construction company “Jihad al-Bina” is busy rebuilding everything the way it was before July 2006. They were in such hurry, Ahmed says, that they forgot to plan enough parking lots which is upsetting everyone here. </p>
<p>I have met several very interesting and helpful people since I am here. Most fascinating, however,  was talking to Al Sayed Mohammad Ali El Husseini. He was once a member of Hezbollah and could become its worst nightmare. Some say he looks like Hezbollah leader Hassan Nasrallah – I would say he looks like his nicer brother. El Husseini is not only advocating for democracy in Lebanon and peace with Israel - as a high ranking cleric he also preaches the peaceful side of Islam.  Because he is a Sayed – a descendent of the prophet Mohammad – people thought he is “untouchable” despite the fact that he is speaking out openly against Hezbollah and its supporters Syria and Iran. But in October last year somebody sabotaged his car. Fortunately he and his family did not get hurt. Despite constant threats to his life El Husseini continues his efforts to convince the Shia in Lebanon to turn their back on Hezbollah. </p>
<p>But it is clear to everyone I have talked to so far  that as long as Hezbollah gets its support from Iran and Syria they will not disarm and transform in the kind of party many westerners mistakenly think they already are. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Bin Laden will der Che Guevara der Muslime sein (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=121</link>
<pubDate>Sun, 25 May 2008 13:57:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=121</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt online, 21.05.2008
Das Terrornetzwerk al-Qaida will seine Anhänger glau]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article2018219/Bin_Laden_will_der_Che_Guevara_der_Muslime_sein.html">Die Welt online, 21.05.2008</a></p>
<p><strong>Das Terrornetzwerk al-Qaida will seine Anhänger glauben machen, es kämpfe für die Befreiung der Muslime, die von neuen Kreuzfahrern unterdrückt würden. Osama bin Laden und seine Helfer geben sich das Image von Untergrundkämpfern für das Gute. Darauf reagiert nun auch die Anti-Terror-Strategie der USA.</strong></p>
<p>Die Regierung von George W. Bush verändert, knapp acht Monate vor dem Ende ihrer Amtszeit, ihre Anti-Terror-Strategie. Denn mittlerweile ist man im Weißen Haus der Auffassung, dass eine offensive Auseinandersetzung mit der Ideologie von al-Qaida genauso wichtig ist wie die Gefangennahme oder das Töten der Terroristen selbst. Im Mittelpunkt der neuen Strategie steht der Versuch herauszustellen, dass al-Qaidas Ideologie gescheitert sei. Außerdem will man Osama bin Ladens Organisation auf ihre wirkliche Größe zurechtstutzen.<!--more--></p>
<p>Die US-Regierung geht davon aus, dass eine kritische Auseinandersetzung mit al-Qaida deswegen sinnvoll sei, weil deren Führung empfindlich auf Fragen der Legitimität reagiere. Al-Qaida kümmere sich um ihr Image, weil dieses wichtig sei, um Nachwuchs zu rekrutieren, Geld zu sammeln und sich die allgemeine Unterstützung durch Muslime zu sichern.</p>
<p>Al-Qaidas Ziele und Propaganda haben sich in den letzten 15 Jahren weiterentwickelt. In den frühen 90er-Jahren ging es noch hauptsächlich darum, alle Ungläubigen von der arabischen Halbinsel zu vertreiben. Bin Laden kritisierte das saudische Königshaus massiv dafür, dass US-Truppen im Geburtsland des Islam stationiert waren. Dafür wurde er ins Exil geschickt , von wo aus er 1996 eine „Allianz von Juden, Christen und ihren Agenten“ zum Feind erklärte. Er versuchte sich das Image des islamischen Widerstandskämpfers gegen die neuen Kreuzzügler zu geben und agitierte zudem gegen die damaligen UN-Sanktionen gegen den Irak und die Unterstützung der USA für Israel.</p>
<p>Außerdem erklärte er, der Westen führe einen Krieg gegen den Islam. Die Konflikte in Tadschikistan, Burma, Kaschmir, Assam, den Philippinen, Somalia, Eritrea, Tschetschenien und Bosnien-Herzegowina benannte er als Belege für seine These. Für diese „Massaker“ sollten die USA als die Speerspitze der Kreuzritter bestraft werden.</p>
<p>Ideologie auf drei Grundpfeilern</p>
<p>Aiman al-Sawahiri, bin Ladens Stellvertreter und Chefideologe, verkündete dann im Januar 2005 offiziell die drei Grundpfeiler der Ideologie:<br />
Erstens wolle man einen ausschließlich auf der Scharia, also dem Gottesrecht, basierenden islamischen Staat errichten. Zweitens stehe die Befreiung aller islamischen Länder (inklusive Andalusien und Palästina) auf dem Programm. Al-Sawahiri erklärte, dass al-Qaida auch die Kontrolle über die Energieressourcen des Nahen Ostens anstrebe. Und zu guter letzt stehe die Befreiung des Menschen an, denn nach al-Qaidas Sieg dürften Menschenrechte nur noch auf Grundlage der Scharia eingeschränkt werden.</p>
<p>Im Mai 2005 bezeichnete dann der militärische Kommandant der al-Qaida, Sayf al-Adl (übersetzt: Das Schwert der Gerechtigkeit), die Anschläge vom 11. September 2001 als Vergeltungsschlag für den angeblichen Krieg der USA gegen den Islam.</p>
<p>Außerdem sollte der Angriff eine neue „rechtschaffene Führung“ der Muslime erschaffen, um der „zionistisch-angelsächsisch-protestantischen Koalition“ entgegenzutreten, die für fast alle sozialen und politischen Probleme der islamischen Welt verantwortlich sei. Und man wollte die USA „aus ihrem Loch hervorlocken“, damit man sie besser bekämpfen und die Glaubwürdigkeit der al-Qaida bei den Muslimen und allen unterdrückten Völkern der Welt verbessern zu können. In den letzten zwei Jahren kamen noch Globalisierungskritik und der Aufruf zur Überwindung des Kapitalismus hinzu.</p>
<p>Al-Qaida als gnadenlose Terrororganisation darstellen</p>
<p>Kurz gesagt: Bin Laden sieht sich als eine Mischung aus Che Guevara und Robin Hood. Al-Qaida rechtfertigt ihren Terror als gerechte Verteidigung gegen eine Allianz von Ungläubigen und Kreuzzüglern.<br />
Genau hier setzt nun die neue US-Kommunikationsstrategie an. Man will von nun an al-Qaida als gnadenlose und grausame Organisation darstellen, deren Taktiken - wie etwa der Einsatz geistig behinderter Menschen als Selbstmordattentäter - menschenverachtend seien. Außerdem hat al-Qaida geschätzte 100 Moscheen angegriffen. Dies alles verträgt sich nicht mit dem Image des gerechten Verteidigers des Islam.</p>
<p>Michael Leiter, der Direktor des amerikanischen National Counter Terrorism Center, ist sogar überzeugt davon, dass die Verbreitung der Wahrheit über die unmenschlichen Taten von al-Qaida die stärkste Waffe der USA sei.</p>
<p>Zudem ist sich die Regierung Bush mittlerweile bewusst, dass al-Qaida die ihr von Bush selbst verliehene Bezeichnung als „größte Bedrohung für die freie Welt“ massiv nutzt. Dieser Ritterschlag durch die Supermacht USA macht al-Qaida für viele erst attraktiv. Und dadurch, dass man al-Qaida als weltweite Bewegung beschreibt, macht man sie stärker, als sie tatsächlich ist.<br />
FBI-Direktor Robert Mueller soll kürzlich gesagt haben, das Ende von al-Qaida sei nur eine Frage von einigen Jahren. Dies ist sicher eine sehr optimistische Prognose.</p>
<p>Gelingt es aber, bin Ladens Image als „edler Rächer der Enterbten“ weiter in Richtung „fanatischer Massenmörder“ zu verändern, würde dies am Ende sicher al-Qaida selbst das Leben kosten. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Krieg gegen den Terror wird zum Kampf um Worte (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=120</link>
<pubDate>Sun, 25 May 2008 13:53:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=120</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt online, 14.05.2008
Dschihad und Mudschaheddin: Ab sofort sollen diese W]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1992788/Krieg_gegen_den_Terror_wird_zum_Kampf_um_Worte.html">Die Welt online, 14.05.2008</a></p>
<p><strong>Dschihad und Mudschaheddin: Ab sofort sollen diese Wörter im Kampf gegen den Terror nicht mehr verwendet werden. Behörden hoffen, Hasspredigern und Bombenlegern so die religiöse Legitimation zu nehmen. Denn was für den Westen negativ besetzte Wörter sind, empfinden Terroristen als Ehrenbezeichnungen.</strong></p>
<p> Die Auseinandersetzung mit religiösen Fanatikern und Terroristen a là al-Qaida, den Taliban, der Hisbollah und der Hamas ist schon komplex genug. Nun haben ausgerechnet die Vorreiter im „Krieg gegen den Terrorismus“, die USA und Großbritannien, ein weiteres Schlachtfeld eröffnet: den Kampf um Worte. Begriffe wie Dschihad, Mudschaheddin, islamischer oder islamistischer Terrorismus oder auch nur Islam in Verbindung mit al-Qaida und Konsorten sollen vermieden werden. Dabei geht es nicht etwa um „political correctness“, sondern um strategische Überlegungen.<!--more--></p>
<p>Im Januar dieses Jahres verkündete die britische Innenministerin Jacqui Smith, dass die Regierung von nun an alles, was bisher islamischer oder islamistischer Terrorismus genannt wurde, als „anti-islamische Aktivität“ bezeichnen werde. Denn die Extremisten würden gegen ihren Glauben handeln. Der Rat der Europäischen Union hatte einige Monate zuvor ähnliches beschlossen. Die britische Regierung meint zudem, dass die direkte Verbindung von Islam und Terrorismus normale Muslime verstimmen würde. Terror und Mord hätten nichts mit dem Islam gemein. Kritiker höhnten, der Terror der nordirischen IRA sei dann wohl eine „anti-irische Aktivität“ gewesen.</p>
<p>Vor wenigen Wochen folgte nun die Regierung Bush. In zwei „Nur für den Dienstgebrauch!“ vorgesehenen Dokumenten aus dem US-Heimatschutzministerium (DHS) und dem „National Counter Terrorism Center (NCTC)“ wird der Regierung empfohlen, gänzlich auf Begriffe wie Dschihad und Mudschaheddin zu verzichten.</p>
<p>Dafür werden verschiedene Gründe genannt. Die Tatsache, dass Dschihad wörtlich übersetzt nicht „Heiliger Krieg“, sondern „Anstrengung im Namen Allahs“ bedeutet, spielt dabei kaum eine Rolle. Denn selbst diejenigen, die den Dschihad in erster Linie als eine Art spirituelles Yoga begreifen, geben zu, dass Dschihad eben auch eine gewaltsame Variante hat. So schrieben etwa die 38 theologischen Kapazitäten aus der islamischen Welt, die im Oktober 2006 mit einem offenen Brief auf die Regensburger Vorlesung des Papstes reagierten, dass “Dschihad” im Rahmen der islamischen Theorie nicht nur, aber eben auch der „Gerechte Krieg“ sei. Und das Oberhaupt des einflussreichen Al-Azhar-Islam-Instituts in Kairo, Scheich Mohammed Sajjid Tantawi, definiert den Dschihad als Pflicht, seine Heiligtümer, seinen Besitz oder sein Land zu verteidigen.</p>
<p>Dschihad klingt für Muslime angenehm</p>
<p>Und genau da liegt das Problem. Denn Dschihad wie auch Mudschahed (übersetzt: „Der sich um die Verbreitung oder Verteidigung des Islam bemüht“ oder „Der sich auf Gottes Weg bemüht“) sind in der islamischen Welt positiv besetzt. Nicht etwa, weil sich Osama bin Laden als Dschihadist sieht oder weil die Taliban sich auch Mudschaheddin nennen, sondern weil der Dschihad, als individuelle Anstrengung im Glauben und zur Verteidigung des Islam, ein wichtiger Bestandteil des Korans und der Worte und Taten des Propheten, der Sunna, ist.</p>
<p>Während also die nicht-muslimische Welt mit Dschihad und Mudschaheddin religiösen Fanatismus und Terrorismus verbindet, klingen dieselben Worte für Muslime vertraut und angenehm. Indem man die Terroristen als Dschihadisten bezeichnet, so die DHS Experten, werte man sie auf und gebe ihnen genau die Art von religiöser Legitimation, die sie ja für sich selbst in Anspruch nähmen.</p>
<p>Im NCTC Memo "Words that Work and Words that Don't: A Guide for Counterterrorism Communication" heißt es deshalb: „Obwohl das al Qaida-Netzwerk ... versucht, seine Taten mit der Religion zu rechtfertigen, sollten wir es als illegitime politische, terroristische, und kriminelle Organisation behandeln.“</p>
<p>Dieser Punkt ist von strategischer Wichtigkeit, denn das Streben nach Ruhm und Anerkennung und das Image als „Heiliger Krieger“ spielen für die Terroristen bei der Rekrutierung ihres Nachwuchses eine wichtige Rolle.</p>
<p>Al-Qaida wird zum "Todes-Kult"</p>
<p>In dem Papier des US-Heimatschutzministeriums „Terminology to Define the Terrorists: Recommendations from American Muslims“ wird deshalb empfohlen, die Ideologie und Methoden von al-Qaida und anderen als „Todes-Kult“ oder „Gewalt-Kult “ zu bezeichnen und den Islam aus diesem Zusammenhang vollständig herauszuhalten. Denn der Begriff „Kult“ sei bei Muslimen wie nicht-Muslimen negativ besetzt. Alternativ könnte die Ideologie als „Takfirismus“ bezeichnet werden: Die Takfiri erklären andersdenke Muslime zu Abtrünnigen, die getötet werden können.</p>
<p>US-Präsident George W. Bush, Außenministerin Condoleeza Rice und Verteidigungsminister Robert Gates haben seit Monaten Begriffe wie „Dschihadisten“ und „islamistische Terroristen“ gemieden und stattdessen nur von Terroristen oder gewalttätigen Extremisten gesprochen.<br />
Obwohl auch in Deutschland der „Kampf um die Herzen und Köpfe“ der Muslime geführt wird, findet eine Diskussion über strategische Nachteile und Nebenwirkungen genutzter Begrifflichkeiten nicht statt.</p>
<p>Die hier zulande gebräuchliche Differenzierung zwischen Islam als Religion und Islamismus als politisch-religiöser Ideologie wird in den USA ebenfalls verworfen. Allerdings nur, weil die Öffentlichkeit Schwierigkeiten habe, die „akademische Unterscheidung von Islam und Islamismus“ nachzuvollziehen.<br />
Bei dieser Diskussion um die richtige Beschreibung des Gegners geht es nicht nur darum, ob gewählte Begriffe absolut zutreffen. Noch wichtiger ist, ob sie geeignet sind, das Problem in einer Art und Weise zu beschreiben, die aufklärt und normale Muslime nicht abstößt.</p>
<p>Ob es gelingen wird, gerade etablierte Begriffe wie „Dschihad“ durch andere zu ersetzen ist fraglich. Der strategische Versuch, den Terroristen die religiöse Legitimation abzusprechen und sie als hauptsächlich politisch motivierte Mörderbande zu entlarven, ist aber aller Ehren wert.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Terror aus der Lehmhütte erreicht Europa (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=119</link>
<pubDate>Sun, 25 May 2008 13:49:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=119</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt online, 07.05.2008
