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	<title>1986-2006-archiv &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "1986-2006-archiv"</description>
	<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 16:42:27 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Ein fast perfektes Verbrechen (2006)]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/ein-fast-perfektes-verbrechen/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 21:12:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/ein-fast-perfektes-verbrechen/</guid>
<description><![CDATA[STAATSGEHEIMNIS
Vor 20 Jahren ereignete sich in einem Forschungszentrum in Geesthacht ein schwerer A]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="color:#ff0000;"><strong>STAATSGEHEIMNIS<br />
<em>Vor 20 Jahren ereignete sich in einem Forschungszentrum in Geesthacht ein schwerer Atomunfall. Bis heute streiten dies offizielle Stellen ab</em></strong></span></p>
<p>In diesem Jahr feiert ein staatliches Forschungszentrum sein 50-jähriges Bestehen und lädt dafür am 26. August zum Tage der offenen Tür: die GKSS (Gesellschaft für Kernenergieforschung; der hinfällige Namenszusatz &#8220;in Schiffbau und Schifffahrt&#8221; wurde beibehalten) in Geesthacht. &#8220;Zwischen 10 und 17 Uhr präsentieren wir Ihnen auf unterhaltsam-informative Art einen Einblick in die Vielfalt unserer Forschungsthemen.&#8221; Ein solches Jubiläum legt einen Blick in die betriebseigene Geschichte nahe, doch der spart das katastrophalste Ereignis in der Forschungsstätte einfach aus. Die GKSS müsste nämlich knapp drei Wochen später noch einmal Jubiläum feiern: Ein schwerer Atomunfall auf seinem Gelände jährt sich am 12. September zum 20. Mal.<br />
<!--more--></p>
<h3><span style="color:#ff0000;"><strong>Aufgeheizte Stimmung</strong></span></h3>
<p>Um zu verstehen, was an diesem Tag und in den Wochen danach geschah, muss man sich in Erinnerung bringen, dass zu dieser Zeit die Folgen des GAU von Tschernobyl am 26. April 1986 gerade erst ins Bewusstsein kamen. Dieser GAU hatte nicht nur tödliche Strahlung freigesetzt, in deren Folge Hundertausende starben und schwer erkrankten, er hatte auch die politische Landschaft verwandelt. Bereits nach einigen Wochen hatten die Ereignisse in Tschernobyl in jeder Hinsicht Grenzen überschritten. Zum einen machte die Radioaktivität, die in ganz West-Europa gemessen wurde, deutlich, dass es eine nationale Atompolitik nicht gibt. Zum anderen beendete der GAU bisherige Verharmlosungen der Kernenergie und gab dieser Gefahr eine lebensbedrohliche Realität.</p>
<p>Die Anti-AKW-Bewegung wurde von den Ereignissen überrollt und mitgerissen. Hunderttausende demonstrierten in zahlreichen Städten der BRD. Der Protest der Anti-AKW-Bewegung erhielt zwar eine nie da gewesene politische Breite, doch dies gefährdete das Atomprogramm nicht einschneidend. Die Regierungsparteien setzten auf immer stärker militarisierte Repression, rüsteten Bundesgrenzschutz und Polizei auf und versuchten gleichzeitig politisch die Bewegung zu spalten in Gewaltfreie und Gewaltbereite. Mit welcher Skrupellosigkeit an der Atompolitik festgehalten wurde, machte die Informationspolitik der Bundesregierung deutlich: Sie beschwichtigte, verschwieg, verleugnete, verharmloste&#8230; Allen, von der CDU bis hin zur SPD, war klar, dass die Wahrheit über die Folgen von Tschernobyl eine Dimension sichtbar gemacht hatte, die auch die Atompolitik im eigenen Land hätte kippen können.</p>
<p>Inmitten dieser aufgeheizten Stimmung und politisch äußerst brisanten Lage ereignete sich am 12. September 1986 ein weiterer &#8220;Atomunfall&#8221;, nicht in der Sowjetunion, weit weg, sondern bei Geesthacht an der Elbe. Auf dem Gelände des staatlichen Forschungszentrums GKSS kam es zu einem &#8220;mysteriösen Waldbrand&#8221;. In Folge dieses Ereignisses wurde eine erhöhte Radioaktivität in der näheren Umgebung gemessen. Alarmiert durch die Strahlung machte die örtliche Bürgerinitiative zuerst das nahe liegende AKW Krümmel dafür verantwortlich. Die Landesregierung und vor allem Bundesstellen und (Aufsichts-)Behörden nahmen dankbar den Verdacht eines radioaktiven Lecks im AKW Krümmel auf und veranlassten entsprechende Nachforschungen. Untersuchungen mit falschen Fragestellungen wurden auf den Weg gebracht. Die GKSS wurde nicht beachtet. Man unterließ es, Bodenproben im Umfeld des Waldbrandes zu nehmen, machte weder Durchsuchungen auf dem Gelände der GKSS noch wurden Unterlagen beschlagnahmt, die die Aktivitäten der GKSS aufzeichneten und &#8220;Experimente&#8221; dokumentierten. Es wurden keine Mitarbeiter des atomaren Forschungszentrums vernommen.</p>
<h3><span style="color:#ff0000;"><strong>Falsche Fährten</strong></span></h3>
<p>Selbst das Naheliegende unterließen die ermittelnden Behörden: Die Einsatzprotokolle und sichergestellten Fundstücke der lokalen Feuerwehr, die den mysteriösen Brand löschte, anzufordern und auszuwerten. Die Intensität, mit der falsche Fährten gelegt, Offensichtliches unterlassen und Belastendes (verstrahltes Material) beiseite geschafft wurde, würde für ein ganze Krimi-Serie reichen: Der &#8220;mysteriöse Waldbrand&#8221; am 12.9.1986 zerstörte nicht nur Fauna und Flora. Im Abschlussbericht der schleswig-holsteinischen &#8220;Fachkommission Leukämie&#8221; von 2004 steht: &#8220;Auf einer früheren Luftaufnahme ist dort (ein zwischen GKSS und Kernkraftwerk Krümmel gelegenes Areal, d.V.) noch ein Gebäude erkennbar.&#8221;</p>
<p>Auf dem Gelände der GKSS befanden sich auch mehrere Strahlendetektoren. Genau dort, wo der &#8220;mysteriöse Waldbrand&#8221; wütete, fiel der Strahlendetektor &#8220;3/9&#8243; (&#8221;Lokalisation: GKSS Tesperlude/Institut für Physik&#8221;) über zwölf Wochen aus. Ein entsprechender Registrierungsauszug der Firma ESN belegt dies eindeutig: &#8220;38. bis 49. KW ungeplante Stationsverlegung nach Brand am ursprünglichen Aufstellungsort.&#8221;</p>
<p>&#8220;Im Zeitraum zwischen dem 15.9.1986 und dem 14.9.1987 wurden per Lkw ›bestrahlte Brennstabsegmente‹ ins bayerische Karlstein gefahren&#8221;, berichtete der Journalist Detlef zum Winkel im Dezember 2004. Bis heute bleiben die Aufsichtsbehörden die Antwort schuldig, was es mit dieser Fracht, mit diesen &#8220;bestrahlten Brennstabsegmenten&#8221; auf sich hatte. Das Ziel dieser LKW-Fahrten ist aufschlussreich: In Karlstein/Bayern befand sich ein Zwischenlager für Brennelemente. 1993 wurde dieses atomare Zwischenlager außer Betrieb genommen.</p>
<p>Die Vorgänge demonstrieren ein perfektes Zusammenspiel von staatlicher Atomforschung, privaten Atomfirmen, atomaren Aufsichtsbehörden, Landesregierung, Justiz, Staatsschutzbehörden, Landeskriminalamt (LKA) und Polizei: Die Behörde unterließ Untersuchungen auf dem Gelände der GKSS, ein Ermittlungsverfahren unterblieb, das LKA wurde nicht eingeschaltet, die Staatsanwaltschaft blieb gezielt untätig, die Deklarations-Unterlagen über die Transporte ins atomare Zwischenlager Karlstein verschwanden, Protokolle über all das, was in Karlstein &#8220;entsorgt&#8221; wurde, verschwanden. Wenn Robert Jungk in diesem Zusammenhang vom &#8220;Atomstaat&#8221; spricht, dann hat das wenig mit Alarmismus oder politischer Hysterie zu tun. Dieser Atomstaat hat allen Grund zum planvollen, systematischen Vorgehen. Ein Vorgehen, das die partielle Aussetzung bürgerlicher Verfassungs- und Rechtsgrundsätze einschließt.</p>
<p>Wären ein paar Monate nach Tschernobyl die offiziellen Untersuchungen nicht ausschließlich auf das AKW Krümmel fokussiert, sondern auf das GKSS ausgedehnt worden, wären Spuren und Zusammenhänge ans Tageslicht gekommen, die das Atomprogramm mehr gefährdet hätten, als die erstarkte Anti-AKW-Bewegung. So brauchte es Jahre, bis der Nachweis erbracht werden konnte, dass seinerzeit nicht das AKW Krümmel für die erhöhte Radioaktivität ursächlich verantwortlich war, sondern das ganz in der Nähe gelegene Forschungszentrum GKSS. Viel zu spät entdeckten Wissenschaftler der Arbeitsgemeinschaft für Physikalische Analytik und Messtechnik (Arge PhAM) in der Umgebung der GKSS millimetergroße Kugeln, die weder in der Natur, beim Betrieb eines AKW, noch bei oberirdischen Atomtests &#8220;abfallen&#8221;, gefunden wurden sie auf Dachböden und im Erdreich: Transurane, Plutonium-241 und Americium-241.</p>
<p><strong>Sensationelles Ergebnis</strong></p>
<p>Nachdem alle deutschen Forschungsinstitute unisono eine Untersuchung der Bodenprobe ablehnten, wurde die internationale Sacharow-Universität in Minsk mit der Analyse beauftragt. Das Ergebnis war sensationell und ist bis heute nicht widerlegt: Die nukleartechnischen Kügelchen enthalten die spaltbaren Stoffe Uran, Plutonium-241, Americium-241 und Curium und werden in der Fachwelt als &#8220;sphere PAC&#8221; bezeichnet. Diese &#8220;PAC-Kügelchen&#8221; versinnbildlichen auf anschaulichste Weise den zivil-militärischen Doppelcharakter (Dual-Use) der angeblich ausschließlich friedlichen Nutzung der Nuklearforschung: Sie können als Brennstoffe für Hochtemperaturreaktoren genutzt werden. Aufgrund des hoch angereicherten Urans bzw. Plutoniums stellen sie zugleich die entscheidenden Komponenten für militärische Optionen dar.</p>
<p>Diese Entdeckung hätte zum falschen Zeitpunkt fatale Folgen haben können. Erstens: Die notorische Behauptung aller deutschen Bundesregierungen, die Nuklearforschung diene ausschließlich friedlichen Zwecken, hätte widerlegt werden können. Zweitens: Der Nachweis wäre erbracht, dass die Bundesrepublik seit Jahren den von ihr unterschriebenen Atomwaffensperrvertrag gebrochen hat. Drittens: Der &#8220;Atomstaat&#8221; wäre keine paranoide Vorstellung von verschwörungstheoretisch veranlagten Anti-AKW-Gegnern, sondern eine zwingende Konsequenz aus der Tatsache, dass der militärische Charakter der Atomforschung unter allen Umständen geheim gehalten werden muss.</p>
<p>Nachdem sich der Schwerpunkt der (unabhängigen) Nachforschungen ab 2001 auf das atomare Forschungszentrum GKSS verlagerte, häuften sich auch dort die &#8220;Zufälle&#8221;: Die Unterlagen der GKSS aus der fraglichen Zeit verschwanden spurlos. Im Büro der Feuerwehrzentrale, die den Brand auf dem Geländer der GKSS löschte, brach am 1.9.1991 ein Feuer aus - und vernichtete alle dort gelagerten Unterlagen. Und trotz Bitten und Betteln der Untersuchungskommissionsmitglieder lehnten sowohl die zuständige Staatsanwaltschaft, als auch das LKA die Einleitung (bisher unterlassener) Ermittlungsverfahren ab. Im Fußball ein klassischer Fall von Doppeldeckung. Was in jedem anderen (oppositionellen) Fall für Hausdurchsuchungen, Razzien, vorläufige Festnahmen, Polizeiaktionen unter dem Vorzeichen &#8220;Gefahr im Verzug&#8221; und bundesstaatsanwaltschaftliche Ermittlungen reichen würde, hatte in diesem Fall organisiertes Stillhalten zur Folge.</p>
<p>Ob es sich bei den gefundenen Transurane um PAC-Kügelchen handelt, ob damit - unter Verletzung des Atomwaffensperrvertrags - mit militärischer Zielsetzung geforscht und experimentiert wurde, hätten die zuständigen Behörden schnell klären beziehungsweise sicher entkräften können. Die Atomfirma &#8220;Hobeg&#8221; in Hanau hatte damals die kugelförmigen Brennelemente für den Hochtemperaturreaktor in Hamm-Uentrop und den Forschungsreaktor in Jülich hergestellt. Ein Vergleich der dort produzierten kugelförmigen Brennelemente mit den &#8220;Funden&#8221; in der Umgebung der GKSS bei Geesthacht hätte jeder Spekulation den Boden entziehen können. Nichts, aber auch gar nichts wurde unternommen.</p>
<h3><span style="color:#ff0000;"><strong>Gebäude in Luft aufgelöst</strong></span></h3>
<p>Auch die Dementis der Landesregierung und aller Bundesaufsichtsbehörden, auf dem Gelände der GKSS habe es gar keinen &#8220;Unfall&#8221; gegeben, könnten schnell und eindeutig ad absurdum geführt werden. Wenn die &#8220;Fachkommission Leukämie&#8221; über Luftbilder vor dem 12.9.1986 verfügt, auf denen eindeutig ein Gebäude zu erkennen ist, das es nach dem Unfall nicht mehr gab, dann wäre es Sache der Aufsichtsbehörden, diesem schwerwiegenden Indiz nachzugehen. Die wiederholte Anfrage an die Pressestelle der GKSS, einen Lage- und Gebäudeplan aus den achtziger Jahren zur Verfügung zu stellen, wurde bis dato mit Schweigen quittiert. Interessanterweise findet man auf dem aktuellen Lage- und Gebäudeplan der GKSS kein Gebäude mehr, das den Namen &#8220;Institut für Physik&#8221; trägt. Hat es sich einfach in Luft aufgelöst?</p>
<p>Nachdem die 1992 von der schleswig-holsteinischen Landesregierung eingesetzte &#8220;Untersuchungskommission Leukämie&#8221; jahrelang den falschen Spuren folgte, änderte sie die Untersuchungsrichtung. Die Wissenschaftler gingen neuen Spuren nach und fanden heraus, dass hier unter anderem Plutonium vorlag, wie es für Kernfusionsexperimente, aber auch für die Entwicklung von Atomwaffen eingesetzt werden kann (s. Freitag 50/2002). 2004 stellten sie ihren Abschlussbericht vor. Er war vernichtend - für die Auftraggeber:</p>
<p>1. Die Funde von Transuranen (allen voran Plutonium-241 und Americium-241) sind weder auf das AKW Krümmel, noch auf die Folgen von Tschernobyl zurückzuführen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind sie das Ergebnis von (misslungenen) &#8220;besonderen kerntechnischen Experimenten&#8221;, die als &#8220;mysteriöser Waldbrand&#8221; auf dem Gelände der GKSS verdeckt werden sollten.</p>
<p>2. Alle (Aufsichts-)Behörden und Dienststellen, die die Untersuchungskommission um Mithilfe bat, behinderten in hohem Maße die Aufklärung.</p>
<p>3. Um der Landesregierung nicht länger als Alibi für eine &#8220;unabhängige&#8221; Untersuchung und vorbehaltlose Aufklärung zu dienen, trat die Mehrheit der Mitglieder der Untersuchungskommission zurück. (s. Freitag 47/2004)</p>