Wer sind die Menschen, die sich selbst zu Gotteskrieg]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1970227/Der_Terror_aus_der_Lehmhuette_erreicht_Europa.html">Die Welt online, 07.05.2008</a></p>
<p><strong>Wer sind die Menschen, die sich selbst zu Gotteskriegern ernennen und den Dschihad gegen die Ungläubigen zu ihrem Lebensinhalt erklären? Ein Interview mit einem Islamisten vermittelt jetzt zum ersten Mal sehr persönliche Einblicke in das Leben eines Terroristen. Ein Leben zwischen Leidenschaft und Lehmhütten.</strong></p>
<p>„Also unternehmt endlich was und kommt zum Dschihad!“, rief Eric B. letzte Woche seinen Glaubensbrüdern in Deutschland per Video zu. Der 21-jährige ehemalige Musterschüler, jetzt „Heiliger Krieger“, aus Neunkirchen im Saarland befindet sich gegenwärtig vermutlich im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet. Und er versetzt die deutschen Sicherheitsbehörden mit seinem Appell in helle Aufregung.</p>
<p>Denn Eric B. gehört zu jener Gruppe deutscher Konvertiten und Türken, die im letzten September Anschläge gegen US-Militärbasen, den Flughafen Frankfurt/Main und von Amerikanern besuchte Diskotheken plante.<!--more--></p>
<p>Da er in dem Video mit Sprengstoffgürtel und unvermummt auftrat, gehen einige Sicherheitsexperten davon aus, dass er zeitnah einen Anschlag verüben wird. Bereits Ende März hatte der im bayerischen Freising geborene Cüneyt Ciftci sich und vier Menschen in Afghanistan in die Luft gesprengt.</p>
<p>Diese jungen Männer sind bzw. waren Mitglieder der bis vor kurzem kaum bekannten „Islamischen Dschihad Union“ (IDU) mit Hauptsitz im pakistanischen Nord-Wasiristan. Die IDU wird von Türken und Usbeken geprägt und kämpft an der Seite von Taliban und al-Qaida.</p>
<p>Gotteskrieger in Lehmhütten</p>
<p>Ein vor wenigen Tagen von der amerikanischen „NEFA Foundation“ vom Türkischen ins Englische übersetztes Dokument der IDU erlaubt nun tiefere Einblicke in deren Motivation und Ziele:<br />
In einem inszenierten Interview vom 14. April steht der IDU-Kämpfer Abu Yasir Al-Türki Rede und Antwort.<br />
Demzufolge ist die IDU eine erfolgreiche Ansammlung in Lehmhütten lebender „Gotteskrieger“, die die ganze Welt erobern wollen.<br />
Al-Türki (Der Türke) berichtet zunächst, dass der Dschihad hervorragend verlaufe und die Schlagkraft und Erfahrung der Kämpfer jeden Tag stiegen.<br />
Gefragt, ob das Leben eines Dschihadisten wirklich so hart sei, antwortet er, dass es dort keine Spur von Luxus gebe. Er lebe mit Frau und Kindern in einer Lehmhütte, die aus nur einem Raum bestehe, während ihnen damals in der Türkei ein Haus mit drei Zimmern zu klein gewesen sei.<br />
Der Fragesteller hakt nach und Al-Türki erzählt von einer Schilfmatte, der Anzahl der Kissen (insgesamt sechs), dem Geschirr und einer großen Spielzeugspinne, auf der sein kleines Kind reiten würde.<br />
Offensichtliches Ziel dieser detaillierten Schilderung der einfachen Lebensumstände ist es, die Opferbereitschaft, Hingabe und vermeintliche Religiosität der IDU-Terroristen zu zeigen.</p>
<p>Kämpfen oder spenden</p>
<p>Denn Al-Türki sagt, er habe nach Abschluss seines Studiums eigentlich ein Leben im Luxus angestrebt und schnelle Autos fahren wollen. Nun aber versuche er so zu leben, wie es der Prophet Mohammed und seine Gefährten getan hätten. Damals habe sich sein Leben darum gedreht, einen besser bezahlten Job zu bekommen – heute wolle er seine Stellung im Paradies verbessern.</p>
<p>Zur finanziellen Situation befragt antwortet Al-Türki, ein verheirateter Kämpfer mit zwei Kindern würde 4000 Rupien (rund 51 US-Dollar) pro Monat erhalten, Singles bekämen ab und zu 200-300 Rupien für den persönlichen Bedarf. So Allah wolle, werde sich die Gehaltssituation aber bald verbessern.</p>
<p>Dieser zur Schau gestellten Genügsamkeit folgt der Appell, die IDU finanziell zu unterstützen, weil „Kriege schließlich Geld kosten“. Al-Türki und auch Eric B. stellen den „Dschihad“ als Pflicht für jeden Moslem dar. Und wer nicht kämpfen könne, der müsse eben spenden!<br />
Al-Türki versucht, diese angebliche Kriegspflicht mit acht Koranzitaten zu untermauern. Er schiebt jedoch hinterher, dass Gelehrte, die ihre Religion verkauft hätten, Muslime durch eine falsche Übersetzung dieser Stellen im Koran davon abhalten würden, im Namen Allahs zu sterben.</p>
<p>Islam als einzige Weltreligion</p>
<p>Für die Islamische Dschihad Union gehe es dabei nicht etwa nur um die Sache Afghanistans, Tschetscheniens oder Palästinas.<br />
Ziel sei es vielmehr, den Islam zur einzigen Religion auf der Welt zu machen und ganz Europa der Jizya-Steuer für Ungläubige zu unterwerfen. Dies könne natürlich nur mit Allahs Hilfe geschehen. Damit hat Al-Türki vermutlich Recht, da die IDU nur geschätzte 200 Mitglieder hat.<br />
Das ultimative Ziel sei es aber - daran lassen Al-Türki und Eric B. keine Zweifel aufkommen - als Märtyrer in den Garten Eden einzuziehen.<br />
Das mit Koranzitaten und religiösen Formeln gespickte „Interview“ endet mit einem Aufruf an türkische Muslime, sich dem Dschihad anzuschließen.<br />
Oder wolle man etwa vor dem Fernseher sitzend Chips essen und Cola trinken, während Kleinkinder und Moscheen bombardiert würden?</p>
<p>Moralische Empörung über tatsächliche und erfundene Ungerechtigkeiten, die Schimäre, für eine gerechte Sache im Namen Gottes zu kämpfen, das Streben nach Ruhm und die Verheißungen des Paradieses sind wesentliche Bestandteile der Motivation der selbsternannten Gotteskrieger.<br />
Die angebliche Pflicht zum Dschihad und die geschürte Angst vor dem Höllenfeuer soll all jene umstimmen, die bisher zögerten.</p>
<p>Würde diese Propaganda in Europa auf fruchtbaren Boden fallen, könnte dies verheerende Konsequenzen auch für Deutschland haben.</p>
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</item>
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<title><![CDATA[ Die verqueren Verschwörungstheorien al-Qaidas (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=118</link>
<pubDate>Sun, 25 May 2008 13:45:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt online, 30. 04.2008
Das Terrornetz al-Qaida verbreitet eine krude Weltsi]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1950289/Die_verqueren_Verschwoerungstheorien_al-Qaidas.html">Die Welt online, 30. 04.2008</a></p>
<p><strong>Das Terrornetz al-Qaida verbreitet eine krude Weltsicht. Es ist die Rede von der Weltherrschaft der Juden und davon, dass die CIA selbst Anschläge in den USA ausgeführt habe. Der Hass auf Israel und die USA ist für islamistische Gruppen so zentral, dass sie erbittert streiten, wer der größte Feind beider Länder ist.</strong></p>
<p>Die Welt ist kompliziert. Zu kompliziert für manche. Feindbilder erleichtern da das Leben. Den Überforderten aller Länder und Religionen geben seit Jahrhunderten diverse Verschwörungstheorien den gesuchten Halt. Besonders weit verbreitet ist die Theorie von der Weltherrschaft der Juden. Der Kulturminister der palästinensischen Hamas, Atallah Abu al-Subh, nutzte gerade wieder vor zwei Wochen die Gelegenheit, den Zuschauern des auch in Europa empfangbaren Fernsehsenders der Hamas, al-Aksa, einen Strauß antisemitischer Stereotypen vorzutragen: Die Juden seien bösartige Kriegstreiber, die die Welt beherrschten und alle anderen Menschen verachteten. In den „Protokollen der Weisen von Zion“, auf die sich schon Adolf Hitler berief, sei dies alles nachzulesen.<!--more--></p>
<p>Bei dem der libanesischen Hisbollah gehörenden Fernsehsender Al Manar TV werden antisemitische Verschwörungstheorien gerne kind- und jugendgerecht in Form von Seifenopern und Cartoons präsentiert. In der Serie "al-Shatat" wurde beispielweise gezeigt, dass die Juden christliche Kinder schächten würden, um aus ihrem Blut traditionelles Brot herzustellen. Diese als „Blood Libel“ bezeichnete Geschichte wurde übrigens von Christen im Mittelalter erfunden.</p>
<p>Heutzutage kommt kaum eine Verschwörungstheorie ohne den israelischen Geheimdienst Mossad und die amerikanische CIA aus. So glauben Millionen von Menschen, dass die Anschläge vom 11. September 2001 nicht von al-Qaida, sondern von der US-Regierung und Israel verübt wurden um deren „imperiale Angriffskriege“ zu legitimieren. Als Beleg dafür wird etwa angeführt, dass der Rädelsführer der Terroristen, Mohammed Atta, in Florida monatelang mit einer Stripperin zusammengewohnt habe und deswegen gar kein gläubiger Moslem gewesen sein könne.</p>
<p>Sich widersprechende Verschwörungstheorien rund um den 11. September haben mittlerweile aber auch zu offenem Streit zwischen dem schiitischen Iran und der sunnitischen al-Qaida geführt. Schuld daran sollen – wer sonst? - die Juden sein. Dieser Konflikt köchelt schon einige Jahre vor sich hin, hat sich aber in den letzten Monaten zu einem öffentlichen Schlagabtausch entwickelt.</p>
<p>Al-Sawahiri beschmipft iranisches Regime als Verräter</p>
<p>Im Dezember 2007 legte der Vizechef der al-Qaida, Aiman al-Sawahiri, vor: „Was die schiitischen Milizen im Irak unter der Führung des Iran getan haben, (wird) als ein Zeichen der Schande in die Geschichte des Islam eingehen“. Damit spielt er auf die angebliche Kooperation von Moktada al-Sadr mit der irakischen Regierung und den USA an, was ihn auch veranlasste, das iranische Regime als Verräter zu beschimpfen. Al-Sawahiri zitiert zudem den ehemaligen iranischen Präsidenten Rafsandschani, der sich damit gebrüstet haben soll, dass ohne die Hilfe der Iraner in Afghanistan amerikanisches Blut in Strömen geflossen wäre.</p>
<p>Emotional wurde al-Sawahiri, als er auf den wiederholt vom Iran verbreiteten „lächerlichen Witz“ zu sprechen kam, dass al-Qaida und die Taliban eigentlich Agenten der USA seien.<br />
Ausgerechnet in diese Kerbe schlug nun der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, als er vor drei Wochen über die Anschläge vom 11. September sagte, es sei bis heute „unklar, wer die Täter waren, wer die Opfer und wer verurteilt wurde.“ Außerdem sei die Mehrheit der Iraner der Ansicht, dass ein paar arabische Burschen niemals imstande gewesen wären, einen so teuflischen Plan zu schmieden.</p>
<p>„Der Feind meines Feindes ist mein Freund“?</p>
<p>Kurz davor, Anfang April, hatte al-Sawahiri die unter Kontrolle des Iran stehende libanesische Hisbollah als Weichlinge bezeichnet. Das Verhältnis zwischen schiitischen Hisbollah und al-Qaida ist zerrüttet, weil sie als Konkurrenten weltweit um die Gunst der Islamisten buhlen. Und die Hisbollah liegt seit dem Krieg mit Israel im Sommer 2006 deutlich vorne. Ihr Chef Hassan Nasrallah ist auch einer im März durchgeführten Umfrage von Zogby International zufolge weiterhin der mit Abstand beliebteste Anführer in der arabischen Welt, während Osama bin Laden abgeschlagen die gleiche Anerkennung wie der hingerichtete Saddam Hussein genießt.</p>
<p>In Reaktion auf solche Entwicklungen hat al-Sawahiri letzte Woche nun eine eigene Verschwörungstheorie entwickelt: Der Iran und die Hisbollah seien selbst Agenten der USA, die ihrerseits insgeheim von den Juden gesteuert würden. Der Beleg liegt für ihn auf der Hand: Denn es war der Sender al-Manar TV, der als erster berichtete, dass am 11. September 2001 angeblich viertausend Juden, vom Mossad gewarnt, nicht zur Arbeit im New Yorker World Trade Center erschienen wären. Iranische Medien hätten diesen „lächerlichen Witz“ dann immer wieder wiederholt.</p>
<p>Bei der iranischen Kampagne werde unterstellt, "dass es keine Helden unter den Sunniten gibt, die Amerika derart verletzen können". Al-Sawahiri meint, so wollten die Iraner von ihrer Beteiligung bei den Invasionen in Afghanistan und im Irak ablenken.</p>
<p>Obwohl sich sowohl das iranische Regime als auch al-Qaida über ihre Feindschaft zu den USA, Israel, den Juden und deren Alliierten definieren, hat in diesem Fall das alte arabische Sprichwort „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ keine Bedeutung. Es geht um alte und neue persisch-arabische Konflikte, darum, wer dem großen und kleinen Satan, sprich den USA und Israel, den größten Schaden zufügen kann. Und dabei kann es aus Sicht beider Seiten nur „einen“ geben. </p>
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</item>
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<title><![CDATA[ Wie man Terrorismus mit Terroristen bekämpft (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=117</link>
<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 16:38:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt online, 23.04.2008
Terrorismus entsteht durch Unwissenheit, lautet eine ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1929216/Wie_man_Terrorismus_mit_Terroristen_bekaempft.html">Die Welt online, 23.04.2008</a></p>
<p><strong>Terrorismus entsteht durch Unwissenheit, lautet eine These. Und gegen Unwissenheit kann man vorgehen. Einige Länder versuchen deshalb, militante Islamisten in Gefängnissen zu resozialisieren – durch Ex-Terroristen. Bleibt die Frage: Haben sie dem Terror abgeschworen? Oder sich nur aus der Haft gelogen?</strong></p>
<p> Die Gefängnisse in Saudi-Arabien, Ägypten, dem Jemen und anderen islamischen Ländern sind übervoll mit militanten Islamisten. Durch das Wegsperren der Extremisten ist jedoch nicht mehr Sicherheit entstanden. Sattdessen haben sich viele Gefängnisse selbst zu Brutstätten des Terrorismus entwickelt. Mittlerweile versuchen die Regierungen, aus der Not eine Tugend zu machen: Der Terrorismus soll in den Gefängnissen mit der Hilfe von Ex-Terroristen bekämpft werden.<br />
In Ägypten etwa hat einer der Paten des militanten Islamismus, Sayyid Imam Abd al-Aziz Imam al-Sharif, auch „Dr. Fadl“ genannt, während seiner Haftzeit dem Terrorismus abgeschworen. Dr. Fadl, Gründer und ehemaliger Anführer der Terrororganisation „Islamischer Dschihad“ wirft heute sogar Osama Bin Laden Missbrauch des Korans und Mord an Unschuldigen vor und fordert, in vor ein Scharia Gericht zu stellen.<!--more--></p>
<p>In Indonesien bekehrt Nasir Abas, ein ehemaliges Führungsmitglied der Jemaah Islamiah, die Teil des al-Qaida Netzwerks ist, ehemalige Dschihadisten in Gefängnissen. Abas, mitverantwortlich für die Anschläge auf Bali im Jahre 2002, versucht Gefangenen klar zu machen, dass Anschläge auf Zivilisten im Islam verboten sind und zudem dem Ansehen der Religion schaden.</p>
<p>Terrorismus entsteht durch Unwissenheit</p>
<p>Das Resozialisierungs- und Umerziehungsprogram im Jemen läuft bereits seit 2003. Dort wird versucht, durch die Gewährung von Privilegien und Diskussionen mir Imamen inhaftierte Extremisten davon zu überzeugen, dem militanten Islamismus abzuschwören. Denn laut Scheich Mahmud al-Hitar, dem obersten Richter des Jemen, kennen viele der Dschihadisten zwar den Koran auswendig, haben ihn aber nicht verstanden. Er meint, Terrorismus und Fanatismus entstünde durch Unwissenheit und durch eine falsche Interpretation des Islam. Die fundamentalistischen Privatlehren eines bin Laden seien etwa durch den Islam nicht gedeckt.</p>
<p>Im Jahr 2004 folgte Saudi-Arabien mit einem Entradikalisierungsprogramm. Militante Islamisten müssen sich auch hier den Diskussionen mit Imamen stellen, werden von Psychologen betreut und malen Bilder zu therapeutischen Zwecken. Wie die Indonesier integrieren die Saudis die Familien der Extremisten und gehen sogar soweit, dass die Familienmitglieder für die Gefangenen bürgen müssen. Dafür locken sie mit frühzeitiger Haftentlassung, finanziellen Hilfen und vermitteln, wenn notwendig, auch Ehefrauen für einsame Ex-Krieger.<br />
Für die etwa 24.000 Häftlinge im Irak gibt es seit September letzten Jahres ein ähnliches Program. Der dort verantwortliche General Douglas Stone berichtet davon, dass immer wieder Häftlinge in Tränen ausbrechen, weil ihnen klar wird, dass sie gegen den Koran gehandelt haben und dies Konsequenzen für sie im Jenseits haben wird.</p>
<p>Aus dem Gefängnis gelogen?</p>
<p>Die Entradikalisierungsprogramme werden rundweg als Erfolg gefeiert. Bisher hat jedoch keine unabhängige Evaluierung stattgefunden und das älteste dieser Programme läuft gerade mal fünf Jahre. Die geringe Zahl von rückfällig gewordenen Islamisten, die in Saudi-Arabien nur bei drei Prozent liegen soll, kann jedoch Einwände nicht entkräften, dass sich so mancher Extremist aus dem Gefängnis heraus gelogen haben wird.</p>
<p>Die Saudische Königsfamilie scheint es mit der Resozialisierung auch nicht so genau zu nehmen. Im November letzten Jahres entließ sie 1.500 al-Qaida Anhänger aus der Haft, nachdem diese versprochen hatten, zumindest auf der arabischen Halbinsel keine Anschläge mehr zu verüben.<br />
Bei den genannten Programmen geht es zudem hauptsächlich darum, dass die Inhaftierten der Gewalt abschwören. Das Ziel, langfristig islamistische Gottesstaaten zu errichten, behalten viele bei.<br />
Trotz dieser Mängel können solche Resozialisierungsprogramme eine sinnvolle Ergänzung zu militärischen, polizeilichen und geheimdienstlichen Mitteln sein, um die Gefahr terroristischer Anschläge zu verringern.</p>
<p>Auch in Deutschland befinden sich einige Dutzend militante Islamisten, darunter Mitglieder der al-Qaida, Ansar al-Islam, der Islamischen Dschihad Union und diverse Einzeltäter in Haft. Versuche, diese Extremisten unter den Bedingungen des Rechtsstaats zu entradikalisieren gibt es bisher keine.</p>
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</item>
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<title><![CDATA[ Al-Qaida-Vize al-Sawahiri attackiert den Iran (Die Welt) ]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=115</link>
<pubDate>Sat, 19 Apr 2008 10:44:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=115</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt Online, 09.04.2004
Es war eine einzigartige PR-Aktion der al-Qaida. Nach]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1882278/Al-Qaida-Vize_al-Sawahiri_attackiert_den_Iran.html">Die Welt Online, 09.04.2004</a></p>
<p><strong>Es war eine einzigartige PR-Aktion der al-Qaida. Nach dem Motto "Sie fragen, Dr. Terror antwortet" forderte die Organisation im Dezember Anhänger und Kritiker auf, Fragen zu stellen. 2000 Anfragen gingen ein. Jetzt antwortete Al-Qaida-Vize Aiman al-Sawahiri – und nutzte die Aktion zur gnadenlosen Abrechnung.</strong></p>
<p> Es war ein Schritt ohne Gleichen: Im Dezember letzten Jahres forderte Aiman al-Sawahiri Anhänger und Kritiker von al-Qaida auf, schriftlich Fragen zu stellen. Angeblich kamen etwa zweitausend Auskunftsbegehren zur Strategie, zur Lage des Dschihad und zum ersehnten Sieg über die "Kreuzfahrer und ihre Agenten" zusammen.</p>
<p>In der vergangenen Woche beantwortete al-Sawahiri nun die erste Tranche. Was zunächst aussieht wie ein weiterer Propagandatrick nach dem Modell: "Sie fragen, Dr. Terror antwortet" ist nicht weniger als eine gnadenlose Generalabrechnung mit Gegnern und Konkurrenten.<!--more--></p>
<p>Nach den üblichen Verteufelungen der USA, der Juden und anderer "Kreuzfahrer" wie Großbritannien und Frankreich, widmet sich al-Sawahiri seinen Glaubensbrüdern.</p>
<p>Zunächst sind die Schiiten dran, die zwar grundsätzlich als Sektierer und damit ungläubig gelten, was aber eine Kooperation gegen gemeinsame Feinde nie ausgeschlossen hat.<br />
Ahmadinedschad hat vollmundigen Worten keine Taten folgen lassen<br />
Bezogen auf die vielen Fragen zum Iran verweist al-Sawahiri auf ein vor wenigen Wochen gegebenes Interview, in dem er Präsident Ahmadinedschad vorgeworfen hat, seinen großen Worten von der Vernichtung Israels keine Taten folgen zu lassen. Außerdem sei der Iran Mitglied der Vereinten Nationen, die Israel anerkennten und sowieso "Feind des Islam" sei.</p>
<p>Kein gutes Haar lässt al-Sawahiri zudem an al-Qaidas Hauptkonkurrenten, der libanesisch-schiitischen Hisbollah. Diese hatte der selbsternannten Avantgarde des militanten Islamismus nach dem Krieg gegen Israel im Sommer 2006 den Rang abgelaufen. Der Waffenstillstand zwischen Hisbollah und Israel wurde vom Chef der Hisbollah, Hassan Nasrallah, als "göttlicher Sieg" über Israel gefeiert und katapultierte Hisbollah auf der Liste der Top Fanatiker zurück auf Platz 1, den diese nach dem 11. September 2001 an al-Qaida hatten abgeben müssen. Umfragen im Herbst 2006 in Ägypten hatten beispielsweise gezeigt, dass Nasrallah, ein Schiit, eine Popularitätsrate von 82 Prozent hatte, während es Osama bin Laden bei seinen sunnitischen Brüdern gerade mal auf 52 Prozent brachte.</p>
<p>Al-Sawahiri wirft der Hisbollah nun vor, ohne deren Kampf gegen Israel zu würdigen, sie hätte muslimisches Land – gemeint ist die Unifil-Sicherheitszone im Südlibanon - an die "internationalen Kreuzritter" übergeben. Weiter geht es mit der Kritik: Die palästinensische Hamas greift al-Sawahiri für deren Teilnahme an Wahlen an, den Ägyptischen Islamischen Dschihad wegen "mangelnder Rechtschaffenheit" der Führung. An die Muslimbruderschaft richtet al-Sawahiri den Vorwurf, die Regierung Mubarak in Ägypten anzuerkennen. Kritik übt al-Sawahiri auch an den sunnitischen Stammesführern, dem Schiitenführer Muktada al-Sadr und den Kurden wegen der Kooperation mit der irakischen Regierung und den USA. Schließlich beschwert sich al-Sawahiri noch über ehemalige Mitstreiter wie Sayyid Imam al-Shareef, bekannt als Dr. Fadl, wegen deren Abkehr vom Terrorismus.<br />
Al-Qaida will der einzig wahre Streiter für Allah sein<br />
Quintessenz: Al-Qaida versucht sich selbst als einzig wahren Streiter für die angebliche Sache Allahs darzustellen. Darum werden selbst beinharte Islamisten zu Versagern und Verrätern herabgestuft.</p>
<p>Die anhaltende Kritik aus den Reihen der Islamisten am ausbleibenden Erfolg von al-Qaidas Strategie – das Kalifat ist noch nirgends verwirklicht, Ansätze in Afghanistan und Irak scheiterten – macht bin Laden offensichtlich schwer zu schaffen. Auch ein weiteres Hauptziel von al-Qaida, nämlich einen Aufstand aller Muslime gegen den Westen und die Regime in muslimischen Ländern herbeizuführen, ist immer noch fernab der Realität.</p>
<p>Eine zusätzliche Kritik zielt darauf, dass bin Laden als Bauingenieur und Sawahiri als Arzt gar nicht qualifiziert seien, ihren Anspruch "Zurück zu den goldenen Zeiten des Islam!" theologisch zu unterfüttern. Al-Sawahiri argumentiert auch viel mehr als Politiker denn als religiöse Autorität: In der 44-seitigen "Antwort" finden sich nur fünf Koranzitate.</p>
<p>Um diese Masse von Kritik zu bewältigen, hat man sich offensichtlich für "Angriff ist die beste Verteidigung" entschieden. Nach dem Motto "Gute Nachrichten aus der Kommando-Höhle" wird versucht, die Konkurrenz zu diskreditieren, Kritik abzubürsten und Siegesgewissheit zu verbreiten. Es gebe keinen Zweifel, so al-Sawahiri, dass der Zerfall Amerikas begonnen habe. Auch dem saudischen Könighaus, das "gegen die Geschichte schwimmt", und der "korrupten und verrotteten Regierung Ägyptens" sei der Untergang sicher. Überhaupt: Osama bin Laden gehe es, anderslautender Gerüchte zum Trotz, gut. Na dann.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Der Islam braucht unsere Hilfe für Reformen (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=114</link>
<pubDate>Thu, 03 Apr 2008 16:30:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=114</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 02.04.2008
Viele Kritiker des Islam bemängeln, die Religion entwickle ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1862279/Der_Islam_braucht_unsere_Hilfe_fuer_Reformen.html">Die Welt, 02.04.2008</a></p>
<p><strong>Viele Kritiker des Islam bemängeln, die Religion entwickle sich seit Jahrhunderten nicht weiter. Dabei gab es einst – vor gut 1000 Jahren – eine Bewegung der islamischen Aufklärung. Diese Zeit ist vorbei. Gelehrte, die eine Modernisierung des Islam propagieren, brauchen deshalb dringend Unterstützung.</strong></p>
<p> Viele Kritiker des Islam beklagen dessen fehlende Reformfähigkeit. Der prominenteste Vertreter der These, der Islam sei im Mittelalter stecken geblieben, ist Papst Benedikt XVI. Dieser soll im Jahre 2005 noch als Kardinal gesagt haben, er versteht den Koran als „etwas vom Himmel Gefallenes, das nicht angepasst oder auf moderne Verhältnisse angewendet werden kann".</p>
<p>Im September 2006 dann zitierte der Papst bei einer Vorlesung an der Regensburger Universität den byzantinischen Kaiser Manuel II., der sagte, dass Mohammed nur Schlechtes und Inhumanes gebracht habe. Ein Aufschrei ging damals durch die islamische Welt, und seitdem befindet sich Gottes Stellvertreter auf Erden im Dialog mit islamischen Geistlichen aus aller Welt.<!--more--></p>
<p>Es ist davon auszugehen, dass dem Papst im Rahmen dieser Gespräche das Konzept des Ijtihad vorgestellt worden ist. Wohlgemerkt: nicht Dschihad, sondern Ijtihad (ausgesprochen „Idsch-ti-had“), das "eigenständige Bemühen um das Auffinden der dem Islam gemäßen Regelung".</p>
<p>Beim Ijtihad geht es also darum, den Koran wie auch die Sunna – die Worte und Taten des Propheten Mohammed – an die Gegenwart anzupassen oder sie zu interpretieren. Diese Tradition der islamischen Aufklärung etablierte sich seit dem 8. Jahrhundert und führte im 9. Jahrhundert unter dem Kalifen al-Mamun zur Eröffnung des „Hauses der Weisheit“ in Bagdad, mit einem Observatorium, einer Akademie, einer Bibliothek und einem Krankenhaus. Im eroberten al-Andalus, was dem heutigen Spanien und weiten Teilen Portugals entspricht, beherbergte Córdoba mehr als siebzig Bibliotheken. Die von den Katholiken Europas verfolgen Juden lebten hier weitgehend unbehelligt, wenn auch nicht gleichberechtigt, mit den muslimischen Besatzern. Kalif al-Mamun ließ die Werke griechischer Philosophen übersetzen und förderte „rationales Denken“. Al-Mamuns theologische Interpretation des Korans sprach dem Menschen gar einen freien Willen zu.</p>
<p>Spaltung in Schiiten und Sunniten</p>
<p>Nach etwa 30 Jahren war es jedoch vorbei mit dem Freidenkertum. Es folgte der Rückschritt zu einer Orthodoxie, die keinen Zweifel duldete. Der lange schwelende Konflikt um die Nachfolgeregelung des Propheten hatte sich soweit zuspitzt, dass die Schiiten – Anhänger Alis, des Cousins des Propheten – sich von den Sunniten, den Anhängern der Tradition, abspalteten und ein eigenes Kalifat ausriefen. Zudem erklärte sich der Statthalter von al-Andalus selbst zum Kalifen.<br />
Um dem Chaos Herr zu werden, schloss das Abbasiden-Regime in Bagdad die Reihen und die Tore des Ijtihad. Noch für einige Jahrhunderte wurde das rationale Denken zur Interpretation des Korans in Teilen des Kalifats praktiziert, verschwand aber etwa im 13. Jahrhundert fast ganz von der Bildfläche.</p>
<p>Auch ohne klassischen Ijtihad gibt es heute selbstredend Techniken zur islamischen Rechtsfindung. Diese beschränken sich jedoch auf das bloße Kommentieren von Kommentaren, Analogieschlüssen (Qiyas) oder das Taqlid, die „blinde Nachahmung“. Koran und Sunna stehen außerhalb jeder Diskussion. Formal gehört der Ijtihad für manche bis heute dazu, ist aber meilenweit vom Freidenkertum alter Zeiten entfernt.<br />
Der Islam braucht keine von außen aufgezwungene Reform<br />
Ironischerweise haben gerade die Vordenker des Islamismus im 20. Jahrhundert die Worte Allahs und des Propheten für ihre politischen Ziele teilweise uminterpretiert. Dazu gehörten insbesondere Sayyid Qutb, Chefideologe der ägyptischen Muslimbrüder, und Abu A’la Mawdudi, Gründer der Jamaat-e-Islami in Pakistan. Auf Grundlage des Werks dieser Männer argumentieren bis heute sowohl al-Qaida als auch die Taliban, die Hamas und Dutzende weiterer Terrororganisationen.</p>
<p>Parallel zu den Islamisten gab es liberale islamische Reformer, die theologische Werke jenseits des Mainstreams verfasst haben. Und auch heute gibt es zahlreiche islamische Gelehrte, die den Koran etwa als Offenbarung für die Araber im siebten Jahrhundert sehen und im Licht der Moderne neu interpretieren wollen.</p>
<p>Das heißt: Der Islam braucht keine von außen aufgezwungene Reform. Vielmehr müssen jene islamischen Theologen unterstützt werden, materiell wie moralisch, die sich auf die Selbstmodernisierungskräfte des Islam besinnen. Zurück zur Aufklärung ist der Weg in die Zukunft des Islam.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Al-Qaida setzt sich selbst unter Druck (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=113</link>
<pubDate>Thu, 03 Apr 2008 16:25:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=113</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt 26. März 2008
Al-Qaida-Chef Osama bin Laden hat Muslime zu Terroranschl]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1835779/Al-Qaida_setzt_sich_selbst_unter_Druck.html">Die Welt 26. März 2008</a></p>