<p>Eigentlich ist ein Brand in einem Feuerwehrhaus, bei dem die Unterlagen eines anderen Brandes zerstört werden, nicht zu überbieten. Doch die Landesregierung setzte im Rahmen der organisierten Vertuschung und Unterlassung noch eins drauf. Als absehbar war, dass die von ihr eingesetzte Untersuchungskommission nicht zu dem gewünschten Ergebnis kommt, setzte die Landesregierung Schleswig-Holsteins zum Plot an: Sie beauftragte Dr. Wolters mit Expertisen und Gegengutachten, die die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der eingesetzten Untersuchungskommission widerlegen sollten. Jener Dr. Wolters war jahrelanger Referatsleiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Ministerium für Finanzen und Energie in Kiel. In seine Amtzeit fielen der Bau und die Genehmigungsverfahren zum AKW Krümmel. Nachdem er vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde, wechselte er zur Firma &#8220;SAST&#8221; und fertigte dort als &#8220;unabhängiger&#8221; Gutachter jene Expertisen und Gegengutachten an, die unter anderem das Cleaning seiner eigenen Aufsichtstätigkeiten zum Gegenstand hatten.</p>
<p>Das ist das vorläufige Ende eines Politthrillers, der in einer Gegend spielt, der Geesthachter Elbmarsch, die heute eine weltweit einmalige Häufung von Leukämie-Erkrankungen aufweist. Solange Behörden und Regierungsstellen nicht ihrer Pflicht zur Aufklärung nachkommen, ist von der größten anzunehmenden Regierungskriminalität auszugehen.</p>
<p>Veröffentlicht in <a href="http://www.freitag.de/2006/32/06320401.php">Freitag 32</a>, 11.08.2006</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tschernobyl ist überall (2006)]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/tschernobyl-ist-uberall/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 21:01:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/tschernobyl-ist-uberall/</guid>
<description><![CDATA[»Tschernobyl ist überall«
Samstag, 26. April 1986, 1 Uhr, 23 Minuten, 40 Sekunden. Im Block 4 des]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal"><span style="color:#ff0000;"><strong><span style="font-size:16pt;font-family:'Times New Roman';">»Tschernobyl ist überall«</span></strong></span><strong><span style="text-decoration:underline;"></span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><em>Samstag, 26. April 1986, 1 Uhr, 23 Minuten, 40 Sekunden. Im Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl explodieren 180.000 Kilogramm hochradioaktives Material aus dem Inneren des Reaktors. Das entspricht der Menge von 1.000 Hiroshima-Bomben&#8230; Als die ferngesteuerten Maschinenroboter, die u.a. das Dach von den Graphitblöcken reinigen sollten (&#8230;) wegen der hohen Radioaktivität nicht funktionierten, wurde eine riesige Armee menschlicher Roboter eingesetzt, die Liquidatoren (&#8230;) Viele Liquidatoren, schätzungsweise zwischen 50.000 bis 100.000, sind gestorben, und 90 Prozent von ihnen sind schwer erkrankt. In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: 540.000 bis 900.000 junge Männer sind infolge von Tschernobyl schwer erkrankt.<a title="_ftnref1" name="_ftnref1" href="#_ftn1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><strong><span style="font-size:12pt;font-family:'Comic Sans MS';">[1]</span></strong></span><!--[endif]--></span></span></a></em></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Der »größte anzunehmende Unfall« (GAU), der laut Atomindustrie einmal in 1.000.000 Jahren passieren könnte, ereignete sich gerade einmal 15 Jahre nach der Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes in Tschernobyl. Er hat die »Restrisiko«-Logik auf tödliche Weise ad absurdum geführt - und Hunderttausenden von Menschen das Leben zerstört bzw. gekostet.<br />
<!--more--><br />
</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Dieser GAU hatte nicht nur tödliche Strahlung »frei«gesetzt. Auch die absurde Konstruktion von der »friedlichen Nutzung der Kernenergie« und die sie tragende Große Koalition aus Politik, Wirtschaft und Militär standen kurz vor dem Abgrund.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"><span style="color:#ff0000;"><span style="text-decoration:underline;"><strong>Die für tot erklärte Anti-AKW-Bewegung kehrte zurück auf die politische Bühne.</strong></span></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Trotz vielfältigster Aktionsformen und einer nie da gewesenen politischen Breite, von Naturschützern, Umweltorganisationen, Untergliederungen von Regierungs- und Oppositions-Parteien bis hin zu autonomen Gruppen gelang es der Anti-AKW-Bewegung bis dahin nicht, das Atomprogramm einschneidend zu gefährden. Die breite Ablehnung der Bevölkerung gegenüber der Atompolitik schlug nicht in eine Krise der politischen Repräsentation um.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Im Gegenteil: Politisch setzte die Große Koalition der Atomkraftbefürworter auf Spaltung der Bewegung, in Gewaltfreie und Gewalttätige. Damit einher ging eine wachsende Repression, die sich der Grenze militärischer Eskalation näherte: Der Bundesgrenzschutz/BGS wurde erstmals zur Niederschlagung politischer Auseinandersetzungen im Inneren eingesetzt: Zug um Zug verwandelte sich der BGS in eine paramilitärische Option gegenüber dem radikalen Teil der Anti-AKW-Bewegung: Schützenpanzer, BGS-Hubschrauber und BGS-Einheiten gehörten fortan zum ganz normalen Erscheinungsbild staatlicher Macht.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Die zwischen Neubestimmung und Resignation schwankende Anti-Akw-Bewegung wurde von den Ereignissen nach Tschernobyl überrollt und mitgerissen: Hunderttausende demonstrierten in zahlreichen Städten der BRD. Auf unglückliche Weise löste der GAU in Tschernobyl die schon lange erhobene Forderung: »Weg von den Bauzäumen, zurück in die Städte« ein. In Frankfurt demonstrierten 10.000 gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Jede Art von Gemüse flog durch die Scheiben des Rathauses. Am 8.11.1986 demonstrierten über 20.000 Menschen gegen die Atom-Firmen Alkem/Nukem in Hanau. Produktionszentrum für nukleare Brennstoffe, die sowohl für Atomkraftwerke als auch für Atomwaffen genutzt werden können - Inbegriff des fließenden Überganges von ziviler zur militärischen Nutzung der Atomenergie. Der Friedensforscher Robert Jungk beendete seine Rede vor den Toren von Alkem/Nukem mit den Worten: »Macht kaputt, was euch kaputt macht.« und bis Ende des Jahres wurden knapp 100 Strommasten umgesägt&#8230; Plötzlich schien es möglich zu sein, die Friedensbewegung zu radikalisieren und die Anti-Akw-Bewegung zu verbreitern, gesellschaftliche Verankerung und politische Zuspitzung miteinander zu verbinden. Nicht nur den AKW-Betreibern, auch den politisch Verantwortlichen war klar, dass das Atomprogramm auf der Kippe stand.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="color:#ff0000;">Schwerer Atomunfall in Geesthacht 1986</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Inmitten dieser aufgeheizten Stimmung und politisch äußerst brisanten Lage ereignete sich am 12. September 1986 ein weiterer »Atomunfall«, nicht in der Sowjetunion, weit weg, sondern bei Geesthacht an der Elbe<a title="_ftnref2" name="_ftnref2" href="#_ftn2"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[2]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. Auf dem Gelände des staatlichen Forschungszentrums GKSS (früher Gesellschaft zur Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt) kam es zu einem »Brand«<a title="_ftnref3" name="_ftnref3" href="#_ftn3"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[3]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. In Folge dieses Ereignisses wurde eine erhöhte Radioaktivität in der näheren Umgebung gemessen. Ein »Brand«, ein (atomarer) Unfall, der bis 2001 geheim gehalten werden konnte.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Alarmiert durch erhöhte Radioaktivität machte die dort aktive Bürgerinitiative zuerst das nahe liegende AKW Krümmel dafür verantwortlich. Die Landesregierung und vor allem Bundesstellen und (Aufsichts-)Behörden nahmen dankbar den Verdacht eines radioaktiven Lecks im AKW Krümmel auf und veranlassten entsprechende Untersuchungen. Weder wurde in ›alle Richtungen‹ ermittelt, noch in eine andere, ausschließlich in die falsche!</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Es wurde unterlassen, Bodenproben auf dem Gelände der GKSS, in unmittelbarer Nachbarschaft zum AKW Krümmel gelegen, zu nehmen. Es fanden keine Durchsuchungen auf dem Gelände der GKSS statt. Es wurden keine Unterlagen beschlagnahmt, die die Aktivitäten der GKSS aufzeichneten und »Experimente« dokumentierten. Es wurden keine Mitarbeiter des atomaren Forschungszentrums vernommen&#8230;. Selbst das Naheliegendste lag den ermittelnden Behörden völlig fern: Die Einsatzprotokolle und sichergestellten Fundstücke der lokalen Feuerwehr, die einen Brand am selben Tag löschte, anzufordern und auszuwerten.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Die Intensität, mit der falsche Fährten gelegt, offensichtliches unterlassen und belastendes (verstrahltes Material) beiseite geschafft wurde, würde für eine ganze Krimi-Serie reichen:</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Der Brand am 12.9.1986 zerstörte nicht nur Fauna und Flora: »Auf einer früheren Luftaufnahme ist dort (ein zwischen GKSS und Kernkraftwerk Krümmel gelegenes Areal, dV.) noch ein Gebäude erkennbar.«<a title="_ftnref4" name="_ftnref4" href="#_ftn4"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[4]</span></span><!--[endif]--></span></span></a></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Auf dem Gelände der GKSS befanden sich auch mehrere Strahlendetektoren. Genau dort, wo sich der Unfall ereignete, fiel der Strahlendetektor ›3/9‹ (»Lokalisation: GKSS Tesperlude/<strong>Institut für Physik</strong>«<a title="_ftnref5" name="_ftnref5" href="#_ftn5"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[5]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>) über zwölf Wochen aus. Ein entsprechender Registrierungsauszug der Fa. ESN belegt dies eindeutig: »38. -49. KW ungeplante Stationsverlegung nach Brand am ursprünglichen Aufstellungsort.«<a title="_ftnref6" name="_ftnref6" href="#_ftn6"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[6]</span></span><!--[endif]--></span></span></a></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Im Zeitraum zwischen dem 15.9.1986 und dem 14.9.1987 wurden per Lkw ›bestrahlte Brennstabsegmente‹ ins bayrische Karlstein gefahren.«<a title="_ftnref7" name="_ftnref7" href="#_ftn7"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[7]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. Bis heute bleiben die Aussichtsbehörden die Antwort schuldig, was es mit dieser Fracht, mit diesen »bestrahlten Brennstabsegmente« auf sich hatte. Das Ziel dieser LKW-Fahrten ist aufschlussreich: In Karlstein/Bayern befand sich ein Zwischenlager für Brennelemente. 1993 wurde dieses atomare Zwischenlager außer Betrieb genommen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="color:#ff0000;">Konzertierte Untätigung </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Die behördliche Unterlassung von Untersuchungen auf dem Gelände der GKSS, die gezielte Untätigkeit der Staatsanwaltschaft, das Unterbleiben eines Ermittlungsverfahrens, das Nichteinschalten des LKA, die verschwundenen Deklarations-Unterlagen über die Transporte ins atomare Zwischenlager Karlstein, die unauffindbaren Protokolle über all das, was in Karlstein »entsorgt« wurde, kann man für eine lückenlose Verkettung von sagenhaften Zufällen halten. Weniger mystisch lässt sich darin der von Robert Jungk skizzierte Atomstaat erkennen. Ein vorsichtiger Versuch, das perfekte Zusammenspiel von privaten Atomfirmen und staatlicher Atomforschung, atomaren Aufsichtsbehörden und (Landes/Bundes)-Regierung, Justiz und Polizei, Staatsschutzbehörden (LKA/MAD) und Militär nicht mit Zufälligkeiten, sondern mit Systematik zu erklären. Das genaue Gegenteil von dunklen Andeutungen und gruseligen Verschwörungstheorien.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Wären ein paar Monate nach Tschernobyl die offiziellen Untersuchungen nicht ausschließlich auf das AKW Krümmel fokussiert, sondern auf das GKSS ausgedehnt worden, wären Spuren und Zusammenhänge ans Tageslicht gekommen, die das Atomprogramm mehr gefährdet hätten, als die wieder an Kraft gewonnene Anti-AKW-Bewegung.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">So brauchte es 15 Jahre, bis der Nachweis erbracht werden konnte, dass nicht das AKW Krümmel für die erhöhte Radioaktivität ursächlich verantwortlich war, sondern das ganz in der Nähe gelegene Forschungszentrum GKSS. Viel zu spät entdeckten Wissenschaftler der Arbeitsgemeinschaft für Physikalische Analytik und Messtechnik (Arge PhAM) in der Umgebung der GKSS millimetergroße Kugeln, die weder in der Natur, beim Betrieb eines AKWs, noch bei oberirdischen Atomtests ›abfallen‹. Auf Dachböden und im Erdreich wurden Transurane, u.a. Plutonium-241 und Americium-241 gefunden.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Nachdem alle deutschen Forschungsinstitute unisono eine Untersuchung der Bodenprobe ablehnten, wurde die internationale Sacharow-Universität in Minsk mit der Analyse beauftragt. Das Ergebnis war sensationell und ist bis heute nicht bestritten: Die nukleartechnischen Kügelchen enthalten</span> <span style="font-family:'Times New Roman';">die spaltbaren Stoffe Uran, <strong>P</strong>lutonium-241, <strong>A</strong>mericium-241 und <strong>C</strong>urium. In der Fachwelt werden sie als »sphere PAC« bezeichnet.