<p><strong>Al-Qaida-Chef Osama bin Laden hat Muslime zu Terroranschlägen in Europa aufgerufen. Damit hat er sich vor allem selbst ein Ultimatum gesetzt: Sollte es in diesem Jahr keine al-Qaida zuordenbaren Terroranschläge in Europa oder den USA geben, ist ihre Reputation als globale Terrororganisation dahin.</strong></p>
<p> Nun hat auch Osama bin Laden angekündigt, wegen der Mohammedkarikaturen Anschläge in Europa zu verüben. Mit dieser Drohung ist er spät dran: Zwar hatte al-Qaida schon mehrfach zur Ermordung der dänischen und schwedischen Künstler aufgerufen, die den Propheten gezeichnet hatten. In besonderer Erinnerung ist dabei geblieben, dass für den Tod des Schweden Lars Vilks 100.000 Dollar Belohnung bezahlt werden sollten – falls dieser aber wie ein Lamm geschächtet würde, werde die Summe auf 150.000 Dollar erhöht.<br />
Aber beim Versuch, massenhaft Angst und Schrecken vor terroristischen Anschlägen aufgrund westlicher Kunst- und Meinungsfreiheit zu verbreiten, kam ihm die libanesische Hisbollah zuvor.<!--more--></p>
<p>Deren Anführer Hassan Nasrallah hatte bereits im Februar 2006 über „Al Manar“ - dem Fernsehsender der Hisbollah, der auch in Deutschland empfangen wird - verkündet:</p>
<p>„Wenn irgendein Moslem die Fatwa des Imam Khomeini gegen den Gotteslästerer Salman Rushdie (Autor der „Satanischen Verse“. In der Fata wurde zu seiner Ermordung aufgerufen; d.Verf.) in die Tat umgesetzt hätte, dann hätten es jene verachtungswürdigen Leute nicht gewagt, den Propheten Mohammed zu beleidigen - weder in Dänemark, noch in Norwegen, noch in Frankreich...“</p>
<p>Bin Laden gibt sich als Staatsmann</p>
<p>Und er forderte alle Muslime zum Handeln auf: „Ich bin sicher, dass nicht nur Millionen sondern Hunderte von Millionen von Muslimen bereit und willig sind, ihre Leben zu opfern, um die Ehre ihres Propheten zu verteidigen. Und Du bist unter ihnen“. </p>
<p>Dagegen gibt sich Osama bin Laden in seiner aktuellen Audiobotschaft von letzter Woche als Staatsmann. Zunächst erläutert er die Schwere des durch den Westen begangenen Vergehens, indem er klarstellt, dass die Beleidigung des Propheten noch viel schlimmer sei als das Töten von muslimischen Frauen und Kindern. Dann spricht er explizit die „Intelligenten“ in der Europäischen Union an und stellt folgendes Ultimatum: Wenn die EU ihre Gesetze zur Meinungs- und Kunstfreiheit nicht einschränke, werde es als Vergeltung Anschläge geben. Bin Laden gibt dem Westen also die Chance, zu kapitulieren. Die ungläubigen Europäer werden verschont, wenn sie auf einige Freiheiten verzichten.</p>
<p>Nach nur vier Tagen, am Montag dieser Woche, war es aber dann schon wieder vorbei mit der Bedenkzeit, denn der Vizechef von al-Qaida, Aiman al-Sawahiri, forderte die Muslime auf: „Greift Einrichtungen der Juden und Amerikaner und all derer an, die an der Aggression gegen Muslime beteiligt sind! Lasst uns ihre Interessen überall angreifen...!“ Dies wird unter anderem damit begründet, dass wer sich über den Propheten lustig mache, auch in seinem Heimatland nicht in Sicherheit leben dürfe.<br />
Vertreter muslimischer Verbände in Europa haben bin Ladens Drohungen klar zurückgewiesen. Statt mit Drohungen und Bomben werde man die Schmähungen des Propheten mit den eigenen Waffen schlagen: friedlich, unter Ausnutzung der Meinungsfreiheit und mit intensiver Medienarbeit.</p>
<p>Angebot von Terrorgruppen in Europa sollen schon vorliegen</p>
<p>Analysten des Fernsehsenders al Jazeera gehen davon aus, dass bereits Angebote von Terrorgruppen in Europa bei al-Qaida vorliegen, Anschläge zu verüben. Bin Laden werde dann je nach „Art des Anschlags und der Publizität“ entscheiden, ob al-Qaida dafür die Verantwortung übernehme.</p>
<p>Auffällig ist zudem, dass Bundesinnenminister Schäuble und zuletzt der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, die Schlagzahl der Binsenweisheit „Wir können nicht jeden Anschlag verhindern“ drastisch erhöht haben. Denn zu der Gefahr durch Gruppen mit Bezug zu al-Qaida wie der „Islamischen Dschihad Union“ kommen extrem schwer zu verhindernde Aktionen von Einzeltätern. Der gescheiterte Anschlag der „Kofferbomber“ auf Bahnreisende im Jahre 2006 wie auch der missglückte Attentatsversuch auf den ehemaligen Chefredakteur der WELT, Roger Köppel, im gleichen Jahr wurde mit den Mohammedkarikaturen begründet und konnten von den Sicherheitsbehörden im Vorfeld nicht verhindert werden.<br />
In den USA wird in Sicherheitskreisen zudem diskutiert, inwieweit al-Qaida durch einen Anschlag im Lande - nach dem Vorbild der „vor Wahl“ Anschläge in Madrid 2004 - Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen nehmen könnte.</p>
<p>Mit der Botschaft von Montag und den fast schon flehentlichen Appellen an ihre Anhänger, jetzt doch endlich zuzuschlagen, hat al-Qaida vor allem sich selbst ein Ultimatum gesetzt. Sollte es in diesem Jahr keine al-Qaida zuordenbaren Terroranschläge in Europa oder den USA geben, ist ihre Reputation als globale Terrororganisation dahin.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Hamas radikalisiert Kinder mit Hass-Hasen (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=110</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:32:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 19.03.2008

Über den Fernsehsender al-Aksa TV verbreitet die Hamas ihr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/dossiers/dschihadaufdeutsch/article1815142/Hamas_radikalisiert_Kinder_mit_Hass-Hasen.html">Die Welt, 19.03.2008</a><br />
<strong><br />
Über den Fernsehsender al-Aksa TV verbreitet die Hamas ihren Hass gegen Juden und Israel. Der Sender ist auch in Deutschland zu empfangen. Viele Sendungen richten sich gezielt an Kinder, immer wieder wird dabei zu Attentaten und Mord aufgerufen. Aktueller Protagonist der Propaganda ist der Hase Assud.</strong></p>
<p> „In Gaza findet ein echter Holocaust statt“, sagte Dr. Walid Al-Rashudi vor drei Wochen dem Fernsehsender al-Aksa TV der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Der Leiter des Fachbereichs Islamische Studien an der King Saud University in Saudi-Arabien belehrte die Zuschauer zudem, dass „ein Holocaust nicht das Verbrennen von 50 bis 60 Juden in Deutschland oder der Schweiz“ sei, obwohl „die Juden dies weiterhin Holocaust nennen“. Und er fügt hinzu: „Bei Allah, wir werden nicht einmal zufrieden sein, wenn alle Juden getötet worden sind.“</p>
<p>Al-Aksa TV wird auch in Deutschland empfangen und trägt wie der Brudersender al-Manar TV der libanesischen Hisbollah zur Radikalisierung von Muslimen in Deutschland bei. Hass, Aufrufe zum Mord, Verschwörungstheorien und antiwestliche Propaganda kommen als tägliche Dosis aus dem Gazastreifen nach Berlin, Hamburg oder Neu-Ulm. Besonders frappierend sind die vielen TV-Shows, die sich auf die Manipulation von Kleinkindern konzentrieren. Sprechende Plüschtiere, wie die zu weltweiter Prominenz gelangte Farfour, eine Nachahmung von Micky Maus, indoktrinieren schon Dreijährige mit Hass und dem Wunsch, ihr Leben für Allah zu opfern.<!--more--></p>
<p>Aufgrund massiver internationaler Proteste musste die Maus abtreten – auch Disney hatte bereits rechtliche Schritte geprüft. Stilgerecht ließ die Hamas die Maus von einem „jüdischen Terroristen“ ermorden. Die kindliche Moderatorin Saraa kommentierte betroffen, Farfour sei als Märtyrer gestorben. Der Hase Assud, aktueller Nachfolger Farfours, hat seine minderjährigen Zuschauer dazu aufgerufen, den dänischen Cartoonisten Kurt Westergaard zu ermorden, weil dieser die Ehre des Propheten Mohammed verletzt habe.</p>
<p>Auch Politiker kommen auf al-Aksa TV zu Wort. Fathi Hammad, ein Parlamentarier der Hamas, erläuterte am 29. Februar 2008, dass sich das palästinensische Volk, gerade auch Frauen, Kinder und Alte, als menschliche Schutzschilde verstünden, um dem „zionistischen Feind“ zu sagen: „Wir lieben den Tod so wie ihr das Leben liebt.“ Hammad, der auch Mediendirektor von al-Aksa TV ist, verurteilte die bisherige Kritik an seinem Sender als "Angriff auf die islamische Kultur durch den zionistischen Feind und die US-amerikanischen Imperialisten". Aufrufe, den Sender abzuschalten, seien Teil einer Verschwörung, durch die man verhindern wolle, dass palästinensische Kinder islamisch erzogen werden.</p>
<p>Etwa 300 Hamas-Mitglieder leben in Deutschland</p>
<p>Der tatsächliche Einfluss auf die Kinder ist schwer zu messen. Innerhalb der letzten Jahre sollen sich jedoch mehr als 300 minderjährige Palästinenser, der jüngste war 11 Jahre alt, als Kindersoldaten und Selbstmordattentäter betätigt haben.<br />
Die Hamas hat sich zwar offiziell dagegen ausgesprochen, Kinder und Jugendliche als Soldaten oder Selbstmordattentäter zu missbrauchen. Einem Bericht des Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces vom August 2003 zufolge hätten Hamas-Vertreter jedoch erklärt, dass ihre Definition des Kindseins nicht auf dem Alter, sondern den Fähigkeiten basiere.<br />
Die Hamas steht auf der EU-Terrorliste und hat in Deutschland laut Verfassungsschutz 300 Mitglieder. Verschiedene Spendensammelvereine wie al-Aksa e.V. sind verboten worden, denn „Unterstützungshandlungen und -leistungen aus Deutschland für die Hamas fördern deren terroristische Aktivitäten und richten sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung.“</p>
<p>Al-Aksa will eine Brücke sein</p>
<p>Während auf der Islamkonferenz immer wieder darüber diskutiert wird, ob Muslime sich nur zum Grundgesetz oder auch zur deutschen Werteordnung bekennen sollen, radikalisiert die Hamas mit ihrem Fernsehsender ungestört Kinder und Jugendliche in Deutschland.</p>
<p>Verantwortlich für die Übertragung ist der Satellitenbetreiber Arabsat, der der Arabischen Liga gehört. Dringend notwendige diplomatische Initiativen der Bundesregierung gegen die Übertragung nach Deutschland stehen, genauso wie beim Fall al-Manar TV, bis heute aus.<br />
Al-Aksa TV soll laut Eigendarstellung eine Brücke in die Welt sein, damit die Hamas ihre islamische Kultur verbreiten kann. Es wird höchste Zeit, dass die Welt diese Brücke abbricht.</p>
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<title><![CDATA[ Bei al-Qaida gibt es Dschihad für jedermann (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=109</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:29:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 12.03.2008
Erst bestand al-Qaida vor allem aus Kämpfern gegen die sowj]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1788180/Bei_al-Qaida_gibt_es_Dschihad_fuer_jedermann.html">Die Welt, 12.03.2008</a></p>
<p><strong>Erst bestand al-Qaida vor allem aus Kämpfern gegen die sowjetische Besatzung in Afghanistan, dann kam die muslimische Elite, heute ist sie eine Bewegung für jeden, der nach Geltung strebt, wütend ist oder sich langweilt. Das macht die Terrororganisation zwar weniger gefährlich, aber auch schwerer zu bekämpfen.</strong></p>
<p> Die Bedrohung durch al-Qaida hat sich seit dem 11. September 2001 massiv gewandelt. Die stattgefundene Transformation von der "Terrororganisation" al-Qaida zur "Bewegung" al-Qaida hat unmittelbare Konsequenzen für Erfolg oder Scheitern der Gegenstrategie.<br />
Während sich die erste Generation von Osama bin Ladens „Heiligen Kriegern“ Ende der 80er Jahre aus den Veteranen des Dschihads gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans rekrutierte, bewarben sich in den 90ern Mitglieder der muslimischen Elite um einen Platz bei al-Qaida. Überwiegend aus dem Mittleren Osten stammend, mobil und gebildet bekamen einige der im Westen studierenden Oberschichtkinder Heimweh. Sie kamen in Deutschland, Spanien oder Großbritannien nicht zurecht und fühlten sich ausgegrenzt. Den ersehnten Zuspruch fanden sie, obwohl meist selbst nicht sonderlich religiös, bei Gleichgesinnten in der Moschee. Sie schlossen Freundschaften, zogen mit anderen zusammen, kapselten sich völlig von der Mehrheitsgesellschaft ab und radikalisierten sich gegenseitig.<!--more--></p>
<p>Islam - die Religion der Gewinner</p>
<p>Im Umfeld einiger Moscheen trafen sie auf Veteranen aus „Heiligen Kriegen“ in Afghanistan, Tschetschenien, Kaschmir oder Bosnien, die ihnen von den glorreichen Schlachten gegen die Ungläubigen berichteten. Islamisten behaupten bis heute, dass der Rückzug der Sowjets aus Afghanistan zum Zusammenbruch der UdSSR geführt habe. Eine Supermacht habe man also schon besiegt, die USA seien als nächste dran.Diese Flucht in die Radikalisierung hatte etliche Vorteile gegenüber dem komplizierten und verstörenden Leben im Westen. Denn die Dschihadisten sehen sich als Elite, die innerhalb eines Halt gebenden Regelwerkes Allahs Werk auf Erden verrichten. Und auch für das Leben danach ist gesorgt, wenn man sich auf den Islamismus, also den politischen Islam, einlässt.</p>
<p>Basis dieser Ideologie ist, dass der Islam einst die Religion der Gewinner war. So gelang es einer kleinen Gruppe in Arabien im siebten Jahrhundert unter der Führung des Propheten Mohammed und seiner Nachfolger innerhalb von einhundert Jahren ein Weltreich - von Portugal bis Indien - zu erobern. Zudem waren die Muslime damals auch in Wissenschaft, Medizin, Literatur und fast jeder anderen weltlichen Kunst führend.</p>
<p>Die Tatsache, dass der Westen heute dominiert, wird von Islamisten darauf zurückgeführt, dass die Muslime, korrumpiert vom Westen, von Allahs Weg abgekommen sind. Nur durch den Sturz der als ungläubig angesehenen Regierungen in islamischen Ländern, dem so genannten „Nahen Feind“, und der Errichtung eines Kalifats werde Allah sich gnädig zeigen und die Muslime wieder in goldene Zeiten führen. Im Weg aber steht der Westen, der „Ferne Feind“, der die Regierungen in der Türkei, in Ägypten, Pakistan oder Jordanien unterstützt. Erst wenn der Westen den Weg frei macht für den Gottesstaat, wird aus Sicht der Islamisten der Islam wieder die ihm zustehende Rolle einnehmen. .<br />
Die dritte Generation, die nach 9/11-Generation, wie Fritz G. aus Neu Ulm, Mohammed Sadique Khan aus Leeds und Sarhane Ben Abdelmajid Fakhet aus Madrid, macht sich allerdings deutlich weniger aus Religion und Ideologie als ihre Vorgänger.</p>
<p>Motivation aus Langeweile<br />