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Diese »PAC-Kügelchen« versinnbildlichen auf anschaulichste Weise den zivil-militärischen Doppelcharakter (Dual-Use) der angeblich ausschließlich friedlichen Nutzung der Nuklearforschung: Sie können als Brennstoffe für Hochtemperaturreaktoren genutzt werden. Aufgrund des hoch angereicherten Urans bzw. Plutoniums stellen sie zugleich die entscheidenden Komponenten für militärische Optionen dar.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Diese Entdeckung hätte zum falschen Zeitpunkt fatale Folgen haben können. Erstens: Die notorische Behauptung aller deutschen Bundesregierungen, die Nuklearforschung diene ausschließlich friedlichen Zwecken, hätte widerlegt werden können. Zweitens: Der Nachweis wäre erbracht, dass die Bundesrepublik seit Jahren den von ihr unterschriebenen Atomwaffensperrvertrag gebrochen hat. Drittens: Der »Atomstaat« wäre keine paranoide Vorstellung von Anti-AKW-Gegnern, sondern eine zwingende Konsequenz aus der Tatsache, dass der militärische Charakter der Atomforschung unter allen Umständen geheim gehalten werden muss.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="color:#ff0000;">Ex-Ministerpräsident Barschel  wollte auspacken - und mußte sterben (wollen)</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Das heutige Wissen über einen verschwiegenen Atomunfall auf dem Gelände der GKSS lässt ein weiteres Ereignis in einem möglicherweise anderen Licht erscheinen. Uwe Barschel (CDU) war Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, als sich der Atomunfall in Geesthacht ereignete. Nur ein Jahr später, 1987, standen Landtagswahlen an und der Spitzenkandidat der CDU fürchtete um seine Wiederwahl. Mit dreckigen Tricks versuchte er den Gegenkandidaten der SPD, Björn Engholm zu diskreditieren. Als dies bekannt wurde, seine »Ehrenworterklärung« kein Pfifferling mehr wert war, trat er am 2.10.1987 zurück. Kurz danach machte er zusammen mit seiner Frau Urlaub auf Gran Canaria. Dort erreichte ihn die Meldung, dass ein Untersuchungsausschluss zur »Barschel-Affäre« eingerichtet worden ist. Der Ex-Ministerpräsident zeigte sich erbost und drohte – im Gegenzug - vor dem Untersuchungsausschuss »auszupacken«. Noch auf Gran Canaria vereinbarte Uwe Barschel ein Interview mit der Illustrierten ›Stern‹ in Genf. Reagiert so ein Mann, der nicht mehr weiter weiß? </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Uwe Barschel brach seinen Urlaub ab und flog alleine in die Schweiz, nach Genf. Zur selben Zeit flog Werner Mauss, mit seiner Frau und einer unbekannt gebliebenen Person nach Genf. Werner Mauss arbeitete sowohl für den Verfassungsschutz, als auch für den Auslandsgeheimdienst/BND. Tags darauf wurde Uwe Barschel tot in der Badewanne gefunden, als hätte der Herausgeber des Selbsthilfe-Buches »Wie begehe ich Selbstmord ganz sicher«, eine Demonstration abgeliefert. Mit der Umsicht eines Menschen, der keinen Ausweg mehr sah, ließ Uwe Barschel seine Hotelzimmertür offen, damit ein Stern-Reporter das Foto schießen konnte, das den Selbstmord eindrucksvoll belegen sollte&#8230;..</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Um 12.51 Uhr (&#8230;), ungefähr zwanzig Minuten, nachdem man Barschels Leiche gefunden hat, verlässt die gecharterte Maschine mit dem Ehepaar Mauss an Bord Genf und macht sich auf den Rückflug nach Frankfurt.«<a title="_ftnref8" name="_ftnref8" href="#_ftn8"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[8]</span></span><!--[endif]--></span></span></a></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Warum ein Ex-Ministerpräsident nach Genf flog, um dort Selbstmord zu begehen, konnten und wollten die Untersuchungen nicht klären. Die Familie Barschel widersprach jedenfalls der »Selbstmordthese«. Die Untersuchungen Schweizer Behörden wiesen auf deutliche Anzeichen eines Fremdverschuldens hin. Dennoch verliefen alle weiteren Untersuchungen (in Deutschland) im Sand.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Ein ganz normaler Skandal um schmutzige Praktiken, an der Macht zu bleiben, drohte außer Kontrolle zu geraten. Was stand alles auf dem Spiel? Wer befürchtete eine ungewollte Kettenreaktion? Was hätte der Ex-Ministerpräsident alles auspacken können? Bisher war nur von illegalen Waffengeschäften die Rede, in die Uwe Barschel verwickelt gewesen sein soll. Doch was wusste Uwe Barschel als oberster Dienstherr über Projekte im staatlichen Forschungszentrum GKSS, die der Geheimhaltung (wie z.B. Experimente zur Urananreichung<a title="_ftnref9" name="_ftnref9" href="#_ftn9"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[9]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>) unterlagen?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="color:#ff0000;">Das atomare Forschungszentrum GKSS - ein zivil-militärischer Komplex </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Nachdem sich der Schwerpunkt der (unabhängigen) Nachforschungen ab 2001 auf das atomare Forschungszentrum GKSS verlagerte, häuften sich abermals die ›Zufälle‹: Im Büro der Feuerwehrzentrale, die den Brand auf dem Gelände der GKSS löschte, brach am 1.9.1991 ein Feuer aus - und vernichtet alle dort gelagerten Unterlagen. Kopien über den Feuerwehreinsatz auf dem Gelände der GKSS ließen sich partout nicht in deren Geschäftsunterlagen finden. Und trotz Bitten und Betteln der Untersuchungskommissionsmitglieder lehnten sowohl die zuständige Staatsanwaltschaft, als auch das LKA die Einleitung (bisher unterlassener) Ermittlungsverfahren ab. Im Fußball ein klassischer Fall von Doppeldeckung. Was in jedem anderen (oppositionellen) Fall für Hausdurchsuchungen, Razzien, vorläufige Festnahmen, Polizeiaktionen unter dem Vorzeichen »Gefahr im Verzug« und bundesstaatsanwaltschaftliche Ermittlungen reichen würde, hatte in diesem Fall organisiertes Stillhalten zur Folge.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Ob es sich bei den gefundenen Transurane um PAC-Kügelchen handelt, ob damit – unter Verstoß des Atomwaffensperrvertrags – mit militärischer Zielsetzung geforscht und experimentiert wurde, hätten die zuständigen Behörden schnell klären bzw. sicher entkräften können:</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Die Atomfirma ›Hobeg‹ in Hanau hatte damals die kugelförmigen Brennelemente für den Hochtemperaturreaktor in Hamm-Uentrop und den Forschungsreaktor in Jülich hergestellt. Ein Vergleich der dort produzierten kugelförmigen Brennelemente mit den Funden in der Umgebung der GKSS hätte jeder Spekulation den Boden entziehen können. Nichts, aber auch gar nichts wurde unternommen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Auch die Dementis der Landesregierung und aller Bundesaufsichtsbehörden, auf dem Gelände der GKSS habe es gar keinen Unfall gegeben, könnten schnell und eindeutig untermauert bzw. ad absurdum geführt werden. Wenn die »Fachkommission Leukämie« über Luftbilder vor dem 12.9.1986 verfügt, auf denen eindeutig ein Gebäude zu erkennen ist, das es nach dem Unfall nicht mehr gab, dann liegt es an der Aufsichtsbehörden, diesem schwerwiegenden Indiz nachzugehen, anstatt geisteswissenschaftliche Überlegungen über die Hintergründe der gemachten Vorwürfe anzustellen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Die wiederholte Anfrage an die Pressestelle der GKSS, einen Lage- bzw. Gebäudeplan aus den 80er Jahren zur Verfügung zu stellen, wurde bis dato mit transparentem Schweigen quittiert. Interessanterweise findet man auf dem aktuellen Lage- und Gebäudeplan der GKSS<a title="_ftnref10" name="_ftnref10" href="#_ftn10"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[10]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> kein Gebäude mehr, das den Namen »Institut für Physik« trägt. Hat es sich einfach in Luft aufgelöst?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">1992 wurde die »Untersuchungskommission Leukämie« von der schleswig-holsteinischen Landesregierung eingesetzt. Nachdem diese Jahre lang den falschen Spuren folgte, änderte sich ab 2002 die Untersuchungsrichtung. Sie ging neuen Spuren nach und beantworte Fragen, die zuvor nie gestellt wurden.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">2004 stellte sie ihren Abschlussbericht<a title="_ftnref11" name="_ftnref11" href="#_ftn11"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[11]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> vor. Er war vernichtend – für die Auftraggeber:</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">1. Die Funde von Transurane (allen voran Plutonium-241 und Americium-241) sind weder auf das AKW Krümmel, noch auf die Folgen von Tschernobyl zurückzuführen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind sie das Ergebnis von (misslungenen) »besonderen kerntechnischen Experimenten«<a title="_ftnref12" name="_ftnref12" href="#_ftn12"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[12]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> auf dem Gelände der GKSS.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">2. Alle (Aufsichts-)Behörden und Dienststellen, die die Untersuchungskommission um Mithilfe bat, behinderten im hohem Maße die Aufklärung.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">3. Um der Landesregierung nicht länger als Alibi für eine »unabhängige« Untersuchung und vorbehaltslose Aufklärung zu dienen, trat die Mehrheit der Mitglieder der Untersuchungskommission zurück.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Eigentlich ist ein Brand in einem Feuerwehrhaus, bei dem die Unterlagen eines anderen Brandes zerstört werden, nicht zu toppen. Doch die Landesregierung setzte im Rahmen der organisierten Vertuschung und Unterlassung noch eines drauf. Als absehbar war, dass die von ihr eingesetzte Untersuchungskommission nicht zu dem gewünschten Ergebnis kommt, setzte die Landesregierung Schleswig-Holsteins zum Plot an:</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Sie beauftragte Dr. Wolters mit Expertisen und Gegengutachten, die die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der eingesetzten Untersuchungskommission widerlegen sollten. Jener Dr. Wolters war langjähriger Leiter des Referats Reaktorsicherheit im MFE<a title="_ftnref13" name="_ftnref13" href="#_ftn13"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[13]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. Er war also verantwortlich für die Aufsicht der Geesthachter Nuklearanlagen (Kernkraftwerk Krümmel und GKSS). Nachdem er vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde, wechselte er zur Firma »SAST« und fertigte dort als »unabhängiger« Gutachter jene Expertisen und Gegengutachten an, die das Cleaning seiner eigenen Aufsichtstätigkeiten mit zum Gegenstand hatten.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Das ist das vorläufige Ende eines Politthrillers, der in einer Gegend spielt, die heute die weltweit einmalige Häufung von Leukämie-Erkrankungen aufweist.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Solange Behörden und Regierungsstellen nicht ihrer Pflicht zur Aufklärung nachkommen, ist von der <span style="color:#ff0000;"><strong>G</strong>rößten <strong>A</strong>nzunehmenden <strong>R</strong>egierungs<strong>K</strong>riminalität /GARK</span> auszugehen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';">Wolf Wetzel<span> </span>2006</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;font-family:'Times New Roman';">Eine gekürzte Fassung erschien unter dem Titel »Ein fast perfektes Verbrechen« in der Wochenzeitung ›Freitag‹ am 11.8.2006</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;font-family:'Times New Roman';">http://wolfwetzel.wordpress.com</span></p>
<p><!--[if !supportFootnotes]--></p>
<hr size="1" /><!--[endif]--></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn1" name="_ftn1" href="#_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:'Times New Roman';"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Times New Roman';">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:'Times New Roman';"> Angelika Claußen, Vorsitzende der deutschen Sektion »Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung« (IPPNW), nach: FR vom 6.4.2006</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn2" name="_ftn2" href="#_ftnref2"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[2]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">vgl. »Und keiner weiß warum&#8230;Leukämietod in der Elbmarsch«, Reportage von Barbara Dickmann und Angelica Fell, ZDF vom 02.04.2006 Reportage von Barbara Dickmann und Angelica Fell, ZDF vom 02.04.2006</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn3" name="_ftn3" href="#_ftnref3"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[3]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">vgl. Abschlussbericht der schleswig-holsteinischen »Fachkommission Leukämie« vom 15.9.2004</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn4" name="_ftn4" href="#_ftnref4"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[4]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">vgl. Abschlussbericht der schleswig-holsteinischen »Fachkommission Leukämie« vom 15.9.2004, S.7</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn5" name="_ftn5" href="#_ftnref5"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[5]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">vgl. Abschlussbericht der schleswig-holsteinischen »Fachkommission Leukämie« vom 15.9.2004</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn6" name="_ftn6" href="#_ftnref6"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[6]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';"> </span></span><span style="font-family:'Times New Roman';">s.o.</span></p>