Marc Sageman, in den 80er Jahren CIA-Verbindungsmann in Pakistan, Psychiater und Professor an der University of Pennsylvania, schreibt in seinem neuen Buch „Leaderless Jihad“, dass sich diese dritte Generation aus einer Mischung aus Geltungsstreben, der Suche nach dem Sinn des Lebens und blanker Wut, hauptsächlich aufgrund der Kriege in Afghanistan und dem Irak , motiviert. Und aus Langeweile. Denn er fügt hinzu, dass neben den großen Sponsoren des islamistischen Terrorismus wie Saudi-Arabien und Iran auch Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien genannt werden müssen. In Europa hat sich ein großer Teil der von ihm untersuchten 500 Dschihadisten über soziale Transferleistungen finanziert.</p>
<p>Zur Ideologie gesellten sich Verschwörungstheorien. Die populärste ist, dass der Westen, von Juden gesteuert und im Auftrag Israels handelnd, einen Vernichtungskrieg gegen den Islam führe. Jeder rechtschaffene Moslem sei deshalb verpflichtet, gegen die Angreifer zu kämpfen.<br />
Diese dritte Generation der so genannten „ home grown“ Terroristen hat jedoch in der Regel keinen oder kaum Kontakt zur Führung der al-Qaida. Auch wenn einige ein Terrorcamp in Pakistan besucht hatten, so macht dies aus ihnen genauso wenig Top Terroristen wie die Teilnahme am Trainingscamp des FC Bayern München sie zu Bundesligaspielern gemacht hätte.</p>
<p>Der Jedermanns-Dschihad<br />
Die mangelnde Einbindung in die Führungsstrukturen und die, wenn überhaupt, rudimentäre Ausbildung macht die dritte Generation zwar etwas weniger gefährlich. Es fällt aber den Sicherheitsbehörden auch schwerer, die hauptsächlich im eigenen Land radikalisierten Terroristen aufzuspüren. Und selbst wenn dies gelingt, müssen noch die Fähigen von den Großmäulern unterschieden werden. Sowohl Khan als auch Fakhet waren vor der Tat nachrichtendienstlich überwacht worden. Aufgrund beschränkter Ressourcen und der Einschätzung, dass keine konkrete Gefahr von ihnen ausgehe, wurden die Überwachungsmaßnahmen jedoch frühzeitig beendet.<br />
Vom Kern von al-Qaida, zu dem heute nur noch einige Dutzend Führungsoffiziere gehören (der Rest wurde getötet oder verhaftet), über die zweite Generation der radikalisierten Söhne aus besserem Hause hat sich die dritte Generation zum Jedermanns-Dschihad entwickelt.</p>
<p>Diese selbst ernannte Elite ist in Wahrheit ein Massenphänomen, dem sich weltweit viele tausend verschrieben haben. Sageman geht jedoch davon aus, dass sich bereits die jüngeren Brüder der dritten Dschihadisten Generation andere Idole suchen werden. Innerhalb der Gesamtheit der Muslime stellen die Dschihadisten sowieso eine fast verschwindend geringe Größe dar. Und die bisherigen Umsetzungsversuche eines Gottesstaates wie durch die Taliban in Afghanistan oder al-Qaida in Al Anbar im Irak sind gescheitert, auch weil die Muslime vor Ort nicht mit zurück ins Mittelalter wollten.</p>
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<item>
<title><![CDATA[ Terroropfer dürfen auf iranisches Geld hoffen (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/2008/03/20/terroropfer-durfen-auf-iranisches-geld-hoffen-die-welt/</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:22:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 27.02.2008
 Die Islamische Republik Iran gilt als einer der Hauptsponso]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1726888/Terroropfer_duerfen_auf_iranisches_Geld_hoffen.html">Die Welt, 27.02.2008</a></p>
<p><strong> Die Islamische Republik Iran gilt als einer der Hauptsponsoren des islamistischen Terrorismus. Gerichte in den USA haben den Iran deshalb bereits mehrfach zu Entschädigungszahlungen an Anschlagsopfer oder Hinterbliebene verurteilt. Der Iran hat jedoch stets jede Verantwortung von sich gewiesen und nichts bezahlt.</strong></p>
<p>Nun aber hat ein französisches Gericht Konten der iranischen Zentralbank eingefroren, um daraus Entschädigungen zu bezahlen. Auch in Deutschland leben Opfer des vom Iran geförderten Terrorismus – bisher ebenfalls ohne Entschädigung. Die Ereignisse in Frankreich könnten nun Hoffnung nähren, dass Terror-Opfer doch an iranisches Geld kommen könnten.<!--more--></p>
<p>Ein Blick zurück: Der schwerste Anschlag gegen US-Einrichtungen vor dem 11. September 2001 fand 1983 in Beirut statt. Selbstmordattentäter der libanesischen Hisbollah fuhren einem US-Bundesgericht zufolge mit zwei mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in Gebäude der Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon (UNFIL). 241 US-amerikanische Soldaten und 58 französische Fallschirmjäger kamen dabei ums Leben.</p>
<p>Das Gericht hatte Teheran bereits 2003 für schuldig befunden, der Hisbollah finanzielle und logistische Hilfe für den Anschlag gegeben zu haben, und den Iran zu einer Zahlung von 2,65 Milliarden US-Dollar verurteilt. Der vor zwei Wochen getötete Geheimdienstchef der Hisbollah, Imad Mughnija, soll Drahtzieher der Operation gewesen sein. Die iranische Führung hat ihn zum Volkshelden erklärt und will ihm eine Briefmarke widmen.</p>
<p>In den USA liegt kein iranisches Geld mehr</p>
<p>Gegenwärtig wird in Paris verhandelt, ob Opfer der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ), die ebenfalls vom Iran finanziell unterstützt werden, Zugriff auf iranische Konten in Frankreich erhalten sollen.<br />
Der Hintergrund: Am 9. April 1995 war der 32-jährige Seth Klein Ben Haim in einem Bus im Gazastreifen unterwegs, als dieser von einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen gerammt wurde. Acht Insassen des Busses wurden dabei getötet. Ben Haim gehört zu den 52 zum Teil schwer verletzten Überlebenden. Der PIJ bekannte sich kurz darauf zu diesem Anschlag. Am 4. September 1997 wurde die 26-jährige Jenny Rubin Opfer eines Selbstmordattentats der Hamas in der Jerusalemer Fußgängerzone. Vier Passanten verloren ihr Leben, mehr als 100, darunter Jenny Rubin, wurden verletzt.<br />
Rubin, Ben Haim und weitere zehn Anschlagsopfer hatten vor einem amerikanischen Gericht 87,5 Millionen Dollar erstritten. Gepfändet werden konnte jedoch nichts, da der Iran keine Gelder mehr in den USA angelegt hat. Die Kläger wichen deshalb nach Frankreich aus. Ein französischer Richter nahm die amerikanischen Urteile als Rechtsgrundlage und verfügte im Dezember letzten Jahres das Einfrieren von 117 Millionen Dollar der iranischen Zentralbank.</p>
<p>Weltweite Prozesswelle könnte bald anrollen</p>
<p>Das von der Zentralbank angerufene Gericht in Paris überprüft nun, ob auf Gelder der iranischen Zentralbank überhaupt zugegriffen werden darf. Ein Vertreter der überraschend erschienenen und weisungsgebundenen Staatsanwaltschaft hatte bei der ersten Anhörung pro-iranische Positionen vertreten, welche im Widerspruch zur Iran-Politik der Regierung Sarkozy stehen. Inwieweit sich der Richter davon beeindrucken ließ wird sich zeigen. Eine Entscheidung ist für den 10. März angekündigt.<br />
Auch in Deutschland hat das iranische Regime bereits einen Anschlag verübt. Als im September 1992 vier kurdisch-iranische Exilpolitiker im Berliner Restaurant Mykonos von Mitgliedern des iranischen Geheimdienstes VEVAK und der Hisbollah erschossen wurden, stellte das Kammergericht Berlin fest, dass „die iranische politische Führung verantwortlich für die Tat ist", darunter auch der damalige Staatspräsident Haschemi Rafsandschani und der religiöse Führer Ajatollah Ali Khamenei.</p>
<p>Weder die in Deutschland lebende Familie des ermordeten Übersetzers und Beraters Nurullah Mohmadpour Dehkordi noch der bei dem Attentat verletzte Wirt sowie ein Gast haben eine Entschädigung vom Iran erhalten. Genau so verhält es sich mit den Ende der 80er-Jahre von der Hisbollah entführten vier Deutschen Rudolf Cordes, Alfred Schmidt, Heinrich Strübig und Thomas Kemptner.</p>
<p>Sollten die Opfer des iranischen Staatsterrorismus mit ihrer Klage in Frankreich Erfolg haben, würde dies wohl zu einer weltweiten Prozesswelle führen. Die in den USA gefällten Urteile sprechen den Geschädigten insgesamt weit über 3 Milliarden US-Dollar zu, die womöglich auch in Deutschland eingetrieben werden könnten. Das Regime in Teheran müsste zukünftig seine Terror-Förderung neu kalkulieren: Denn es müsste dann nicht nur die Mörder, sondern auch für die Opfer bezahlen.</p>
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</item>
<item>
<title><![CDATA[ Bin Ladens Heilige Kriegerinnen (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=105</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:17:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 13.02.2008
Von wegen das sanfte und schwache Geschlecht: Frauen sind in]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1664108/Bin_Ladens_Heilige_Kriegerinnen.html">Die Welt, 13.02.2008</a></p>
<p><strong>Von wegen das sanfte und schwache Geschlecht: Frauen sind in Terrornetzwerken maßgebliche Akteure und häufig sogar radikaler als Männer. Für die Terroristen haben weibliche Selbstmordattentäter viele Vorteile. Und auch die Frauen versprechen sich etwas davon, für den Islam zu sterben.</strong></p>
<p>Welche Rolle spielen Frauen in islamistischen Terrororganisationen? Herrscht bei Islamisten ein Frauenbild, wonach hinter jedem starken Terroristen eine starke Terroristin stehe, oder reduziert sich die Islamistin auf “Kinder, Küche, Moschee“?<br />
Vorschnelle Antworten auf die Frage, warum Frauen überhaupt zu Terroristinnen werden, sind voller Vorurteile: Dem “sanften und schwachen” Geschlecht wird unterstellt, hauptsächlich aus emotionalen Gründen dem militanten Dschihad beizutreten: Familienbande, der Tod des Mannes oder einfach Naivität. Marc Sageman, der in seiner Studie „Understanding Terrorist Networks“ die sozialen Zusammenhänge untersucht hat, kommt jedoch zu einem ganz anderen Schluss: Frauen seien maßgebliche Akteure innerhalb von Terrornetzwerken und häufig sogar radikaler als Männer.<!--more--></p>
<p>Die Deutsche Sonja B. etwa hatte 2006 über das Internet Interesse bekundet, gemeinsam mit ihrem zweijährigen Sohn einen Selbstmordanschlag im Irak zu verüben. Weitere 47 Frauen im selben Chatroom zeigten ebenfalls Interesse, an einem Terroranschlag mitzuwirken. Auch die Belgierin Muriel Degauque, die 2005 einen Selbstmordanschlag im Irak verübte, war in diesem Chatroom aktiv gewesen.</p>
<p>Gewiss gibt es Fälle, in denen etwa vergewaltigte muslimische Frauen sich einer Terrororganisation anschließen, weil sie aus Sicht von Familie und Gesellschaft entehrt und nicht mehr heiratsfähig seien. Einige gescheiterte Selbstmordattentäterinnen aus den palästinensischen Gebieten, aus Tschetschenien oder dem Irak haben dies als Begründung angegeben. Aber warum sollten sie beim Versuch, ihr eigenes Leben zu beenden, auch andere in den Tod reißen wollen?<br />
Hier nun kommt das Anreizsystem der Islamisten ins Spiel – vom versprochenen Platz im Paradies über den dort wartenden Traummann bis hin zur finanziellen Absicherung der Familie durch die Terrororganisation, in deren Auftrag der Anschlag stattfinden soll.<br />
Außerdem spielen bei Frauen wie bei Männern politische und ideologische Motive wie etwa der Kampf gegen eine Besatzungsmacht oder der Glaube an die Überlegenheit des Islam eine Rolle.</p>
<p>Frauen motivieren ihre Söhne</p>
<p>Osama bin Laden hat in der Fatwa „Kriegserklärung gegen die Amerikaner, die das Land der zwei Heiligen Stätten besetzen“, von 1996 klar zum Ausdruck gebracht, dass Frauen eine große Bedeutung im Dschihad hätten: „ Unsere Frauen .... motivieren und ermutigen ihre Söhne, Brüder und Ehemänner, um für Allahs Sache in Afghanistan, Bosnien-Herzegovina, Tschetschenien und in anderen Ländern zu kämpfen“.<br />
Interessanterweise bleibt von der Darstellung einer aktiven Rolle der Frau in seiner zwei Jahre später veröffentlichten Fatwa „Dschihad gegen Juden und Kreuzzügler“, welche sich zum Manifest der Al-Qaida-Ideologie entwickelt, wenig übrig: Bin Laden bezeichnet sie lediglich einmal und zwar als die nach einem Erlöser rufenden „Opfer der USA und der Zionisten“.</p>
<p>Bei der palästinensischen Hamas verlief die Entwicklung genau anders herum. Zunächst hatte sich der Führer der Hamas, Scheich Yassin, über Jahre geweigert, Frauen etwa als Selbstmordattentäterinnen einzusetzen. Der Erfolg dieser Strategie bei der libanesischen Hizbollah, den zur Fatah zugehörigen Al-Aqsa-Brigaden und dem „Palästinensischen Islamischen Dschihad“ bewogen ihn jedoch, von Frauen alsbald als „Reservearmee“ zu sprechen, auf die bei Bedarf zugegriffen werden könne. Dies hat die Hamas dann auch getan.</p>
<p>Selbstmordanschläge sind sowieso schon eine kostengünstige, technologisch einfache und mit geringen Risiko verbundene Waffe.<br />
Letzteres können Frauen besonders gut gewährleisten: Sie erscheinen als weniger verdächtig und werden von Sicherheitskräften weniger streng kontrolliert.<br />
Neben diesem taktischen Vorteil gibt es gravierende strategische Vorteile, denn Anschläge von Frauen ziehen ein größeres Medieninteresse nach sich. Damit wird auch das Ziel, Angst und Schrecken zu verbreiten und auf die politischen Ziele der Gruppe hinzuweisen, besser erreicht.</p>
<p>Frauen dienen auch eher als Sympathieträger, die Medien sind mehr an ihrer Motivation, ihrer persönlichen und familiären Situation interessiert. Als Nebeneffekt führt der Einsatz von Frauen als Selbstmordattentäterinnen auch zu einem Zuwachs an männlichen Rekruten, die sich aus Scham zur Verfügung stellen.</p>
<p>Einer vor einer Woche veröffentlichten Untersuchung von Dr. Katharina von Knop, Universität der Bundeswehr München, zufolge besteht der Beitrag von Bin Ladens Heiligen Kriegerinnen im wesentlichen darin, ihre männlichen Verwandten zu unterstützen, die Ideologie an die Kinder weiterzugeben und – wenn sinnvoll - durch Hilfstätigkeiten an Anschlägen mitzuwirken. Es gebe aber auch bei der al-Qaida einen Anstieg von Selbstmordattentäterinnen.</p>
<p>Trotz einer insgesamt stärkeren Mitwirkung von Frauen in islamistischen Terrororganisationen kann nicht von einer generellen Aufwertung der Frau gesprochen werden. Letzten Endes ist es nur eine strategische Entscheidung der jeweiligen Terrororganisation, inwieweit sie Frauen für Anschläge einsetzt.<br />
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Frauen etwa in der Hierarchie der Organisationen relevante Positionen besetzen. Insofern von einer Emanzipation der Frau bei den Islamisten zu sprechen, wäre nicht nur zynisch, sondern schlicht falsch.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Wo sind die moderaten Muslime? (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=104</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:14:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 06.02.2008

Nach jedem neuen islamistischen Terroranschlag stellt sich ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1637034/Wo_sind_die_moderaten_Muslime.html">Die Welt, 06.02.2008</a><br />
<strong><br />
Nach jedem neuen islamistischen Terroranschlag stellt sich eine Frage: Wo bleibt der Aufstand der anständigen Muslime gegen die Verbrechen, die im Namen ihrer Religion begangen werden? Radikale Muslime sind das Problem. Moderate Muslime sind die Lösung. Doch sie trauen sich nicht aus der Deckung.</strong></p>
<p> Nach Anschlägen islamistischer Terroristen erwartet die Öffentlichkeit Distanzierungen und Verurteilungen der Taten durch muslimische Organisationen. Obwohl diese in der Regel mit Presseerklärungen wie "Islam heißt Frieden" oder "Terrorismus ist mit dem Islam unvereinbar" reagieren, bleibt bei Nichtmuslimen häufig ein fader Nachgeschmack.<br />
Es ist nun mal so, dass sich Terroristen wie auch moderate Muslime auf den Koran berufen. Wer hat also Recht? Und wo bleibt, neben der Reaktion von muslimischen Verbandsfunktionären der "Aufstand der anständigen Muslime" gegen die die Verbrechen im Namen ihrer Religion begangen werden?<!--more--></p>
<p>Moderaten Muslimen werden in der Regel folgende Eigenschaften zugesprochen: Unterstützung von Demokratie und universalen Menschenrechten (inklusive Gleichberechtigung und Religionsfreiheit), Respekt vor Pluralität, Akzeptanz nicht-religiöser Gesetzgebung und Ablehnung des Terrorismus und anderer Formen illegitimer Gewalt. Das heißt auch, dass moderate Muslime streng gläubig sein können. Im Gegensatz zu den Radikalen wollen sie dem Nachbarn beispielsweise aber nicht die Scharia, das islamische Recht, aufzwängen.</p>
<p>In Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit wie etwa Ägypten, Iran oder Sudan wurden moderate muslimische Intellektuelle ermordet oder zur Flucht ins Ausland gezwungen. Und selbst im vergleichsweise liberalen Indonesien versuchen Radikale ihre Gegner mit Drohungen einzuschüchtern.</p>
<p>Dieser Trend scheint sich nun auch in Deutschland fortzusetzen. Im November letzten Jahres wurde der Generalsekretär des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Ayman Mazyek, von der "Globalen Islamischen Medienfront" bedroht. Ihm wurde von der "al Qaida" nahe stehenden Gruppe vorgeworfen, er sei ein "Feind des Islam", "ein Freund von Juden und Christen" und ein Anhänger der "Religion der Demokratie".</p>
<p>Vorteile der radikalen Muslime<br />
Neben Einschüchterungsversuchen dieser Art haben die Radikalen zwei weitere entscheidende Vorteile. Zunächst im Bezug auf Finanzen. Die Unterstützung aus Saudi- Arabien zum Export der radikalen wahhabistischen Version des Islam hat zu einer wachsenden Radikalisierung von Muslimen weltweit gesorgt. Außerdem haben die radikalen Muslime über Jahre hinweg internationale Netzwerke aufgebaut und intensive Medienarbeit betrieben. Moderaten Muslimen fehlt sowohl eine vergleichbare finanzielle Unterstützung als auch ein funktionierendes Netzwerk. Dies hat dazu geführt, dass die Minderheit der radikalen Muslime sozusagen das Mikrofon gekapert hat. Damit entsteht der Eindruck, die Radikalen hätten vielleicht sogar die schweigende Mehrheit hinter sich.</p>
<p>Am Beispiel des ZMD wird aber auch ersichtlich, dass sich immer wieder Widersprüche ergeben und man genau hinschauen muss. Auf dessen Website ist unter "Was ist Islam?" zu lesen: "Der Islam ist ein allumfassender Lebensweg, der sich auf alle Bereiche des menschlichen Daseins erstreckt ...". Und weiter: "Ein Muslim ist derjenige, der die Gesetze Gottes in allen Lebenslagen befolgt...". Wo bleibt da das Grundgesetz?</p>
<p>Verfasst wurde "Was ist Islam?" vom ZMD Mitglied "Islamisches Zentrum Aachen", das 1978 von syrischen Muslimbrüdern, einer der Keimzellen des Islamismus, gegründet wurde und seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Die Muslimbrüder sprechen auch von Demokratie und verstehen darunter die Konsultation des Herrschers durch seine Untertanen (Schura), aber nicht, dass alle Macht vom Volke ausgeht.</p>
<p>Deshalb sollte Innenminister Schäubles beispielsweise die Islam-Konferenz auch dazu nutzen, um herauszuarbeiten, mit wem er es wirklich zu tun hat. Um sicherzustellen, dass Medien und Regierungen radikale von moderaten Muslimen zuverlässiger unterscheiden können, hat das amerikanische Forschungsinstitut "RAND Corporation" im letzten Jahr einen Kriterienkatalog ("Building Moderate Muslim Networks") entwickelt. Darin wird gezeigt wie man das Demokratieverständnis durchleuchtet, wie sich häufig radikale Gruppen hinter der Front einer moderaten Organisation verstecken und wie wichtig es ist, den Finanzströmen nachzugehen. Vielleicht lohnt sich die Lektüre in Vorbereitung der nächsten Sitzung.</p>
<p>Und wo ist der "Aufstand der anständigen Muslime"? Er ist nach diversen bundesweiten Großveranstaltungen in den letzten Jahren vermutlich genauso in Lethargie versunken wie der andere "Aufstand der Anständigen" – die Reaktion der "anständigen Deutschen" auf Übergriffe durch Neonazis.</p>
<p>Radikale Muslime sind das Problem und moderate Muslime sind die Lösung. Deshalb muss die Politik, wenn sie den Kampf gegen den Islamismus ernst nimmt, wissen mit wem sie spricht und Geld in die Hand nehmen, damit in Zukunft die richtigen Leute sich mehr Gehör verschaffen können.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Wie man dem Terror den Geldhahn zudreht (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=103</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:12:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=103</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann

Die Welt, 30.01.2008
Seit Jahren versuchen europäische und amerikanische Behör]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1612947/Wie_man_dem_Terror_den_Geldhahn_zudreht.html"><br />
Die Welt, 30.01.2008</a></p>
<p><strong>Seit Jahren versuchen europäische und amerikanische Behörden, dem islamistischen Terrorismus den Geldhahn zuzudrehen. Trotz kleiner Erfolge sind al-Qaida und andere Terrororganisationen bis heute in der Lage, Anschläge zu verüben. Auch in Deutschland wird Geld dafür gesammelt.</strong></p>
<p> Ein Terrorist ohne Geld kann nicht viel bewirken. Anschläge und die nötige Logistik dazu kosten nämlich Geld. Viel Geld. Doch manche Kritiker behaupten das Gegenteil: Terrorattacken seien billig, Geld spiele dabei, wenn überhaupt, nur eine sehr eingeschränkte Rolle. Behörden sollten sich im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus jedoch lieber auf andere Methoden konzentrieren.</p>
<p>Während für die Anschläge vom 11. September 2001 zwischen 300.000 Dollar und 500.000 Dollar benötigt wurden, hat nach Angaben der Vereinten Nationen kein anderer Anschlag von al-Qaida mehr als 50.000 Dollar gekostet. Die Selbstmordattentäter vom 7. Juli 2005 in London sollen britischen Ermittlern zufolge sogar nur etwa 8000 britische Pfund benötigt haben. Der Anführer der Terrorzelle hatte sie durch einen Kleinkredit seiner Bank finanziert.<!--more--></p>
<p>Terrorismus ist ein kostspieliges Geschäft</p>
<p>Matthew Levitt vom Washington Insitute for Near East Policy weist jedoch zurecht darauf hin, dass für den Unterhalt eines Terrornetzwerkes, das Rekrutieren von neuen Mitgliedern, deren Training und Ausbildung, Reisekosten, gefälschte Dokumente, aufwendige Internetseiten, Bestechungsgelder etc. erhebliche finanzielle Mittel vonnöten seien.</p>
<p>Außerdem wird durch das Verbot von einschlägigen Spendensammelvereinen, das Einfrieren von Bankkonten und das Verhängen von Geldbußen an Banken ein gewisser Abschreckungseffekt erzielt, der davon abhalten soll, Terrororganisationen direkt oder indirekt zu unterstützen. Schon mehrfach sind Kontakte zwischen einem Terrornetzwerk und einer Zelle sichtbar geworden, weil verdächtigen Geldbewegungen nachgegangen wurde.</p>
<p>Dadurch wurde beispielsweise die Planung eines Anschlages aufdeckt, bei dem mit in Babynahrung verstecktem Flüssigsprengstoff Flugzeuge in die Luft gesprengt werden sollten, die von London aus Richtung USA unterwegs gewesen wären.<br />
Auch in Deutschland wird Geld für den Terrorismus gesammelt</p>
<p>Der damalige Bundesinnenminister Otto Schily hatte im Jahre 2002 etwa den Aachener Spendensammelverein "Al Aksa e.V." und zwei Nachfolgeorganisationen verboten, weil die von "Al Aksa e.V." unterstützten humanitären Organisationen „in erheblichem Umfang in militant-terroristische Ziele der Hamas eingebunden" waren. Die Zuwendungen seien auch genutzt worden, um in den palästinensischen Gebieten Selbstmordattentäter zu rekrutieren oder deren Familien zu unterstützen.</p>
<p>Auch die in Deutschland lebenden Anhänger der libanesischen Terrororganisation Hisbollah, die Israel vernichten und im Libanon einen Gottesstaat errichten wollen, unterstützen laut Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ihre Waffenbrüder durch Spendensammlungen und Finanztransfers. Der Verein "Waisenkinderprojekt Libanon e.V." etwa sammelt Spenden in Deutschland und gehört zur libanesischen "Al-Shahid (Der Märtyrer) Association", welche wiederum der Hisbollah zugerechnet wird. Sie kümmert sie sich wie "Al Aksa e.V." um die Hinterbliebenen von Milizionären und Selbstmordattentätern.</p>
<p>Wer argumentiert, dass hier vor allem humanitäre Ziele verfolgt werden würden, übersieht, dass Gelder für Witwen und Waisen aus Deutschland eben auch Geld für Raketen und Sprengstoff freimachen. Erstaunlicherweise sammelt das "Waisenkinderprojekt Libanon e.V." bis heute Geld – vom Bundesinnenminister unbehelligt und vom deutschen Steuerzahler gefördert.</p>
<p>Sicherlich lässt sich der islamistische Terrorismus nicht durch Vereinsverbote und Einfrieren von Bankkonten besiegen. Den Spielraum von Terrororganisationen dadurch einzuengen, dass man ihnen den Zugang zu Geldern so schwer wie möglich macht, ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Anti-Terror-Strategie. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Warum al-Qaida den Kampf verlieren wird (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=101</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:06:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 16.08.2008
Tödliche Anschläge, Sympathisanten weltweit: die Bilanz vo]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1557653/Warum_al-Qaida_den_Kampf_verlieren_wird.html">Die Welt, 16.08.2008</a></p>
<p><strong>Tödliche Anschläge, Sympathisanten weltweit: die Bilanz von al-Qaida ist erschreckend erfolgreich. Trotzdem ist die Terrororganisation bisher grandios gescheitert. Denn nicht für alle Muslime heißt gegen den Westen zu sein automatisch, für Bin Laden sterben zu wollen. Eine Chance auf Sieg hat al-Qaida nicht.</strong></p>
<p> Die Bilanz von al-Qaida ist in der Tat erschreckend: Anschlägen, die Bin Ladens Netzwerk direkt oder indirekt verantwortet, sind weltweit tausende Menschen, mehrheitlich Muslime wohlgemerkt, zum Opfer gefallen. Sympathisanten von al-Qaida finden sich nicht nur in der islamischen Welt, sondern beispielsweise auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. Der Weltwirtschaft gingen als Folge von Anschlägen hunderte von Milliarden Euro verloren. Die USA geben gegenwärtig bei höher werdendem Staatsdefizit alleine im Irak monatlich 12 Milliarden Dollar aus, und die amerikanische Öffentlichkeit will den Militäreinsatz lieber heute als morgen beenden.<!--more--></p>
<p>Zudem haben sich weltweit Terrorgruppen der al-Qaida angeschlossen, um im Windschatten Bin Ladens gegen die Ungläubigen zu kämpfen. Die verbündeten Taliban kontrollieren weite Teile Afghanistans, und im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ist eine Art Disneyland für Terroristen entstanden. Im Irak hat al- Qaida gar einen eigenen Staat ausgerufen. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.</p>
<p>al-Qaida ist von seinen Hauptzielen weit entfernt</p>
<p>Aber ist al-Qaida wirklich so erfolgreich, wie es scheint und wie von vielen behauptet wird? Osama Bin Laden gab 1998 als Hauptziel an, die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem und die Heilige Moschee in Mekka „befreien“ zu wollen. Von beidem, gemeint sind die Vernichtung Israels und der Sturz des saudischen Königshauses, ist er so weit entfernt wie eh und je. Auch bei der Errichtung eines islamistischen Superstaates, eines Kalifates, und der Rückeroberung ehemals unter muslimischer Herrschaft stehender Territorien wie z.B. Spanien und Portugal (Andalusien) sind auch beim besten Willen keine Fortschritte zu verzeichnen.</p>
<p>Zudem hat sich die Position al-Qaidas im Irak aufgrund der von ihr begangenen Grausamkeiten, der Erhöhung der amerikanischen Truppenstärke und der Einbindung sunnitischer Stämme drastisch verschlechtert. Islamistenführer, wie der Gründer des „Ägyptischen Islamischen Dschihad“ Dr. Fadl, kritisieren Bin Laden offen und fragen: „Was bringt es, wenn man eines der Gebäude des Feindes zerstört und er dann eines deiner Länder zerstört?“</p>
<p>Gemessen an den eigenen Zielen erscheint al-Qaida deshalb bisher als grandios gescheitert. Einige Bestandteile der bis auf das Jahr 2020 ausgelegten Dschihad-Strategie, wie von Sayf al-Adel, der Nummer drei bei al-Qaida in 2005 veröffentlicht, wurden jedoch erreicht. So sollten die Anschläge vom 11. September 2001 die Supermacht USA in einen Zermürbungskrieg im Nahen und Mittleren Osten ziehen. Afghanistan wurde angeblich bewusst geopfert, der Irak sollte zum zentralen Schlachtfeld werden. Durch die massive Präsenz des Hauptfeindes USA in der Region sollte dann der schlafenden Gigant, die „Islamische Nation“, also die Gemeinschaft aller Gläubigen, aus dem Dämmerschlaf geweckt werden.</p>
<p>Keine Heere der Heiligen Krieger</p>
<p>Es ist offensichtlich, dass die Kriege in Afghanistan und Irak zu einer weiteren Radikalisierung unter Muslimen geführt haben. Andererseits haben die Anschläge von al- Qaida im Namen Allahs eben auch massive Gegenreaktionen und Diskussionen in der islamischen Welt ausgelöst.<br />