<p class="MsoNormal"><a title="_ftn7" name="_ftn7" href="#_ftnref7"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:'Times New Roman';"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[7]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></span><span style="font-family:'Times New Roman';">»</span><span style="font-size:10pt;font-family:'Times New Roman';">Geesthacht, Hanau, Leukämie«, Detlef zum Winkel, in: Konkret, Dezember 2004</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn8" name="_ftn8" href="#_ftnref8"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[8]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">Mareke Gref, www.re-hash.de</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn9" name="_ftn9" href="#_ftnref9"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[9]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">Am 10.1.1981 stellte der damalige Bundesforschungsminister Hauff fest, »dass in seinem Haus nur ein einziges Bereich der Grundlagenforschung der Geheimhaltung unterliege, das sei der Bereich der Urananreicherung, dort wiederum nur ein bestimmter Spezialteil.«(IFEU (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH)-Bericht 19, S.40)</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn10" name="_ftn10" href="#_ftnref10"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[10]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';"><a href="http://www.gkss.de/Lage-Geb%C3%A4udeplan">www.gkss.de/Lage-Gebäudeplan</a>, 2006</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn11" name="_ftn11" href="#_ftnref11"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[11]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">Abschlussbericht der »Fachkommission Leukämie« vom 15.9.2004</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn12" name="_ftn12" href="#_ftnref12"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[12]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">Abschlussbericht der »Fachkommission Leukämie« vom 15.9.2004, S.2</span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn13" name="_ftn13" href="#_ftnref13"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Comic Sans MS';">[13]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> <span style="font-family:'Times New Roman';">Ministerium für Finanzen und Energie, Kiel</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[(Un-)Dressed AntiFa]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/un-dressed-antifa/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 20:13:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/un-dressed-antifa/</guid>
<description><![CDATA[(Un-)Dressed AntiFa
&nbsp;
&nbsp;
Bühnenbild:
Viele schwarz gekleidete junge Menschen, mit Baseball]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size:18pt;">(<em>Un-</em>)Dressed AntiFa</span></strong><!--more--></p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Bühnenbild:</p>
<p class="MsoNormal">Viele schwarz gekleidete junge Menschen, mit Baseballmützen (extrem lässig und verkehrt rum) und schwarzen Sonnenbrillen. An der Spitze ein Transparent:</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">»<em>Ich bevorzuge Baseballschläger</em>« (Woody Allen)</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Dazwischen ein nicht ganz so junger Mann (Undressed B), anders gekleidet, also total auffallend.</p>
<p class="MsoNormal">Allen Grund für die Antifa, wachsam zu sein.</p>
<p class="MsoNormal">Unauffällig offen beraten sie, was zu tun ist.</p>
<p class="MsoNormal">AntiFa A nimmt die Sache in die Hand.</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Ein Stück für zwei Personen:</p>
<p class="MsoListBullet"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A</span></p>
<p class="MsoListBullet"><span style="font-family:'Times New Roman';">Undressed B</span></p>
<p class="MsoListBullet">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A stellt sich unbemerkt hinter Undressed B</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Er drückt die weite Jacke von Undressed B an den Stellen ein</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">wo sich der Halfter der Dienstwaffe noch vor ca. fünf Jahren befand</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Antifa A bemüht sich nicht um Unauffälligkeit</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Er möchte bemerkt werden, auch von Undressed B</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A lässt sich nicht täuschen</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">schon gar nicht von einer fehlenden Dienstwaffe</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Undressed B bemerkt, dass er abgetastet wird und dreht sich um</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Antifa A grinst</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">mit tot ernster Miene: Du weißt schon warum!</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A grinst und stellt sich vor Undressed B</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Undressed B. sagt: »Was soll das?«</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A redet nicht</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">weder drum herum noch überhaupt</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Seine Sonnenbrille sagt alles</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A sieht cool aus</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Undressed B hält mit</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Wer zuerst blinzelt, hat verloren</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Ein Patt droht</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Undressed B löst das Stellungsspiel auf</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">und tastet AntiFa A von vorne ab</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">dort, wo heute die Dienstwaffe sitzt</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A findet das überhaupt nicht in Ordnung</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Was soll das?« zischt AntiFa A</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Woher soll ich wissen, dass Du ein Antifa bist?«</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Moment Mal, spinnst Du?«</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A bemerkt gerade noch rechtzeitig</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">dass er sich auf eine Diskussion einlässt</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">und konzentriert sich wieder auf seine Stärke:</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Du siehst nun mal wie ein Zivil-Bulle aus.«</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Undressed B. (de-)codiert zurück:</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Und Du könntest Dich als Antifa verkleidet haben.«</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">AntiFa A hat die Faxen dicke:</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Man sieht sich.«</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">»Verdächtig, verdächtig«, denkt sich Undressed B. und</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">verliert die Antifa aus den Augen</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;">&#160;</p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">Wolf Wetzel</span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';"> </span></p>
<p class="MsoListBullet" style="margin-left:0;text-indent:0;"><span style="font-family:'Times New Roman';">2005</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Scheunentor]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/scheunentor/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 20:12:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/scheunentor/</guid>
<description><![CDATA[+ Die Nettogewinne der Unternehmer sind zwischen 1980 bis 1995 um 116 Prozent explodiert + Durch Ste]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoBodyText">+ Die Nettogewinne der Unternehmer sind zwischen 1980 bis 1995 um 116 Prozent explodiert + Durch Steuerrechtsänderungen zwischen 1983 und 1993 wurde der Unternehmersektor mit ca. 170 Milliarden DM bedacht + Weitere Steuergeschenke für Unternehmen kamen seit 1994 hinzu: Der Wegfall der Gewerbekapital- und der Vermögenssteuer, die Senkung der Körperschaftssteuer, die jährlich zusammen rund 23 Milliarden Mark ausmachen + Durch die »Sonderabschreibung Ost« wurden Käufer von Immobilien mit Steuergeschenken zwischen 75 und 100 Milliarden Euro überschüttet + Die Gewinnsteuerquote sank 1997 auf ein historisches Rekordtief + Die 10 Top-Konzerne in Deutschland haben im Geschäftsjahr 2000 durchschnittlich 57,9% Profit gemacht + Das Geldvermögen des wohlhabendsten Viertels der westdeutschen Haushalte vermehrte sich zwischen 1993 und 2003 um rund 25 Prozent + 2004 verbuchten die 15 (Dax-)Unternehmen einen Nettogewinn von rund 20 Milliarden Euro, das ist eine Steigerung des Profits um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr ++++ <!--more--></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Arial Black';"> </span></p>
<p style="border:1pt solid windowtext;padding:1pt 4pt;">&#160;</p>
<p class="MsoBodyTextIndent" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-size:10pt;"> </span></p>
<p class="MsoBodyTextIndent" style="text-align:center;" align="center">»Wir müssen <span style="font-size:8pt;">Acht</span> <span style="font-size:8pt;">geben<span>  </span></span>, dass nicht ein</p>
<p class="MsoBodyTextIndent" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoBodyTextIndent" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-size:48pt;color:red;">Scheunentor</span><span style="font-size:28pt;"></span></p>
<p class="MsoBodyTextIndent" style="text-align:center;" align="center">aufgestoßen wird, und alle latschen<span>  </span>durch.«</p>
<p class="MsoBodyTextIndent" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="border:medium none;text-align:center;padding:0;" align="center"><span style="font-size:8pt;font-family:'Arial Black';">Jürgen Peters, IG-Metall-Chef (Spiegel 28/2004)</span></p>
<p class="MsoBodyText3">Laut unbestätigten Agenturberichten kam der IG-Metall-Chef nicht mehr dazu, seine Überlegungen auszuführen. Er wurde überrannt.</p>
<p class="MsoBodyText3">&#160;</p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:'Arial Black';"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;font-family:'Arial Black';"><span> </span>+ 40-Stunden-Woche bei Siemens + Flexibilisierung der Arbeitszeiten rund um die Uhr + 5-Schicht-Betrieb + Ausdehnung der Wochenendarbeit + Lohnkürzungen<span>  </span>+ + Streichung betrieblicher Zulagen +Abschaffung von Lohnzuschlägen und Schichtzulagen +42-Stunden-Woche im öffentlichen Dienst + Streichung von gesetzlichen Feiertagen + Einführung von Niedriglohngruppen + Streichung des Sterbegeldes +Streichung des Blindengeldes + Einführung der Pflegeversicherung + Kürzung von Urlaubsgeld + Streichung des Weihnachtsgeldes + Einführung von Ein-Zwei-Euro-Jobs als Wohlfahrtssklaven + Verschärfung der Zumutbarkeitsbedingungen + Armutslöhne für über 2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigte + gesetzlich verordneter Zwang für Langzeitarbeitslose, bis zu 30 Prozent unterhalb des Tariflohnes Arbeit anzunehmen + Streichung/Kürzung von Betriebsrenten + Absenkung der Arbeitslosenhilfe auf Sozialhilfeniveau </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size:10pt;font-family:'Arial Black';">+ 1998 beläuft sich die Summe, die im <strong>Sozialbereich</strong> ›eingespart‹ wurde, auf rund 100 Milliarden Mark +<span>  </span>Die steuerlichen Belastungen auf ArbeitnehmerInneneinkommen steigen von 30 auf 40 Prozent + Die Rentenreformen seit 1990 kürzen die gesetzlich garantierten Rentenleistungen (bezogen auf das Jahr 2030)<span>  </span>um ca. 40 Prozent + Das Geldvermögen des ärmsten Viertels der westdeutschen Haushalte halbierte sich zwischen 1993 und 2003 + schamlose Kürzung des Taschengeldes für HeimbewohnerInnen + + +</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left:354pt;text-indent:35.4pt;"><span style="font-size:8pt;font-family:'Arial Black';">Stand 2005</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[»Chávez, Chávez, tritt nicht zurück« (2005)]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/%c2%bbchavez-chavez-tritt-nicht-zuruck%c2%ab/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 20:08:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/%c2%bbchavez-chavez-tritt-nicht-zuruck%c2%ab/</guid>
<description><![CDATA[»Chávez, Chávez, tritt nicht zurück«
 
Die Reisegruppe – eine durchaus repräsentative Bestan]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><h1><span style="color:red;">»Chávez, Chávez, tritt nicht zurück«</span></h1>
<p class="MsoNormal"><em> </em></p>
<h2><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">Die Reisegruppe – eine durchaus repräsentative Bestandsaufnahme der internationalistischen Linken in Deutschland</span></h2>
<p class="MsoNormal">Als ich 1984 als Teilnehmer einer Brigade nach Nicaragua flog, pflückte ich voraussehbar schlecht Kaffee und sammelte dabei wertvolle Erfahrungen über eine Revolution, die die sichere Außenlinie linker Theorien verlassen hatte und sich in der Wirklichkeit zu behaupten versuchte. Der Altersdurchschnitt meiner Mitreisenden lag so um die Mitte Zwanzig, von wenigen ›Prominenten‹ (wie dem damaligen Hamburger Oberbürgermeister Henning Scherf) abgesehen, die diesem Brigadeeinsatz mediale Präsenz sichern sollten.</p>
<p class="MsoNormal">Der Altersdurchschnitt der TeilnehmerInnen der politischen Reise nach Venezuela 2004 lag bei über Vierzig. Die politische Herkunft und Geschichte der meisten hätte vielsplittriger, bunter und zusammengewürfelter kaum sein können. Nur am minoritären Anteil der Frauen hat sich nichts geändert.</p>