AL-Qaida kann, auch nach eigener Auffassung, letztlich nur dann Erfolg haben, wenn es ihr gelingt, die Muslime weltweit zu den Waffen zu rufen und gegen den Westen in Stellung zu bringen. Von den Heeren der Heiligen Krieger ist jedoch weit und breit nichts zu sehen. Selbst bei pessimistischer Betrachtungsweise lassen sich kaum Anzeichen dafür finden, dass sich auch nur die Muslime, die den Westen wegen des Kolonialismus, der Außenpolitik oder der individuellen Freiheitsrechte hassen, hinter Bin Laden versammeln werden.</p>
<p>Gegen den Westen zu sein heißt nicht automatisch für Bin Laden sterben zu wollen. Seine „Zurück-ins-Mittelalter!“-Ideologie verfängt beim normalen Moslem schlicht nicht. Übrig bleibt eine selbst ernannte islamische Avantgarde, die durch Terroranschläge die Welt noch für Jahrzehnte immer wieder in Atem halten wird.<br />
Aber al-Qaidas „Erfolg“ besteht heute in erster Linie darin, bisher nicht verloren zu haben. Eine Chance auf Sieg haben sie nicht.</p>
]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[ Pentagon will Marshall-Plan gegen Terrorismus (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=100</link>
<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 12:03:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=100</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 08.01.2008
Viele Milliarden Dollar wollen amerikanische Verteidigungspo]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/dossiers/dschihadaufdeutsch/article1532039/Pentagon_will_Marshall-Plan_gegen_Terrorismus.html">Die Welt, 08.01.2008</a></p>
<p><strong>Viele Milliarden Dollar wollen amerikanische Verteidigungspolitiker im Nahen und Mittleren Osten investieren. Durch Wohlstand und Sicherheit soll dem Terrorismus der Nährboden entzogen werden. Dabei übersehen die Planer jedoch: Die Mehrheit der islamistischen Terroristen stammt gar nicht aus armen Verhältnissen.</strong></p>
<p>Das amerikanische Verteidigungsministerium plant eine umfangreiche Wirtschaftshilfe für den Nahen und Mittleren Osten, um Terrorismus und Radikalisierung zu begegnen. Als Vorbild dient der Marshall-Plan, mit dem die USA nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau Europas unterstützt hatten. Wohlstand, Sicherheit und Arbeitsplätze sollen laut Pentagon dafür sorgen, dass den Extremisten längerfristig die Rekruten ausgehen.<br />
Ohne eine solche Initiative würde laut Mark Schissler, Brigadegeneral der amerikanischen Luftwaffe, die Radikalisierung von Muslimen fortschreiten, weil es immer Menschen gebe, die unzufrieden seien. Man könne etwa den Mangel an Jobs, gerade bei der hohen Geburtenrate in der Region, nicht ignorieren.<!--more--></p>
<p>Der Rohentwurf für diesen Marshall-Plan, der in den vergangen Tagen publik wurde, wurde bei einer Sitzung des hochrangigen militärischen Planungsgremiums „Joint Staff“ erörtert. Zum Kampf gegen den Terrorismus gehören demnach auch die Kontrolle von Zuwanderung, leistungsfähige Regierungen, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Eindämmung des Drogenhandels.</p>
<p>Das Vorbild, der eigentliche Marshall-Plan, bestand darin, sowohl wirtschaftliche als auch technische Hilfe für 16 europäische Länder zu leisten. Dafür wurden von 1948 bis 1952 etwa 13 Milliarden US-Dollar, heute wären dies etwa 130 Milliarden US-Dollar, ausgegeben.</p>
<p>Laut General Schissler kann man den Nahen Osten, insbesondere Irak und Afghanistan, heute ebenso wenig sich selbst überlassen wie damals etwa Deutschland. Um das ramponierte Image der USA aufzupolieren und einen wirklichen Wandel vor Ort zu bewirken, soll das Programm etwa so viel kosten, wie gegenwärtig von den USA für die Militäreinsätze in Afghanistan und Irak pro Jahr ausgegeben wird: 136 Milliarden US-Dollar.<br />
Afghanistan bildet die Ausnahme<br />
Mit so viel Geld könnte sicherlich viel Gutes geleistet werden. Die Grundannahme, Armut oder Arbeitslosigkeit seien die Ursachen für Terrorismus, lässt sich empirisch jedoch nicht belegen. Diverse Studien zeigen, dass die Mehrheit der islamistischen Terroristen der jeweiligen gesellschaftlichen Mittelschicht entstammt und vergleichsweise gut ausgebildet ist. Diejenigen, die sich al-Qaida, Hamas oder Hisbollah anschließen, sind meist eben nicht die Armen und Chancenlosen, sondern politisch und religiös motivierte Extremisten mit Hochschulbildung.<br />
Schlagworte<br />
Islamismus Terrorismus al-Qaida Mittlerer Osten Naher Osten Afghanistan USA<br />
Eine Ausnahme bildet Afghanistan. Dort rekrutieren die Taliban arbeitslose junge Männer auch mit Geld für ihren Kampf gegen individuelle Freiheiten und Menschenrechte. Hier massiv in den Wirtschaftsaufbau zu investieren, kann sinnvoll sein, um Extremisten den Nährboden zu entziehen.</p>
<p>Im gegenwärtigen Präsidentschaftsvorwahlkampf der USA überbieten sich die Kandidaten der Demokratischen Partei darin, wer am schnellsten die Truppen abziehen und die Iraker sich selbst überlassen würde. Die Republikaner hingegen wollen im Irak bleiben, bis sich die Lage dauerhaft stabilisiert hat. Das kann noch Jahrzehnte dauern und würde Hunderte von Milliarden kosten.</p>
<p>Über ein massives Wirtschaftsaufbauprogramm für Afghanistan aber spricht kaum jemand. Die politische Durchsetzbarkeit dieses neuen Marshall-Plans ist deshalb bereits jetzt mehr als fraglich.</p>
]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[“How Should Liberal Democracies Address the Islamic Radicalism?“ with Mr. Alexander Ritzmann as Guest ]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=112</link>
<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 16:08:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/?p=112</guid>
<description><![CDATA[Washington, D.C.
“How should liberal democracies address the Islamic radicalism?” The former Ber]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipd.fnst.org/webcom/show_article.php/_c-1471/_nr-71/_p-1/i.html">Washington, D.C.</a></p>
<p>“How should liberal democracies address the Islamic radicalism?” The former Berliner Parliament member, Alexander Ritzmann, was invited by the Transatlantic Dialogue Program of the Friedrich Naumann Foundation for Freedom (Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit) to discuss around this topic on January 18 in Washington. Ritzmann, currently performing as researcher of a think tank in Brussels specialized on topics such as Islamism, terrorism, and immigration policy, imparted his lecture to more than 110 interested attendees representing diverse spheres, such as politics, management, research, and diplomatic corps.<!--more--></p>
<p>Alexander Ritzmann started his presentation outlining the topic of the debate. He did not want to devote to the Islam as a whole, buy only to its radical manifestations, such as Islamism and Jihadism. This is an essential distinction, since most of Muslims are not ruled based on a fundamentalist interpretation of their religion. By analyzing the issue, it is also crucial to differentiate among the different denominations inside the Islam, such as ideologies and goals of various radical groups.</p>
<p>After a brief summary on the history of Islamism, Ritzmann stated that Muslim values are hardly reconcilable with Western principles, such as the separation of the State from religion, and the outstanding position granted to the individual. However, the Muslim believer does not have to stand in opposition to the code of Western values in a hostile and radically opposite manner: The Koran text, subject to strong interpretations, allows the Muslim believer to assume –depending on the interpretation- the posture of a terrorist or a democrat.</p>
<p>In the second part of his presentation, Ritzmann addressed the open issue about the way liberal democracies should face Islamism. He advocated that liberal democracies should not put their liberties aside to face the Islamic radical aberrations. It is imperative to further highlight at an international level the advantages intended by a liberal system. The core element of this strategy should be as follows: to eagerly support -much more than one has done until now- moderate Muslims in the Islamic world. This imperious need emerges by recognizing that liberal democracies only manage to handle –but not autonomously solve- the problem and perils derived from the radical Islam. Decisive steps to eradicate fundamentalist tendencies within the Islam should emerge from the religious community itself.</p>
<p>Ritzmann believes that it is feasible to consistently fight Islamism this way. Most of Muslims do not identify themselves with the Koran's radical interpretation; many followers even think of Islamism as a “cancer” of the Islam. Ritzmann estimated the minority representation held by fundamentalists, among other items: 90% of all Muslims condemn the al-Qaida activities, for not being reconcilable with the Islam. It is foreseeable that Muslims themselves will take decisive steps against Islamists in the long term, since it is increasingly evident the damage the latter caused to religion and its image to the world. In addition, most of Muslims prefer to live according to a moderate interpretation of the Koran, than to abide by the strict rules of a caliphate.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Was treibt Osama bin Laden an? (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/2007/11/07/was-treibt-osama-bin-laden-an/</link>
<pubDate>Wed, 07 Nov 2007 20:39:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/2007/11/07/was-treibt-osama-bin-laden-an/</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt, 07.11.2007

Was ist bei der persönlichen Entwicklung des Top-Terrorist]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1336388/Was_treibt_Osama_bin_Laden_an.html">Die Welt, 07.11.2007</a><br />
<em><br />
Was ist bei der persönlichen Entwicklung des Top-Terroristen so schief gelaufen, dass er jeden ihm im Weg stehenden Amerikaner, Deutschen, Spanier, Christen, Juden oder auch Moslem töten will? Er gibt selbst darüber Auskunft.</em></p>
<p>Osama bin Laden, Chef der al-Qaida und meistgesuchter Terrorist weltweit, hat den USA und deren Alliierten, also auch Deutschland, den totalen Krieg erklärt. Er ist mitverantwortlich für tausende Tote, ermordet in den USA, Großbritannien, Spanien, der Türkei, Saudi Arabien, dem Jemen, Tansania, Kenia, Pakistan, Indonesien, Somalia, dem Irak und Afghanistan. Viele Europäer und Amerikaner fragen sich nun selbstkritisch: „Was haben wir getan, dass er uns so hasst?“. Oder andersherum: „Was will der Mann von uns?“</p>
<p>Über letzteres gibt er selbst Auskunft. 1998 verfasste der Bauingenieur bin Laden gemeinsam mit seinem Stellvertreter, dem Mediziner al-Zawahiri, im Namen der „Islamischen Weltfront gegen Juden und Kreuzfahrer“ ein Rechtsgutachten (Fatwa). Darin schrieb er:</p>
<p>„Es ist die individuelle Pflicht jedes Muslims, Amerikaner und deren Alliierte, Zivilisten und Soldaten, zu töten, in jedem Land in dem dies möglich ist.“ Die selbsternannten Rechtsgelehrten erklärten, dieser Aufruf zum Dschihad sei in Übereinstimmung mit den Worten Allahs. Als Ziel gaben sie damals an, die al-Aqsa Moschee in Jerusalem und die Heilige Moschee in Mekka zu „befreien“. Dazu kommen die Errichtung eines islamistischen Superstaates (Kalifat), zunächst im Nahen Osten, und die Rückeroberung Andalusiens und anderer ehemals unter der Herrschaft eines Kalifen stehender Territorien.<br />
Was ist also bei der persönlichen Entwicklung bin Ladens so schief gelaufen, dass er jeden ihm im Weg stehenden Amerikaner, Deutschen, Spanier, Christen, Juden oder auch Moslem töten will?<!--more--></p>
<p>Blick auf die Kindheit des angehenden Terroristen</p>
<p>Womöglich eine schwere Kindheit? Osama, geboren 1957, wuchs als Sohn des „self made“ Milliardärs Muhammed bin Laden in Luxus und von Dienern umsorgt in Saudi-Arabien auf. Die Eltern ließen sich früh scheiden, Mutter Hamida heiratete wieder und Osama lebte fortan als ältester Sohn in einem Haushalt mit vier Stiefgeschwistern. Sein Vater Muhammed hinterließ ihm geschätzte 300 Millionen $. Eine klassisch arabische Patchwork- Familie also könnte man sagen.<br />
Osama bin Laden, der eine säkulare Eliteschule besuchte hatte, entwickelte sich zu einem verwöhnten, gelangweilten jungen Mann, der das Nachtleben in Beirut , dem Paris des Ostens, genoss. Ende der Siebziger trat er den extremistischen Muslimbrüdern bei. Er las Sayyid Qutb, der den Dschihad von dessen ursprünglich defensiver Form in einen aggressiven Dschihad umdeutete und die ideologische Grundlage für die gewaltsame Errichtung islamistischer Gottesstaaten in der muslimischen Welt lieferte.</p>
<p>Aufgerüttelt durch Gewalt und Umsturz</p>
<p>1979 gab es für bin Laden dann gleich drei Erweckungserlebnisse: Die Revolution im Iran, die Belagerung der Großen Moschee in Mekka durch islamistische Extremisten und die Invasion Afghanistans durch die Sowjetunion. Diese Ereignisse politisierten ihn extrem. Von da an hatte sein Leben plötzlich einen Sinn: Er wollte Teil des Dschihad in Afghanistan sein.</p>
<p>Die folgenden fünf Jahre verbrachte er damit, Geld zu sammeln und Freiwillige für den Kampf gegen die ungläubigen Sowjets zu rekrutieren. Dieser Dschihad wurde jedoch jedoch in erster Linie von Afghanen geführt und gewonnen. Die als „Internationale“ oder „Araber“ bezeichneten ausländischen Kämpfer wurden Nicholas Pratt vom Marshall Center zufolge, der damals mit der CIA die Afghanen unterstützte, weder ernst genommen noch als Kämpfer geachtet. Dies führte dazu, dass bin Laden auf eine unterstützende Rolle beschränkt blieb.<br />
Als es ihm dann doch gelang, eine eigene Truppe von „Arabern“ aufzustellen, endete sein erstes und einziges Gefecht in einem Desaster. Mitkämpfer machten sich darüber lustig, dass er bei Explosionen davonlief. Der afghanische Dschihad fand so größtenteils ohne ihn statt.</p>
<p>Neuer Anlauf zum Ruhm</p>
<p>Seine zweite Chance auf Ruhm und Anerkennung sah er gekommen, als Saddam Hussein 1990 Kuwait angriff. Bin Laden bot dem saudischen Königshaus an Kuwait mit einer Armee von Mudschaheddin, basierend auf seiner 1988 gegründeten al-Qaida, zurückzuerobern. Die Saudis lehnten ab, Saddam wurde durch eine von den USA geführte Koalition besiegt.<br />
Nun war auch dieser Krieg ohne ihn gelaufen.</p>
<p>Und hierin liegt des Pudels Kern.<br />