<p class="MsoNormal">Khaled<a title="_ftnref1" name="_ftnref1" href="#_ftn1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12pt;font-family:'Times New Roman';">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> ist palästinensischer Herkunft, so um die Mitte Zwanzig, lebt in München und verdient sein Geld als Computerspezialist bei BMW. Sein Vater arbeitet als Arzt im Gazastreifen. Zu den zahlreichen israelischen Militär-Operationen vor dem angekündigten Rückzug aus diesem besetzten Gebiet gehörte die Zerstörung von über 900.000 Olivenbäumen, eine bedeutende Einkommensquelle für die »palästinensische Autonomie«. Als Khaled vor ein paar Monaten seine Eltern besuchte, wurde er wochenlang an der Ausreise gehindert.</p>
<p class="MsoNormal">Kurt lebt in einem kleinen Städtchen in Mittelhessen, ist verrentet und beteiligte sich in den 80er Jahren in Nicaragua am Wideraufbau des zusammengebrochenen Elektrizitätsnetzes. In Deutschland engagierte er sich bei ›Gewerkschaftler gegen Wallmann‹.</p>
<p class="MsoNormal">Ernst ist Mitte Fünfzig und war zu DDR-Zeiten Offizier in der Deutschen Volksarmee. Stolz erwähnt er, dass er denselben Dienstgrad hatte wie der heutige Präsident von Venezuela Hugo Chávez. Er war mehrere Jahre in der damaligen Sowjetunion und studierte dort Militärwissenschaften. Während ich nur Hügel und Gräben sah, konnte Ernst mit Begeisterung und Verve deren militärische Bedeutung bzw. Überwindbarkeit trocken erklären – auch wenn ich das nicht immer für wichtig hielt.</p>
<p class="MsoNormal">August ist ebenfalls Mitte Fünfzig. Er ist Sozialpädagoge in der Nähe von Tübingen, arbeitet in der Einzelfallhilfe, die dem Jugendamt unterstellt ist. Er ist von seinem Wirken nicht sonderlich überzeugt - und hat die Schnauze voll. Politisiert haben ihn die Vietnam-Proteste. Mit leuchtenden Augen erzählt er, wie sie in ihrem kleinen Dorf nahe Tübingen eine Demonstration von über 150 Vietnam-GegnerInnen auf die Beine stellten – vor ca. 35 Jahren.</p>
<p class="MsoNormal">Mahmoud, über sechzig, ist gebürtiger Iraner. Ende der 60er Jahre kam er nach Deutschland, um Bauwesen zu studieren. Die Heirat rettete ihn vor dem absehbaren Entzug der Aufenthaltsgenehmigung. Seit über 20 Jahren arbeitet Vadji in einem städtischen Unternehmen, das Zug um Zug privatisiert und mit billigen Arbeitskräften outgesourct wird. Er ist überzeugter Marxist-Leninist, würde am liebsten den Ex-Militanten Joschka Fischer persönlich erschießen und lässt sich nur mit lieber Mühe und vorübergehend von der Großherzigkeit einer Revolution überzeugen.</p>
<p class="MsoNormal">Sein Sohn ist Mitte zwanzig, brach die Lehre zum Hotelkaufmann ab und arbeitet nun als Leiharbeiter einer Sklavenfirma in zwei Hotels. Als Lektüre und Studium hatte er ein Buch von Karl Marx dabei: der Anti-Düring.</p>
<p class="MsoNormal">Carl ist sage und schreibe 84 Jahre jung und man schmeichelt ihm dabei keine Sekunde. Jeder Unannehmlichkeit und Schwierigkeit begegnete er mit einer Leichtigkeit und Unbezogenheit, um die ich ihn immer wieder beneidete. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Soldat. In 5-jähriger sowjetischer Kriegsgefangenschaft lernte er russisch und wurde Antifaschist. Heute ist er Mitglied der Erich-Mühsam-Gesellschaft.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn es nicht so bitter wäre, könnte man mit ein wenig Humor sagen, dass sich über 35 Jahre linke deutsche Geschichte trafen – auf venezuelanischem Boden.</p>
<p class="MsoNormal">
<h1><span style="color:red;">Kann in Venezuela gelingen, was in Portugal und Nicaragua scheiterte? Eine transnationale Reise durch Geschichte und Gegenwart. </span></h1>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Ausgangspunkt dieses Beitrages ist eine Ende letzten Jahres initiierte politische Reise nach und durch Venezuela. Es war keine Regierungstour, sondern eine Begegnung mit zahlreichen Basisorganisationen und –initiativen des ›bolivarianischen Prozesses‹.</p>
<p class="MsoNormal">In folgenden geht es mir darum, die dort gemachten Eindrücke mit früheren revolutionären Prozessen in Verbindung zu bringen. Wenn ich hierzu Portugal 1974 bis 1976 und Nicaragua 1979 bis 1997 als Beispiele herausgreife, dann geht es mir um zweierlei: Zum einen werden damit sehr viele Ähnlichkeiten deutlich, die helfen können, die Veränderungen in Venezuela einzuordnen. Zum anderen ist die Frage zu beantworten: Warum soll in Venezuela etwas gelingen, was u.a. in Portugal und Nicaragua scheiterte? Was ist in Venezuela anders? Was spricht dafür, dass sich die Geschichte nicht (zwangsläufig) wiederholt?</p>
<p class="MsoNormal">Die Skepsis gegenüber der »bolivarianischen Revolution« ist weder unbegründet noch hinderlich. Sie ist in meinem Beitrag eine notwendige Voraussetzung, um mit eigenen und von anderen gemachten Erfahrungen achtvoll umzugehen. Die eindeutige Parteinahme für diese Revolution darf die (Befreiungs-)Kämpfe der letzten zwanzig, dreißig Jahre nicht ausblenden. In vielen dieser Kämpfe siegte nicht der Sozialismus, sondern (im besten Fall) die nachholende Entwicklung (Chile, Portugal, Nicaragua, El Salvador, Iran u.s.w.). Nicht der Imperialismus wurde besiegt, sondern eine oligarchische Klasse, die der Entwicklung eines modernen Kapitalismus im Weg stand.</p>
<p class="MsoNormal">
<h1><span style="color:red;">»Die Reise des jungen Ché«</span></h1>
<p class="MsoNormal">Einen Tag vor Abreise schaute ich mir den Film des brasilianischen Regisseurs Walter Salles »Die Reise des jungen Ché« an: »Im Jahre 1952, noch als Studenten, unternahmen Ché und Alberto eine neunmonatige Reise durch halb Lateinamerika (&#8230;) Aus den unbesorgten Jünglingen, die in den Tag hineinlebten und mit fantasievollen Abenteuergeschichten die lokalen Dorfschönheiten bezirzten, werden im Laufe der Reise nachdenkliche Männer, die mit eigener Anschauung die wahren Tragödien Lateinamerikas erfahren. Eine endlose Geschichte von Armut und Reichtum, Stolz und Tradition, Temperament und Lebensfreude, Unterdrückung und Ungerechtigkeit.« (Kino-Journal, Frankfurt/Main, November 2004) Für die einen ist der Film nichts weiter als eine rührselige Roadmovie-Geschichte, die den längst kommerzialisierten Ché-Kult um die Jugend des/r Protagonisten bereichert. Für andere ist es politisches Kino, das den richtigen Ton für die im Aufbruch befindlichen Bewegungen gegen »Neoliberalismus« gefunden hat, für eine neue Protestgeneration, die zu Hunderttausenden mit der Parole »Eine andere Welt ist möglich« auf die Straße geht.</p>
<p class="MsoNormal">Ganz gewiss bündelt dieser Film ein breites Spektrum an Sympathien und Motiven. Auch dafür heimste er zahlreiche Preise ein – und das hat seinen Preis: Der Film »verschont« seine Zuschauer mit den Konsequenzen, die die beiden Protagonisten aus ihrer Reise gezogen haben. Sie werden lediglich im Nachspann kurz angerissen.</p>
<p class="MsoNormal">Ohne Chávez je begegnet zu sein, trifft man ihn überall in Venezuela. Es gibt kein Armenviertel, kein barrio, in dem nicht Plakate, Parolen und Transparente an Chávez appellieren bzw. erinnern.</p>
<p class="MsoNormal">
<h1>»Aló Presidente«</h1>
<p class="MsoNormal">Die Bewohner eines barrios erzählten ganz stolz, dass Chávez einmal im Jahr bei ihnen ist und bei den Arbeiten selbst anpackt. Die Petroarbeiter eines staatlichen Treibstofflagers erinnerten sich ganz genau, dass es Chávez war, der sie 2002/3 – während des Generalstreiks der Opposition – aufforderte, das stillgelegte Treibstofflager zu besetzen und wieder in Betrieb zu nehmen. Jede Woche talkt Chávez in der Sendung »Aló Presidente« stundenlang mit Gott und der Welt – und beeindruckt durch Wissen, Witz und seine Bereitschaft zuzuhören.</p>
<p class="MsoNormal">Chávez hat nicht nur Militärwissenschaften studiert. Er ist auch ein viel belesener Mann. In einem Interview mit Junge Welt zitiert er auf nicht einmal eineinhalb Seiten Jesus, Simón Bolívar, Antonio Gala, Eduardo Galeano und Noam Chomsky. Befürworter der »Empire«-Theorie sind sich ganz sicher, dass Chávez bei einer seiner vielen globalen Überlegungen und Analysen auch die Namen der Autoren, Negri/Hardt fallen ließ.</p>
<p class="MsoNormal">Dr. Carolus Wimmer, Mitglied in der Kommunistischen Partei Venezuelas, korrigierte die Ansicht, dass es die venezolanische Regierung gewesen sei, die für Ende dieses Jahres zu einer Diskussion um die »Revolution in der Revolution« aufgerufen hätte: »Der Vorschlag zu dieser Debatte ist nicht von der Regierung ausgegangen, sondern von Präsident Hugo Chávez.« (jW vom 13.12.2004)</p>
<p class="MsoNormal">Neben all dem hat Chávez noch genug Zeit, über 50 Minister zu entlassen, von der Opposition kontrollierte Institutionen kaltzustellen und neue ins Leben zu rufen, die die verabschiedeten Gesetze mit den Basisorganisationen direkt umzusetzen versuchen.</p>
<p class="MsoNormal">Wie es Hugo Chávez schafft, auch noch nach Kuba, Russland, Iran, Libyen, Dakar u.s.w. zu fliegen, um neue Allianzen zu schmieden, weiß eigentlich niemand so recht. Chávez ein Tausendsassa, ein Messias, ein Volksheld?</p>
<p class="MsoNormal">In den westlichen Medien, von rechts bis sozialdemokratisch, ist man sich grob einig: Chávez ist ein »Autokrat«, ein »Linksnationalist«, ein »Populist«. Manche Linke schließen sich diesem Urteil mit leichtem Abstand an.</p>
<p class="MsoNormal">
<h1><span style="color:red;">Linke Militärputsche</span></h1>
<p class="MsoNormal">Der »bolivarianische« Prozess begann mit einem gescheiterten linken Militärputsch. Wenn man die »bolivarianische Revolution« verstehen und einordnen will, darf man die Bedeutung (linker und rechter) Militärs in diesem Prozess nicht unterschlagen. 1992 scheiterten linke Militärs unter Führung von Hugo Chávez mit einem Putsch, der die sozialdemokratische Regierung Andrés Péres aus dem Amt werfen wollte. Aus der militärischen Niederlage machte Chávez einen politischen Sieg. Im Fernsehen bekannte er sich zum fehlgeschlagenen Putsch, übernahm dafür die Verantwortung und avancierte zum Volkshelden.</p>
<p class="MsoNormal">In den darauf folgenden Jahren gründete Chávez eine eigene Partei, die Bewegung der Fünften Republik (MVR). Was mit militärischen Mitteln scheiterte, sollte auf parlamentarischem Weg zum Erfolg führen. Tatsächlich gewann Hugo Chávez die Präsidentschaftswahlen im Jahr 1998 – zur Überraschung vieler. Eine breite Verfassungsdiskussion unter Einschluss von Basisorganisationen mündete 1999 in der Verabschiedung einer neuen bolivarianischen Verfassung.</p>
<p class="MsoNormal">Mit Hilfe der um ihre Macht bangenden Oligarchenklasse organisierten rechte Militärs 2002 einen Putsch. Der gewählte Präsident Hugo Chávez wurde gefangen genommen und für abgesetzt erklärt. Eine breite Massenbewegung befreite nicht nur Chávez, sondern ließ auch den rechten Militärputsch innerhalb von 48 Stunden scheitern. Eine nicht enden wollende Erfolgsstory.</p>
<p class="MsoNormal">Eine Begegnung zwischen »Movimento das Forcas Armadas« (MFA) in Portugal der 70er Jahre und der »revolución bolivariana« in Venezuela 2004?</p>
<p class="MsoNormal">Der venezolanische Präsident Hugo Chávez lud dieses Jahr den portugiesischen Exbrigadegeneral Vasco Gonzales zu einem Besuch ein. Beide sind nicht nur Militärs. Beide haben auch einen (erfolgreichen bzw. gescheiterten) linken Militärputsch angeführt. Vasco Gonzales »war einer der Hauptorganisatoren des Putsches vom 25. April und hat als Theoretiker der MFA das Grundsatzprogramm der Streitkräftebewegung mitverfasst.« (Spiegel, 20/1975). Er stand und steht der KP Portugal nahe und war für kurze Zeit Premierminister.</p>
<p class="MsoNormal">Die Geschichte eines der spektakulärsten Militärputsche »im Herzen der Bestie« liegt weit zurück, und dessen Bedeutung, vor allem die damit in Gang gesetzten revolutionäre Prozesse, sind weitgehend in Vergessenheit geraten. In Portugal herrschte über 40 Jahre die Diktatur Antonio de Oliveira Salazars, der 1933 in faschistischer Diktion den »estado novo« (Neuer Staat) ausrief. Als er 1968 an einem Schlaganfall starb, führte Marcello Caetano seine Geschäfte weiter.</p>
<p class="MsoNormal">Trotz der weltweiten Dekolonialisierungsbestrebungen und -bewegungen hielt das diktatorische Regime Caetanos an seinen Überseeprovinzen (Angola, Moçambique, Guinea-Bissau usw.) mit aller Gewalt fest. Hunderttausende starben in diesen Kriegen, 40 Prozent des portugiesischen Staatshaushalts verschlang die blutige Aufrechterhaltung des Kolonialstatus. In den Kolonialkriegen desillusioniert und politisiert, gründete sich aus den Reihen des Militärs die MFA, die Movimento das Forcas Armadas, die Bewegung der Streitkräfte. Am 25.April 1974 gelang es dieser, in einem unblutigen Militärputsch das Regime Caetanos zu stürzen. Die »Nelkenrevolution« wurde geboren – und hatte ursprünglich bescheidene Ziele: Beendigung der Kolonialkriege, Sturz der Diktatur, Überwindung der bitteren Armut und brutalen Unterdrückung der Mehrheit der Bevölkerung. Der Militärputsch setzte ungeahnte Kräfte frei und Bewegungen in Gang. Ein rasanter Radikalisierungsprozess erfasste das ganze Land: Landlose Bauern besetzten Großgrundbesitz, Arbeiter übernahmen Fabriken, Häuser in den großen Städten wurden besetzt. Eine gigantische Streik- und Aneignungswelle erfasste das Land: Im Sommer 1975 werden 380 selbstverwaltete Fabriken, 500 Kooperativen und 330 landwirtschaftliche Kooperativen gezählt. Verstaatlicht wurden nach Angaben des damaligen Finanzministers Jose Joaquim Fragoso »etwa 30 Prozent der Produktion insgesamt: Außer den Banken und Versicherungen die großen Schifffahrtsgesellschaften, die Eisenbahn, die Luftverkehrsgesellschaft TAP, die Elektrizitätsversorgung, die Stahlindustrie und vier Erdölgesellschaften.« (Spiegel, 20/1975)</p>
<p class="MsoNormal">Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte entstanden, Konzepte einer rätedemokratischen Gesellschaftsordnung wurden entworfen, in die Tat umgesetzt. Sie bestimmten als Parallelmacht zu staatlichen Institutionen die gesellschaftliche Dynamik in diesem Land.</p>
<p class="MsoNormal">Davon waren nicht nur Teile des putschistischen Militärs überrascht, die nicht mehr als den Anschluss an das demokratische Europa, die Etablierung einer bürgerlichen, kapitalistisch verfassten Gesellschaft im Sinn hatten. Ein rechter Putsch im März 1975 sollte der unerwünschten Entwicklung den Garaus machen und scheiterte. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Die meisten Banken und Fabriken wurden verstaatlicht, Großgrundbesitz enteignet. Angst ging um – bei denen, die etwas zu verlieren hatten. Die Sozialistische Partei Portugals, 1973 als Exilpartei in Bonn gegründet und »stille Reserve« der Sozialistischen Internationale, wurde ins Rennen geschickt. Mit reichlich Geld und Protektion aufgerüstet sollte sie als Gegengewicht zur Kommunistischen Partei Portugals und als Gegenpol zu »linksradikalen« rätedemokratischen Konzepten etabliert werden.</p>
<p class="MsoNormal">Auch die Kommunistische Partei Portugals hatte Angst, mit ihren Vorstellungen ins Hintertreffen zu gelangen und versuchte, die Führung in den revolutionären Prozessen zu übernehmen.</p>
<p class="MsoNormal">Das »demokratische Europa« witterte ein Übergreifen des revolutionären Virus, eine Algamisierung verschiedener Bewegungen in Europa und machte ideologisch und propagandistisch Front gegen ein »kommunistisches Portugal«. Wie ernst es damit war, verdeutlicht ein Detail, das im Rahmen der zahllosen Spendenskandale an die Öffentlichkeit kam. Parteiübergreifend wiesen alle im Bundestag vertretenen Parteien den BND (militärischer Bundesnachrichtendienst) an, in einer geheimen Aktion über 30 Millionen DM nach Spanien/Portugal zu transferieren, um dort die jeweiligen »demokratischen« Kräfte gegen »linke Extremisten« zu unterstützen. Und falls diese illegalen Einflussnahme nichts fruchten sollten, stand noch die 6. US-Kriegsflotte vor der Küste Portugals bereit.</p>
<p class="MsoNormal">Die Interventionsdrohung, die der damalige US-Präsident Gerald Ford am 23. Mai 1975 aussprach, war kein Alleingang. Nur ein paar Tage später, am 29. Mai 1975, wiederholte Bundeskanzler Helmut Schmidt, am Rande der tagenden NATO-Konferenz in Brüssel, »was den Portugiesen von den anderen Regierungschefs schon tags zuvor erklärt worden war: Dass es eine Schwelle gebe, jenseits der man eine weitere Linksentwicklung in Portugal nicht hinnehmen könne. Beide Seiten vermieden jedoch, die möglichen Konsequenzen zu definieren.« (Spiegel, 23/1975)</p>
<h1><span style="color:red;">»Operation Stopp« </span></h1>
<p class="MsoNormal">Rechte Militärs verstanden diese Drohungen als Ermutigung und putschten am 25. November 1975 ein zweites Mal, diesmal erfolgreich. Die politische und ökonomische Wende war eingeläutet. Eine bürgerliche (Parteien-)Verfassung wurde verabschiedet, die allen Basisorganisationen den Zugang zur Macht abschnitt. Die Wahlen im Jahre 1976 erklärten die Sozialistische Partei unter Mario Soares zum Sieger. In den folgenden Jahren sah diese ihre wichtigste Aufgabe darin, die revolutionären Errungenschaften Schritt für Schritt einzuebnen: Die besetzten Ländereien und Fabriken wurden (gewaltsam) geräumt und an die alten Besitzer übergeben. Die Verstaatlichungen wurden rückgängig gemacht, begleitet von einer Repressionswelle (»Operation Stopp« 1984) gegen all jene, die sich dem nicht fügen wollten. Unter anderen wurde Otelo Saraiva de Carvalho, Brigadegeneral, Mitbegründer der MFA und Präsidentschaftskandidat der FUP (Einheitsfront des Volkes), 1980 wegen »Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung«, also für das Festhalten an revolutionären Konzepten, zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.</p>
<p class="MsoNormal">Woran scheiterte die portugiesische Revolution im Inneren? Manche machen dafür einen zu schnellen Radikalisierungsprozess verantwortlich, der in Avantgarden gedacht wurde und nicht als breiter, gesellschaftlicher Prozess umgesetzt werden konnte. Andere weisen auf die konterrevolutionäre Rolle der Sozialistischen Partei Portugals unter Mario Soares hin. Isabel do Carmo, Mitbegründerin der »Revolutionären Brigaden«, aus denen Anfang der 70er Jahre die PRP (Partido Revolucionaro do Proletariado) hervorging, macht die Kommunistische Partei für den Erfolg des zweiten Rechtsputsches mitverantwortlich: »Die KP verhandelte vor dem 25. November mehrere Male mit Mitgliedern des Revolutionsrates (höchstes Gremium der MFA, dV.), genauer: mit der Melo-Antunes-Fraktion, die an den Rechtsputschvorbereitungen beteiligt war.« (taz vom 28.4.1984)</p>
<p class="MsoNormal">Unbeantwortet bleibt auch die Frage: Wurde die Rolle der linken Militärs überschätzt, die Macht der rechten Militärs unterschätzt? So bruchstückhaft die europäische Linke diese revolutionäre Phase Portugals im Gedächtnis bewahrt hat, so lückenhaft und andeutungsvoll bleiben die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen wurden.</p>
<p class="MsoNormal">Die Einladung, die Hugo Chávez an den portugiesischen Exgeneral Vasco Gonzales ausgesprochen hat, könnte also dem guten Zweck dienen, Zusammenhänge herzustellen, Lehren aus dieser Phase portugiesischer Geschichte zu ziehen. Für einen »bolivarianischen Prozess«, der sich zwischen sozialdemokratischem/peronistischem Machtkalkül und revolutionären Veränderungen einen Weg bahnt.</p>
<p class="MsoNormal">Ob dieser Austausch unter (Ex-)Militärs zustande kommt, ist ungewiss: »Was eine Reise nach Caracas betrifft, zu der ich von Chávez eingeladen worden bin: Ich würde sie gerne antreten, muss aber als 83jähriger zunächst den Rat meiner Ärzte einholen. Immerhin handelt es sich um einen langen Flug.« (zitiert nach RotFuchs, 12/2004)</p>
<p class="MsoNormal">
<h1><span style="color:red;">»Chávismus« – eine Spielart der Sozialdemokratie oder ein kluger revolutionärer Prozess?</span></h1>
<p class="MsoNormal">Manche meinen es analytisch, andere eher verächtlich: Was die Chávez-Regierung bisher gemacht habe, sei doch nichts anderes als Sozialdemokratie. Sie verbessere die medizinische Versorgung für die Ärmsten der Bevölkerung. Sie gewährleiste allen eine kostenlose schulische Grundausbildung, entkoppele damit Bildung von Herkunft und Einkommen. Sie verbreitere den Zugang zu qualifizierten Berufen und verknüpfe Aufstieg und Karriere mehr mit Leistung als mit der Klassenzugehörigkeit.</p>
<p class="MsoNormal">Was für die übergroße Mehrheit eine Erleichterung des (Über-)Lebens bedeutet, kann von modernen Kapitaleignern als notwendige Reform zur Optimierung der Ressource Mensch begrüßt und vernutzt werden. Tatsache ist, dass die neue Regierung an den kapitalistischen Bedingungen bisher nicht gerüttelt hat. Wer zur Oligarchenklasse zählt, schwimmt immer noch im Geld. Sie ist weitgehend politisch, jedoch nicht ökonomisch entmachtet. So formulierte Hugo Chávez bisher als zentrales Ziel einen »Kapitalismus mit menschlichem Antlitz«. (jW vom 21.5.2004) Am ärmlichen Lohn, an den miesen Arbeitsbedingungen, an den meist in die Armut führenden Renten hat sich nicht viel geändert. Weder ist der Kapitalismus überwunden, noch gibt es eine Vorstellung davon, wie dies unter Weltmarktbedingungen machbar ist.</p>
<p class="MsoNormal">Das ist der Stand der Dinge in Venezuela. Die neue Verfassung erlaubt die Enteignung – mit Entschädigung zu marktüblichen Preisen. Diese steht jedoch nicht an, wenn ein Fabrik- oder Landbesitzer sein Eigentum nutzt. Die Möglichkeit zur Enteignung ist also zuallererst ein Druckmittel, um die Verwertung von Eigentum zu erzwingen. Die Abschaffung von Privateigentum an Produktionsmitteln und daran geknüpfte Ausbeutung ist damit nicht gemeint.</p>
<p class="MsoNormal">Dennoch, die bisher verabschiedeten Reformen unterscheiden sich in drei wesentlichen Punkten von Spielarten des Peronismus, des Populismus:</p>
<p class="MsoNormal">– Alle Reformen sind nicht als »Almosen« an die Armen konzipiert. Neben den materiellen Veränderungen steht die Selbstorganisation, die Partizipation, im Vordergrund. Die Bewohner organisieren sich, bestimmen ihren Bedarf, stellen Forderungen. Die materiellen Ressourcen stellt der Staat, die soziale und gesellschaftliche Kompetenz liegt in den Händen der Basisorganisationen.</p>
<p class="MsoNormal">– Allen Formen des Paternalismus ist das hierarchische Verhältnis Herr – Knecht eingeschrieben. Die neuen Gesetze hingegen zielen auf politische und gesellschaftliche Teilnahme, wirken in Richtung Aufhebung gesellschaftlicher und politischer Ausschlüsse. Erklärte Absicht ist, die Basisorganisationen in die Konzipierung und Ausführung von Projekten (Gesundheitszentren, Schulen, Medien, Einkaufszentren, Volksküchen, Wohnungsbau) einzubinden, ihnen eine Stimme zu geben.</p>
<p class="MsoNormal">– Viele Gesetze, mit denen Basisorganisationen und -projekte ins Leben gerufen bzw. gestärkt werden, führen zu Konfrontationen mit einem Teil des Staatsapparats, der solche Gesetze blockiert bzw. hintergeht. Die Basisorganisationen machen ihrem Ärger nicht nur Luft, sie entwickeln auch ein Bewusstsein für den Unterschied zwischen der Chávez-Fraktion, dem Parteienbündnis und Teilen des Staatsapparats. Bislang konnte dieser Konflikt produktiv gelöst werden. Manches deutet auf Entstaatlichung, manches auf einen »besseren Staat«. Ob sich die neuen Formen gesellschaftlicher Macht durchsetzen, kann niemand versprechen. Möglich ist auch, dass sich die vielen Basisorganisationen und -projekte im Dickicht der Macht- und Entscheidungsstrukturen erschöpfen.</p>
<p class="MsoNormal">Genauso wenig ist die Gefahr der Deregulierung von der Hand zu weisen, die in Europa unter dem Motto ›Mehr Eigenverantwortung – weniger Wohlfahrtsmentalität‹ eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Der venezolanische Staat investiert relativ wenig Geld und vereinnahmt die weitgehend kostenlos zur Verfügung gestellten sozialen und gesellschaftlichen Ressourcen der BewohnerInnen. Dass dies passieren kann, liegt an den kapitalistischen Bedingungen, innerhalb derer diese Projekte bestehen müssen. Wenn man aber diese Gesetze zur Sicherung elementarer Lebensbedingungen und der Selbstermächtigung als Anfang für weitere Veränderungen begreift, sollte man nicht bange werden.</p>
<h1><span style="color:red;">Die Frente Sandinista in Nicaragua </span></h1>
<p class="MsoNormal">Viele Entscheidungen, die die Chávez-Regierung in den letzten fünf Jahren getroffen hat, erinnern an die Politik der Frente Sandinista in Nikaragua (1979–1997).</p>
<p class="MsoNormal">Als wir 1984/85 nochmals nach Nicaragua flogen, waren zwar die Euphorie und der ungeheure Elan der Basisorganisationen nicht verschwunden. Doch die Kluft zwischen programmatischen Erklärungen und tatsächlichen Veränderungen war schon zu spüren. Die Unantastbarkeit des kapitalistischen Sektors und die weiterhin mangelhafte Grundversorgung wurden im wahrsten Sinne des Wortes ertragen – mit Verweis auf den Krieg gegen die Contras, dem vieles, zu vieles untergeordnet wurde: »Kritik zu üben wurde immer schwieriger. Wenn die Kritik sehr hart war, lief man Gefahr, beschuldigt zu werden, der Konterrevolution in die Hände zu arbeiten, oder man wurde als ›konfliktiv‹ eingestuft oder, schlimmer noch, bezichtigt, die FSLN zu spalten, die Einheit zu gefährden.« (Gioconda Belli: Die Verteidigung des Glücks, 2001, S. 379)</p>
<p class="MsoNormal">Doch nicht alles konnte mit dem Krieg gegen die Contras erklärt werden, auch wenn dieser 50 Prozent des Staatshaushaltes verschlang. Die Bedeutung und der Einfluss sandinistischer Basisorganisationen wurden eingeschränkt und der Politik der FSLN unterworfen. Die beabsichtigte Enteignung von Großgrundbesitzern, die Umverteilung des Bodens (Agrarreform) und die Vergesellschaftung von Eigentum wurden nur sehr zögerlich umgesetzt. Das Versprechen, die Entscheidungsstrukturen auf Gemeinde- und Parteiebene zu demokratisieren, wurde nicht eingelöst. Stattdessen wurde eine Verfassung verabschiedet, die den Parteien eine hegemoniale Stellung zuschrieb mit einer alles überragenden Stellung des Präsidenten. Die Tatsache, dass viele genauso ums Überleben kämpften wie unter der Diktatur Somozas, erschöpfte gerade jene, die sich mit dem Einzug der Frente 1979 in Managua eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erhofft hatten.</p>
<p class="MsoNormal">Auf dem Hintergrund eines massiven Wirtschaftsembargos und einer sich militärisch zuspitzenden Situation (US-Truppen marschierten ein Jahr zuvor in Panama ein) siegte 1990 die Opposition. Viele waren fassungslos und sprachlos. Wie konnte eine Opposition gewinnen, die jahrzehntelang für Armut, Unterdrückung und Diktatur stand? – Dieses Mal nicht mit Hilfe der Armee, sondern des Wahlzettels. Die Wähler wählten nicht die Idee des Sozialismus, die Idee einer menschlichen Gesellschaft mehrheitlich ab, sondern den Hunger. Die jahrzehntelange Politik der USA, das sandinistische Nicaragua mit Wirtschaftssanktionen, Sabotage, Interventionsdrohungen und finanziertem Contra-Krieg in die Knie zu zwingen, hat wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.</p>