Osama bin Laden fand im extremistischen Islamismus des Sayyid Qutb den Sinn und Zweck seines Lebens. In Afghanistan war er zu einer Unterstützerrolle verdammt und ein Dschihad gegen Saddams säkulares Regime blieb ihm gänzlich verwehrt. Diese Rückschläge haben ihn schwer getroffen.</p>
<p>Denn Bin Laden will seinen eigenen Dschihad, seine eigene Mission. Er sieht und inszeniert sich wie ein Nachfolger des Propheten Mohammed , er strebt nach Anerkennung und gilt als extrem eitel. Der Psychologe Jerrold Post hat bin Laden als „bösartigen Narzissten“ bezeichnet.<br />
Osama bin Laden ähnelt aber weder dem Propheten noch ist er der nächste Kalif oder sonst eine islamische Autorität. Der millionenschwere Bauingenieur und Chefterrorist versucht vielmehr einen Kampf der Religionen und Zivilisationen vom Zaun zu brechen. Was ihn dabei antreibt ist jedoch nicht die Religion, sondern die Befriedigung seines perversen Geltungsdrangs. </p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Wie die Hisbollah Propaganda macht (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/2007/11/07/wie-die-hisbollah-propaganda-macht/</link>
<pubDate>Wed, 07 Nov 2007 20:35:37 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/2007/11/07/wie-die-hisbollah-propaganda-macht/</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann 
Die Welt, 31.10.2007

Die libanesischen Extremisten haben einen eigenen Fernsehk]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann </p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1316244/Wie_die_Hisbollah_Propaganda_macht.html">Die Welt, 31.10.2007</a><br />
<em><br />
Die libanesischen Extremisten haben einen eigenen Fernsehkanal, al-Manar. Der ist in Deutschland frei empfangbar und verkündet krude Verschwörungstheorien und vor allem Hass gegen die USA und Israel. Die Bundesregierung gibt zu, dass al-Manar problematisch ist, unternimmt aber nichts.<br />
</em></p>
<p>„Die Juden, die haben unser Land angegriffen, Schweine, scheiß Juden“ sagt ein 14-Jähriger in die Kamera des TV Magazins „Polylux“. Das war im September letzten Jahres. Auf die Frage, woher er das denn habe, sagt er: „Aus dem Fernsehen!“ und ruft hinterher: „Al-Manar!“</p>
<p>Al-Manar ("Der Leuchtturm") ist der Fernsehsender der libanesischen Terrororganisation Hisbollah und in Deutschland frei empfangbar. Dort werden zwischen Nachrichten und Unterhaltungsshows Terroranschläge und Attentate als „Märtyrertum“ glorifiziert und hetzerische Hassreden des Hisbollah-Chefs Nasrallah übertragen. Häufiger Höhepunkt seiner Reden: „„Und jetzt rufen alle, was wir vom Imam Khomeini gelernt haben: Tod für Amerika!“ Und die Menge brüllt: „Tod für Amerika! Tod für Amerika!“. Während des Karikaturenstreits im Februar 2006 hatte Nasrallah über den Sender Muslime aufgefordert, sich zu „opfern“, um die Ehre des Propheten zu verteidigen.<!--more--></p>
<p>Mütter von Selbstmordattentätern erzählen auf al-Manar vom Glück über den „Märtyrertod“ ihres Sohnes und erhoffen dieses Ende auch für ihre anderen Söhne.</p>
<p>Und in der Übertragung aus einer von der Hisbollah betriebenen Schule singen 6-jährige Jungen aus voller Kehle mit stolzgeschwellter Brust: „Wir sind die Hisbollah, wir werden unser Leben für Allah opfern“.</p>
<p>"Wichtiges Leitmedium" vor allem für Schiiten</p>
<p>Zudem verbreitet al-Manar Verschwörungstheorien, angefangen von der angeblichen jüdischen Weltherrschaft bis zu der Behauptung, dass am 11. September 2001 viertausend Juden, vom israelischen Geheimdienst Mossad gewarnt, nicht zur Arbeit im World Trade Center erschienen seien.<br />
Ein Verfassungsschutzbericht spricht davon, dass „vor allem für schiitische Islamisten „al-Manar“ auch in Deutschland ein wichtiges Leitmedium“ darstelle. Seit dem angeblich „göttlichen Sieg“ der Hisbollah gegen Israel im Sommer letzten Jahres ist er auch bei sunnitischen Islamisten populär.<br />
Den Recherchen des TV Magazins "Monitor" zufolge erfreut sich das Programm sogar bei vielen als gut integriert geltenden Einwandererfamilien großer Beliebtheit.</p>
<p>Frankreich und Spanien haben den Sender verbannt</p>
<p>Zu al-Manar befragt, stellt die Bundesregierung fest, es sei „nicht auszuschließen, dass islamistische Propaganda eine Radikalisierung der islamistischen Szene in Deutschland (...) bewirken oder verstärken kann.“ Nicht auszuschließen also.<br />
Und ein Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages erklärte vor einigen Monaten, dass al-Manar natürlich problematisch sei; ebenso sei jedoch verurteilenswert, dass italienische Pornosender nach Afghanistan hinein senden. Auf Nachfrage schob er nach, zumindest al-Manar noch nie geschaut zu haben.<br />
In den USA, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Australien hat man das Problem erkannt. Auf Initiative der "Coalition Against Terrorist Media", einem Zusammenschluss verschiedener Organisationen und Personen - Muslime, Christen, Juden und Säkulare - wurde erreicht, dass al-Manar mittlerweile nicht mehr über dortige Satelliten empfangen werden kann.<br />
Hier sind die Grenzen der Meinungsfreiheit erreicht: Antisemitismus, Hetzpropaganda und der permanente Aufruf zum Mord haben mit diesem Kernprinzip der Demokratie nichts zu tun.</p>
<p>Gespräche mit Ägypten und Saudi-Arabien nötig</p>
<p>Al-Manar sendet jedoch weiterhin nach Deutschland und in weite Teile Europas. Die Satelliten Arabsat und Nilsat, über die der „Leuchtturm“ hier zu empfangen ist, befinden sich in ägyptischem beziehungsweise saudischem Staatseigentum. Ansprechpartner wären somit die Regierungen dieser Länder.</p>
<p>Die Bundesregierung hatte im Januar 2007 angekündigt, ihre EU- Ratspräsidentschaft und den G8-Vorsitz zu nutzen, um mit Ägypten und Saudi Arabien über einen Sendestopp nach Deutschland zu sprechen. Geschehen ist nichts.</p>
<p>Die Macher von al-Manar sagen über ihr Programm, es sei "das wahre Spiegelbild dessen, was jeder Muslim und Araber denkt und glaubt".</p>
<p>Das ist offensichtlich falsch. Damit das so bleibt, darf dieser Leuchtturm des Hasses nicht länger nach Deutschland strahlen.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ Warum Abitur nicht vor Terrorismus schützt (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/2007/10/26/warum-abitur-nicht-vor-terrorismus-schutzt/</link>
<pubDate>Fri, 26 Oct 2007 19:41:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
<guid>http://libertyfirst.wordpress.com/2007/10/26/warum-abitur-nicht-vor-terrorismus-schutzt/</guid>
<description><![CDATA[Alexander Ritzmann
Die Welt 24.10.2007
Die These hält sich hartnäckig, dennoch ist sie falsch. Arm]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Ritzmann<br />
<a href="http://www.welt.de/politik/article1292166/Warum_Abitur_nicht_vor_Terrorismus_schuetzt.html">Die Welt 24.10.2007</a></p>
<p><em>Die These hält sich hartnäckig, dennoch ist sie falsch. Armut und ein Mangel an Bildung sind nicht die Ursache für Terrorismus. Im Gegenteil, die meisten Terroristen sind überdurchschnittlich gebildet. Leider führt die falsche Annahme häufig auch zu falscher Politik.<br />
</em></p>
<p>Was haben George W. Bush, Oskar Lafontaine, Al Gore und Gerhard Schröder gemeinsam? Sie alle glauben, dass Armut und Mangel an Bildung ursächlich für Terrorismus sind. Und sie alle liegen falsch.<br />
Der aufmerksame Beobachter mag mit Blick auf die Professoren- und Pfarrerskinder der RAF bereits geahnt haben, dass Reihenhaus und Abitur nicht vor den Verlockungen des Terrorismus schützen.<!--more--></p>
<p>Gerade in den USA hält sich aber hartnäckig die These, es gebe einen Zusammenhang zwischen individueller wirtschaftlicher Situation und der Anfälligkeit zum Terrorismus. Heimatschutzminister Michael Chertoff etwa wird mit der Aussage zitiert, die Anschläge in London vor zwei Jahren hätten gezeigt, dass Europa mit seinen Muslimen besondere Probleme hätte. In den USA seien Muslime generell besser integriert, deshalb spiele der „home grown“ Terrorismus kaum eine Rolle.</p>
<p>Die Mehrheit der Terroristen ist überdurchschnittlich gebildet</p>
<p>Die gute Nachricht für die Amerikaner ist, dass Muslime in den USA tatsächlich besser integriert sind. Und natürlich will die übergroße Mehrheit der amerikanischen Muslime, wie auch die der deutschen, britischen, spanischen usw. einen guten Job und eine bessere Zukunft für ihre Kinder.<br />
Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass Terrorismusforscher wie Marc Sageman, Edwin Bakker, Alan Krueger und Robert Leiken belegen, dass islamistische Terroristen mehrheitlich überdurchschnittlich gebildet sind und aus der gesellschaftlichen Mittelschicht stammen. Also genau so sind wie die Mehrheit der amerikanischen Muslime.<br />
So bestand die Hamburger Zelle der Al Qaida um Mohammad Atta größtenteils aus Studenten, die über Stipendien versorgt waren. Die vier Attentäter, die 2005 die Anschläge in London verübten, entstammten der britischen Mittelschicht. Und die Kofferbomber, die im letzten Jahr Bahngäste töten wollten, um die Beleidigung ihres Propheten zu rächen, waren Ingenieursstudenten und wie die deutschen Terrorverdächtigen Fritz G. und Daniel S. Söhne aus gutem Hause.</p>
<p>Auch die als „Ärzte des Terrors“ bekannt gewordene Gruppe von Medizinern, die im Juni des Jahres Autobomben vor Nachtclubs in London und dem Glasgower Flughafen zünden wollten, widerlegen die Unterschichtsthese.<br />
In den USA sieh es ähnlich aus. Die „Lackawanna Gruppe“ etwa bestand aus Fussball spielenden all-american Teenagern, die wegen der Unterstützung von Al Qaida - inklusive Aufenthalt im Terror-Trainingscamp - zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Im Mai 2007 verhaftete das FBI sechs Männer, die vorhatten, die Basis der US Army Fort Dix mit Raketenwerfern und Maschinengewehren zu stürmen, um möglichst viele Soldaten und Zivilbedienstete zu töten. Zwei der Tatverdächtigen waren Inhaber eines mittelständischen Handwerksbetriebs, andere arbeiteten im Dienstleistungssektor.<br />
Weitere vereitelte Anschläge in den letzten Jahren hatten z.B den John F. Kennedy Flughafen und die U-Bahn in New York City, den internationalen Flughafen von Los Angeles und die Sears Towers in Chicago zum Ziel.</p>
<p>Falsche These führt zu falscher Politik</p>
<p>Einer Umfrage des Pew Institutes vom Mai diesen Jahres zufolge waren 36 % der amerikanischen Muslime sehr über den wachsenden Islamismus in den USA besorgt. Andererseits sagten 13 % der Befragten, dass Selbstmordanschläge berechtigt sein können, um den Islam zu verteidigen. Und 5 % hatten gar eine positive Meinung von Al Qaida.<br />
Selbst wenn also 95% der amerikanischen Muslime amerikanische Patrioten sind, bleiben genügend Islamisten übrig, die sich aus einem kruden Gemisch an Gründen dem Dschihad anschließen wollen.<br />
Das Beharren auf der These, dass persönliche Armut und Bildungsmangel die Ursachen für Terrorismus seien, darf nicht dazu führen, dass sich die amerikanische Innenpolitik auf Einreisebeschränkungen für pakistanischstämmige Briten oder die Befestigung der Grenze zu Mexiko konzentriert. Sonst könnte aus dem amerikanischen Traum schnell ein Alptraum werden.</p>
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</item>
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<title><![CDATA[ Das verlorene Paradies von al-Qaida (Die Welt)]]></title>
<link>http://libertyfirst.wordpress.com/2007/10/17/das-verlorene-paradies-von-al-qaida-die-welt/</link>
<pubDate>Wed, 17 Oct 2007 12:16:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alexander Ritzmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[Die Welt, 16.10.2007
Alexander Ritzmann

Jeder Muslim hat laut al-Qaida die Pflicht, Andalusien zur]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.welt.de/politik/article1270596/Das_verlorene_Paradies_von_al-Qaida.html">Die Welt, 16.10.2007</a></p>
<p>Alexander Ritzmann<br />
<em><br />
Jeder Muslim hat laut al-Qaida die Pflicht, Andalusien zurückzuerobern. Das Land gilt seit dem 15. Jahrhundert als gestohlener islamischer Boden. Aber nicht nur Südspanien, fast ganz Südeuropa steht auf der Wunschliste der Dschihadisten.</em></p>
<p>Andalusien ist ein wahres Paradies. Man kann Ski fahren, surfen, golfen, jagen, fischen, wandern – von den historischen Sehenswürdigkeiten gar nicht zu sprechen. Städte wie Málaga, Sevilla, Granada und Córdoba lassen viele sehnsuchtsvoll in Richtung Südspanien blicken.<br />
Dies gilt auch für al-Qaida, die palästinensische Hamas und andere Dschihadisten, denn Andalusien ist für sie das verloren gegangene Paradies. Knapp 800 Jahre herrschten dort die Mauren, bis sie 1492 vertrieben wurden. Für Dschihadisten gehört Al Ándalus – wie Jerusalem - zum Kalifat, das sie wiederherstellen wollen.</p>
<p>Rückeroberung Andalusiens ist Pflicht der Muslime</p>
<p>Der Vizechef der al-Qaida, Al-Zawahiri, hat vor wenigen Wochen noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass es die Pflicht aller Muslime sei, Andalusien zurückzuerobern. Und bereits 1994 hatte Osama bin Laden an den Großmufti von Saudi Arabien geschrieben, dass das „Banner Allahs wieder über dem gestohlenen islamischen Boden, von Palästina bis Al Ándalus, gehisst werden soll“.<!--more--></p>
<p>Die palästinensische Hamas, die sich ansonsten auf die Vernichtung Israels und die Errichtung eines Gottesstaates konzentriert, schielt ebenfalls mit einem Auge auf den Süden Spaniens. In ihrem für Minderjährige gedachten, über das Internet verbreiteten Magazin „Al-Fateh“ (der Eroberer) werden zwar hauptsächlich Dschihad und Märtyrertum kindgerecht glorifiziert.<br />
In Ausgabe 66, erschienen 2005, aber wendet sich die Stadt Sevilla an die Kinder: "Ich wünsche mir, dass Ihr, meine Freunde, mich auffordert, mit den restlichen Städten des verlorenen Paradieses in die Hände der Muslime zurückzukehren.“<br />
Illustriert ist der Artikel mit einem Bild Madrids nach den Anschlägen vom 11. März 2004. An jenem Morgen wurden zwischen 7.39 Uhr und 7.42 Uhr durch zehn Sprengsätze in Pendlerzügen 191 Menschen getötet, 2051 wurden verletzt. Die „Islamische Kampfgruppe Marokkos “, ein Ableger von al-Qaida, bekannte sich zu den Anschlägen.</p>
<p>Anschläge auch nach dem 11. März 2004</p>
<p>Diese fanden drei Tage vor den Parlamentswahlen statt und hatten zum Ziel, Spanien zum Abzug seiner 1.300 Soldaten aus dem Irak zu bewegen. Die konservative Regi