<p class="MsoNormal">Doch was die Idee einer menschlichen Gesellschaft zerstörte, war nicht der Wahlsieg der Opposition, sondern die für unglaublich gehaltene Korruption führender Frente-Mitglieder und Ex-Comandantes, von Daniel und Huberto Ortega angefangen, über Thomas Borge bis hin zu Jaime Wheelook: Bevor sie die politische Macht an die Opposition abgaben, bereicherten sie sich mit Eigentumsüberschreibungen, die sie heute Großgrundbesitzer und Mitglieder der wohlhabenden Klasse sein lassen. 1997 wurde in einem Pakt zwischen der ultrarechten Regierung unter Arnoldo Aléman (PLC) und der FSLN die persönliche Korruption ins Politische hinein verlängert: »Der Pakt umfasst im wesentlichen drei Punkte: 1. das von FSLN-Funktionären 1990 erworbene Staatseigentum bleibt unangetastet, 2. im Gegenzug deckt die FSLN die Korruption der Aléman-Riege, 3. soll ein Zweiparteiensystem durch Änderung der Wahlgesetzgebung und der Verfassung eingerichtet werden.« (ak vom 21.12.2000) Der Charme des »mandar-obedeciendo« (gehorchend-befehlen), ein Drahtseilakt zwischen zentralistischem Politikverständnis und basisdemokratischem Korrektiv, endete in einer Farce.</p>
<h1><span style="color:red;">Reform und Revolution? </span></h1>
<p class="MsoNormal">Es ist nicht unsolidarisch, skeptisch zu sein und auf dem Teppich zu bleiben, wenn in Venezuela überall von der »bolivarianischen Revolution« geredet wird. Vieles ist in Venezuela noch nicht passiert, was sich viele dort und einige hier wünschen und für revolutionär halten würden: Zum Beispiel die Enteignung der venezolanischen Oligarchie und die Entmachtung der politischen Klasse, die seit Jahrzehnten den Staat und seine Institutionen unter sich aufgeteilt hat, oder die Einstellung der Erdöllieferungen an die USA, die zu knapp 15 Prozent vom venezolanischen Öl abhängig sind.</p>
<p class="MsoNormal">Die Geschichte des Ausbruchs aus der neoliberalen Logik, des Aufbruchs und Umbruchs ist in Venezuela sehr jung. Manche datieren sie auf das Jahr des gescheiterten Putsches 1992, dessen politische Brisanz ohne die niedergeschlagenen Unruhen 1989 nicht zu verstehen ist. Andere sind vorsichtiger und sprechen von einer revolutionären Bewegung erst 2002, als Millionen Menschen den Putsch von rechts vereitelten.</p>
<p class="MsoNormal">Ganz sicher ist die gewonnene Präsidentschaft Hugo Chávez 1998 Ausdruck des Überdrusses gegenüber Formen der politischen Repräsentation. Aber sie ist auch ein Glücksfall. Chávez und das Parteien- und Wahlbündnis konnten sich auf keine politisch starke Kraft stützen. Das Überleben verdanken sie nicht treuen, eingefleischten Parteianhängern, sondern einer Massenbewegung. Zum ersten Mal hat sich diese Kraft 1989 gezeigt, als Preiserhöhungen zu tagelangen Unruhen und Plünderungen führten, die drei- bis fünftausend Menschen, vor allem aus den Barrios, mit ihrem Leben bezahlten. Für gewöhnlich folgen Unruhen und Plünderungen Repression und Resignation.</p>
<p class="MsoNormal">Was sich in dem Putsch 1992 andeutete und in den letzten Jahren Gestalt annahm, ist weniger spektakulär, dafür umso wichtiger und beständiger: Die Transformation jahrzehntelanger Ohnmacht in aktives Handeln. Die Bindung spontanen Aufbegehrens in dauerhafte Strukturen von Gegen-Macht. Dieser Prozess ist erst am Anfang, breitet sich langsam und beständig aus. Die Formen der Vernetzung, der Selbstorganisation müssen erst gefunden, erprobt werden. Die Verbindungen zu Institutionen und staatlichen Einrichtungen sind brüchig, provisorisch und alles andere als gesichert. Die institutionelle Einbeziehung von Basisorganisationen in den Prozess von Regierungsentscheidungen steht erst einmal nur in der Verfassung. Das Verhältnis zum regierenden Parteienbündnis ist ambivalent.</p>
<p class="MsoNormal">Dieser Prozess braucht Zeit und Zuspitzungen, die ihn beschleunigen, stärken und nicht zurückwerfen oder – wie im Fall einer (militärischen) Intervention – ins Aus drücken. Zu diesen Zuspitzungen zählt die »Revolution in der Revolution«. Sie »zielt darauf ab, diejenigen, die nicht den revolutionären Weg gehen wollen oder sich sogar aktiv dagegenstellen, aus ihren Regierungspositionen zu entfernen«. (Dr. Carolus Wimmer, jW vom 13.12.2004)</p>
<h1><span style="color:red;">Portugal – Nicaragua – Venezuela?</span></h1>
<p class="MsoNormal">Sich auf die Seite dieser sozialen und gesellschaftlichen Prozesse zu stellen, heißt nicht »Solidarität mit Venezuela«, sondern mit ganz bestimmten Bewegungen und Ideen. Die Kräfte, die diesen Prozess verhindern und rückgängig machen wollen, lauern von außen und sind im Inneren präsent. Die Oligarchenklasse ist nach wie vor mächtig. Das Regierungsbündnis schließt Parteien und Personen ein, denen alles andere als die Ermächtigung der Ausgeschlossenen am Herzen liegt. Und das Militär ist nicht nur Garant, sondern auch eine Gefahr in diesem umkämpften Prozess – wenn man den rechten Putschversuch 2002 nicht ganz vergisst.</p>
<p class="MsoNormal">Sich eindeutig auf die Seite dieser sozialen und gesellschaftlichen Prozesse zu stellen, heißt nicht, die Erfahrungen internationalistischer Solidaritätsarbeit und »nationaler Befreiung« der letzten 30 Jahre auszublenden – mit der Behauptung, in Venezuela sei alles ganz anders und etwas ganz Neues. Portugal und Nicaragua stehen stellvertretend für viele Bewegungen und revolutionäre Prozesse, in denen nicht nur viel Neues gewagt wurde, sondern auch viel Altbekanntes die Oberhand behielt.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn man sich den Putsch linker Militärs in Portugal vergegenwärtigt, dann gilt die Erinnerung nicht nur der ungeheuren Faszination, die von diesem Militäraufstand ausging. Die rechten Militärs in Verbindung mit der nie entmachteten alten Klasse hatten schließlich den längeren Atem.</p>
<p class="MsoNormal">Auch von den Comandantes in Nicaragua waren viele (nicht nur im Land selbst, sondern gleichermaßen in der internationalistischen Solidaritätsbewegung) in den Bann gezogen. Doch was passiert, wenn diese de facto nicht mehr (ab-)wählbar sind, wenn sie weder durch die eigene Partei noch die Basisorganisationen kontrollierbar sind, belegt die Entwicklung in Nicaragua.</p>
<p class="MsoNormal">Während die Gefahren im Inneren sehr ähnlich sind, hebt sich ein Unterschied sehr deutlich ab: Sowohl Portugal als auch Nicaragua waren und sind ökonomisch arme Länder, ganz im Gegensatz zu Venezuela. Es verfügt über die fünftgrößten Erdölvorkommen der Welt. Die Gewinne aus dem Erdöl machen über 50 Prozent des Staatshaushaltes aus. Eine relativ autarke Entwicklung ist möglich. Knapp 15 Prozent des Erdölbedarfs der USA werden durch Einkäufe in Venezuela gedeckt. Bisher hat die Chávez-Regierung nicht die geringste Andeutung gemacht, die Zuverlässigkeit dieser Lieferungen in Frage zu stellen, so wenig wie die Tilgung der Schulden. Vieles spricht dafür, dass die US-Regierung zur Zeit kein Interesse daran hat, diese sichere Ölquelle zu riskieren – zum Beispiel durch bürgerkriegsähnliche Unruhen, indem man die Opposition »bewaffnet« oder indem man rechte Paramilitärs aus Kolumbien zur Destabilisierung nach Venezuela schleust. Auch eine militärische Intervention scheint zurzeit kein reales Szenario zu sein. Über 150.000 US-Soldaten sitzen im Irak fest, in dem Versuch, das politische Debakel doch noch militärisch zu wenden.</p>
<p class="MsoNormal">Diese gegenseitige Abhängigkeit und die weltpolitische Lage verschaffen Luft. Notwendige Zeit für einen revolutionären Prozess, der nicht von permanenten Interventionsdrohungen zermürbt wird oder durch »Contra«-Angriffe auszubluten droht.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn revolutionär nicht bedeutet, das zu tun, was man sich wünscht, sondern das, was heute die gesellschaftliche Basis derer verbreitert, die morgen die Umwälzung der Verhältnisse erreichen wollen &#8230; dann besteht Hoffnung.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<h1><span style="color:red;">Ein filmreifes Ende </span></h1>
<p class="MsoNormal">Die Reise nach Venezuela endete wie der Film »Der Aufstand« von Costa Gavras anfängt: Man sieht ein Flugzeug landen. Ein gut gekleideter Mann steigt aus und wird von mehreren Männern an der Gangway erwartet. Die Szene wirkt banal, man begreift sie erst mit Fortgang des Filmes. Der Mann löst einen anderen CIA-Agenten ab und soll die Aufstandsbekämpfung in einem unbenannt gebliebenen lateinamerikanischen Land koordinieren.</p>
<p class="MsoNormal">Ich besteige das Flugzeug in Caracas nach Paris, ein beliebter Kurztrip der venezolanischen Oligarchie. Deren politische Macht ist mit Sicherheit angegriffen. Im Geld schwimmt sie dennoch. Ich suche meinen reservierten Platz, der bereits von einem Mann in schwarzem Anzug, Mitte 30, besetzt ist. Ich zeige ihm meine Bordkarte, er zeigt mir seine, mit derselben Platzreservierung. Großzügig bietet er mir den Fensterplatz an. Als er dazu aufsteht, merke ich, dass er ein Priester ist. Ich bedeute ihm, er möge sitzen bleiben, schließlich sei er dem Himmel mehr verbunden als ich. Wir kommen sofort ins Gespräch. Er ist ein Mann Gottes, arbeitet seit drei Jahren in Caracas und ist auf dem Weg nach Rom, für ein paar Tage. Eigentlich lebt er in Santiago de Chile.</p>
<p class="MsoNormal">»Wie lange bleiben Sie in Caracas?«</p>
<p class="MsoNormal">»Vielleicht noch ein, zwei Jahre.«</p>
<p class="MsoNormal">»Und dann?«</p>
<p class="MsoNormal">»Dann komme ich woanders hin.« Mit dem Finger malt er einen Kreis in die Luft.</p>
<p class="MsoNormal">»Und wissen Sie, wohin Sie kommen?«</p>
<p class="MsoNormal">Er lächelt vieldeutig: »Nein.«</p>
<p class="MsoNormal">Ich frage ihn, wie er die Veränderungen in Venezuela deutet.</p>
<p class="MsoNormal">»Seit fünf Jahren geht es abwärts.« Seine flache Hand zeigt nach unten.</p>
<p class="MsoNormal">»Seit Chávez an der Macht ist. Er hat viel versprochen und nichts gehalten. Schauen Sie sich die Straßen, die Schulen, die Häuser, die Stadt an. Alles zerfällt. Caracas ist ein einziges Barrio.«</p>
<p class="MsoNormal">»Aber es wurden doch in den letzten Jahren viele Straßen, Schulen errichtet, das Gesundheitswesen neu aufgebaut &#8230;«, wende ich vorsichtig ein.</p>
<p class="MsoNormal">»Ach was, das ist doch alles Propaganda. Sehen Sie, vor Chávez gab es ausgezeichnete Universitäten. Jetzt liegt alles am Boden.«</p>
<p class="MsoNormal">»Aber vor Chávez konnten nur die Reichen die Universität besuchen &#8230;«</p>
<p class="MsoNormal">»Das stimmt nicht. Auf den Universitäten konnten auch Menschen studieren, die arm waren.«</p>
<p class="MsoNormal">Es werden Getränke angeboten, bei Air France auch Champagner. Ich scherze mit dem Mann Gottes auf französisch, wir persiflieren die den Franzosen zugeschriebene Kunst, das Leben zu genießen und stoßen darauf an.</p>
<p class="MsoNormal">»Woran liegt das Ihrer Meinung, dass jetzt alles im Argen liegt?«</p>
<p class="MsoNormal">Der Mann Gottes schaut sich prüfend um und redet gedämpft weiter:</p>
<p class="MsoNormal">»Das Problem heute ist, dass Chávez alles unter Kontrolle gebracht hat, die Bürgermeister, die Polizei, die Justiz, das Militär.«</p>
<p class="MsoNormal">»Aber im Obersten Gerichtshof sitzen noch Leute der Opposition, Richter, die Gesetzesvorhaben der Regierung blockieren oder kassieren! Oder nehmen Sie die Medien: Von sieben nationalen Fernsehsendern sind sechs in der Hand der Opposition!«</p>
<p class="MsoNormal">Der Priester schaut mich ganz und gar nicht milde an, gibt mir keine Antwort und wechselt das Thema.</p>
<p class="MsoNormal">»Es ist doch eine Schande, dass in einem so reichen Land wie Venezuela so viele Menschen arm sind. Schauen Sie sich doch die Barrios an. Das ist doch ein Skandal!«</p>
<p class="MsoNormal">»Da haben Sie recht. Aber die barrios sind nicht in den letzten fünf Jahren entstanden, sondern unter den vielen Regierungen und Parteien davor, die heute die Armut anprangern.«</p>
<p class="MsoNormal">Der Mann Gottes gibt mir wieder keine Antwort. Wir wechseln das Thema endgültig, und er preist mir die Schönheiten Venezuelas, die Ferieninsel Margarita, die traumhaften Strände, die ausgezeichneten Hotels&#8230;</p>
<p class="MsoNormal">Nach einer Stunde steht der Mann Gottes auf. Er muss sich die Füße vertreten. Als er zu seinem Platz nicht zurückkehrt, bin ich froh und nutze beide Sitze. Ich dämmere in die Nacht hinein und erwische mich bei dem Gedanken, dass der Priester gar kein Priester ist, sondern ein CIA-Agent, erst in Chile, jetzt in Caracas, dann&#8230;</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Wolf Wetzel<span> </span>2005</p>
<p class="MsoNormal">
<p><!--[if !supportFootnotes]--></p>
<hr size="1" /><!--[endif]--></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a title="_ftn1" name="_ftn1" href="#_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Times New Roman';">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> Die Namen der Teilnehmer wurden redaktionell geändert</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gezielter Kopfschuss]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/gezielter-kopfschuss/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 20:07:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/gezielter-kopfschuss/</guid>
<description><![CDATA[&nbsp;
&nbsp;
Gezielter  Kopfschuss[1]  
&nbsp;
&nbsp;
&nbsp;
&nbsp;
Mit fünf Kopfschüssen
auf ein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><em><span style="font-family:RSDaytona;">Gezielter</span></em><span style="font-size:20pt;font-family:RSDaytona;"><span>  </span>Kopfschuss<a href="#_ftn1" title="_ftnref1" name="_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:20pt;font-family:RSDaytona;">[1]  </span></span></span></span></a></span><a href="#_ftn1" title="_ftnref1" name="_ftnref1"><!--more--></a><span style="font-size:20pt;font-family:RSDaytona;"><a href="#_ftn1" title="_ftnref1" name="_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:20pt;font-family:RSDaytona;"></span></span><!--[endif]--></span></span></a></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">Mit fünf Kopfschüssen</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">auf einen bereits überwältigten</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">am Boden liegenden</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">der islamischen Welt zugeordneten Mann</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">feiert</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">das Mutterland der Demokratie</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">einen weiteren Sieg über den</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">›islamistischen Terror‹</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">Die britische Regierung verteidigte</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">die Hinrichtung</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">und entschuldigte sich für die Verwechslung</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">Zu gezielten Todesschüssen gebe es</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">wie zum Kapitalismus</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">keine Alternative</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-size:10pt;">Wolf Wetzel</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">2005</p>
<p><!--[if !supportFootnotes]--></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />  <!--[endif]--></p>
<p class="MsoFootnoteText"><a href="#_ftnref1" title="_ftn1" name="_ftn1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:'Times New Roman';">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> »Polizei verteidigt Kopfschüsse<span></span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><strong>Vorgehen in London Methode&#8230;</strong></p>
<p class="MsoFootnoteText"><span style="color:black;">Scotland Yard will trotz der Erschießung eines Unschuldigen bei der Fahndung nach den Attentätern von London weiter im Notfall an der Praxis gezielter Kopfschüsse festhalten&#8230; </span></p>
<p class="MsoFootnoteText"><span style="color:black;">Zu gezielten Todesschüssen gebe es keine Alternative, wenn der Attentäter einen Sprengstoffgürtel am Körper trage, sagte Scotland Yard-Chef Ian Blair. »Die einzige Möglichkeit ist ein Kopfschuss«, sagte Blair, weil bei Brustschüssen eine Explosion ausgelöst werden könne. Er könne auch nicht ausschließen, dass weitere Menschen bei der Fahndung nach den verhinderten Selbstmordattentätern vom letzten Donnerstag erschossen werden könnten. Die Polizei wollte am heutigen Montag mit einer internen Untersuchung des Vorfalls beginnen. Die britische Polizei bedauerte die Erschießung eines, wie sich inzwischen herausstellte, völlig Unbeteiligten am Freitag. Der Brasilianer sei aus einem Haus gekommen, das von Ermittlern im Zusammenhang mit den versuchten Anschlägen überwacht worden war. Der Mann sei dann in einen Bus gestiegen und zur U-Bahn gefahren, dort wurde er von den Polizisten aufgefordert, stehen zu bleiben. Nach Augenzeugenberichten rannte er stattdessen los, wurde von den Polizisten überwältigt und durch fünf Kopfschüsse getötet. Auch der frühere Londoner Polizeichef John Stevens verteidigte das Vorgehen. »Es gibt nur einen sicheren Weg, einen Selbstmordattentäter zu stoppen, der davon überzeugt ist, seine Mission auszuüben - sein Gehirn sofort zu zerstören, vollständig. Das heißt, ihn mit zerstörerischer Wucht in den Kopf zu schießen, ihn sofort zu töten.«</span></p>
<p class="MsoFootnoteText">FR vom 25.7.2005</p>
<p class="MsoFootnoteText">&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Heuschrecken fressen Züchter auf!]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/heuschrecken-fressen-zuchter-auf/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 20:01:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/heuschrecken-fressen-zuchter-auf/</guid>
<description><![CDATA[ 
 
 
 
&nbsp;
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Heuschrecken fressen Züchter auf!
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Letzte Nachricht!
Stopp]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><strong><span style="font-size:10pt;font-family:'Lucida Console';"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><strong><span style="font-size:10pt;font-family:'Lucida Console';"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><strong><span style="font-size:10pt;font-family:'Lucida Console';"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><strong><span style="font-size:10pt;font-family:'Lucida Console';"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><strong><span style="font-size:18pt;font-family:'Lucida Console';">Heuschrecken fressen Züchter auf!</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-size:18pt;font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">Letzte Nachricht!</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';color:red;">Stopp.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">Berlin</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';color:red;">Stopp.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">Nach bisher noch unbestätigten Quellen</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">wurde das schwer angeschlagene</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">und kurz vor dem Konkurs stehende Unternehmen</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">›Rot-grüne Bundesregierung‹</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">von einem ausländischen Hedgefond</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">aufgekauft</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';color:red;">Stopp.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">Nach Bekanntwerden dieser Nachricht</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">wurden Befürchtungen laut</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">dass an eine Sanierung dieses Unternehmens nicht gedacht ist</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';color:red;">Stopp.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">Vielmehr befürchten Insider</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">dass das übernommene Unternehmen ausgeschlachtet</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">und</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">im Rahmen üblicher Marktbereinigungen</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">liquidiert</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';">wird</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-size:18pt;font-family:'Lucida Console';color:red;">Weiter so.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center">&#160;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-size:10pt;font-family:'Lucida Console';">Wolf Wetzel</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-family:'Lucida Console';"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;" align="center"><span style="font-size:8pt;font-family:'Lucida Console';">2005</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Geld ist nicht weg]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/das-geld-ist-nicht-weg/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 19:01:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/das-geld-ist-nicht-weg/</guid>
<description><![CDATA[&nbsp;
20 Uhr Tagesschau
&nbsp;
&nbsp;
&nbsp;
&nbsp;
Zuerst die schlechten Nachrichten
&nbsp;
Die ro]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal">&#160;</p>
<h1><span style="font-size:18pt;">20 Uhr Tagesschau</span></h1>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="color:red;">Zuerst die schlechten</span> <span style="color:green;">Nachrichten</span></strong></p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Die rot-grüne Bundesregierung hat massive Einsparungen</p>
<p class="MsoNormal">im öffentlichen Gesundheitssystem beschossen.</p>
<p class="MsoNormal">Zahlreiche Leistungen wurden gestrichen.</p>
<p class="MsoNormal">Des weiteren hat die Bundesregierung die Weichen</p>
<p class="MsoNormal">zur Gründung von Eliteuniversitäten in Deutschland gestellt.</p>
<p class="MsoNormal">Führende Vertreter aus der Wirtschaft kündigen an</p>
<p class="MsoNormal">dass die betrieblichen Renten nicht länger finanzierbar seien.</p>
<p class="MsoNormal">Empfindliche Einschnitte seien unumgänglich</p>
<p class="MsoNormal">um die ›Lohnnebenkosten‹ zu senken.</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="color:blue;">Jetzt die guten Nachrichten</span></strong></p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Von den Sparmassnahmen im Gesundheitsbereich sind alle Menschen ausgeschlossen, die sich eine private (Zusatz-)Versicherungen leisten können.</p>
<p class="MsoNormal">Auch die Entscheidung</p>
<p class="MsoNormal">die Hierarchie im Bildungswesen weiter zuzuspitzen</p>
<p class="MsoNormal">hat für die Mehrheit der Bevölkerung</p>
<p class="MsoNormal">keinerlei Auswirkungen</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="color:fuchsia;">Und zum Schluss noch eine ganz beruhigende Nachricht</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="color:fuchsia;">für Alle</span></strong></p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Heute wurde der Luxusliner ›Queen Mary Zwei‹ eingeweiht</p>
<p class="MsoNormal">Es ist das größte Schiff der Welt</p>
<p class="MsoNormal">aus 52.000 Tonnen Stahl</p>
<p class="MsoNormal">Es ist 345 Meter lang, 41 Meter breit</p>
<p class="MsoNormal">hat dreizehn Decks und</p>
<p class="MsoNormal">2.000 Bäder</p>
<p class="MsoNormal">zu einem Preis von 2.000 bis 40.000 Euro pro Person/Nacht</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal"><span style="color:red;">Das Geld</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="color:green;">das nicht mehr da ist</span></p>
<p class="MsoNormal">ist nicht weg!</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal"><span style="color:fuchsia;">Es ist gut angelegt!</span></p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Wolf Wetzel</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">8.1.2004</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der angekündigte Krieg gegen den Irak 1991]]></title>
<link>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/der-angekuendigte-krieg-gegen-den-irak-1991/</link>
<pubDate>Wed, 01 Aug 2007 18:12:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wolf Wetzel</dc:creator>
<guid>http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/08/01/der-angekuendigte-krieg-gegen-den-irak-1991/</guid>
<description><![CDATA[ Der US-alliierte Krieg gegen den Irak 1991
&nbsp;
Das Verhältnis der US-Alliierten zu Diktaturen b]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><h2> <span style="font-size:11pt;">Der US-alliierte Krieg gegen den Irak 1991</span></h2>
<p style="border:1pt solid black;margin-left:35.4pt;margin-right:0;padding:1pt 4pt;">&#160;</p>
<p style="border:medium none;margin-left:0;padding:0;">Das Verhältnis der US-Alliierten zu Diktaturen bestimmt sich nicht nach deren Grausamkeit, sondern nach deren Nützlichkeit.</p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Am 2.8.1991 marschierten irakische Truppen in den Kuwait ein. Was anfangs wie ein regionaler, inner-arabischer Konflikt aussah, entwickelte sich in den folgenden Monaten zum ersten US-alliierten Krieg<a href="#_ftn1" title="_ftnref1" name="_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> in der Golfregion nach dem Zweiten Weltkrieg.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Gründe für die offenen Kriegsdrohungen der USA gegen den Irak variierten, je nach Zielgruppe und Geschmack: Mal war es die Besetzung des Kuwaits, ein anderes Mal die Behauptung, der Irak stünde kurz vor dem Besitz einsatzfähiger Atomwaffen. Dazwischen waren auch weniger edle Kriegsgründe, schlicht ökonomische und strategische Interessen der USA, vernehmbar. Diese bekamen die Soldaten in Saudi-Arabien zu hören, denen der damalige US-Präsident Georg Bush im November 1990 einen Besuch abstattete: Die »wirtschaftliche Lebensader der Welt«<a href="#_ftn2" title="_ftnref2" name="_ftnref2"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">[2]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> sei bedroht. Iraks Staatschef Saddam Hussein beginge »den Fehler seines Lebens, wenn er Zurückhaltung und Geduld mit Mangel an Entschlusskraft und dem Fehlen von Lösungen verwechselt.«<a href="#_ftn3" title="_ftnref3" name="_ftnref3"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">[3]</span></span></span></span></a></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;"><!--more--></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Was im Westen als Friedensbemühungen gehandelt wurde, war einzig und alleine dem Umstand geschuldet, dass die USA und ihre Alliierten diese Zeit benötigten, um den größten Truppenaufmarsch in der Golfregion nach dem Zweiten Weltkrieg abzuschließen: »Bis Ende 1990 wurde eine aus 676.000 Soldaten, 3.600 Panzern, 1.740 Kampfflugzeugen und 150 Kriegsschiffen bestehende Streitmacht für die Rückeroberung Kuwaits stationiert. Die USA stellten etwa zwei Drittel der Truppen.«<a href="#_ftn4" title="_ftnref4" name="_ftnref4"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">[4]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:Arial;">Parallel dazu hatten westliche Regierungen alle Hände voll zu tun, den einstigen Freund und (Kriegs-)Verbündeten<a href="#_ftn5" title="_ftnref5" name="_ftnref5"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">[5]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, Saddam Hussein, in einen »Schlächter« und »Diktator« umzudefinieren.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family:Arial;"